Mittwoch, 3. Juni 2009

Tarantula (1955)

Der zweite Jack Arnold Film in einer Woche. In diesem spielt eine Riesentarantel die Hauptrolle. Leider ist die DVD von Universal sehr mager ausgestattet. Nicht mal ein animiertes Menu wurde spendiert. Lediglich ein olles 3D Wackelbild gibt es als "Feature".
Wie geht´s los? Wir sehen eine weite Wüste in der ein ziemlich deformierter Kerl umher irrt, bis er tot umfällt. Wir erfahren, dass es sich dabei um den örtlichen Biowissenschaftler handelt, dessen Kollege (ebenfalls ein ziemlich einsiedlerisch lebender Kerl) eine sehr seltene Krankheit diagnostiziert, um eine Autopsie (die der lokale Arzt will) abzuwenden. Das ganze spielt in einem süßen kleinen Wüstenstädtchen. Das Ambiente ist also ausgesprochen vorzüglich! Im Verlauf des Films erfahren wir, dass die Wissenschaftler draußen in der Wüste mit Tieren herum experimentieren und ihnen ein künstliches Futter spritzen, dass zu extrem schneller Massezunahme führt. Im Labor sind dann auch hundegroße Hasen und Meerschweine. Natürlich auch eine riesige Tarantel. Ein Praktikant, dem das Zeug ebenfalls injeziert wurde und langsam bekloppt wird, greift den Wissenschaftler an und setzt das ganze Labor in Schutt und Asche. Die Tarantel flieht.
Ein paar Tage später kommt eine junge Studentin zum Professor, um bei ihm zu lernen. Der klärt sie auf, dass er mit radioaktivem Material arbeitet.
Die Tarantel kriegt derweil Bock auf Rinder und wütet rum.
Dabei ist das Monster keine Puppe, sondern eine tatsächlich echte Tarantel, die geschickt und getrickst riesig wirkt. Man denkt sich die ganze Zeit: wie zur Hölle konnten die Leute damals nur sowas auf die Beine stellen?
Es ist so viel faszinierender, was damals geschaffen wurde, als heute. Denn heute sitzt der Zuschauer im Kino und denkt sich "oh, noch mehr nette Computereffekte".
Die Geschichte entwickelt sich sehr rasant, hat keine längen. Die Charaktere kommen zwar stellenweise sehr naiv rüber, aber das ist den meisten alten Filmen immanent.
Mir hat der Film wirklich ausgezeichnet gefallen. Im Direktvergleich mit Formicula kann ich einfach keinen vor ziehen. Beide sind auf ihre Art großartig. Die nachgebauten Ameisen in Formicula sind großartig, aber auch die echte Spinne, die durch die Berge läuft, als wäre es echt, ist beeindruckend.
Phantastisch!

Kommentare:

  1. Geiler Film ! :) Mann, Jack Arnold hatte schon was los ! Selbst heute im Computerzeitalter machen sie's doch nicht besser...hmmm...oder machen sie's vllt zuviel (!) besser..? Tarantula ist zumindest Filmgeschichte, ganz gro0es Kino. im wahrsten Sinne natürlich :)

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  2. Keine Ahnung wieso, aber ich hab' mir den Film, zusammen mit "Mr. C" erst gestern gekauft. Die miese Ausstattung mag dafür auch ein Grund gewesen sein. Als die Fime auf arte liefen, hatten sie danach immer noch ein längeres Gespräch mit Jack Arnold passend dazu. Wieso war es nicht möglich, das da mit draufzupacken ? Da sollte wohl mal wieder ein kleinerer Anbieter die Filme für uns gestalten...

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  3. Die großen Majors wollen einfach mit ganz wenig Aufwand viele DVDs absetzen und denken sich "ach, der Name des Films ist so groß, das kaufen genug". Daher freue ich mich auch immer, wenn sich kleine Labels an die Klassiker machen. Zwar kommt da nicht von allen immer ein 100% tolles Ergebnis raus, aber insgesamt doch sehr viel mehr Bonus als bei den Großen!

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  4. Ja, das sehe ich absolut genauso. Auch daran, das man ja von Warner, Paramount und wie sie alle heißen mögen, kein Werbematerial verwenden soll, zeigt ja schon deren "Kundenfreundlichkeit". Filme, wo sie richtig mit Bonus klotzen, wie "Herr der Ringe" usw., das sind dann doch alles Prestigeobjekte, alles andere fällt meist durch's Raster.

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  5. Vermutlich bringt das einfach nicht genug Profit.
    Umso schöner, wenn Kleinlabels sich den Perlen annehmen und sie hochwertig veröffentlichen. Denn die haben überraschenderweise sogar viel Erfolg!

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