Freitag, 12. Juni 2009

Schock - The Quatermass Xperiment (1955)

Premiere auf dem Zombiebunker. Der erste Horrorfilm der legendären Hammer Studies wird heute ausgewertet! Der Film selbst dürfte der zweite Film der Hammer Studios überhaupt sein (von den weit über 200). Dementsprechend ist die Ausstattung des Films für Hammerverhältnisse eher bescheiden. Das schmälert das Gesamtbild allerdings nicht.
Der Plot ist recht simpel und weist Analogien zum Blob auf. Ein Wissenschaftler (Dr. Quatermass) schießt 3 Kosmonauten in einer Rakete ins All. Nach einer Weile kommt das Teil wieder runter. 2 der 3 Jungs sind ausgelutscht. Carroon ist der einzige, der überlebt hat. Der ist allerdings komplett neben der Spur.
Quatermass will natürlich alles verheimlichen und macht Tests mit ihm.
Dabei fällt auf, dass Carroons Haut ziemlich abgefahren aussieht! Später wird er in ein Krankenhaus verlegt, aus dem ihn seine Frau Judith klaut. Er büxt aus und haut auf einen Kaktus und hat fortan eine Kaktushand. Da er hungrig ist, muss er sich erst mal einen Verkäufer aussaugen, bevor er zum örtlichen Tierpark geht und einen Löwen schlemmt.
Er wird immer größer, die Wissenschaftler checken langsam, was für ein Glibbervieh ihn befallen hat und es kommt zum Showdown in der Kirche.
Total abgefahrener und hanebüchener Plot, aber das mögen wir!
Der Film braucht etwas, um in Fahrt zu kommen, man merkt, dass die Hammer Studios zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen steckten. Trotzdem hat der Film eine tolle Atmosphäre und schöne Effekte. Leider wird unser Schlabbertentakelgast aus dem All nicht oft gezeigt. Aber es gibt Grund zur Freude. Es gibt noch 2 Fortsetzungen, die irgendwann auch hier eintrudeln sollten.
Zur Dvd ist zu sagen, dass Anolis eine sehr schicke Hammer Reihe rausgehauen hat. Schöne Extras, tolles Bild, gute (aber stellenweise auch lustige Synchronisation Bsp. "Er ist weg!" "Weg?" "Wie weg?" "Ja, weg! Einfach nicht mehr da!").
Schöner B-Movie Film, nicht der beste, aber er zählt zum guten Mittelfeld!

Mittwoch, 10. Juni 2009

The Crawling Eye (Die Teufelswolke von Monteville - 1958)

Achtung: Spoiler über das Monster
Endlich ist er da! Der erste Film der neuen Anolis Reihe "Galerie des Grauens"! Um es vorweg zu nehmen: der Film ist phantastisch! Von den Effekten, den Kulissen bis hin zur Story. Hier haben wir ein kleines, schimmerndes Genrekleinod zu bestaunen.
Um was geht es?
2 Schwestern reisen mit dem Zug nach Bern. Eine der beiden ist hellsichtig (sie machen das auch als Nummer in einem Zirkus). Als die Hellsichtige aus dem Fenster auf den
Monteville schaut, wird sie plötzlich hypnotisiert und fällt einem Mann in den Schoß. Dieser ist auf dem Weg nach Trollenberg, weil ihn sein alter Professorkumpel dringend braucht. Als Anne (die Hellsichtige) erwacht, will sie plötzlich auch nach Trollenberg.

Die 3 steigen in einem Hotal am Fuß des Gipfels ab. Tja, und wie sollte es anders sein: in den Bergen sind in letzter Zeit viele Leute ums Leben gekommen. Keiner weiß warum. Der örtliche Bergsteiger kraxelt mit einem fetten Geologen auf den Gipfel, um mit ihm Gesteinsproben zu holen. Allerdings geht da einiges schief.


Derweil besucht der Typ aus dem Zug seinen Freund im Observatorium. Dieser erklärt ihm, dass am Monteville eine Wolke hängt, die radioaktiv ist und sich nicht vom Fleck bewegt.
Kluge Geister werden schnell feststellen, dass in der Wolke fiese Viecher lauern, die Leute hypnotisieren können und diese zum Töten aufstacheln. Tentakeln haben die rumschlurfenden Riesenaugen auch!
Absolut abgefahrene Story! Sehr gut umgesetzt! Tolles Bild, toller Ton und tolle Schauspieler.
Der Film ist natürlich von 1958 und deshalb hat er diesen gewissen Charme!
Zum Schluss gibt es noch ein schickes Miniaturmodell mit ein paar Tentakelglubschaugen drauf zu bewundern und viele Explosionen.
Der Film macht Spaß, der Film ist spannend und wenn man ihn in geselliger Runde mit Bier konsumiert, dann sollte er auch einen ordentlichen Trashfaktor hergeben.
Die Ausstattung der DVD ist natürlich vorbildlich. Audiokommentar von John Carpenter (Halloween- Die Teufelswolke hat ihn zu seinem Film The Fog inspiriert), Audiokommentare von Rolf Giesen und Hans Thunack, 2 Trailer, Super 8 Fassung, Bilder, Aushangfotos etc.

Sehr schön ist auch der Serienteaser, der dem Dvdmenu vorgeschaltet ist.
Der Film erscheint am 15. Juni und ist über Amazon, I-Catcher Media und auf Börsen erhältlich.

Freitag, 5. Juni 2009

Bis das Blut gefriert - The Haunting (1963)

Gestern Abend habe ich mich an "The Haunting" gemacht. Erwartet hatte ich einen netten schwarz/weiß Film in einem Schloss. Dass der Film wirklich schockt, damit hätte ich nicht gerechnet.
Hier haben wir den Archetyp des Geisterhaushorrors!
Aus dem Off wird uns die Geschichte um das Haus erzählt. All die Unglücke, die darin geschahen und dass es heute verflucht ist. Jeder meidet es und selbst die beiden Angestellten verlassen das Haus vor Nachteinbruch und kehren erst wieder morgens zurück.
Ein Wissenschaftler will darin nun ein Experiment starten. Er will paranormale Phänomene und ihre Wirkung auf Menschen ergründen.
Es finden sich 2 junge Frauen und der junge, potenzielle Erbe des Anwesens ein.
Tja und schon geht es los. Eigentlich nahm ich an, ob der späteren Verfilmungen, dass ein ganzer Sack voll Leute in dem Haus übernachtet. Die geringe Anzahl von 4 Personen (später kommt noch die Frau des Wissenschaftlers dazu) potenziert allerdings die verlassene Wirkung.
Überhaupt gruselt man sich bei diesem Film! Auch wenn man, bedingt durch das Alter des Filmes, eine größere Distanz zum Film hat (als zu modernen Filmen), wird hier durch geschickte Kameraführung und Geräuscheffekte geschockt ohne Ende.
Nur ein einfacher Schwenk auf eine Statue lässt einen kurz Zusammenzucken.
Außerdem ist die Entwicklung einiger Figuren sehr abgefahren! Ein Ende, mit dem man nicht rechnet, ist auch noch dabei.

Genreklassiker und ein Film, der mir sicherlich noch einige Zeit in Erinnerung bleiben wird.
Zur DVD lässt sich sagen, dass hier wieder extrem mit Extras gegeizt wurde. Kaum Features, kein Booklet. Schade eigentlich, da dieser Film sehr viel mehr verdient hat!

Donnerstag, 4. Juni 2009

Neuigkeiten zur Galerie des Grauens Reihe von Anolis

Der Veröffentlichungsplan für die Anolisreihe "Galerie des Grauens" wurde etwas abgeändert.

Als dritter Film erscheint jetzt "Auf U17 ist die Hölle los".  Am 15. Juni kommt "Die Teufelswolke von Monteville", im August "Das Vermächtnis des Prof. Bondi" und im "Auf U17 ist die Hölle los". Dann soll es jeden Monat (außer wahrscheinlich im November und Dezember) einen Film für die Box geben. Jeder Film der Serie wird auf 1000 Exemplare limitiert sein.

Die Extras der Nummer 1 werden ein Audiokommentar von Mr. Carpenter himself sein, ein Audiokommentar von Dr. Giesen und Hans Joachim Thurnack, die Super 8 Fassung und noch einiges mehr. Außerdem wird es ein 8seitiges Booklet geben. 

Das hört sich nach einem sehr schönen Paket an. Außerdem wird es in der Reihe noch Audiokommentare von keinem geringeren als Christian Kessler geben! Man freut sich und dankt schon jetzt Anolis. 

Mittwoch, 3. Juni 2009

Tarantula (1955)

Der zweite Jack Arnold Film in einer Woche. In diesem spielt eine Riesentarantel die Hauptrolle. Leider ist die DVD von Universal sehr mager ausgestattet. Nicht mal ein animiertes Menu wurde spendiert. Lediglich ein olles 3D Wackelbild gibt es als "Feature".
Wie geht´s los? Wir sehen eine weite Wüste in der ein ziemlich deformierter Kerl umher irrt, bis er tot umfällt. Wir erfahren, dass es sich dabei um den örtlichen Biowissenschaftler handelt, dessen Kollege (ebenfalls ein ziemlich einsiedlerisch lebender Kerl) eine sehr seltene Krankheit diagnostiziert, um eine Autopsie (die der lokale Arzt will) abzuwenden. Das ganze spielt in einem süßen kleinen Wüstenstädtchen. Das Ambiente ist also ausgesprochen vorzüglich! Im Verlauf des Films erfahren wir, dass die Wissenschaftler draußen in der Wüste mit Tieren herum experimentieren und ihnen ein künstliches Futter spritzen, dass zu extrem schneller Massezunahme führt. Im Labor sind dann auch hundegroße Hasen und Meerschweine. Natürlich auch eine riesige Tarantel. Ein Praktikant, dem das Zeug ebenfalls injeziert wurde und langsam bekloppt wird, greift den Wissenschaftler an und setzt das ganze Labor in Schutt und Asche. Die Tarantel flieht.
Ein paar Tage später kommt eine junge Studentin zum Professor, um bei ihm zu lernen. Der klärt sie auf, dass er mit radioaktivem Material arbeitet.
Die Tarantel kriegt derweil Bock auf Rinder und wütet rum.
Dabei ist das Monster keine Puppe, sondern eine tatsächlich echte Tarantel, die geschickt und getrickst riesig wirkt. Man denkt sich die ganze Zeit: wie zur Hölle konnten die Leute damals nur sowas auf die Beine stellen?
Es ist so viel faszinierender, was damals geschaffen wurde, als heute. Denn heute sitzt der Zuschauer im Kino und denkt sich "oh, noch mehr nette Computereffekte".
Die Geschichte entwickelt sich sehr rasant, hat keine längen. Die Charaktere kommen zwar stellenweise sehr naiv rüber, aber das ist den meisten alten Filmen immanent.
Mir hat der Film wirklich ausgezeichnet gefallen. Im Direktvergleich mit Formicula kann ich einfach keinen vor ziehen. Beide sind auf ihre Art großartig. Die nachgebauten Ameisen in Formicula sind großartig, aber auch die echte Spinne, die durch die Berge läuft, als wäre es echt, ist beeindruckend.
Phantastisch!

Creature from the Black Lagoon (Der Schrecken vom Amazonas - 1954)

Bei "Creature From The Black Lagoon" aus dem Jahre 1954 handelt es sich um meinen ersten Jack Arnold Film. Und der hat mich natürlich nachhaltig beeindruckt. Die Unterwasseraufnahmen sind sehr überzeugend und das Kostüm des Monsters ist großartig. Es schlägt locker 80% der heutigen CGI-Monster und 60% der anderen. Allein wie es sich unter Wasser bewegt. Da gruselt man sich noch heute!

Zur Story: ein Wissenschaftler untersucht im tiefsten Amazonas mit seinen Gehilfen Steinschichten. Sie finden ein Krallenfossil. Der Wissenschaftler beschließt, sofort aufzubrechen und mit einem größeren Forscherteam zurückzukommen. Während er weg ist, werden die beiden armen Teufel, die Stellung halten müssen, natürlich umgebracht.
Mit dem neuen Team untersuchen sie den Rest des Sediments, finden allerdings nichts Brauchbares. Da kommt die Idee auf, in der schwarzen Lagune um die Ecke zu tauchen, da vielleicht Teile der gleichen Gesteinsschicht abgetragen und in die Lagune geschwemmt wurden.
Tja, aber da lebt das Monster.
Hört sich anfänglich nicht besonders spannend an, aber durch die Attacken des Monsters, die geniale Umgebung und die dramatischen Tauchgänge wird sehr viel Tempo in den Film gebracht. Immer wenn das Monster zu sehen ist (und sei es nur seine Krallenflosse), kommt eine ziemlich abgefahrene Musik. Sehr nett! Außerdem wird der Film durch ein paar Tieraufnahmen ergänzt und überhaupt schwingt so ein bisschen die Evolutionslehre aus dem Biologieunterricht mit.
Das Ende ist zwar weniger überraschend, kann das Gesamturteil des Films aber nicht schmälern. Ganz großes Monsterkino und zu Recht ein absoluter Klassiker des Horrorkinos.
Zudem gibt es auf der DVD noch eine sehr informative Doku. Bild und Ton sind sehr gut!

Montag, 1. Juni 2009

Die Mumie (1932)

Der erste wirklich echte Mumienfilm, den ich mir bis dato angeschaut habe, war auch zugleich der erste wirklich echte Mumienfilm, der jemals gedreht wurde. Horrorlegende Boris Karloff spielt den Leichnam von Imhotep, der durch einen Bann gefesselt war. Enthusiastische Forscher können natürlich die Finger nicht von den Schächtelchen und Siegeln lassen und schon wandelt der alte Ägypter als Untoter unter den Lebenden. Von Dankbarkeit für seine Wiederbelebung keine Spur.
Bemerkenswert ist, dass im Gegensatz zu den anderen Horrorfiguren von Universal hier eine Romanvorlage fehlt (Bram Stokers Dracula, Mary Shelleys Frankenstein etc. )

Ein sehr schönes und auch kurzweiliges Filmchen kam dabei heraus. Karloff glänzt in der Rolle des Imhotep. Überhaupt haben die damaligen Darsteller viel mehr Ausdruck und Körpersprache in ihre Charaktere gebracht, als dieser Tage. Vor allem die ausgeleuchteten Augen sind auch heute noch gut angsteinflößend (wenn man solchen Filmen denn eine Chance gibt).
Die Geschichte ist natürlich durch etliche Zitationen bekannt, aber geht dennoch total in Ordnung. Der Film läuft schließlich nur knapp 70 Minuten. Was ich eigentlich sogar an älteren Filmen schätze. Wie furchtbar nervig ist es eigentlich, wenn moderne Horrorfilme länger als 90min gehen und dafür etliche Längen haben? Lieber kurz und knackig, alles drin.
Dass der Abspann vor dem Film läuft, ist ebenfalls eine Sache, die gar nicht so verkehrt ist. Daher kann ich eigentlich nicht verstehen, dass heute außer bei Bondfilmen diese Konvention gebrochen wird.
Aber zurück zum Film. Dieser weiß durchaus zu gefallen, gehört aber trotzdem für mich eher ans Schlusslicht der Universalfiguren. Allerdings immer noch viel besser als vieles, was danach kam. Die Effekte sind für den Jahrgang auch sehr ansprechend (ein paar Mal wird ein Alterungsprozess gezeigt)
In der schicken Monster Legacy Box ja sowieso enthalten, also kein Problem (zusammen mit dem großartigen "Der Unsichtbare" "Das Phantom der Oper" und dem Überfilm "Der Schrecken vom Amazonas").