Montag, 27. Juli 2009

Schweine in Greifswald, Schlangen in Florida. Tierhorror weltweit


In Greifswald grasiert die Schweinegrippe und in Florida fressen Schlangen Schafe und Kinder! Das ist schlimm denkt man? Tja, erstmal abwarten!

Ist es nur eine Frage der Zeit, wann Greifswalds Klimazone sich hin zu subsaharischen Gefilden ändert und wir ähnliche Probleme bekommen könnten? Ja! Mit der drohenden Klimaveränderung werden auch bei uns abgefahrene Spinnen und anderes exotische Getier die Gegend bewohnen! Aber auch an dieser Stelle, wir wollen schließlich beruhigen, don´t panic! Denn schließlich gab es hier, zumindest in der Nähe (Fischland/Darß) auch mal Wisente.

Nicht minder gefährlich wurden die letzten Exemplare von Klumpfußgöbbels erlegt. Zur gleichen Zeit starben auch Luchs und Wolf aus. Oder so ähnlich. Aber ich bin da auch kein Experte.

Was ich damit eigentlich sagen möchte:

Schaut mehr Tierhorrorfilme. Der Tierhorrorfilm ist ein im Mainstreamkino eigentlich unterschätzes Genre. Größere Produktionen hat lediglich "Arac Attack" 2002 aufgefahren. 7 Jahre ist das schon her. Aber was gab es denn da noch so? Hier im Blog gibt es Kurzkommentare zu den beiden Urtierhorrorfilmen : "Tarantula" und "Formicula". In den 80ern machten Filme wie "der Weiße Hai" das Baden in der Ostsee zu einem wahren Gräuel.

Ok, ich hab ihn ob der späten Geburt erst Anfang der 90er gesehen, aber war nicht minder beeindruckt. Jedes Mal, wenn Sturm an die Ostsee kam und die Dorsche dicht an den Strand gespült wurde, sagte mein Opa, dass es Katzenhaie in der Ostsee gab. Ein Trauma auf Lebenszeit! Leider wurde es dann, bis auf "Arachnophobia" mit Jeff Daniels (Dumm und Dümmer), in den 90ern ziemlich ruhig. Mit "C2 Killerinsect - Die Attacke der Monsterzecken" kam noch ein cooler Film, aber das war es dann auch. Es gab zwar großartige Tv Serien, wie "Parker Lewis - der Coole von der Schule", aber das hat überhaupt nichts mit dem Thema zu tun. 2002 markierte dann einen Wendepunkt, als Ellory Elkayem mit "Arac Attack" (engl. "eight legged freaks") einen "Blockbuster" in die Kinos brachte.

Vorher gab es natürlich noch Filme, wie "Anaconda", die allerdings ziemlich schlecht waren (und deren Sequels mit keinem geringeren als David Hasselhoff aufgepeppt werden mussten). Danach gab es noch einen netten Schneckenhorrorfilm ("Slither") und einen neuseeländischen Beitrag ("Black Sheep"), aber das Genre rostete wieder ein.

In Korea hat man derweil mit "The Host" einen netten Tentakelviecherhorrorfilm abgeliefert, der demnächst auch noch mal für das amerikanische Publikum neu gedreht wird. Anscheinend haben Amis wirklich was gegen ostasiatische Gesichter, sonst müssten nicht so viele Filme für deren Markt neu gedreht werden.

Aber dieser Tage kommt dann auch wieder vielversprechend Neues auf den Markt. Mit "Pig Hunt" ist endlich mal ein Schweinehorrorfilm am Start (passend zur saisonialen Grippe) und mit "Infestation" auch ein beinharter Käferhorrorfilm.

Außerdem ist ein "Piranha" (nicht die Rostocker Rapperin, gibt es die eigentlich noch?) 3d Remake für Anfang 2010 geplant. Der geneigte Genrefreund und Neueinsteiger hat also reichlich Futter. Inklusive der Masse an Filmen, die ich spontan vergessen habe. Aber echt, gebt dem Zeug mal eine Chance und wenn nicht: dann holt euch eine Kiste Bier und eine Handvoll Freunde ran. Spätestens dann macht diese Art von Filmen richtig Spaß!!! Ich schwör Alta!

Schweinegrippe in Greifswald - eine Minireportage


Die erste Prüfung geschrieben, als Belohnung gibt es Bier, doch was sagt der Twitter da? Schweinegrippe in Greifswald!
Das hieß für mich, einen kleinen Abstecher zum Schutzmaskenkauf einlegen. Schließlich will man mit den Erregern nicht kontaminiert werden.
Sodann machte ich mich auf und wurde in der Langen Straße (neben Beathe Uhse) auch sofort fündig. Leider zeichnet sich das aufgenommene Audiodokument durch absolut mangelhafte Qualität aus, weshalb es in den Giftschrank gesperrt wurde.
Im Laden wurden mir dann 2 Ausführungen von den Masken angeboten, wobei mir die Verkäuferin auf die Frage, welche gegen Schweinegrippe nützlich sei, sogar die preiswertere Variante für nur 40Eurocent das Stück empfahl.
Ausgerüstet machte ich mich anschließend auf einen kleinen Einkaufsbummel, dessen primäres Ziel natürlich der Zisch Getränkemarkt in der Stralsunder Straße war.
Anscheinend war die Bevölkerung noch nicht wirklich vorbereitet. Lediglich ein Herr rief mir zu "isses es schon soweit? ja, Schweinegrippe?". Ansonsten hat man nur verständnislose, bisweilen sogar angeekelte Blicke geernet.

Schutzmasken sind noch nicht Mainstream. Wer also noch schnell auf den Trendzug aufspringen will, sollte sich die modisch blauen (und günstigen) oder die reinen weißen mit Extrafilter in seinem lokalen Arbeitsbekleidungsladen besorgen.
Für kleines Geld bekommt man sofort Hilfe. Es ist nicht unbedingt sexy, aber kann helfen Leben zu retten. Selbst wenn man es sich nur einbildet.

Blogsterben in Greifswald

Während die lokale Blogosphäre schwächelt, weil Schweinegrippezombies die Erde bevölkern, meldet der Zombiebunker immer noch sporadisch aus dem Krisengebiet.

Schade nur, dass er sich mit ganz anderen Sachen beschäftigt.

Freitag, 24. Juli 2009

Bücherkiste

Kennt noch jemand Kurzgeschichten? Nein?
Kurzgeschichten können was wirklich Tolles sein. Warum ich momentan so viele Kurzgeschichten lese, hat rein pragmatische Gründe. Ich habe keine Zeit! Verdammt. Und weil ich gerne lese, musste ich mir eine Lösung einfallen lassen. Es hat geklappt!
Die letzten wirklich guten Kurzgeschichten, die ich gelesen habe, stammten aus der Feder von H.P. Lovecraft. Gut, das ist schon mal eine Hausnummer. Allerdings habe ich mir eine strikte Auflage gemacht: nur deutschsprachige Autoren plus es muss im weitesten Sinne im Horrorgenre verortet sein. Was fand ich? Einen kleinen Kurzgeschichtenband von Torsten Sträter, den ich noch im Schrank stehen hatte.

Wie war er? Durchwachsen. Teilweise wirklich schöne Ideen, die in einem rotzigen Stil umgesetzt wurden. Allerdings auch ziemlich abgefahrene Sachen, die mir nicht so leicht reingingen. Trotzdem habe ich mir noch die zwei anderen Bände von ihm "Postkarten aus der Dunkelheit" und "Hit the Road Jack" geholt. War gut. Besser als der Erste! Viel besser.
Den Hunger geweckt, habe ich mich dann einer Art Anthologie gewidmet. "Disturbania" heißt das gute Stück. Herausgegeben von David Grashoff. 17 Kurzgeschichten von 17 verschiedenen Autoren. 17 mal Gänsehaut und 17 mal völlig verschiedene Stile.

Was will der Autor sagen? Schaut euch diese Kleinode mal an. Das
schadet nicht. Die Sträterbände kommen grade mal mit 8€ um die Ecke und auch die Anthologien sind sehr erschwinglich. Herausgebracht von Kleinstverlagen, denen man gerne Monétós da lässt!
Aus diesem Grund habe ich mir dann auch von Markus K. Korb das Büchlein "Wasserscheu - Sommer Horror Storys" bestellt. Ich bin gespannt und verspreche mir einiges.
Achso, für die kleineren Leser: R. L. Stine hat zwei schöne Reihe mit Gruselgeschichten (Gänsehaut und Fear Street), die man auch im Erwachsenenalter noch konsumieren kann. Trivial ist das nicht, Ferien für den Geist würde ich sagen...wenn das Hirn matschig wird ob der vielen Sonne -> genau das Richtige!

musikalisches Vergnügen

Für aufgeschlossene Musikinteressierte.
Es gab mal eine Kapelle, die nannte sich At the Drive-in. Leider löste sich diese grandiose Band 2001 auf. Naja, eigentlich zersplitterte sie in die eher belanglosen Sparta und die geniale Band The Mars Volta.
Auch wenn das Debut von The Mars Volta noch relativ stark nach At the Drive-in klang, hatte man sich mit dem zweiten Album "Frances The Mute" schon sehr stark vom alten Sound entfernt. Latino, Progrock, Posthardcore, Rock, Psychodelic und noch 100 andere Einflüsse vermischte man und sprengte mit etlichen Songs die 10 min. Marke.
Mit "Amputechture" veröffentlichte man dann ein noch komplexeres Album, das unglaublich viele Instrumente und Soundspielereien in sich vereinigte.
Die Welt schimpfte etwas, weil das Resultat etwas schwierig zu konsumieren war. Zum neben her hören war das nichts. Man musste sich schon sehr stark konzentrieren. Man wurde aber mit Krachern wie "Day of the Baphomets" oder "Tetragrammaton" fürstlich belohnt.
2008 fohlte dann das vierte Werk "The Bedlam in Goliath" und hier hat man wirklich alles katalysiert, was The Mars Volta auszeichnet. Das göttliche "Ouroborous" gibt einen guten Querschnitt von dem, was hier so alles passiert. Eigentlich sind wirklich alle Songs durch die Bank großartig, man muss sie einfach nur ein paar Mal hören und sich die Strukturen erschließen!
Der neueste Output "Octahedron" ist dann auch wieder leichter zu konsumieren. Sehr leise und aufgeräumt wirkt das Album. Leider nicht mehr ganz so großartig wie der Vorgänger, aber immer noch so viel besser als alles andere, was es momentan auf dem gitarrenbetonten Musikmarkt so gibt. Mensch, mensch. Hört es euch doch mal an!

Neuzeit, Aktuell, Eden Lake

Ja, was war denn das? Zur Abwechslung habe ich mich mal wieder den modernen Filmen zugewandt und dieses kleine Schmuckstück aus England an Land gezogen. Was fällt auf? Wenn man permanent in schwarz-weißen, grobkörnigen und z.T. verwaschenen Welten lebt, dann findet man erst mal scharfes Bild ganz angenehm und erfrischend.
Erfrischend und leicht kommt der Film dann auch daher. Ein Pärchen fährt an einen See, um etwas Urlaub zu machen. Da sind diese Rotzgören, die wirklich den untersten Bodensatz darstellen. Männer müssen sich beweisen und das Unheil nimmt seinen Lauf.
Eden Lake, das ist ein Film zum drüber diskutieren.
Erschreckend, wie real der Film wirkt und wie nüchtern die Inszenierung ist.
Auch bei uns ergab sich daraus Stoff für wenigstens eine Stunde Palaver. Das hat schon lange kein Film mehr geschafft. Ich will auch gar nicht zu viele Worte darüber verlieren. Der Film ist großartig, die Schauspieler spielen glaubhaft und passen perfekt und das Filmset ist auch sehr atmosphärisch. Endlich mal wieder ein intelligenter Horrorfilm mit schöner Optik und einer spannenden Geschichte. Bitte mehr davon in Zukunft!
Schade, dass der Film bei uns in Deutschland in 2 Versionen erschienen ist. Nur die JK/Spio Version ist ungeschnitten. Also unbedingt darauf achten. Wegen des starken Realismus wird Eden Lake sicherlich auch in naher Zukunft auf dem Index landen. Es lebe das Zensurland!
Fazit:
Sollte man sich anschauen, aber keinen gewöhnlichen Slasher erwarten.

Dienstag, 21. Juli 2009

Gruselserie - Hörspiele von H.G. Francis

Hossá. Kaum beginnt der Prüfungsstress, finde ich Zeit, um hier mal wieder was zu schreiben!
Es handelt sich um eine Hörspielserie aus den 80er Jahren, die
diverse Grusel- und Horrorgeschichten aus der Feder von H.G. Francis vertont. Dabei hat sich der gute Mann allerdings zahlreicher Filme bedient (Insel der Zombies, Horrorameisen etc.). Damals noch als gute alte Tapes veröffentlicht, hat Europa alle Folgen unter dem Banner "Die Rückkehr der Klassiker" neu auf CD aufgelegt.
Was man zuerst bemerkt: die Hörspiele von damals sind
nicht so soundkulissenüberladen, wie es moderne Produktionen sind. Das mag zwar bei vielen Serien (primär Weltraumgedöns) passen, aber bei den guten alten Horrorstories ist weniger definitiv mehr.
Die Serie umfasst 18 Folgen, die mal besser und mal schlechter sind. Allerdings ist keine so schlecht, dass man sie sich nicht abends auf die Ohren geben könnte, um dabei gemütlich einzuschlummern.
Gerade die 80er Atmosphäre punktet immer wieder durch die großartigen Sprecher und die trashigen Musikstücke.
Bei den meisten Geschichten stehen Schlösser, Inseln oder Sumpflandschafen im Mittelpunkt, die dann von diversen Monstern (Werwölfe, Nessie, Horrorameisen, Mörderspinnen, Vampire, Mördermumien oder Todesratten) bevölkert werden. Die Charaktere sind nett-naiv und dümmlich und Männer dürfen richtig Assimachos sein.
Wem die Serie zusagt, der sollte auf jeden Fall noch die beiden Reihen "Macabros" und "Larry Brent" antesten. Da wurden z.T. die alten Groschenromane in Hörspielform gegossen. Sehr geil! Die Teile bekommt man mittlerweile mit viel Glück in diversen Second Hand Läden, auf Ebay hat man meistens nicht so viel Glück.
Wer also Bock auf oldschool Hörspiele hat, total hanebüchene Stories und krude Charaktere: zugreifen. Wer weiß, wie lange es die Teile noch gibt.
Richtig geil kommen die natürlich auf MC und dann in einem richtig alten Kassettenrekorder.