Samstag, 15. August 2009

Curse of The Crimson Altar - Die Hexen des Grafen Dracula (1968)

Vampire? Dracula? Nö! Hier nicht.
Die deutsche Übersetzung des Titels ist leider etwas unglücklich. Allerdings entschied sich der damalige deutsche Filmverleih für eine Analogie zu Christopher Lees bis dato größter Rolle in "Dracula".
Ok, was haben wir hier? Den ersten Film der EMS Reihe "Der Phantastische Film". Kein Film der Hammer Studios, auch keiner des anderen britischen Kultstudios Amicus. Aber von Tigon British! "Curse of the Crimson Altar" markierte den zweiten Film, den Tigon in Kollaboration mit der American International Productions (AIP) gedreht hat.
Wohl wissend, dass EMS mit dieser Serie die zweiten und dritten Reihen der klassischen Horrorfilme beackert, hatte ich meine Erwartungen an diesen Film deutlich herunter geschraubt.
Zuerst muss man ein paar Worte zur liebevoll umgesetzten DVD sagen. Ein schicker Schuber schmückt die Amarayhülle, hinter der sich ein anderes Motiv verbirgt. Es ist wirklich lobenswert, dass EMS hier nach verschiedenen Artworks gesucht hat, sie gefunden und dann auch noch verwendet hat. Ganz toll! Außerdem ist das Booklet sehr informativ. Die Ausstattung der Extras ist ebenfalls gelungen. Es gibt Super 8 Fassungen, Trailer, einen alternativen Anfang und Bildergalerien.
Als ich dann auch die Darstellerliste blickte, musste ich meine Erwartungen dann doch etwas erhöhen. Hier wird wirklich einiges aufgeboten. Neben dem legendären Boris Karloff (der beste Frankensteindarsteller aller Zeiten) als Prof. March, spielen auch noch Christopher Lee und Barbara Steele mit.
Der Film basiert auf einer Erzählung von H.P. Lovecraft "Träume im Hexenhaus". Dann also los.
Am Anfang sehen wir einen schönen Vorspann gefolgt von einer abgefahrenen Szene, in der Ziegen, Kuttenträger, nackte Frauen und Barbara Steele als blauangemalte Hexe mit exorbitant großem Kopfschmuck zu sehen sind. Ein blonder Mann kritzelt sein Signum in ein Buch und sticht zum Beweis seiner Treue der gefesselten Nackten einen Dolch in den Körper.
Der abgefahrenste Charakter ist aber der SM Bodybuilder mit Geweih und Fetischkleidung. Hehe. Crazy Tommies!
Nun ja, der blonde Typ ist der Bruder von unserer Hauptperson: Herr Manning, einem Antiquitätenhändler. Irgendwie ist sein Bruder verschwunden und Manning macht sich auf die Suche nach ihm. Dabei kommt er in ein kleines Dörfchen, das gerade den jährlichen Todestag der Hexe Lavinia Morley feiert. Im riesigen Herrenhaus vom alten Morley lernt er dessen Nichte kennen, die grade eine exzessive Party gibt. Viel nackte Haut, viel Saufen und das in den 60ern. Man man man. Außerdem wird eindrucksvoll gezeigt, wie man damals Streitigkeiten unter 2 Frauen geregelt hat. Sie werden auf die Schultern von zwei Kerlen gehieft, müssen blank ziehen und bekommen zwei riesige Pinsel in die Hand, um die andere mal richtig schön anzumalen. Love and Peace und so.
Jedenfalls stellt sich heraus, dass unser Held Manning der letzte Nachfahre des Anklägers von Morley ist. Dann gibt es noch den verrückten Professor, der sich mit Hexenkulten und Gedöns auskennt. Dann schlafwandelt er und träumt etc. Außerdem gibt es noch diverse Sexszenen zu begutachten und man weiß endlich, warum in den späten 70ern und frühen 80ern immer Sex vor einem Mord da sein muss!

Sehr abgefahrene Story, die bildgewaltig und in krassen quietschigen Farben daher kommt. Der Film hat wirklich Spaß gemacht. Spannend, gut inszeniert und mit einer ganzen Reihe von sehr obskuren Ideen bestückt. Sollte man sich mal anschauen. Starker Start der Reihe. Ich hoffe, der zweite Film der Reihe, "Der Dämon mit den blutigen Händen", kann das Niveau halten.
Yeah!

Freitag, 14. August 2009

Ausblick

Ich habe mal den Bestand der Filme gesichtet und ein paar neue geordert. Hier soll nun ein kleiner Überblick über die Filme, von denen demnächst Kritiken folgen werden.
  1. Invasion of the flying Saucers - Fliegende Untertassen greifen an (1956)
  2. It came from outer Space - Gefahr aus dem Weltall (1953)
  3. Frankenstein must be destroyed - Frankenstein muss sterben (1969)
  4. Quatermass 2 - Feinde aus dem Nichts (1957)
  5. Quatermass and the Pit - Das grüne Blut der Dämonen (1967)
  6. Kronos - Captain Kronos Vampirjäger (1973)
  7. Dracula - Dracula (1958)
  8. Dracula Prince of Darkness - Blut für Dracula (1966)
  9. Taste the Blood of Dracula - Wie schmeckt das Blut von Dracula (1970)
  10. The Brides of Dracula - Dracula und seine Bräute (1960)
  11. The Vampire Lovers - Gruft der Vampire (1970)
  12. Curse of the Crimson Altar - Die Hexen des Grafen Dracula (1968)
  13. Blood of The Vampire - Der Dämong mit den blutigen Händen (1958)
  14. Asylum - Asylum (1972)
  15. The Sourcerers - Im Banne des Dr. Monserrat (1967)
  16. Devils of Darkness - Das Teufelsritual aka Die Gruft der toten Frauen (1965)
  17. Baron Blood (1972)
  18. Lisa und der Teufel (1972)
  19. Revenge of the Creature - Die Rache des Ungeheuers (1955)
  20. The Evil of Frankenstein - Frankensteins Ungeheuer (1964)
  21. Monster on the Campus - Der Schrecken schleicht durch die Nacht (1958)
  22. Invisible Agent - Der unsichtbare Agent (1942)
  23. The Premature Burial - Lebendig begraben (1962)
  24. It came from beneath the Sea - Das Grauen aus der Tiefe (1955)
  25. 20 Million Miles to Earth - Die Bestie aus dem Weltraum (1957)
Für genug Nachschlag und Material ist also gesorgt :-)

The Curse Of Frankenstein - Frankensteins Fluch (1957)

Hier haben wir den ersten Frankensteinfilm der Hammer Studios und es sollten noch 6 weitere folgen! B-Movie Star Peter Cushing glänzt hier in der Rolle des Baron Frankenstein. Als kleiner Junge lebt er allein mit seiner Mutter, bis diese stirbt. Frankenstein kann allerdings ganz gut auf sich alleine aufpassen und so ordert er sich, wissensdurstig wie er ist, Paul als Lehrer in sein riesiges Anwesen. Dieser bringt ihm über die Jahre all sein Wissen bei, bis sie schließlich anfangen, das Unbekannte zu erforschen. Frankenstein ist dabei recht energisch und besessen, so dass er, nachdem sie einen Hund von den Toten wieder auferstehen ließen, beschließt, einen Banditen, der zur Abschreckung am Galgen vor der Stadt baumelt, zum Leben zu erwecken.
Dann gehts ab.Der Plot ist also ein wenig anders.

Die Story spielt ausschließlich im Schloss und der Personenkreis ist sehr begrenzt. Es gibt keine Meute, die mit brennenden Fackeln Frankenstein und seinem Vieh ans Leder will. Hier wird ganz die Szenerie im Schloss selbst inszeniert. Dadurch wird besonderen Wert auf die Personenkonstellationen gelegt. Zwischen Frankenstein, seinem ehemaligen Mentor und jetztigem Kollegen, seiner Haushälterin, mit der er ein Verhältnis hat und seiner aus der Jugendzeit bekannten und jetzt zu ihm gezogenen Cousine.
Die Kulissen sind großartig, es brodelt und blubbert im Labor und kein anderer als Christopher Lee spielt den riesigen, hässlichen und alptraumhaften Frankenstein. Die Kreatur tut einem in diesem Film nicht so wirklich leid. Empathie hegt man eher für den armen Paul, der Frankenstein unermüdlich dazu bewegen will, mit seinen Horrorexperimenten aufzuhören.
Auch wenn der Film in Farbe ist, so hat er doch noch einen sehr schönen Charme. Die erdigen Farben im Kontrast zu den quietschigen Farben haben eine sehr eigene Wirkung. Hammer ist hier ein ganz großer Film gelungen, der, obwohl wenig Schauspieler, sehr stringent und gefühlsbetont eine Geschichte erzählt.
Die Effekte sind ebenfalls sehr gut geworden. Das Make Up von Frankenstein dürfte auch heute noch überzeugen und Blut fließt gelegentlich auch noch :-)

Kurzum: jeder Mensch, der Frankensteinfilme mag oder nur etwas für sie übrig hat, sollte sich diese Filmperle zu Gemüte führen. Ansonsten sei jedem anderen Menschen dieser Film ebenfalls ans Herz gelegt. Man wird definitiv nicht enttäuscht!

Donnerstag, 13. August 2009

Das Vermächtnis des Prof. Bondi - A Bucket of Blood (1959)

Das ist mal ein abgefahrener Film von Roger Corman. Im Prinzip knüpft er an die Geschehnisse von House Of Wax an. Bondi ist tot. Naja, nicht ganz. Aber weil er ziemlich alt und gebrechlich ist, beschließt er, seinem trotteligen Nachfahren Walter (gespielt vom grandiosen Dick Miller), einen Sack Wachs zu schicken. Dieser ist ein Kellner in einer Künstlerkneipe. Alle Frauen himmeln dort Philosophen, Maler und andere Künstler an. Walter leidet ein wenig an Minderwertigkeitskomplexen und verehrt die Künstler ebenfalls. Sein Chef ist selbst einer und behandelt ihn recht schäbig. Als er sich dann am Wachsmodellieren versucht, misslingt ihm das gewaltig. Tja, und wie könnte es schlimmer sein: die Katze steckt in der Wand fest. Oh man!
Wie bekommt man eine Katze aus einer Wand?

Richtig: man nimmt ein Messer und sticht drauf ein!!! Natürlich trifft er die Mieze und kloppt dann mit bloßer Hand (sic!) ein riesiges Loch ringsrum. Tja, dann eben aus der Katze eine Wachsfigur basteln. Am nächsten Tag bringt der das gute Stück mit und stellt es in der Kneipe aus. Plötzlich bewundern ihn alle ob der schönen Katze. Aber mal ehrlich. Das Ding ist so unglaublich hässlich. Egal ... im Lokal sind auch diverse Geheimpolizisten, weil dort mit Heroin gehandelt werden soll. Eine füllige Frau vertickt es dort und schmeißt sich unserem Walter auch sofort an den Hals. Sie will seine Geliebte sein, aber der hat kein Bock und ist eher schüchtern. Tja, dann schenkt sie ihm ein kleines Schächtelchen. Walters Chef ist angepisst, weil alle Walter feiern und schickt ihn nach Hause. Der Bulle hat mitbekommen, dass ihm ein kleines Schächtelchen zugesteckt wurde und folgt ihm. Klar ist es Heroin. Walter checkt es aber nicht und verteidigt sich mit einer Bratpfanne.
Das Übel nimmt seinen Lauf.
Großartiger Film mit viel Trashelementen. Toller Audiokommentar vom dynamischen Duo Keßler und Zion. Wirklich sehr informativ. Man erfährt z.B., dass die Anfangssequenz eigentlich nicht zum Film gehört und in Deutschland gedreht wurde. Ich hatte mich schon über die absolut geniale Synchronisation gewundert, allerdings ist der Darsteller in dieser nicht von Roger Corman stammenden Anfangssequenz ein Deutscher. Oh man!!

Ansonsten natürlich wieder die liebevolle Aufmachung von Anolis. Tolle Arbeit. Super Film. Zwar nicht ganz so stark wie die Teufelswolke, aber knapp dahinter. Man wartet gespannt auf die weiteren Filme, die noch folgen werden.
Hurra!

Galerie des Grauens Nr.2 - Das Vermächtnis des Prof. Bondi


Hossá! Lange gewartet, endlich da!
Der zweite Film der Reihe (kommt offiziell nächste Woche raus) ist bei mir eingetrudelt. Review folgt in Kürze.
Außerdem steht schon das Cover für den im September erscheinenden dritten Teil "Auf U-17 ist die Hölle los" fest. Flatschenfrei mit Wendecover. Hurra!
Außerdem veröffentlich Koch diesen Monat 3 tolle Filme in ihrer neuen Monster Classics Serie. "Die Rache des Ungeheuers" von 1955 der zweite Teil von Creature from the Lagoon von Jack Arnold. "Der Schrecken schleicht durch die Nacht" von 1958 (beide in der Jack Arnold Box bereits erschienen) und der dritte Film, ein bisher unveröffentlichter, "Der unsichtbare Agent" von 1942.
Alle mit Wendecover und in schwarz weiß!