Mittwoch, 10. Februar 2010

Post - Rock/Hardcore/Metal

Weil immer Auf-die-Fresse-Musik auf Dauer anstrengend und bisweilen sogar agressiv macht, was bei diesem monoton-schlechten Wetter ohnehin schon der Fall ist, hier mal ein paar Musikempfehlungen aus der Sparte POST/Ambiente!

Post-Metal:
Neurosis - eine Dekade unterwegs, als finstere Hardcore Punk Band gestartet und dann in Richtung Sludge und Drone verändert. Heute klingen sie progressiv und aufgeräumt. Tausendsassa Scott Kelly ist mittlerweile solo unterwegs, aber auch bei der Allstar Band Shrinebuilder (die ebenfalls sehr gut ist).
Die letzten beiden Alben "The Eye Of Every Storm" und "Given To The Rising" sind Monolithen im Spektrum der Gitarrenmusik und gehören in jede Plattensammlung. Vor allem auch deshalb, weil man eigens einen Mann für´s Visuelle im Boot hat.
Der Mann heißt Josh Graham und ist nicht nur für die Gestaltung der Alben, sondern auch für Videoclips bei Liveshows verantwortlich. Wie das aussieht, sieht man hier.
Bei Neurosis zelebriert man das große Ganze, bei dem die Musik zwar einen großer Teil ausmacht, aber eben doch durch wichtige Elemente ergänzt wird. Kann man eigentlich immer hören, sollte es aber schon am Stück tun, weil man so doch viel mehr entdeckt. Einfach genaus wie mit der Crack The Skye von Mastodon umgehen! Die wächst bei mir immer noch, wahnsinn!

Post-Hardcore:
In Deutschland gibt es ein Kollektiv, das sich ebenfalls über die Zeit selbst gezähmt hat. Die Rede ist von der Band The Ocean aus Berlin.

Ist die Konzeptplatte Fluxion (Thema Wasser) noch recht robust, krude und metal drauf, regiert auf Aeolian (Thema Luft) noch immer der Prügel, aber es schleichen sich schon ein paar facettenreichere Instrumente in den Sound ein. Fluxion hat man vor Kurzem auch direkt mal neu aufgenommen. Vorteil: viel mehr Druck und der neue Sänger passt auch etwas besser.
2007 geht dann aber mit dem Album Precambrian ein absolutes Mammutprojekt an den Start. Leute, wer versucht sich denn schon an der Vertonung der Erdentstehung? Jeder erdgeschichtlichen Epoche ist ein Song gewidmet. Insgesamt sind das 14 Lieder auf 2 CDs in einem schmucken Digipack. Die erste Hälfte ist natürlich reichlich heftig und roh, aber im Statherium wird es dann richtig entspannt. Da kommen dann etliche Streichinstrumente, Klavier etc. zum Einsatz. Ganz großartiger Stoff, der einem idR Metalfan (überfordern dürfte) da vor den Latz geknallt wird. Da bölkt ja auch niemand mehr in´s Mikro, sondern "singt" tatsächlich. Mensch, Mensch!

Im März kommt das neue Album, natürlich ebenfalls ein Konzeptalbum, "Heliocentric". Neues Thema ist das Heliozentrische Weltbild und seine Wirkung auf das christliche Abendland. Zur Platte gibt es eine Trailerseite mit kurzen Songanspielern. Noch mehr Gastmusiker sind dabei und von Gitarre oder Metal ist nicht mehr viel übrig. Trotzdem sehr entspanntes Zeug und in Kombination mit Artwork und Texten sicherlich wieder was ganz feines.
Sollte das noch nicht genug sein? Nö, sagt das Ocean Collectiv und haun im Oktober direkt noch eine Platte raus. "Anthropocentric" wird es heißen und sich um Kreationismus und modernem religiösem Fundamentalismus drehen.
Geil 2010!

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