Donnerstag, 11. März 2010

First Man Into Space (Rakete 510 - 1959)

Und der nächste von Richard Gordon produzierte Science-Fiction-Augenschmaus mit Marshall Thompson in der Hauptrolle, der in der Reihe "Galerie des Grauens" an den Start geht.
Wie "Fiend without a Face" kommt "First Man Into Space" von Metro-Goldwyn-Mayer, kurz MGM (ihr wisst schon, die mit dem Löwen in der Titelsequenz).
Zu Beginn des Films werden wir erstmal darüber aufgeklärt, wie man in den 50ern überhaupt in den Weltraum gekommen ist. Mit Raketen, die aus einem Flugzeug ausgeklinkt werden. Aha!
Es wird uns die Geschichte zweier ungleicher Brüder erzählt. Von Dan, dem Draufgänger, der "schon immer auf den höchsten Baum klettern wollte" und John (im Klappentext allerdings als Chuck bezeichnet?), dem Kontrollfreak. Beide verdienen beim Militär in der Raumfahrtabteilung ihre Brötchen.
Die Rakete 509 wird von Dan gesteuert, während John auf der Erde bleibt und ihm über Funk Befehle erteilt. Dan ballert also schön mit Mach 2,5 auf dem Tacho gen Weltraum, wird ordentlich durchgerüttelt und kommt irgendwo bei Albuquerque wieder runter. Was macht er als erstes nach der Landung? Dem geliebten Fräulein Wellington, deren Schönheit leider reichlich beschränkt ist, einen Besuch abstatten. Bruder John regt sich natürlich unglaublich darüber auf und erteilt dem Weiberhelden Stubenarrest. Allerdings ist das Pentagon so begeistert vom ersten Testflug, dass es sofort mit Rakete 510 weiter machen will. Tja, dieses Mal geht nicht alles so glatt. Dan hat kein Bock auf Kontrolle, schießt bis 400´000 m in den Weltraum und hat folglich keinen Kontakt mehr zur Basis. Zu dumm, dass da grade eine Meteorstaubwolke im Weltraum rumschwirrt und ihn volle Breitseite erwischt.
Kurze Zeit später meldet sich der Bauer Sanchez bei der Polizei. Seine liebe Kuh namens Klara wurde einfach so abgemetzelt. Außerdem sterben immer mehr Menschen auf seltsame Art und Weise!
John ist allerdings ein Fuchs und bemerkt schon bald, dass an den Opfern Glitzersternenstaub zu finden ist. HA! Völlig überraschend stellen wir also fest, dass Dan (der Draufgänger) sich in ein hässliches und verkohltes Weltraumsteinmonster verwandelt hat und nun seinen Schabernack mit der Bevölkerung von New Mexico treibt.
Er macht sich erstmal auf den Weg zur nächsten Blutbank, räumt alles leer und schlägt gleich noch alles kurz und klein. Warum? Weil er kann!
Danach schnappt er sich einen Jeep und ballert mit 180 zur Geliebten zurück. Dafür, dass seine Motorik beim normalen Gehen total spastisch aussieht (ungefähr wie ein Monster von Frankenstein mit 2 Promille), hat er einen verdammt ruhigen Fahrstil als Steinmonster. Respekt! Ok, er nutzt die volle Breite der Straße, aber mit Klumpfuß muss das einfach drin sein.
Naja, irgendwie kommt einem die Story ja etwas bekannt vor. Bei den Quatermassfilmen geschieht ganz Ähnliches. Aber das ist gar nicht weiter schlimm. Was den Film nämlich so besonders macht, ist der hohe Härtegrad und die damit einher gehende Zerstörungswut, die unser Weltraummonster an den Tag legt. Von Langeweile keine Spur! Sogar ein Fünkchen menschliche Empathie steckt immer noch im Monster und so baut sich gegen Ende eine emotional herzzerreißende Spannung auf - könnte man sagen, wenn der Film nicht seine trashigen und damit unfreiwillig komischen Elemente zu bieten hätte! Ha ha!
Die Make-Up-Effekte sind wirklich gut (vermutlich gibt es deshalb auch das Monster häufig und lange zu sehen - löblich!) und es wird uns sogar eine halbwegs spannende Verfolgunsjagd geboten. Mein lieber Scholli!
Auf jeden Fall ein super Film, der formschön in die Reihe der Galerie passt! Leider kein Audiokommentar vom dynamischen Duo dabei, aaaaber vom ebenfalls geschätzte Herren "Dr. Horror" Giesen. Begleitheftchen mit stimmungsvollem Text von Ingojira Strecker und Aushangfotos des Filmes ist natürlich auch dabei.
Soweit zum aktuellsten Monsterflick der Galerie des Grauens. Es bleibt dabei, kein Ausfall bis dato bei der Auswahl der Filme.
Wir sind gespannt und harren der wunderbaren Dinge, die da noch kommen mögen.

1 Kommentar:

  1. Die Reihe der evtl Anwärterschaft auf einen Platz in der "Galerie des Grauens" (ist sicher auch doppeldeutig :) ) kann ohne Frage endlos fortgeführt werden, da die Filmindustrie ja seit Jahrzehnten ein besonderes Gespür für Trash aller Arten hegt. "Rakete 510" ist ein gelungenes Beispiel und eine dankenswerte VÖ !

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