Mittwoch, 17. März 2010

Lesbian Vampire Killers (2009)

Sprechen wir heute mal über einen modernen Film, der sich mir als britische Horrorkomödie vorstellt. Vollmundig werden Vergleiche mit Shaun of the Dead gezogen und eines direkt vorweg: an dessen Thron wackelt dieses kleine Filmchen kein bisschen.
Aber, was auch gesagt werden muss, der Film hat durchaus seinen Charme. Die Einstiegssequenz verursachte bei mir allerdings noch Bauchschmerzen, da die mittelalterliche Vampirefluchstory sehr dilletantisch umgesetzt wurde.
Aber sobald der Film richtig beginnt, kann man sich entspannt zurücklehnen und einen gelungenen Film genießen.
Die Story ist ziemlich banal und relativ dämlich. Die beiden Kumpels Fletch (der Dicke) und Jimmy (der Angsthase) treten einen Wanderurlaub in einem verlassenen Kaff (Cragwitch) irgendwo im Osten Englands an. Beide sind Singles und treffen auf eine Gruppe von heißen jungen Mädels, die erstmal in Zeitlupeneinstellung dabei gefilmt werden, wie sie lasziv über den Holzlattenzaun turnen. Man weiß als Zuschauer nicht so recht, ob man das nett oder doch schon zu dick aufgetragen findet.
Nach einer Panne der Mädels stoßen die Jungs zu ihnen und gemeinsam machen sie sich auf den Weg zur verlassenen Hütte im Wald.
An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Kulissen sehr schön und atmosphärisch sind. Es wird auch mit der Nebelmaschine nicht gegeizt und die Hütte ist in bester Evil Dead Tradition gestaltet.
Die Vampire klopfen dann auch schon bald an die Tür, wohlgemerkt lesbische Vampire (der Sinn, außer einen witzigen Titel zu haben, erschließt sich mir jedoch nicht vollständig) und mischen den Laden auf. Das Ziel von ihnen ist es, ihre Obervampirin wieder zum Leben zu erwecken. Dafür benötigen sie das Blut von Jimmy und einer Jungfrau, die sich glücklicherweise unter den Mädels befindet.
Brüste werden in der Folgezeit blank gezogen, es gibt Blödelhumor und Slapstick, aber auch eine Handvoll Splattereinlagen. Die haben mir dann aber besonders gut gefallen, da die Vampire kein Blut in sich haben (was eigentlich ziemlich eigenartig ist), sondern beim Kopfabschlagen eine riesige Fontäne spermaähnlichen Sekretes absondern. Ein netter Einfall, der witzig umgesetzt wurde. Zum Waffeninventar gehören Äxte, Schwerter, Schaufeln und mit Weihwasser gefüllte Kondome.
Bemerkenswert, dass die Einführungsphase tatsächlich so kurz gehalten wurde und der "Actionteil" bereits nach gut 30 Minuten beginnt. Längen hat der Film dadurch jedenfalls keine.
Der Humor ist manchmal ganz witzig und man ertappt sich dabei, herzhaft zu lachen. Allerdings ist auch die Hälfte einfach nicht lustig. Der typische britische Humor, der Shaun of the Dead ausgezeichnet hat (weil er lustig UND geistreich war), kommt hier leider nicht so sehr auf.
Der Showdown dagegen ist wieder sehr gelungen und man merkt, dass sich die Leute ins Zeug gelegt haben.
Unterm Strich bleibt ein kleiner kurzweiliger B-Film, der Spaß macht (mit einem Kasten Bier in geselliger Runde diesen sicherlich noch potenziert), aber nicht sehr innovativ ist. Man sieht ihm stellenweise das geringe Budget an, aber er wirkt nicht wirklich billig (außer zu Beginn).
Der Genrefan darf also bedenkenlos zugreifen.
Es ist erfreulich, dass solche Filme überhaupt noch gedreht werden und ihr Publikum finden, obwohl Zombiehorrorkomödien ja grade so en vogue sind.
Die deutsche Veröffentlichung kommt mit einem über ein blaues Amaray gestülpten Schuber daher. Wobei auf diesem leider ein aufgedruckter Flatschen (FSK Logo) prangt. Das Coverblatt der Dvd selbst kann man Wenden und so das unschöne Logo unsichtbar machen.
Als Extras gibt es einige nette Featuretten.
Wohl bekomm's.

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