Sonntag, 28. März 2010

The Plague Of Zombies (Nächte des Grauens - 1966)

Jawohl, es wird wieder gehammert! Der erste Zombiefilm aus den legendären Hammer Studios, der sogar noch vor Romero´s Night of the living Dead gedreht wurde.
Er diente etlichen Death Metal-Kapellen der 80er als Inspirationsquelle (u.a. Death Breath) und unter anderem deshalb war ich natürlich sehr gespannt, was die Briten uns mit diesem Filmchen hier kredenzen.
Also ab mit der Schutzfolie und rein in die Filmabspielhardware, die direkt mal Zicken macht und sich weigert. Nach kurzem Zwiegespräch, Überredungskunstanwendung und der Macht der Gewalt gibt der Panasonic dann nach und spielt bereitwillig die neueste (viel zu teuer erworbene) Scheibe aus der Anolis Hammer Editionsreihe ab.
Was wir sehen, kommt uns sogar bekannt vor. Nach kurzer Recherche erhärtet sich der Verdacht. Ein Teil der Sets (u.a. die Dorfkulissen und das Herrenhaus) haben wir schon im formidablen The Reptile aus dem gleichen Jahr bestaunen können. Wir fühlen uns also schon richtig heimisch im schönen Ländchen.
Die Geschichte ist schnell erzählt. Wir lernen den chauvinistischen (im Verlauf des Filmes aber dann doch ganz sympathischen) Professor Forbes von der University of London und seine süße Tochter kennen. Der Professor erhält ein Schreiben eines ehemaligen Studentens, der seine Hilfe in einer mysteriösen Epidemie ersucht. In dessen kleinem Dorf sterben immer mehr Minenarbeiter auf unerklärliche Weise und die Bevölkerung bringt ihn selbst damit in Verbindung.
Wie praktisch, Töchterchen hat dort sowieso noch Bekannte und schon sind sie mit einer Kutsche in Richtung Cornwall unterwegs.
Auf dem Weg begegnen die beiden einer Gruppe von rowdyhaften Reitern, die sich auf der Fuchsjagd befinden. Weil Fuchsjagd nicht in Ordnung ist und irgendwie redneckhaft, bringt Töchterchen die Schurken auf eine falsche Spur, so dass sie deren Gram später auf sich zieht.
Im Laufe des Filmes lernen wir noch den Polizeihauptmann kennen, der in The Reptile der Barkeeper war und sich erneut sehr kooperativ zu unseren Protagonisten verhält. Seine Kneipe gibt es aber immer noch im Film zu bewundern und der Professor aus London spendiert dort den Einheimischen auch erstmal ein Freibier, um deren Wohlwollen zu gewinnen. Was allerdings nur sehr eingeschränkt funktioniert.
Ein fieser Lord treibt außerdem noch seine Spielchen und hantiert mit Voodoo und seinen (zum delirierenden Trommeln verdammten) schwarzen Sklaven herum.
Der Film ist unglaublich engmaschig gewoben und weiß es zu jeder Zeit, den Zuschauer zu fesseln. Die Geschichte ist durchaus intelligent umgesetzt und beweist einmal mehr, dass es seinerzeit noch möglich war, kritische Blickwinkel in einen Horrorfilm zu integrieren.
Die Schauspieler überzeugen komplett und die Sets treiben immer noch ob ihrer einzigartigen Schönheit Tränen in die Augen. Meinetwegen hätte man noch 10 Filme damit drehen können!
Auch die Pyroeffekte und Make Up-Gestaltung der Zombies müssen wegweisend gewesen sein!
Den Hammer Studios ist es gelungen, neben den Viruszombies, das, ohne viel verraten zu wollen, Genre des Voodoozombies zu etablieren, welches momentan, soweit ich das sehe, sehr ins Stagnieren gekommen ist.
Der Film macht Spaß und sollte in jeder Horrorfilmsozialisation thematisiert werden.
Achja, wir haben hier wieder einen Farbfilm, der die hammertypische Farbgebung aufweist und somit die Szenerie fast hypnotisch auf die Netzhaut brennt.
Ich ziehe, wie so oft, meinen Hut und empfehle dieses Goldstück jedem horroraffinen Humanoiden mit Nachdruck.

1 Kommentar:

  1. Ach, wären doch alle Zombiestories mit einer kleinen Geschichte ausgestattet...

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