Donnerstag, 22. April 2010

Science Fiction Buchtipp: Sinobara von Thomas K. Reich

Dem Nostalgiekurs auf ganzer Linie folgend, habe ich in diversen Bücherkisten auf Flohmärkten und in Second Hand-Läden gekramt und ein gar zauberhaftes Kleinod entdeckt, das ich an dieser Stelle vorstellen möchte. Eine SciFi-Novelle aus der Deutschen Demokratischen Republik! Obacht! Wer hätte das gedacht? Ich zugegebenermaßen nicht. Das knapp 200 Seiten umfassende Büchlein ist allerdings auch nicht so unglaublich alt, wie man denken könnte. Bereits 1986 brachte der Verlag "Das neue Berlin" die utopische Erzählung als Taschenbuch heraus.
Die Geschichte ist relativ simpel gestrickt, aber verspricht schon zu Beginn sehr viel. Der Planet Sinobara soll von den Menschen erschlossen werden. Aus diesem Grund errichtete man die Basisstation Terra 3, die sich zukünftig autark versorgen soll. Man vermutet auf Sinobara Kohlevorkommen (sic!) und entsendet einen Trupp unterschiedlichster Forscher, um danach zu suchen. Der fremde Planet ist in 3 Klimazonen unterteilt, die es so auch auf der Erde gibt. Zum einen findet man dort eine Eiswüste, aber auch Sandwüsten und einen (300km breiten) modderigen Urwald. Der erste Expeditionstrupp verschwindet auf mysteriöse Weise in Letzterem spurlos. Eine zweite Mannschaft macht sich ein Jahr später auf den Weg und entdeckt in der Waldregion bei einer Bohrung vorzügliche Kohle. Aber was geht dann ab????

Gespickt ist die Erzählung mit zahlreichen ulkigen Dialogen und bisweilen ganz brauchbaren Landschaftsbeschreibungen. Für Spannung und etwas Überraschung ist ebenfalls gesorgt.
Im Prinzip ist es das perfekte Sommerurlaubsbuch. Einfach den Liegestuhl auf den Rasen rausgestellt, ein kühles (Dosen) Bier an die Seite gelehnt und bei strahlendem Sonnenschein in diesem wenig anstrengenden und kurzweiligen Schmöker versinken.
Das Buch bekommt man bei den üblichen Verdächtigen (Amazon, Booklooker) für´n Appel und´n Ei, so dass man nicht viel falsch machen kann.
Zu viel sollte man von dem Büchlein allerdings auch nicht erwarten. Eine schöne, zeitgenössische SciFi-Novelle. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Kommentare:

  1. Tatsächliche gab es eine große SF-Szene in der DDR. Ich empfehle mal Klaus Frühauf.

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  2. Sehr cool! Ich hab jetzt noch eine ungarische SciFi Anthologie aus der gleichen Buchreihe ergattert und bin ziemlich gespannt!

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  3. Falls Du noch mehr interessante Sachen suchst,ich rezensier mich grad durch die DDR-Science Fiction in meiner Sendung: phantastika.mespotine.de

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