Donnerstag, 27. Mai 2010

Comicempfehlung Chew (Image Comics)

Der amerikanische Comicverlag Image ist ja dafür bekannt, sehr kreative Comics an den geneigten Leser zu bringen. Mit "Chew" hat John Layman (u.a. Planetary) eine absolut großartige Serie erschaffen, die skuril, lustig, aber auch ernst ist und ein riesen Potential besitzt. Die Zeichnungen und die Kolorierung stehen der inhaltlichen Stärke in keiner Weise nach und sind wirklich super.
Aber worum geht es eigentlich?
Tony Chu ist ein Polizeibeamter mit einer besonderen Fähigkeit. Er ist Cibopathic.
Das heißt, er sieht vor dem geistigen Auge die Geschichte seiner Mahlzeit. Isst er einen Apfel, so sieht er den Baum, an dem eben dieser wuchs. Isst er ein Steak, wohnt er unter anderem der Schlachtung bei. Isst er Lachs, den schwimmenden...ok, ich denke, wir haben das Konzept verstanden.
Nur, wenn Tony Rote Beete schlemmt, finden diese Effekte, warum auch immer, nicht statt. Er ist also Cop und kann sozusagen in die Vergangenheit schauen. Dann liegt es natürlich nahe, von den Toten zu naschen, um so klären zu können, wie sie gestorben sind.
Bäm! Jetzt wird es eklig.
Denkt man! Aber durch den cartoonhaften Zeichenstil wird diese delikate Angelegenheit in dem ohnehin sehr locker leicht gehaltenen Konzept verdaulich transportiert. Also Entwarnung für alle zartbesaiteten Leser (die es hier auf dem Zombiebunker sowieso nicht geben dürfte).
Eine weitere interessante Begebenheit ist, dass in "Chew" ein striktes Huhnverbot herrscht und es sogar eine eigene Polizeieinheit gibt, die sich um Chickenjunkies kümmert. Der Verzehr steht unter Strafe, da es in der Vergangenheit eine extreme Pandemie der Vogelgrippe gegeben hat, die Abertausende Unschuldige dahinraffte.
Es entwickelt sich allerdings trotz der geschürten Angst eine richtige Delikatessenszene, bei der Hühnchenspezialitäten als Droge der Wahl an der Spitze stehen.
Das klingt alles ziemlich verrückt (ist es auch), aber aus diesen thematischen Eckpfeilern (es gibt auch leichtbekleidete Russinnen nur in Unterwäsche und Schapka) entspinnt sich eine spannungsgeladene Geschichte voller Twists und Plot Points.
Wer wirklich guten Humor zu schätzen weiß, der sollte auf jeden Fall zum Trade greifen. Aktuell sind 10 Ausgaben der Serie erschienen und im August wartet schon Trade Nummer 2 auf seine Veröffentlichung.
Erfrischend anders und originell. Gerne mehr davon.

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