Montag, 3. Mai 2010

Frankenstein's Daughter (Frankensteins Tochter - 1958)

Es ist wieder so weit! Neuer Monat, neuer Galerie des Grauens Film! Nummer 8 trudelte heute bei mir via Hermes ein und so schickte ich mich an, hinab in die Untiefen des Trash und B-Filmes zu klettern, um diese Perle zu begutachten.
Eines vorweg: der Film war mir mal wieder komplett unbekannt und ich habe darauf verzichtet, mir Trailer oder Informationen darüber im Vorfeld anzuschauen.
In der ersten Einstellung verfolgen wir ein Liebespärchen. Nachdem er in sein extrem lässiges Cabrio gestiegen ist, legt sie eine erstklassige B-Movie-Scream-Queen Darbietung hin. Durch die Nacht schleicht nämlich ein verdammt hässliches Weib mit schiefen Zähnen und Theo Waigel Augenbrauen!
Der Zuschauer ist noch recht irritiert ob der Figurenkonfiguration, wird aber schon bald in die Geschichte eingeführt.
Wir haben da Suzie und Trudie. Trudie lebt bei ihrem Onkel, einem verrückten Wissenschaftler, der außerdem noch Oliver Frank (von Suzie liebevoll "arroganter Fatzke" genannt) als Assistenten und einen ziemlich retardiert wirkenden Gärtner angestellt hat. Suzie ist ihre beste Freundin, der sie dummerweise ihren Freund ausgespannt hat.
Schnell fällt auf, dass der Gärtner und der Assistent einen reichlich zwielichtigen Eindruck machen. Letzterer versucht seine selbstgemixten Gebräue bei Trudie an die Frau zu bringen, was die grotesken Veränderungen ihres Äußeren zur Folge hat. Schon bald stellt sich heraus, dass Mister Frank (der Assistent), nicht nur Mister Frank ist, sondern das dies nur sein absolut brillianter Tarnname ist! In Wirklichkeit heißt er nämlich, Obacht, Mister Frankenstein und entstammt der Dynastie von besessenen Wissenschaftlern. Es reicht ihm nun nicht mehr, seine Mixturen nur an Lebenden auszuprobieren. Tote Materie muss her, vor allem ein Kopf! Nachdem er bei Trudie wenig Chancen hat, versucht er bei der naiven Blondine Suzie sein Glück. Diese ist für seine stümperhaften Anmachen relativ empfänglich, da sie glaubt, Trudie damit eins auszuwischen.
Der Knaller ist aber die Tatsache, dass Mister Frank im Haus seines Chefs (dem Onkel) ein Geheimlabor errichtet hat! Wer weiß denn heute noch, was sich in jedem Zimmer seines eigenen Hauses befindet? Peanuts!
Das klingt alles vielleicht wenig spannend, ist es auch nicht unbedingt, aber trotzdem ist und bleibt der Film absolut sehenswert. Die schön im Hintergrund knisternde deutsche Synchronisation sorgt für die nötige Authentizität, die beiden hübschen Frauen für die Ästhetik und auch das Bild ist für das Alter des Filmes gestochen scharf. Es ist ein sehr interessanter Beitrag zur Frankenstein Thematik, der mal nicht im viktorianischen, sondern im Zeitalter von Rock´n Roll und Pomadenhaar spielt.
Wer jetzt noch nicht restlos überzeugt ist, dem seien nun schlagkräftige Argumente vorgestellt: Badekappen, von innen beleuchtete Swimmingpoole, Badekappen! und 1,8m hohe Bettpfosten!
Außerdem spielt eine absolut großartige 50er Jahre Kapelle auf, als der liebe Onkel Trudie dazu überredet, doch mal eine Party für ihre Freunde zu schmeißen. Die Titel der Band werden sogar ausgespielt und man bekommt einen Eindruck davon, wie die damalige Generation so richtig abgerockt und die Sau raus gelassen hat.
Das Monster Make-Up ist relativ trashig gehalten und lässt auf ein recht geringes Budget schließen. Trotzdem gibt der Film auf der Schlussgeraden noch mal richtig Gas und zeigt uns die schon aus dem Trailer der Galerie zu bewundernde "schmelzendes Gesicht"-Szene plus nette Pyroeffekte.
Es ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, auch nicht in seinem Genre, und der Film krankt leider auch etwas an seinen Längen, aber nichtsdestotrotz schenkt er uns eine sehr zeitgenössische Geschichte, die durchaus zu unterhalten weiß, so dass man sich einige Male dabei ertappt, wie die Mundwinkel unwillkürlich in die Höhe schnellen.
Das dynamische Duo Kessler und Strecker steuerte ebenfalls wieder den obligatorischen Audiokommentar hinzu, welcher mir zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch unbekannt ist. Außerdem gibt es noch die original US-Fassung als Bonus dazu und etliche andere Extras (Super 8, Normal 8 usw.).
Die DVD ist also mal wieder randvoll gepackt und jeden Cent wert.
Anolis liefert, wie immer, perfekte Arbeit ab! Ich freue mich schon jetzt auf den Audiokommentar und die Zeit, die ich mit der Veröffentlichung verbringen werde. Als kleine Randnotiz sei noch schnell erwähnt, dass bei ICatcher mittlerweile 5 der 8 Filme ausverkauft sind und auch bei Frankensteins Tochter nur noch wenige Exemplare lieferbar sind, also schnell sein!

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