Samstag, 26. Juni 2010

Doghouse (UK - 2009)

Hach ja, die Leute von der Insel haben es immer noch drauf. Nach Genreklassikern wie "Shaun Of The Dead" (2004), "Severance" (2006) oder "Lesbian Vampire Killers" (2009), legt ein bekannter Name nach und schenkt uns eine spritzige Horrorkomödie nach feinster britischer Art.
Jake West hat erneut auf dem Regiestuhl Platz genommen und nach seinem großartigen Low-Budget-Streifen "Evil Aliens" (2005) diese Ode an die Männerfreundschaft gedreht.
Die Exposition fällt wenig überraschend knapp aus, da der Film generell wenig Handlung benötigt, um in Fahrt zu kommen. Dadurch ist er zwar sehr kurzweilig, aber dafür niemals langweilig.
Eine Bande mehr oder weniger domestizierter Männer versucht Vince, einen aus ihrer Mitte, nach seiner Scheidung aufzuheitern. Mikeys Oma ist auf einer Kreuzfahrt und so beschließen die Jungs, in Omas kleines Dörfchen Moodley einzuchecken und richtig einen drauf zu machen.
In dem verschlafenen Kaff, wie sollte es anders sein, läuft allerdings irgend etwas verdammt schief. Nirgendwo sind andere Exemplare der Gattung Mann zu sehen. Vom weiblichen Geschlecht dagegen scheint es schon nach kurzer Zeit zu wimmeln, nur haben diese leicht kannibalistische und anarchistische Züge.
Dumm für die Männer, also bewaffnen sie sich mit Golfschlägern (und Golfbällen) und gehen auf die Horde wildgewordener Frauen los. Hört sich natürlich alles sehr platt an, ist es auch, aber diese Art von Film muss eben auch genauso sein!
Was dieses Werk also auszeichnet, sind keineswegs die Story oder irgendwelche Innovationen. West ist Traditionalist, kennt das altehrwürdige Rezept für einen guten B-Movie Horrorstreifen mit viel Humor und verfeinert ihn mit einer Detailverliebtheit, die schon fast obsessiv wirkt. An jeder Ecke baut er erfrischende und wirklich komische Ideen ein, so dass der Genrefan innerliche Luftsprünge macht. Wo bekommt man denn bitteschön zu Flammenwerfern umgerüstete Supersoaker Wassserpistolen zu sehen oder ein ferngesteuertes Auto mit einem abgetrennten Kopf als Ablenkungsmanöver geboten?
Zuletzt habe ich dieses Phänomen bei den beiden Grindhousefilmen "Planet Terror" (2007) und "Death Proof" (2007) erlebt. An etlichen Stellen wird auf Horrorikonen rekurriert, werden Versatzstücke alter Klassiker modern interpretiert und extrem amüsante Sprüche geklopft. Dazu kommt die absolut erhabene Inszenierung, die ein wunderschönes Set im kleinen englischen Dörfchen Moodley hat. Außerdem sind die Make Up Effekte großartig umgesetzt. Die zu Zombies gewordenen Frauen sehen nicht nur äußerst gelungen unappetitlich aus, auch die bloße Anzahl und deren detailiertes Make Up beeindrucken ungemein. Vor allem, wie kreativ dort kleine Rollen (die korpulente Redneckfrau, die Frau mit den Scherenhänden, die Schlachterin, die Zombieomi mit ihrer Gehhilfe) erarbeitet wurden. Einfach erfrischend für den von schlechten Horrorkomödien gelangweilten Genrefreund.
Die "Kills", ein zentrales Element, werden routiniert in den Film integriert und mit netten Einfällen gespickt. Sie sind blutig, aber nicht zu sehr in den Fokus gerückt, so dass der Film nicht zu einer bloßen Splatterorgie verkommt. West macht alles richtig, kratzt am Thron von "Shaun Of The Dead"und platziert sich knapp darunter.
Wie auch schon bei "Evil Aliens" schafft West perfekt, die Balance zwischen Komik und Horror zu wahren. Der markante schwarze Humor sorgt also für genügend Arbeit der Lachmuskeln! "Doghouse" bietet sich zudem für einen Filmabend in geselliger Runde regelrecht an.
Wer gerne absolut solide Genrekost mit grandiosen Einfällen und dem verrückten Danny Dyer sieht, kann problemlos zugreifen. Fans werden ohnehin im hochfrequenten Takt belohnt!
Bleibt an dieser Stelle zu hoffen, dass er dem Genre treu bleibt und noch fleißig weiter arbeiten wird, denn diese Frische und Liebe zum Detail tun der etwas angestaubten Horrorkomödie sehr gut.

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