Dienstag, 1. Juni 2010

Hörspielempfehlung: Aliens in Raven Rock

Ok, jetzt wird es extrem trashig und nostalgisch. Schon das Cover wirkt irgendwie billig und altmodisch. Trotzdem, oder vielleicht auch grade deshalb, habe ich mir dieses vor 10 Jahren produzierte Hörspiel für kleines Geld geschossen. Eigentlich gehört es einer wohl ziemlich schnell wieder eingestellten Hörspielreihe an, aber ausnahmsweise hat mich hier nicht die Komplettistenkrankheit befallen und ich verhalte mich strikt selektiv! Obwohl, bei so klingenden Titeln wie "Der Blutfluch", "Der Kopf, der weiterlebte" oder "Panik im Horror-Labor" könnte ich schon wieder schwach werden.
Relativ skeptisch habe ich das gute Stück auf meinen Laptop gezogen, von diesem wierderum auf meinen Ipod und es mir im Sessel gemütlich gemacht. Draußen wurde es dunkel und der Regen prasselte gegen die Fensterscheiben. Die Anfangsmusik ertönt und erzeugt direkt ein wohliges Gefühl, in der Zeit locker 50 Jahre zurück katapultiert worden zu sein. Da stört es auch gar nicht, dass einer der Sprecher einen richtig assi Ruhrpottdialekt hat. Denn erstens ist die Atmosphäre großartig und zweitens stirbt er schon nach wenigen Minuten, oder etwa doch nicht?
Nach diesem kurzen Schock befinden wir uns in einem Dodge auf dem Highway 77. Die 2 Freundinnen, Jodie und Kim, sind auf dem Weg nach Raven Rock, um mal wieder etwas auszuspannen. Raven Rock ist eine trostlose Kleinstadt in West Virginia, die voller Farmer und Hillbillies ist (YEAH!). Im kleinen Kaff angekommen, machen sie sich auf den Weg zur alten Bäckerei, in der Jodie als Kind oft war und entdecken eine tote Frau auf dem Fußboden. Die gesamte Stadt scheint ausgestorben zu sein, nicht mal der Sheriff ist in seiner Polizeistation anzutreffen. Dann sehen sie auch noch irgendwelche merkwürdigen Dinger! Zum Glück hat Onkel Josh ein paar Gewehre im Schrank!
Wenn das nicht die absolute Knallerstory ist, dann weiß ich auch nicht.
Das Hörspiel kommt mit relativ wenig Sprechern, die ihre Sache verdammt gut machen, aus und ist glücklicherweise nicht mit Effekten überfrachtet worden. Dadurch ist es immer locker und bisweilen auch ganz spannend. Zwischen den einzelnen Szenen gibt es trashige und dudelige Musikeinsprengsel, die gut zur Geschichte und dem Ambiente passen. Das US-Kleinstadt-Feeling kann sich unter diesen Umständen bestens entfalten und man ist schon fast traurig, wenn der letzte Track endet.
Mal im Ernst, das Teil hat das Potenzial, zu einem absoluten Klassiker in meiner Sammlung zu avancieren, weil es einfach so herrlich zeitlos ist und es versteht, Versatzstücke aus 50er Jahre B-Filmen in dieses Hörspiel zu transportieren. Großartig!
Für den geneigten Hörer, der sich bedingungslos für diese Art von Geschichten begeistern kann, definitiv Pflicht!

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