Donnerstag, 15. Juli 2010

Slugs, muerte viscosa (Slugs - 1988)

"First they got into the watersystem. Now they´ll get into your system. They ooze, they slime, they kill!"
Endlich mal wieder ein prächtiger Tierhorrorstreifen aus den guten alten 80ern. Slugs, schleimige Schnecken schlabbern über schummrige Schauplätze mit schön viel Splatter. Hurra. Das Teil wollte ich mir schon seit sehr langer Zeit besorgen, aber an indizierte Filme kam man seinerzeit nur schlecht oder überteuert heran. Jetzt hat es zum Glück geklappt und ich konnte mir endlich den wohlverdienten Schneckenhorror geben.
Die Geschichte ist aus dem Handbuch für Tierhorrorfilme entnommen. Eine Kleinstadt, komische Chemikalien im Abwasser und eine Tierart, die darin mutiert. Fertig ist der B-Movie.
Die Figuren sind alle sehr klischeehaft. Da hätten wir den coolen, neugierigen aber besonnen zu Werke gehenden Protagonisten, der Gesundheitschef in dem kleinen Kaff ist. Den Kanalarbeiter, der allerdings erst zum Showdown wichtig wird (wichtig in einem Tierhorrorfilm: Showdown in einem Bergwerk oder einer Kanalisation!).
Eine alkoholverlotterte Blondine, die ihrem Gatten einen Schneckensalat zubereitet. Ein Arsch von einem Sheriff und einen Wissenschaftler an der Highschool, der sich mit Schnecken auskennt.
Die Geschichte ist vorhersehbar, aber trotzdem extrem unterhaltsam. Dies liegt allerdings auch daran, dass man mit Kunstblut und Würmergetier bei den Tötungsszenen nicht wirklich geizt. Außerdem fällt eine sexsüchtige Tochter in erzkonservativer Rache nackt in ein Meer von fleischfressenden Schnecken.
Ein kleiner Tipp: man achte auf die Filmmusik in den Autofahrtsequenzen!
Der Film gibt sich Mühe, einen Bogen zu spannen und die verschiedenen Szenen sinnvoll in die Handlung zu integrieren.
Vor allem aber der Abschluss geht voll auf die Zwölf. Es wird einfach ALLES in die Luft gejagt. Man hat das Gefühl, dass der Pyrotechniker sich förmlich in Rage gearbeitet hat, weil wirklich gut 4 Minuten am Stück Explosionen an allen Ecken und Enden gezeigt werden. So waren die 80er.
Richtig fiese Frisuren gibt es obendrein auch noch zu bewundern und eine Halloween Tanzparty im Freien.
Slugs ist auf jeden Fall ein absolut großartiger Beitrag zu einem von mir sehr verehrten Subgenre des Horrorfilms.
Die DVD, in meinem Fall die Special Edition von Cine Club, hat ein sehr gutes Bild und eine schöne 80er Jahre Synchronisation. Neben einer fast 10-minütigen Einführung gibt es auch noch eine Filmbesprechung als Extra uuuuund einen ganzen Sack voll bescheuerter Tierhorrorfilmtrailer.
Mal ehrlich, was für absolut schlechte Filme es noch so gibt...ich hätte es ja nicht ahnen können, aber mein Wunschzettel ist um ein beachtliches Ende angewachsen.
Satte 35 Minuten grenzdebile Filmideen bekommt man da vor den Latz geknallt. Da hätten wir Killerhunde, aber auch Killerpolypen, Killerpiranhas, Killerwürmer, KillerHASEN, Mörderbienen und der absolute Oberknaller: Killeraffen! "Monkey Shines" (1988) unbedingt anschauen. Ein querschnittsgelähmter Mann bekommt einen Affen an die Seite, der ihm zur Hand geht. Aber bald schon fallen der Affe und sein Herrchen dem Wahnsinn anheim. Knaller!
Ja, schon allein diese kongenial trashig absurde Trailershow würde den Kauf rechtfertigen.
Der Trailer von Slugs selbst ist allerdings auch extrem genial!
Heiße Kaufempfehlung!

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