Dienstag, 17. August 2010

Audiokommentatoren der Extraklasse: Christian Keßler, Ingo Strecker und Robert Zion - eine kleine Liebeserklärung

Nachdem der erste Teil der Galerie des Grauens beendet wurde und das bange Warten auf die Rückkehr im letzten Quartal 2010 begonnen hat, möchte ich an dieser Stelle die Zeit ein wenig Revue passieren lassen. Da ich mir jüngst mal wieder den exzellenten Audiokommentar von Ingo Strecker und Christian Keßler zum großartigen Titel "Frankenstein's Daughter" (1958) anhörte, kam ich nicht drum herum, endlich ein Loblied auf die dreifaltige Phallanx des deutschen Audiokommentars im Phantastischen Film zum Besten zu geben.
Um die Geschichte zu beginnen, muss ich allerdings schon etwas früher ansetzen, denn meine erste Begegnung mit Herrn Keßler ist bereits etwas älteren Jahrganges. Das genaue Datum, ja nicht einmal das Jahr, lässt sich heute noch rekonstruieren, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich zutiefst beeindruckt war. Es handelt sich um ein legendäres Interview, das er mit der ebenso legendären Musikkapelle "Sons Of Tarantula" bestritt. Band und Interview haben mich seinerzeit zutiefst verstört, so dass sich der Name in mein Gedächtnis einbrannte. Im Laufe der Zeit setzte ich mich dann auch mehr mit dem Medium Film und seinen vergangenen Epochen auseinander, kaufte Zeitschriften, unter anderem auch die sehr zu empfehlende Genrefilmgazette Splatting Image (durch die ich z.B. erfuhr, dass es so obskure Streifen wie "Edward mit den Penishänden" gab), in der der Herr vorzügliche Artikel veröffentlichte (vor allem der Artikel "Heroin in Strampelhosen - italienische Superhelden im Einsatz" hat mich sehr begeistert). Außerdem verfasste Herr Keßler im Laufe der Jahre Bücher über z.B. den italienischen Horrorfilm ("Das wilde Auge") oder Spaghetti-Western ("Italo-Western-Lexikon").
Bei etlichen Veröffentlichungen (z.B. "Horrorsex im Nachtexpress" (1980) oder "Die Toten Augen des Dr. Dracula" (1966)) zeigte er sich zudem zuständig für großartige und geistreiche Booklettexte. Wer das Glück besitzt und einen Wohnsitz im Ruhrpott sein eigen nennt, hat zudem die Möglichkeit, an dem geheimnisvollen Film Club Buio Omega (wer wissen möchte, worum es sich bei diesem Club handelt, wird sich nach Betrachtung dieses Videos 100% illuminiert fühlen!) teilzunehmen und so von seiner offensichtlich engagierten Beteiligung zu profitieren. Dass es dabei höchst amüsant zugeht, kann man sich anhand dieser Ansprache verdeutlichen. Ich hoffe, dass die Dokumentation über den Club noch irgendwann das Licht der Welt erblicken wird!!!
Nicht nur in den Audiokommentaren beweist der junge Herr mit einer engelsgleichen Stimme seine Sangeskunst, auch mit Stromgitarrenbegleitung unterhält er die Massen und begeistert.
Sir Ingo Strecker trat ebenfalls früher in mein Leben, allerdings hatte hier die erste Begegnung einen klassisch-cineastischen Hintergrund. Wie viele natürlich wissen werden, ist er nebst Dr. Whogen und Molotto als Ingojira für die Monsterfilm-Ressource im deutschsprachigen Internet Monstrula verantwortlich. Die Seite ist ein schier unerschöpflicher Pfuhl des wahren Filmgeschmackes mit Aushangmaterial, Informationen über längst vergilbte Monsterzeitschriften und vielem mehr. Daher ist es umso berdauerlicher, dass sie seit einigen Jahren brach liegt. Allerdings ließen die Monstrulogen verlauten, dass bereits an weiteren Besprechungen gearbeitet wird. Ein Besuch der Seite sei auch hier noch einmal jedem Genrefreund ans Herz gelegt. Wer gerne noch mehr von Ingo Strecker lesen möchte, dem sei von mir sein phantastisches Buch "Haben Sie jemals von Kong gehört? Die Filmprojekte des Willis H. O'Brien" empfohlen.
Auch mit dem Namen Robert Zion verbinde ich zu allererst das Medium Film. Mir fiel mehr durch Zufall ein bemerkenswertes Buch über den großartigen Schauspieler Vincent Price namens "Die Kontinuität des Bösen. Vincent Price in seinen Filmen" in die Hände, auf dessen Cover sein Name in großen Lettern prangte.
Diese drei Filmgelehrten haben uns über ein Jahr mit liebevoll inszenierten Audiokommentaren verwöhnt und engagieren sich, damit auch das deutschsprachige Publikum in den Genuss von Filmperlen und anständigem Hintergrundwissen kommt.
Man könnte die Audiokommentare selbst Sternstunden der Unterhaltung nennen, da sie durch die lockere Art in Kombination mit dem eigenwilligen, aber stets hochgradig ansteckenden Humor versehen sind.
Zum Abschluss nun noch eine kleine, aber vermutlich unvollständige, Auflistung der Filme, denen ein Audiokommentar der Trinität beigelegt wurde:
In diesem Sinne: Salom meine Herren, solange Sie weiterhin in der deutschen Filmszene so aktiv sind, ist ein Florieren und Gedeihen garantiert! Ich hoffe, Sie bleiben uns noch erhalten, bis Sie alle alte Oppa Lochers sind!

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