Dienstag, 10. August 2010

The Brain From Planet Arous (Die Augen des Satans - 1957)


Salom, Salom meine Damen und Herren. Hier sind wir wieder.
Nach dem Double Feature und gleichzeitigen Abschluss der ersten Box, habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge den letzten Teil der jetzt schon legendären Galerie des Grauens geschaut.
Die Box ist voll und so wirklich mag man es nach über einem Jahr gar nicht fassen. Im Juni 2009 habe ich den ersten Film "The Crawling Eye" (1958) der Galerie des Grauens hier in diesem Blog besprochen. Die Reihe war auch irgendwie Anlass, das Projekt hier zu starten und den Menschen da draußen feine Filme, die leider viel zu wenig Beachtung bekommen, näher zu bringen. Die Herren von Anolis haben uns nicht nur ein Juwel unschätzbaren Wertes beschert, mit diesem Mammutprojekt hat man etwas völlig Einzigartiges geschaffen. Monat für Monat wurden wir mit Genrefilmen in liebevollster Aufbereitung verwöhnt. Nur ganz selten kam es zu Verzögerungen, was im Hinblick auf den großen Aufwand, den Anolis zu stemmen hatte, einfach beeindruckend ist. Vielen Dank dafür!
Doch widmen wir uns nun "The Brain From Planet Arous"!

Zwei Wissenschaftler begeben sich auf den Weg zum völlig überhitzten Mistery Mountain, da sie eine schwankende radioaktive Strahlung messen und deshalb reichlich pikiert drein schauen. Einer der Wissenschaftler ist die Genreikone John Agar, der bereits in Filmen wie "Zontar The Thing From Venus" (1965) , "The Mole People" (1956) oder "Revenge Of The Creature" (1955) mitspielte.
Agar beginnt sofort, auf diesem mysteriösen Berg extrem zu transpirieren, während sein Sidekick lieber das Hemd aufknöpft und die Brust frei legt. Mit Geigerzähler (in diesem Fall ist es ein minimal modifizierter Fön) machen sich die beiden auf die Suche nach der unbekannten radioaktiven Quelle.
In einer abgelegenen Höhle treffen sie auf unerklärliche Lichtblitze, die sich als ein Geistergehirn aus dem Weltall entpuppen, welches auch sogleich Besitz von Agars Körper ergreift und den Kollegen gepflegt röstet. Ziemlich blöd für Letzteren.
Zurück in seinem Labor findet Agar (oder viel mehr das Geistergehirn) seine Geliebte plötzlich ziemlich scharf und er beginnt sie stürmisch zu begrüßen. Auf dem Heimatplaneten gibt es offensichtlich keine andere Gehirne, die wenigstens sekundäre Geschlechtsmerkmale aufzuweisen haben.

Die Gefährtin fristet im Übrigen ein ziemlich tristes Dasein. Im Gegensatz zu anderen frechen und durchaus selbstbewussten weiblichen Hauptdarstellerinnen in Monsterfilmen, hat sie eine ziemlich unterwürfige Rolle übernommen. Ihr bleibt wenig Spielraum, intervenierend zu handeln oder die Geschicke der Protagonisten in irgendeiner Form zu beeinflussen. Stattdessen hält sie sich an ihren "Paps" und erkundet mit ihm die mysteriöse Höhle aus der, nach dessen Wiederkehr, ihr Mann mit so seltsamen Verhaltensweisen kam. Auch die beiden stoßen auf ein Geistergehirn. "Paps" erste Reaktion, nachdem ihn das Gehirn anspricht, ist "Wer sind Sie? Was wollen Sie?". Hey, wer würde ein riesiges Gehirn von einem fremden Planeten nicht siezen? Man weiß ja schließlich nicht, ob es feindlich gesonnen ist und dich bei unhöflichem Benehmen nicht auf der Stelle röstet!
Überhaupt sind die, zumindest in der deutschen Synchronisation, Dialoge zwischen Erdlingen und Weltraumgehirnen sehr amüsant!
Wir haben es jedenfalls mit 2 Gehirnen zu tun. Ein gutes und ein böses Zerebrum. Beide sehen allerdings völlig identisch aus und haben einen ziemlich zugedröhnten Schalfzimmerblick.
Das Böse befindet sich mittlerweile im Körper des Wissenschaftlers March (Agar), während sich das gute Hirn einen ziemlich ausgefuchsten Wirt sucht: einen HUND (George)! Im weiteren Verlauf des Films werden wir auch noch erkennen, dass es sich nicht um irgendeinen Hund handelt, nein...es ist ein Rüde!
Der Hund hat übrigens schon vor der Inbesitznahme durch den fremden Außerirdischen etwas gegen den besessenen Dr. March und greift ihn ziemlich spektakulär an!

In dem Streifen gibt es wirklich viele Landschaftsaufnahmen und einiges an Außenhandlung. Die Leute sind des Öfteren damit beschäftigt, sich durch Steinbrüche und Höhlen zu kämpfen. Auch das Personal bleibt nicht im einstelligen Bereich. Wenn man bedenkt, dass dieser Film eigentlich nur eine Auftragsarbeit für das Drive-In Kino ist. Faszinierend.
Die Geschichte weiß zu gefallen, ist sehr straff erzählt und enthält wenig Längen.
Der Showdown ist, wenn auch unblutig, sehr interessant inszeniert. Das Gehirn materialisiert sich endlich und wir sehen, dass es an Angelsehne durch das Laboratorium dirigiert wird.
Macht aber gar nichts, denn die Tricktechnik bleibt in diesem Streifen weitestgehend ungenutzt. Ein Effektfeuerwerk, wie es bei "Fiend Withouth A Face" (1958) der Fall war, sollte man also nicht erwarten.
Bis auf die wirklich fiesen pechschwarzen Kontaktlinsen, die Agar sich auf seine Glotzer kleben muss, bleibt die Trickkiste ungenutzt. Wie der Audiokommentar verrät, sind diese nicht im geringsten mit dem vergleichbar, was man heute Kontaktlinsen nennt und es erklärt, weshalb der gute Agar bisweilen großen Tränenkanalausfluss zu verzeichnen hatte.
Überhaupt ist der Audiokommentar von Monstruloge Ingo Strecker und Filmuniversalgelehrtem Keßler superb. Während im Hintergrund Polizeisirenen durch die Straßen jagen, lassen sich die beiden nicht beirren und nehmen weiter todesmutig mit Nerven aus Stahl den Audiokommentar auf. Selbst kostspielige Ausflüge in finstere Höhlen hat man nicht gescheut. Ja, zum Abschluss der Galerie hat man sich einige Schmankerl einfallen lassen. Eine sprechende Spielzeuggiraffe gehört ebenfalls dazu, wie auch Schlumpfknisterpulver!
Das Bild ist unglaublich scharf und niemand mit klarem Verstand würde den Film bis zurück in das Jahr 1957 datieren. Wie auch, bei diesen gestochen scharfen Aufnahmen? Einfach herrlich!
Und was den Drehbuchautoren betrifft, da bringen es die beiden Audiokommentatoren auf den Punkt "...der [Drehbuchautor] wenig gemacht hat und das, was er gemacht hat, war schlecht".
Trotzdem kann dieses großartige Gehirnmonsterhorrorabenteuer über die gesamte Länge begeistern, durch tolles Bild und geniale Features.

Abschließend kann man sagen: ein wahrhaftig würdiger Abschluss der ersten Box.
Ich verneige mich zutiefst vor allen involvierten Menschen und bedanke mich für die vielen amüsanten und beeindruckenden Stunden mit der Galerie des Grauens.
Dieses Kleinod ist so sicher einzigartig und ich wünsche Anolis mit der zweiten Box alles nur erdenklich Gute.
Ich hoffe, mit meinen Besprechungen konnte ich wenigstens ein kleines Rädchen im Uhrwerk dieser phänomenalen Veröffentlichung sein.
Der Zombiebunker dankt.

1 Kommentar:

  1. Heißa, "die Augen des Satans" haben uns (endlich) berührt und einen tiefen Einblick in das Leben und das tiefgründige Schaffen einiger Erdenbewohner gegeben. Sollten die VÖ von Anolis weiterhin mit einer solchen Qualität an liebevoller Aufmachung, klassischem Artwork und wunderschönem Bonusmaterial, dann werde ich mir schon mal vor der VÖ der 2. Staffel die dritte wünschen !

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