Freitag, 6. August 2010

Jaws (Der weiße Hai - 1975)

Wie im Ausblick "Fischgeschichten" schon auf die kommenden Veröffentlichungen im Aquahorror hingewiesen wurde und sich eine kleine Themenverschiebung andeutete, möchte ich so langsam nach den Italowochen, die Tierhorrorwochen auf dem Zombiebunker einläuten (keine Angst, es wird auch weiterhin Italobesprechungen geben!).
Den Anfang macht der Tierhorrorklassiker, der vermutlich in seiner Intensität und Großartikeit niemals übertroffen wird.
JAWS!
Ich muss zugeben, dass ich Jaws erst sehr spät für mich entdeckt habe und sich die Sichtungen auf zufällige Aufeinandertreffen im Nachtprogramm der Privatsender beschränkten.
Als "Fischkopp" hatte der Unterwasserhorror, wie ich bereits schrieb, stets eine besondere Faszination ausgeübt und man möge es mir glauben oder nicht, aber es trug sich bei den spontanen Begegnungen zwischen mir und dem Hai niemals zu, dass ich das Original, den allerersten Teil von Jaws, zu Gesicht bekam.
Dementsprechend ehrfürchtig war ich bereit, eine hohe Summe für eine gebrauchte DVD mit der Original Kinosynchronisation auszugeben. Denn hier muss man obacht geben: nur die Anniversary Collector's Edition hat die alte Synchro!
Die beiden Special Editions und die 30th Anniversary Collector's Edition sind mit einer wohl professionellen Neusynchronisation versehen, in der aber die nervtötende Synchrostimme von Eddy Murphy ihr Unwesen treibt. Zum Glück blieb mir dieses sicher haarsträubende Erlebnis erspart.
Aber kommen wir zurück zur Ehrfurcht.
Die glitzernde DVD Scheibe behutsam in den Schlitz eingeführt, die Luft angehalten und gestaunt.
Ein absolut scharfes Bild flimmert vor meinen Augen und man sieht wunderschöne Aufnahmen von einem kleinen Fischerdorf auf einer Insel. Roy Scheider als Chief Brody macht eine gute Figur, kommt sehr charismatisch rüber. Dem gegenüber der schleimige und korrupte Bürgermeister, der durchtrieben von Geldgier über die Feiertage die Strände trotz Haialarm nicht sperren lassen will.
Natürlich fordert das Biest immer mehr Opfer und der gute Brody wird von einer Mutter für den Tod ihres Kindes angeschnarrt.
Man ist ziemlich schnell im Film drin und wird nicht zuletzt durch die wirklich tollen Einstellungen und Bilder gepackt.
Als nächstes tritt der damals noch junge Jungspund Richard Dreyfuss als Meeresbiologe Matt Hooper auf. Der schneidige und bärtige Bursche wächst einem sofort ans Herz und vor allem sein vernunftbeseeltes Handeln kann den Grimm über die Affen von der Verwaltung schmälern. Nummer 3 im Männerclub ist der alte Seebär Quint, gespielt von Robert Shaw. 3 Männer begeben sich auf die Reise, auf eine kräftezehrende und ungewisse Jagd nach dem großen Weißen.
Das sind echte Männer! Aus Shaws wettergegärbtem Gesicht meint man pures Testosteron fließen zu sehen. Dreyfuss mit seiner unbedarften und humoristischen Art sorgt zunächst für Hengstbissigkeit, die sich aber schon nach ein paar Schnäpsen einstellt. Spätestens, als sich die 3 ihre Narben zeigen und Quint über seine Kriegsvergangenheit berichtet, ist der echte Mann im Innersten berührt und bewegt. Das schweißt zusammen, das hält die Bande!
Drei Männer, ein Boot, ein Hai!
Die Angriffe des Hais sind absolut authentisch und durch die unglaublich großartigen Effekte aus dem Jahr 1975 extrem beängstigend. Bei jeder Attacke fühlt man praktisch physischen Schmerz!
Ohne weiter viele Worte verlieren zu wollen: Jaws ist ein absolutes Meisterwerk und gehört in jede(!!!) Filmsammlung.
Allein welche Rezeption der Streifen in der Popkultur erlebt hat, die markante musikalische Untermalung. Wenn es Horrorfilmschulen gäbe, Jaws wäre die Fibel aus der 1. Klasse.
Also meine lieben Leser und Leserinnen, ran an den Speck, solange es die Originalfassung noch zu erschwinglichen Preisen gibt.

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