Sonntag, 8. August 2010

Red Water (2003)

Ja, es gibt sie noch. Diese kleinen Filme, die einem das geben, was man von ihnen erwartet.
Zuletzt konnte dies im Tierhorrorbereich der jüngeren Vergangenheit nur Frankenfish. Umso glücklicher war ich, als der Abspann lief und ich endlich wieder sagen konnte "Ja, ich habe gerade einen echt guten modernen B-Movie Tierhorrorstreifen gesehen!"
Dabei sah es zu Anfang noch gar nicht so sehr nach einem Knaller aus. Eingangs sieht man nämlich einen eher schlecht animierten Hai durch das Bild huschen und zu allem Überfluss spielt Rapperniete Coolio (der irgendwann in den 90ern mal populär war) auch nocht mit.
Ok, dann muss man einfach durch. Das hier ist schließlich nicht "Deep Blue Sea" und der Coolio nicht LL Cool J (warum müssen sich Rapper eigentlich immer diese grenzdebilen Namen ausdenken?).
Coolio begnügt sich jedenfalls mit einem absolut lächerlichen Kostüm und einer völlig bescheuerten Frisur. Sein "Schauspiel" trägt dann auch mehr zur Belustigung, als Dramaturgie bei. Wie es sich für "Gangster" gehört, fuchtelt er auch schnell mal mit der Knarre rum und hält sie natürlich stylish schräg! Puhh.
Gut, dass der alte Lou Diamond Phillips die männliche Hauptrolle übernimmt. Sie kennen ihn vielleicht aus Genrefilmen wie "Bats - Fliegende Teufel" (1999) oder "Route 666" (2001).
Die Geschichte dreht sich jedenfalls um eine korrupte Ölbohrfirma, die im ländlichen Nationalpark nach Öl sucht und einen Hai, der Geist der Ahnen, der dort "spukt". Außerdem gibt es da noch die Gangster, die ganz in der Nähe nach einen Schatz tauchen.
Im Verlauf des Films gefällt die Story richtig gut und die Umsetzung lässt absolut keine Wünsche offen, denn: der Hai wird bei seinen Attacken nicht animiert!
Auch die Explosionen sind echte und nicht irgendwie aus Polygonen gepuzzelt. Der Hai reißt außerdem auf recht blutige Weise seine Opfer in Stücke. Vor allem die Pfadfinderin, die von einer Brücke geschnappt wird, hat eine großartige Sterbeszene!
Der Showdown ist auch als solcher erkennbar und rundet diesen kleinen B-Film wunderbar ab. Die Drehorte tun dem Film unglaublich gut. Schön anzusehen sind die Sumpflandschaften, die schon etwas Redneckhaftes haben. Bootshäuser, Wasserläufe etc., was schon bei "Frankenfish" so viel Charme versprüht hat, funktionieren hier genauso gut, auch wenn vergleichsweise wenig Handlungsfiguren aus der Region in den Film involviert sind.
Da stört es auch gar nicht, dass absolut jeder, der sich ins Wasser verirrt, sich innerhalb kürzester Zeit eine blutende Wunde zufügt. Aber solche Begebenheiten sind eben auch das Salz in der Suppe eines kleinen B-Filmes.
Eine klare Empfehlung für so viel Mut zur Tradition!

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