Samstag, 9. Oktober 2010

Interview mit dem Label Subkultur Entertainment

Wie im letzten Beitrag bereits angekündigt, stehen die ersten Veröffentlichungen vom deutschen Filmlabel Subkultur Entertainment ins Haus. Aus diesem Grund hat der Zombiebunker dem Labelchef etwas auf den Zahn gefühlt und dabei interessante Informationen zu Tage gefördert. Was sagt Mutti zu den Streifen, wie verrückt sind die Jungs im Tonstudio eigentlich und wie viel Stunden hat ein Tag im Leben eines Labelchefs? Lest selbst!

Zombiebunker: Hallo Subkultur Entertainment. Erstmal vielen Dank für die tollen Projekte, die ihr bereits angestoßen habt. Seit Monaten verfolgen wir ja schon die Entwicklungen und warten ganz gespannt auf das Endergebnis. Wie kam es dazu, dass ihr euch gesagt habt "Hey, wir gründen ein Label und bringen alte Nischenstreifen darauf raus"? Wie viele Leute sind überhaupt in Subkultur Entertainment involviert?

Subkultur Entertainment: Wir haben zu danken, dass du dich für unser Label interessierst und uns diese Fragen stellst. Um dir die Historie zu erklären, wie es dazu kam, muss etwas ausgeholt werden. Angefangen hat alles 2005 mit "Resurrection Pictures" und dem Release von Larry Cohens "THE STUFF-ein tödlicher Leckerbissen" (1985) und dem geplanten Crime-Klopper "Eiskalte Typen auf heissen Öfen" (1975), der ja leider nie veröffentlicht wurde. Das war alles just for fun und sollte keine regelmäßige Sache werden. Da aufgrund des Bootlegs zu "Eiskalte Typen auf heissen Öfen" und des internen Problems zwischen "Resurrection Pictures" und "Digitalmotion" die Lust erstmal weg war, kam nichts mehr. Alle Beteiligten gingen getrennte Wege und weitere Projekte wurden nicht mehr realisiert, was eigentlich schade ist aus heutiger Sicht, da noch einige schöne Dinge auf dem Schreibtisch lagen.
Erst 2008 kam die Idee wieder auf, irgendein Projekt zu machen, aber es sollte was ganz kleines werden. Das war dann das Repack von "Planet Saturn lässt schön grüssen" und quasi die Geburt von SUBKULTUR-ENTERTAINMENT. Damals hat man nicht geplant, überhaupt wieder eigene Sachen zu produzieren. Durch den Erfolg der Repacks konnte man aber gut sehen, wie sich langsam etwas entwickelt und die Lust auf eigene Sachen stieg, da Repacks nicht unbedingt Dinge sind, mit denen man sich rühmen kann. Was sollte man tun? In geselliger Runde und einer Kiste Bier entstand die Grindhouse Collection, eine totale Schnapsidee im Suff sozusagen, die aber bei allen Anwesenden Interesse weckte. Nun sind wir so weit, dass aus Spaß Ernst wird...
Subkultur ist eine reine Ein-Mann-Armee. Aus Erfahrung ist zu sagen, das ist so vollkommen richtig ;)
Es wird nur in der "Wir"-Form gesprochen, da einige Leute an den Projekten arbeiten, die Großes leisten. Zum Beispiel die Graphiker oder das Authoring. Daher wäre es etwas unfair, sich das Lob alleine einzustecken und den Rest auszuklammern.

Z: Mit der Grindhouse Collection habt ihr jetzt eine Sammlerreihe mit alten Bahnhofskinostreifen aufgestellt, die so einzigartig in Deutschland ist. Ihr habt euch also erstmal mit Einzelveröffentlichungen auf den Markt vorgetastet, um nun die Box mit Klassikern zu veröffentlichen?

S: Genau, die Repacks waren angedacht als kleines Projekt, um ein bisschen was zu machen. Die Grindhouse Box ist unser Baby. Alle Beteiligten gehen mit sehr viel Herzblut ran. Manchmal fließt so viel davon, dass alle längst tot sein müssten. Die Box als solches war aber von Anfang an geplant und es wurde intensiv nach passenden Filmen gesucht. Das war aber gar nicht so einfach, denn im Gegensatz zu den USA, dem Ursprungsland des Grindhouse Kinos, werden hier viele mit dem Begriff nichts anfangen können. Die meisten kennen ihn erst seit Tarantino, was eigentlich merkwürdig ist, denn viele Filme, die auch hier einen gewissen Kultstatus haben, stammen aus dieser Zeit. Man sieht es ja auch schön an den Reaktionen.

Z: Versucht ihr, mit der Box auch ein wenig die jungen Leute, die durch die Grindhousekinofilme von Tarantino und Co. Interesse an Retrostreifen gewonnen haben, an die Hand zu nehmen und sie tiefer in die Materie eintauchen zu lassen?

S: Wenn uns das gelingt, sind wir froh, es ist aber nicht das Ziel. Es ist aber unverkennbar so, dass vorrangig ältere Leute sich darauf freuen, da sie diese Filme teilweise sogar im Kino sehen konnten. Die Filme sind für jeden, der offen für Neues ist, dabei aber das "Alte" nicht missen möchte.
Von einigen Filmen in der Box existiert teilweise nur noch eine einzige Kopie. Sie wurden außerhalb des Kinos nie wieder ausgewertet, obwohl da ein paar echte Überflieger auf euch zukommen werden. Doch da jeder Film Geschmackssache ist und sich darüber bekanntlich sehr gut streiten lässt, ist der Hintergedanke eher, diese Filme vor der Versenkung zu retten und sie noch mal zugänglich zu machen.

Z: Man merkt bei der Gestaltung, den Extras und dem Konzept, dass ihr keine schnell produzierten Billig-DVDs auf den Markt werfen wollt. Mit Anolis, Bildstörung und Camera Obscura gibt es mittlerweile immer mehr deutsche Labels, die auf Qualität setzen. Habt ihr euch ganz bewusst für diesen, ungleich schwierigeren, Weg entschieden?

S: Leicht kann jeder! Das Schwierige macht ja auch Spaß. Die Recherche nach den Filmen und den deutschen Kopien ist gleichzusetzen mit reiner Sucht. Dennoch kann uns noch niemand mit den von dir genannten Anbietern vergleichen, da wir ja noch in der Beweispflicht stehen. Wir mögen die drei anderen, aber jeder von uns hat sein Steckenpferd. Anolis mit ihren KAIJU DVDs ist einfach unschlagbar. Wir freuen uns auf die kommenden. Camera Obscura hat die Italien Genre Cinema Collection und die italienischen Produktionen sind dort am besten aufgehoben und man merkt, dass die Jungs in ihrem Element sind und da auch richtig aufgehen. Ich denke, da kommt noch einiges. Bildstörung wiederum ist für uns ein Phänomen. Mit ihrer Filmauswahl beweisen sie, dass Deutschland weg vom Einheitsbrei ist und die Filmfans sich auch anderen Dingen widmen. Eventuell auch für uns ein Vorbote, dass die Grindhouse Collection auf Interesse stößt.
Z: Nachdem ihr ja auf der Zielgeraden bei der Produktion von "Astro-Zombies" (1969) seid, ganz ehrlich: habt ihr euch die Arbeit leichter vorgestellt? Welche Stationen von der Idee bis zur fertigen DVD waren die arbeitsintensivsten?

S: Ehrlich gesagt sind wir froh, dass es vorbei ist. Sträflinge im Steinbruch haben ein schöneres Leben, als die Jungs im Studio, die uns die Synchro bearbeiten mussten. Das war auch der schlimmste Teil. Du kannst dir die Schwierigkeiten ungefähr so vorstellen, als wenn du ein Schwimmbecken mit einem Küchensieb leermachen sollst. Es ist einfach kein Ende in Sicht. Und während das Studio Strafarbeit leistete, haben wir uns um das Bonusmaterial gekümmert. Es war eine E-Mail, die ausschlaggebend für die Ausstattung war. Wir wollten einen Trailer lizensieren und bekamen das komplette und wirklich extrem seltene Material dazu. Ab dem Punkt war die Motivation zurück und das Projekt entwickelte sich wieder und machte Spaß.

Z: "Astro-Zombies" ist ja ein ziemlicher Aufhänger in der Box. Niemals auf VHS oder DVD bei uns erschienen. Können wir uns auf weitere Exoten innerhalb der Serie freuen? Wird noch dieses Jahr der zweite Titel der Grindhouse Collection verraten?

S: Wir haben ewig rumgerätselt, welcher Film den Start machen sollte. Ursprünglich war ja "Drakapa" (1970) angedacht, aber aufgrund der niemals enden wollenden Verhandlungen für den deutschen Ton wären wir heute immer noch nicht zum Start bereit. Dann fiel uns "Astro-Zombies" als deutsche Kopie in die Hände und somit war die Entscheidung getroffen. Um den Termin zu halten, wurde die ganze Vorarbeit, für die normal Wochen und Monate gebraucht werden, innerhalb von 6 Tagen durchgeprügelt. Das fing an bei den Lizenzverhandlungen und ging bis zum Abtasten. Es hat aber alles geklappt und ja, es kommen noch Exoten. Mit einem hatten wir selbst nicht gerechnet und der wird ebenfalls noch mal eine immense Herausforderung. Ich möchte behaupten, bei dem steht uns die Prüfung bevor. Aber dazu verrate ich noch nichts weiter. Und ja, die Nr. 2 wird dieses Jahr noch verraten. Es fehlen noch die letzten Details auf dem Cover, aber das wird bald verkündet.
Z: Gab es neben der deutschen Synchronisation von "Dværgen" (1973) noch andere Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Box? Habt ihr jemals Zweifel während des Entstehungsprozesses gehabt, dass die ganze Kiste auch nach hinten los gehen könnte?

S: Es gibt bei solchen obskuren Sachen immer Probleme, jeder Art. Die Synchro für den "Zwerg" ist aber der größte Knaller für uns bisher. Daher wurde die DVD auch erstmal ganz nach hinten geschoben. Wenn es denn endlich geschafft ist, spielen wir bereits mit dem Gedanken, einen Audiokommentar dafür aufzunehmen, um euch mal einen Einblick in diese Odyssee zu geben, denn was da erlebt wird, ist teilweise unvorstellbar.
Natürlich hatten wir auch Angst, der Schuss geht nach hinten los. Immerhin steht da auch eine Existenz auf dem Spiel. Du darfst nicht vergessen, wir finanzieren das alles aus eigener Tasche. Da ist immer Angst dabei, aber der Anfang ist gemacht und die "Astro-Zombies", samt Box, waren innerhalb von 2 Wochen ausverkauft. Das gibt natürlich Kraft für die kommenden Titel, die diesem Film in nichts nachstehen. Es sind sehr gute Titel, die alle ihre Reize haben. Oftmals ist die Synchro der ausschlaggebende Punkt. Die muss man einfach mal gehört haben, um es zu glauben ;)

Z: Der Vorverkauf zum ersten eigenen Titel läuft also prächtig. Wie zufrieden seid ihr bisher mit der Resonanz? Sind die Titel Selbstläufer oder rührt ihr nebenher noch die Werbetrommel?

S: Was man nicht anbietet, kann man nicht verkaufen, daher müssen wir Werbung machen, aber die "Astro-Zombies" haben unsere Erwartungen übertroffen. Es hat sich schon als eine Art Selbstläufer entwickelt. Verantwortlich dafür sind Blogs wie deine, daher auch ein Dankeschön an dich für die Promo und natürlich an alle anderen. Aber deswegen ruhen wir uns nicht aus. Für jeden Titel wird es etwas geben, um ihn euch schmackhaft zu machen. Ich denke mal, vor allem die Trailershows werden einige besonders mögen. Da stecken auch viele lustige Dinge drin, mit denen keiner rechnet.

Z: Kein Problem, solche tollen Projekte unterstützt man gerne!
Wer ist eigentlich für die unfassbar schicke graphische Gestaltung der Box und der Cover zuständig?

S: Das ist Benny von www.benjo-media.com. Er ist für uns eine wichtige Stütze, was man ja auch sehen kann. Wenn es ihn nicht gäbe, wäre es vielleicht nicht so schön. Wir lassen ihm mittlerweile alle kreativen Freiheiten und er kann sich in einem vorgegebenen Rahmen austoben. Das funktioniert auch bestens.

Z: Sobald die Boxen aus dem Presswerk eintrudeln, gehen sie direkt raus an die Shops und Händler oder lagert ihr die bei euch im Hinterhof noch kurz zwischen?

S: Da ja alle verkauft sind, gehen die direkt raus. Umso schneller habt ihr sie bei euch im Player.

Z: Vor wenigen Tagen habt ihr bekannt gegeben, dass ihr eine zweite nummerierte Reihe, die Drive-In Classics", ebenfalls bringt. Welche Idee steckt dahinter?

S: Klassiker reaktivieren. Während der Suche für die Grindhouse Box sind uns so viele Filme angeboten worden, die diese Reihe von selbst entwickelt haben. Es werden viele Schwarz-Weiß-Filme enthalten sein, die hierzulande gnadenlos unbekannt sind, obwohl sie auch hier gezeigt wurden. Auf die Nostalgiker kommen da wirklich Schätze zu. Da sind aber nicht nur s/w-Filme dabei.
Für jede DVD versuchen wir auch Bonusmaterial zu produzieren. Im Dezember z.B. gibt es in LA zwei Tage lang Interviews mit einem sehr bekannten Mann, was aber erst verraten wird, wenn sie abgedreht sind. Ich denke, um die Weihnachtszeit kann das Geheimnis gelüftet werden, bis dahin sollte alles im Kasten sein.

Z: Mit dem ersten Titel, "Gesandter des Grauens" (1957), bringt ihr nun endlich eine Neuauflage der Ostalgica-Veröffentlichung mit der originalen deutschen Kinosynchronisation raus. Wie habt ihr die verschwunden geglaubte Synchro überhaupt auftreiben können?

S: Verschollen war die gar nicht. Das Archiv hat uns für die Grindhouse Box zahlreiche Kopien gegeben und obendrauf einen Katalog. Da stand der drin. Damals hatte aber niemand an den Film gedacht, da wir mit "Astro-Zombies" und den weiteren Titeln zu sehr beschäftigt waren. Als dann so viele Titel entdeckt wurden, haben wir Ostalgica gefragt, ob was möglich ist und die Antwort kennst du ja. Die Zusammenarbeit mit Ostalgica wird auch fortgesetzt...
Z: Mit den beiden Reihen habt ihr ja bereits ein ziemliches Veröffentlichungsvolumen am Start. Kann man sagen, dass ihr damit für die nächsten 2 Jahre gut zu tun habt?

S: Mit Sicherheit. Hoffentlich noch länger. Ok, bei der Grindhouse Box ist nach DVD Nr. 8 Schluss, aber die Drive-In Classics sollen so lange existieren, wie wir dafür Filme bekommen. Momentan haben wir insgesamt 6 Titel dafür und wir verhandeln bereits für ein paar weitere. Natürlich sind deutsche Kopien entscheidend, was am Ende realisiert werden kann.

Z: Sind neben den beiden Reihen noch andere Veröffentlichungen geplant?

S: Natürlich. Siehe z.B. "Zinksärge für die Goldjungen" (1973). Da arbeiten wir mit filmArt zusammen, wobei unser Part recht klein ist. Das wird auch eine Reihe werden, für die bereits Nr. 2 gesichert ist.
Wir haben noch einige Eisen im Feuer, die mit Sicherheit den ein oder anderen erfreuen werden. Doch alles nach und nach.

Z: Welche Filme aus den 30er-80er Jahren haben dich aus heutiger Sicht am meisten beeindruckt? Was für Perlen stehen in deiner privaten Filmsammlung?

S: Das muss man differenzieren. Als Fan sieht man die Filme anders, als aus der Sicht eines Labelbetreibers. Mich können Filme nur noch sehr schwer beeindrucken, besonders dann, wenn eine mögliche Auswertung im Raum steht. Da schaut man auf ganz andere Dinge. Manchmal ist es etwas schade, weil man sich nicht mehr 100% auf einen Film einlassen kann, sondern die anstehenden Kosten vor dem geistigen Auge durchrechnet. Ist es rentabel, ist der Film gut. Ist es das nicht, na ja...
Als Sammler würde ich mich auch nicht mehr bezeichnen. Einen Großteil der Sammlung habe ich verkauft, da es ab einem gewissen Punkt auch an Platz mangelt. Ich habe nur noch die Sachen im Schrank, mit denen ich als Kind aufgewachsen bin und das sind keine großen Würfe. "Scarface" (1983) mit Pacino und tatatataa, "Commando" (1985) mit Schwarzenegger sind aber meine All-Time-Faves, wenn du das wissen möchtest. Der letztere ist nicht originell oder innovativ, aber dafür lustig und immer für einen Lacher gut. Generell erwische ich mich nur noch mit schneller und leichter Kost. Nach täglich 16-18 Stunden Arbeit ist keine Auffassungsgabe mehr da, um einem Film zu folgen. Da liegen dann auch recht häufig doofe Schinken im Player.

Z: Gibt es in Deutschland aus deiner Sicht eigentlich eine deutsche Szene für Grindhouse-/Exploitation- bzw. B-Filme? Hast du ein Programmkino um die Ecke, in dem sich ein Filmclub um die Aufführung seltener alter Streifen kümmert?

S: Szene würde ich das nicht nennen. Die Geschichte wiederholt sich einfach immer wieder. Als Kind fängt man an, Filme zu sehen, die nicht für das Alter freigegeben sind und den Anfang machen die Actionklopper und die Horrorfilme. Später, wenn man älter wird, geht man in der Zeit zurück und bei mir ist es so, je älter ich werde, umso älter werden meine Auswahlkriterien. Das erlebe ich bei vielen Leuten. Und die von dir angesprochenen Genres sind Nischenfilme. Da wird es nie eine großartige Szene geben, schon gar nicht in Deutschland. Das liegt aber in der Natur der Deutschen, erstmal über alles zu meckern, ohne es zu kennen. Ich spreche mich davon auch nicht frei.
Szene würde ich eher einen Personenkreis nennen, der immer im gleichen Atemzug genannt wird. Sei es bei DVD - Veröffentlichungen einige Kommentatoren oder Booklet-Schreiberlinge. Diese Personen halten die Filme auch irgendwie am Leben und die nachfolgenden Generationen bleiben interessiert, was ja auch gut ist.
Programmkinos selbst gibt es hier ja kaum. Es gibt zwei Kinos, die Programm zulassen, das wird aber extern organisiert. Zum einen der Filmclub Bali in Hagen und das Buio-Omega in Gelsenkirchen. Wenn Zeit ist, bin ich da, aber als regelmäßger Besucher würde ich mich nicht bezeichnen.

Z: Ist das Label mittlerweile euer Vollzeitjob oder arbeitet ihr noch nebenher?

S: Schön wär‘s. Nein, es existiert ein normaler 9-to-5-Job. Ohne den ginge es auch nicht und in der schnelllebigen Zeit möchte ich mich nicht auf die Verkäufe verlassen. Wenn es eines Tages so ist, freue ich mich natürlich, aber so wie es jetzt ist, funktioniert es auch.
Leider kreuzen sich beide Sachen und das einzige, was fehlt, ist die Zeit. Der Tag hat nur 24 Stunden und abzüglich des Jobs, dem Schlafen und dem morgendlichen Klogang bleibt manchmal nicht viel übrig, um sich um Subkultur zu kümmern. Deswegen dauert es ja auch immer so lange.

Z: Das Labelforum ist untertitelt mit "Die Filme, vor denen dich Mutti immer gewarnt hat!" Wie findet deine Mutti Subkultur Entertainment? Unterstützt sie dich?

S: Mutti hasst diese Filme. Da gibt es keine Unterstützung, aber das ist vollkommen ok. Meine Familie akzeptiert meine Filmmacke, wünscht mir auch Glück bei allem, was ich mache, aber will damit nichts zu tun haben. Ich glaube auch, die haben ihren DVD-Player innerhalb von 5 Jahren nur einmal benutzt. Wenn der kaputt ist, merken die das gar nicht. Ist aber ok, sie haben andere Interessen und sind immer überrascht, in welcher Güllegrube ich schwimme, um etwas zu bergen.

Z: Wie fühlst du dich aktuell, da der Veröffentlichungstermin immer näher rückt? Kann man sich entspannt zurücklehnen und auch ein bisschen stolz darüber sein, so ein Mammutprojekt gestemmt zu haben, oder ist man in Gedanken schon beim nächsten Titel?

S: Ich fühl mich ruhig und gut, da es ja nun nicht mehr an uns liegt, sondern wir ebenfalls in der Warteschleife stehen. Gedanklich bin ich schon sehr viel weiter, auch die Planungen sind bereits weiter, als es die VÖs sind.
Stolz bin ich auf die Mannschaft, die dieses Projekt durchgezogen hat. Jeder normale Mensch wäre freiwillig lieber in einen Käfig voller wilder Schimpansen gestiegen, als die Synchro immer und immer wieder anzupassen. Das war ein hervorragendes Zusammenspiel und wird auch in Zukunft nicht mehr geändert. Es passt einfach alles ineinander.

Z: Noch ein paar letzte Worte?

S: Obey and buy? Nee, mir fällt nix mehr ein.

Z: Vielen Dank für die ausführlichen Antworten und weiterhin viel Glück und Erfolg bei den Veröffentlichungen! Der Zombiebunker wird natürlich auch in Zukunft seine Leser über Neuigkeiten bezüglich eurer Titel auf dem Laufenden halten!

S: Wehe nicht.

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