Dienstag, 30. März 2010

Anolis kündigt Special Edition von "Blut für Dracula" an

Alle Hammerfreunde werden sich freuen, die diesen großartigen Streifen (und dritten Teil der Hammer Dracula Reihe) in der Hammer Edition nicht mehr bekommen konnten. Momentan geistert der Film mit Preisen um die 60€ und mehr im Internet rum.
Wie Ivo Scheloske von Anolis bekannt gab, haben sie das fehlende Bonusmaterial für eine Special Edition des bereits erschienenen Dracula Films "Dracula: Prince of Darkness" von 1966 erhalten. Angepeilt ist eine Veröffentlichung für August/September, allerdings ist noch nichts fix. Vorerst wird man sich auf die Veröffentlichung der letzten 3 Filme der Galerie des Grauens bis Ende Juni konzentrieren.
Außerdem ist noch eine S.E. vom ebenfalls in der Hammer Edition Reihe erschienenen "Captain Kronos - Vampirjäger" geplant.
Unklar ist, wann die Serie "British Splatter Classics" startet. Die ersten Titel der neuen Reihe sollen "Frankensteins Horrorklinik", "Turm der lebenden Leichen" und "Samen des Bösen" sein.

Montag, 29. März 2010

The Giant Behemoth (Das Ungeheuer von Loch Ness - 1958)

Nach Wochen des Wartens klingelt der Hermesmann an meiner Türe und ich weiß, das kann nur eine Bestellung von ICatcher sein. Voller Vorfreude zerrupfe ich den Karton und berge den kostbaren Inhalt. Das Ungeheuer von Loch Ness, haptisch eine sehr schöne DVD. Das liegt wohl vor allem daran, dass wir hier, obacht!, 2 DVDs im Amaray versenkt haben. Nachdem die Folie entfernt und das Wendecover gedreht ist, ab in den DVD-Player. Es ertönt das obligatorische "Amelia!! Amelia!!" und des Filmfreundes Herz umspült eine wohlige Wärme.
Der Film entführt uns nach Großbritannien, wie der Titel vermuten lässt, allerdings hat er überhaupt nichts mit dem Loch Ness in Schottland zu tun. Wir befinden uns nämlich in Cornwall England. Tatsächlich ist der Titel mal wieder einem kreativen Erguss des deutschen Filmverleihers geschuldet. Die Herren Strecker und Keßler (Salom, meine Herren!) führen uns dann auch noch diesbezüglich in die Topographie Englands ein und belegen anhand von knallharten Fakten, weshalb das Gewässer im Film nicht das bekannte Reiseziel aller Monsterfanatiker sein kann.
Unterschwellig klingt in der Anfangssequenz die Bedrohung der Atomenergie mit, es werden Atompilze gezeigt und ein Professor hält einen aufgeklärten Vortrag über die Risiken (liebe Deutsche Regierung, nehmt euch das zu Herzen!). Der gute Mann hält eine flammende Rede für Vernunft und Besonnenheit im Umgang mit dieser unkontrollierbaren Technologie und gibt uns sogar einen kurzen historischen Abriss.
Tatsächlich war es wirklich so, dass Wissenschaftler bei Atomtests im Bikini-Atoll mit maximal einem Dosimeter ausgestattet das Land nach einer Detonation auf der Insel betraten. Überflüssig zu erwähnen, dass sie kurze Zeit später den Auswirkungen der Strahlung erlagen.
Weitere Personen, die uns vorgestellt werden, sind der zu Beginn dahinscheidende Fischer Tom und seine schöne Tochter Jeannie McDougall. Da wir eine britisch-amerikanische Co Produktion haben, teilen sich die beiden Wissenschaftler die Nationalitäten, wobei der amerikanische im deutschen Ton extrem betrunken rüberkommt. Haha! Nachdem sie von dem Vorfall erfahren, machen sie sich sogleich auf, die Mysteriösitäten zu ergründen. Das Fischerdörfchen ist wirklich ein malerischer Ort mit seinen kleinen verwinkelten Seitengassen. Man riecht förmlich den Fisch auf den Kuttern, während das Wissenschaftlerduo dem Geheimnis auf der Spur ist. Mit Geigerzähler bewaffnet suchen sie den Strand nach radioaktiven Strahlen ab und treffen auf die Tochter des Verstorbenen.
Richtig wissenschaftlich wird es, als Plattfische filetiert und auf Fotoplatten gelegt werden, um deren Strahlung nachzuweisen. Der Film spielt an erstaunlich vielen Handlungsorten und auch das Warten auf das Ungeheuer dauert nicht sehr lange. Dieses ist von Willis O´Brian in Stop-Motion animiert. Viele werden ihn vielleicht durch seine großartige Leistung in King Kong und die weiße Frau kennen. Aber allzu viel vom Streifen will ich auch gar nicht verraten.
Der Film ist temporeich und gleicht einer detektivischen Schnitzeljagd. Wobei stets die absolute Abneigung gegenüber der Atomenergie präsent ist.
Anzumerken ist, dass wir in der längsten Fassung (der amerikanischen) ungefähr 5 Minuten englischen Ton mit deutschen Untertiteln haben. Auf der zweiten DVD sind dann auch noch die englische und deutsche Version des Filmes enthalten. Für alle also etwas dabei. Einen detailierten und bebilderten Schnittbericht findet man hier.
Der Film ist ein absolut würdiger Beitrag zur Galerie des Grauens und bietet richtigen Sehspaß. Er kommt einem so gar nicht B-Movie-esk vor, sondern hat storytechnisch wirklich Qualität. Sicherlich ein Film, den man sich noch einige Male anschauen und immer wieder neue Aspekte entdecken kann.
Auch wenn alle Titel der Galerie unglaublich gut sind, reiht sich The Giant Behemoth ganz weit oben in die Rangliste ein. Ein überdurchschnittlicher Monsterfilm eben.
Die Audiokommentare (Strecker/Keßler + Giesen) sind wie gewohnt liebevoll inszeniert, voller Humor und Informationsgehalt. Das Begleitheftchen ist diesmal sogar etwas dicker und prall gefüllt mit Informationen von Herrn Ingo Strecker (ich hoffe, dass Monstrula bald neuer Inhalt spendiert wird!). Auch wenn es etwas gedauert hat, das lange Warten hat sich gelohnt. Vielen Dank Anolis für diese tolle kleine Perle, die hoffentlich durch die Veröffentlichung mehr Aufmerksamkeit bekommt. Denn die hat The Giant Behemoth definitiv verdient.

The Dillinger Escape Plan - Option Paralysis

Präludium: Als großer Sympathisant der amerikanischen Krachkapelle The Dillinger Escape Plan habe ich mich am Veröffentlichungstag auf die Pilgerreise in den übernächsten Konsumtempel begeben. Es war ein großer Fehler!
Angekommen am Freitag hatte der erste Händler die Scheibe nicht in den Regalen stehen und auch auf Nachfrage konnte man mir kein Exemplar aushändigen. Ok, also den nächsten angesteuert. Leider das gleiche Trauerspiel mit der Option, dass mein heiliger Gral eventuell morgen da sein könnte. Angepisst bin ich abgezogen, um am darauf folgenden Tag früh morgens auf der Matte zu stehen. Natürlich war mein Objekt der Begierde weder bei den Neuerscheinungen zu erblicken, noch in der Metal/Hardcore-Ecke.
In den modernen Musikabspielkästen schnell mal die gesuchte Band eingetippt und erfahren, dass die CD vor Ort ist! Hurra! Außerdem bestand die Möglichkeit, das Album zu hören. Gleich mal auf den ersten Titel "Farewell, Mona Lisa" getippt und mich über die Flutwelle aus atonalen Akkorden gefreut. Hätte ich, wenn nicht eine Frauenstimme durch die Kopfhörer gesagt hätte "Für diesen Titel haben wir keine Audiodatei". Ok, also zur freundlichen Dame hinterm Tresen. "Haben Sie das neue Album der Band "The Dillinger Escape Plan" mit dem Titel "Option Paralysis" vorrätig?" - "Was haben wir?". Ich fange also an zu Buchstabieren "D-I-L-L-I-N-G-E-R" und es scheint zu funktionieren. Nein, doch nicht. "Also, ich habe hier keine neue Veröffentlichung drin." Ich reckte mich bäuchlings über den Tresen und deutete auf den Schriftzug. "Oh, ach die. Moment. Ja, haben wir da. Warten Sie kurz hier, ich geh sie holen. BIRGITT, hast du ...... da? Ne? Gut, ich geh mal hinter."
Nach unglaublich langen 5 Minuten hatte ich das Album dann endlich. Aber irgendwas musste ja noch sein. Was stand da auf dem Preisschild? 19,99€? Was zum Henker...? Vorgestern hat die Scheibe bei Amazon doch grade mal 15,99€ gekostet.
Leute, es kann doch nicht sein, dass der sogenannte stationäre Handel seine Kunden sowas von verprellt. Am Erscheinungstag gibt es die Scheiben nicht und wenn man sie dann endlich erwischt, muss man fast 25% mehr bezahlen?
Ich war mir der katastrophalen Situation des Einzelhandels sehr wohl bewusst und habe deshalb die größte Stadt des Bundeslandes angesteuert, aber mit diesem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet.
Nachdem diese Unwägbarkeiten also gemeistern wurden, kommen wir endlich zur CD selbst.
Ein Konzeptalbum, das sich ganz dem Thema Reizüberflutung widmet, der ich mich unter Dauerbeschallung von allen Ecken im Elektromarkt nur schwer erwehren konnte.
Das Konzept der Scheibe geht über die Musik hinaus und überfordert mich schon vor der ersten Note. Das edel aufgemachte Digipack ist eine Art Puzzle, das ich bis heute noch nicht durchschaut habe. Von 4 aufklappbaren und sich wiederum zweigeteilten Pappblätteren, auf deren Innenseite sich die Liedtexte befinden, wird die CD geschützt. Dabei ist das Artwork wunderbar abgestimmt.Wir sehen stilisierte Augen, Ohren, Hände etc., die stellvertretend für unsere Werkzeuge der Reizaufnahme stehen. Schaut man genauer hin, sieht man, dass jedes Bild aus hunderten kleiner Bilder zusammengesetzt ist.
So viel zur tollen Verpackung, aber jetzt Musik:
1. Farewell, Mona Lisa beginnt gemütlich, allerdings wird schon nach 10 Sekunden der Entspannung infernal unser Gehörgang vergewaltigt. Abgehackte Riffs münden in progressive Gitarrenläufe und Sänger Greg Puciato fängt langsam an, seine seichtere Stimme aufzusetzen, bis nach 2 minuten ein zuckersüßer, poppiger Teil ertönt. Traumhaft ruhig und bisweilen richtig schunkelig geht es zu. Der Kraftakt der Balance zwischen Disharmonie und Melodiösität ist gelungen. Toller Song, der zum Abschluss noch mal ordentlich den Knüppel aus dem Sack holt.
Weiter geht es mit dem frickeligen und etwas sperrigen "Good Neighbor". Das Gaspedal wird durchgetreten, aber analog dazu permanent degressiv gebremst. Das klingt eigenartig, aber auch interessant, bis ab der Mitte des Songs ein arschtightes Rockriff auftaucht und den Song bis zum Schluss durchpeitscht. Großartig!
Im dritten Song wird man dann wieder mit etwas Melodie und einem elegischen Refrain belohnt. Sehr episches Stück, das nach hinten raus sehr zwingend wird und aus der Haut fährt. Wow! Hier muss man wieder mal Parallelen zum NIN Meisterhirn Trent Reznor attestieren.
"Crystal Morning" kommt wieder als Brecher daher und knüppelt direkt nach vorne. Ein Song, der sich außerordentlich gut zum wach werden eignen dürfte. Spätestens nach diesem Lied sind die Haarzellen der Basilarmembran umgepustet.
Auch nicht unbedingt schlecht, denn "Endless Endings" prügelt in ähnlicher Weise auf das Trommelfell ein. Da das Opfer noch vom vorherigen Track sediert ist, gibt es sich willenlos den sonoren Gesangslinien hin.
Mit "Widower" wird dann die Chance zur Regeneration gegeben. Wir lauschen einem Piano und der süßen Stimme des vormaligen Schreihalses. Sehr, sehr kitschig, aber schön. Das Schlagzeug setzt ein und startet einen sehr rockorientierten Teil des Songs mit mehrstimmigem Gesang. Über allem thront das Piano. Der Song wirkt irgendwie aufgeräumt und von Ballast entlastet. Aber am Ende kriegen wir doch wieder die Fresse poliert, bevor es episch und semiorchestral wird. Phantastisch!
"Room Full Of Eyes" bietet wenig Griffiges und versucht sich der Erschließung durch den Hörer zu verweigern. Der insgesamt wohl auch anstrengendste Song. Obwohl die völlig disharmonische Spielweise geradezu hypnotische Wirkung verbreitet.
Nach 2 Minuten wird dann auch der Fuß vom Gas genommen und Puciato beginnt mit extrem verstörenden Gesangslinien.
Spätestens jetzt wäre eine Pause angesagt und man muss die Anlage ausschalten. Also schön raus, eine Runde mit dem Skateboard gedreht und wieder zurück.
Euphorisch auf "Play" gedrückt und der Orkan bricht wieder über das Wohnzimmer herein. "I wouldn´t if you didn´t" verlangt wieder alles vom Hörer ab und man möchte im Kreis springen und seine gesamte Wohnungseinrichtung zerschlagen. Aber dann ertönt ein fragiles Pianotönchen und man setzt sich gespannt hin und lauscht dem ruhigen Geschehen.
Zu "Parasitic Twins" kann man sich dann schön auf dem Sofa lang machen und die Augen schließen. Abgefahrene Schlagzeug/Percussion-Einlagen laden zum Träumen ein, aus denen man jäh gerissen wird. Maschinenratternartiges Drumming lässt den Song im Mitteltempo ausklingen.
Zugabe auf dieser limitierten Edition des Albums ist der Bonussong "Heat Deaf Melted Grill".
Interessant mit Streichern, choralem Gesang und elektronischen Beats. Schöne Mischung zum Abschluss.

Das Album vereint die bekannten Stilversatzstücke der vergangen Alben "Miss Machine" und "Ire Works". Klingt allerdings weniger poppig als Zweiteres und noch brachialer als das Erste. Die Instrumentalfraktion spielt technisch anspruchsvoll und Puciato erreicht ebenfalls immer höhere Dimensionen.
Man hat sich vom Hardcore stetig weg bewegt, obwohl die Gitarren auch heute noch nach seligen "Calculating Infinity"-Zeiten klingen.
Ein absolutes Meisteralbum, dessen labyrinthartige Beschaffung sich gelohnt haben.
Wer aufgeschlossen gegenüber verschiedenen Stilrichtungen und wilden Genremixen ist, sollte definitiv ein Ohr riskieren. Die Jungs können zwar sehr anstrengen, aber belohnen auch immer wieder mit sehr griffigen Singalongs.
Außerdem setzen sie sich fast schon gebetsmühlenartig für Tierrechte (u.a. durch Peta) ein.
Mittlerweile sind sie auch nicht mehr bei Relapse Records, sondern beim französischen Label "Season of Mist" angekommen, auf dem sie ihr eigenes Sublabel "Party Smasher Inc" betreiben.
Wenn man auf deren Seite schaut, wird man ganz gierig, die große Box des Albums zu erwerben, was allerdings an blöden Zahlungsmodalitäten scheitert.

Sonntag, 28. März 2010

The Plague Of Zombies (Nächte des Grauens - 1966)

Jawohl, es wird wieder gehammert! Der erste Zombiefilm aus den legendären Hammer Studios, der sogar noch vor Romero´s Night of the living Dead gedreht wurde.
Er diente etlichen Death Metal-Kapellen der 80er als Inspirationsquelle (u.a. Death Breath) und unter anderem deshalb war ich natürlich sehr gespannt, was die Briten uns mit diesem Filmchen hier kredenzen.
Also ab mit der Schutzfolie und rein in die Filmabspielhardware, die direkt mal Zicken macht und sich weigert. Nach kurzem Zwiegespräch, Überredungskunstanwendung und der Macht der Gewalt gibt der Panasonic dann nach und spielt bereitwillig die neueste (viel zu teuer erworbene) Scheibe aus der Anolis Hammer Editionsreihe ab.
Was wir sehen, kommt uns sogar bekannt vor. Nach kurzer Recherche erhärtet sich der Verdacht. Ein Teil der Sets (u.a. die Dorfkulissen und das Herrenhaus) haben wir schon im formidablen The Reptile aus dem gleichen Jahr bestaunen können. Wir fühlen uns also schon richtig heimisch im schönen Ländchen.
Die Geschichte ist schnell erzählt. Wir lernen den chauvinistischen (im Verlauf des Filmes aber dann doch ganz sympathischen) Professor Forbes von der University of London und seine süße Tochter kennen. Der Professor erhält ein Schreiben eines ehemaligen Studentens, der seine Hilfe in einer mysteriösen Epidemie ersucht. In dessen kleinem Dorf sterben immer mehr Minenarbeiter auf unerklärliche Weise und die Bevölkerung bringt ihn selbst damit in Verbindung.
Wie praktisch, Töchterchen hat dort sowieso noch Bekannte und schon sind sie mit einer Kutsche in Richtung Cornwall unterwegs.
Auf dem Weg begegnen die beiden einer Gruppe von rowdyhaften Reitern, die sich auf der Fuchsjagd befinden. Weil Fuchsjagd nicht in Ordnung ist und irgendwie redneckhaft, bringt Töchterchen die Schurken auf eine falsche Spur, so dass sie deren Gram später auf sich zieht.
Im Laufe des Filmes lernen wir noch den Polizeihauptmann kennen, der in The Reptile der Barkeeper war und sich erneut sehr kooperativ zu unseren Protagonisten verhält. Seine Kneipe gibt es aber immer noch im Film zu bewundern und der Professor aus London spendiert dort den Einheimischen auch erstmal ein Freibier, um deren Wohlwollen zu gewinnen. Was allerdings nur sehr eingeschränkt funktioniert.
Ein fieser Lord treibt außerdem noch seine Spielchen und hantiert mit Voodoo und seinen (zum delirierenden Trommeln verdammten) schwarzen Sklaven herum.
Der Film ist unglaublich engmaschig gewoben und weiß es zu jeder Zeit, den Zuschauer zu fesseln. Die Geschichte ist durchaus intelligent umgesetzt und beweist einmal mehr, dass es seinerzeit noch möglich war, kritische Blickwinkel in einen Horrorfilm zu integrieren.
Die Schauspieler überzeugen komplett und die Sets treiben immer noch ob ihrer einzigartigen Schönheit Tränen in die Augen. Meinetwegen hätte man noch 10 Filme damit drehen können!
Auch die Pyroeffekte und Make Up-Gestaltung der Zombies müssen wegweisend gewesen sein!
Den Hammer Studios ist es gelungen, neben den Viruszombies, das, ohne viel verraten zu wollen, Genre des Voodoozombies zu etablieren, welches momentan, soweit ich das sehe, sehr ins Stagnieren gekommen ist.
Der Film macht Spaß und sollte in jeder Horrorfilmsozialisation thematisiert werden.
Achja, wir haben hier wieder einen Farbfilm, der die hammertypische Farbgebung aufweist und somit die Szenerie fast hypnotisch auf die Netzhaut brennt.
Ich ziehe, wie so oft, meinen Hut und empfehle dieses Goldstück jedem horroraffinen Humanoiden mit Nachdruck.

Montag, 22. März 2010

Repo!l - The Genetic Opera (2008)

Ich war zugegebenermaßen durch den Trailer sehr neugierig und gespannt auf diesen Film. Angekündigt wurde er als blutige, moderne Variante der Rocky Horror Picture Show. Ein Horrormusical also. Bei Sweeney Todd haben mir die Gesangparts nur sehr eingeschänkt gefallen und dort wurden sie nur eingestreut. Bei Repo wird aber den ganzen Film über ausschließlich gesungen. Ob das nicht auf Dauer nervt?
Was jedem vorher klar sein sollte, den Film gibt es nur OmU (Original mit Untertitel)! Eine extra Synchronisation wäre sicherlich für diese Art Film zu teuer gewesen und, wenn man mich fragt, sowieso überflüssig. Trotzdem ist die deutsche Übersetzung nicht immer nah am Original. Man bedient sich aber nicht nur des Musicals, auch eine comichafte Erzählform ergänzt das Stilmittelrepertoir von Regisseur Darren Lynn Bousman (u.a. Saw II,III und IV). Vor allem Origins (Hintergrundgeschichten der jeweiligen Charaktere) werden im Film als bunter Comic präsentiert. Das sieht gut aus und spart Zeit. Allerdings sind die Sprechblasen ziemlich winzig, so dass man dankenswerterweise auf die Untertitelung schielt.
Die Story ist ganz putzig. In einer zukünftigen Welt fällt ein großer Teil der Menschenheit einer Seuche anheim, die nur durch Organtransplantation bekämpft werden kann. Der Organhandel floriert unter der Ägide von GeneCo Konzernchef Rotti Largo (gewollte Analogie zum New Yorker Paten, dem "Teflon Don" John Gotti? - das Buch "Gangland" von Howard Blum über Gotti ist übrigens sehr empfehlenswert!). Ja es ist sogar mächtig chic in der Oberschicht, sich unters Messer legen zu lassen.
Wer die Organzeche bei GeneCo nicht bezahlen kann, wird vom Repo-Man aufgesucht und seiner neuen Innereien entledigt.
Wir verfolgen schließlich die Geschichte der kranken 17 jährigen Shilo, dem Geheimnis ihres Vaters und wie sie in Konflikt mit dem GeneCo Konzern gerät. Dabei fahren wir in einer Gefühlsachterbahn vorbei an Gier, Täuschung, Liebe und Hoffnung.
Der Cast ist ziemlich hochkarätig. Unter anderem sind Anthony Head (der Bibliothekar von Buffy), Bill Moseley (House of 1000 Corpses, The Devil´s Rejects), Paris Hilton (u.a. dummes Blondinchen, aber auch Schauspielerin in House of Wax) und Sarah Brightman (die Opernsängerin) dabei.
Tatsächlich wissen die meisten der Schauspieler versiert mit ihrer Stimme umzugehen und ermöglichen es dem Zuschauer, den Film zu genießen. Der Soundtrack ist ziemlich facettenloser Gothic Rock (am ehesten mit der Band Evanescence zu vergleichen, allerdings nicht ganz so schlecht), passt aber gut zu der Lack- und Lederoptik der Kostüme.
Auch die Beleuchtung und Farbfilter sind analog dazu eingesetzt und unterstreichen die düsteren, aber auch schrillen Bilder .
Der Film befindet sich in einem permanenten Duell mit sich selbst. Es herrscht immer wieder ein Kampf zwischen klassischen Filmelementen und einem auf einer Bühne vorgetragenen Musical, wobei der Film auf eine Art Metaebene verdrängt wird (speziell beim Showdown wird dies deutlich).
Ein wirklich gelungener Film mit guten Schauspielern und soliden Gesangsleistungen. Kann man sich anschauen, wird bisweilen etwas anstrengend, aber definitiv über die Laufzeit des Filmes erträglich.
Ein ambitionierter und mutiger Weg, das Horrorgenre aus seiner konventionalisierten Lethargie heraus zu reißen. Außerdem nett anzuschauen: Paris Hilton rutscht das Gesicht vom Kopf. Olé!
Die Dvd ist relativ schlicht und kommt barebone (kein Booklet etc.), aber immerhin mit Wendecover nach Hause. Es gibt eine Handvoll Features, wobei die Karaoke-Songs eine sehr nette Idee sind.
Für unter 10€ auf jeden Fall einen Kauf wert.
Was mich aber wirklich ankotzt: liebe Filmverleiher, wir sind im Zeitalter der DVD, das heißt: man muss nicht mehr, wie früher bei der VHS, Trailer vor den Film packen! Man kann diese optional im Menu auswählen. Also lasst es, Trailer vor das Menu zu knallen. Das nervt einfach nur immer wieder auf´s Neue!

Mittwoch, 17. März 2010

Lesbian Vampire Killers (2009)

Sprechen wir heute mal über einen modernen Film, der sich mir als britische Horrorkomödie vorstellt. Vollmundig werden Vergleiche mit Shaun of the Dead gezogen und eines direkt vorweg: an dessen Thron wackelt dieses kleine Filmchen kein bisschen.
Aber, was auch gesagt werden muss, der Film hat durchaus seinen Charme. Die Einstiegssequenz verursachte bei mir allerdings noch Bauchschmerzen, da die mittelalterliche Vampirefluchstory sehr dilletantisch umgesetzt wurde.
Aber sobald der Film richtig beginnt, kann man sich entspannt zurücklehnen und einen gelungenen Film genießen.
Die Story ist ziemlich banal und relativ dämlich. Die beiden Kumpels Fletch (der Dicke) und Jimmy (der Angsthase) treten einen Wanderurlaub in einem verlassenen Kaff (Cragwitch) irgendwo im Osten Englands an. Beide sind Singles und treffen auf eine Gruppe von heißen jungen Mädels, die erstmal in Zeitlupeneinstellung dabei gefilmt werden, wie sie lasziv über den Holzlattenzaun turnen. Man weiß als Zuschauer nicht so recht, ob man das nett oder doch schon zu dick aufgetragen findet.
Nach einer Panne der Mädels stoßen die Jungs zu ihnen und gemeinsam machen sie sich auf den Weg zur verlassenen Hütte im Wald.
An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Kulissen sehr schön und atmosphärisch sind. Es wird auch mit der Nebelmaschine nicht gegeizt und die Hütte ist in bester Evil Dead Tradition gestaltet.
Die Vampire klopfen dann auch schon bald an die Tür, wohlgemerkt lesbische Vampire (der Sinn, außer einen witzigen Titel zu haben, erschließt sich mir jedoch nicht vollständig) und mischen den Laden auf. Das Ziel von ihnen ist es, ihre Obervampirin wieder zum Leben zu erwecken. Dafür benötigen sie das Blut von Jimmy und einer Jungfrau, die sich glücklicherweise unter den Mädels befindet.
Brüste werden in der Folgezeit blank gezogen, es gibt Blödelhumor und Slapstick, aber auch eine Handvoll Splattereinlagen. Die haben mir dann aber besonders gut gefallen, da die Vampire kein Blut in sich haben (was eigentlich ziemlich eigenartig ist), sondern beim Kopfabschlagen eine riesige Fontäne spermaähnlichen Sekretes absondern. Ein netter Einfall, der witzig umgesetzt wurde. Zum Waffeninventar gehören Äxte, Schwerter, Schaufeln und mit Weihwasser gefüllte Kondome.
Bemerkenswert, dass die Einführungsphase tatsächlich so kurz gehalten wurde und der "Actionteil" bereits nach gut 30 Minuten beginnt. Längen hat der Film dadurch jedenfalls keine.
Der Humor ist manchmal ganz witzig und man ertappt sich dabei, herzhaft zu lachen. Allerdings ist auch die Hälfte einfach nicht lustig. Der typische britische Humor, der Shaun of the Dead ausgezeichnet hat (weil er lustig UND geistreich war), kommt hier leider nicht so sehr auf.
Der Showdown dagegen ist wieder sehr gelungen und man merkt, dass sich die Leute ins Zeug gelegt haben.
Unterm Strich bleibt ein kleiner kurzweiliger B-Film, der Spaß macht (mit einem Kasten Bier in geselliger Runde diesen sicherlich noch potenziert), aber nicht sehr innovativ ist. Man sieht ihm stellenweise das geringe Budget an, aber er wirkt nicht wirklich billig (außer zu Beginn).
Der Genrefan darf also bedenkenlos zugreifen.
Es ist erfreulich, dass solche Filme überhaupt noch gedreht werden und ihr Publikum finden, obwohl Zombiehorrorkomödien ja grade so en vogue sind.
Die deutsche Veröffentlichung kommt mit einem über ein blaues Amaray gestülpten Schuber daher. Wobei auf diesem leider ein aufgedruckter Flatschen (FSK Logo) prangt. Das Coverblatt der Dvd selbst kann man Wenden und so das unschöne Logo unsichtbar machen.
Als Extras gibt es einige nette Featuretten.
Wohl bekomm's.

Dienstag, 16. März 2010

Weiterer Titel in der Reihe "Rückkehr der Galerie des Grauens": Gigant des Grauens

Anolis hat mittlerweile einen weiteren Titel (neben "The Monolith Monster") der neuen Reihe bestätigt. Bei dem Film handelt es sich um "War of the Colossal Beast" von 1958. Leider hat man wohl keine Lizenz für den ersten Teil "The Amazing Colossal Man" bekommen. Ein Eintrag auf Monstrula.de findet sich hier und der sehr spaßige Trailer hier.
Gestartet wird die Box ab September/Oktober 2010.
Außerdem werden noch weitere Klassiker neben der Galerie veröffentlicht werden.
Wollen wir nur hoffen, dass es die British Splatter Classics dieses Jahr auch noch schaffen. Bei diesem prall gefüllten Veröffentlichungsplan allerdings unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen.

The Abominable Snowman Of The Himalayas (Yeti, der Schneemensch - 1957)

Ok, ich feier hier ja viele Filme ab, die bisweilen recht trashig und für den Normalzuschauer eher ungenießbar sind. ABER: heute besprechen wir ein absolutes Meisterwerk des Genres! Wir treffen 2 bekannte Gesichter des B-Filmes wieder: Forrest Tucker (bekannt aus Cosmic Monster oder unserer geliebten Teufelswolke von Monteville) und der Hammerstar Peter Cushing. "Yeti, der Schneemensch" erfuhr über die Zeit eine rege Rezeption, so rekurriert das Video der Musikgötter Mastodon zu "Divinations" auf diese Perle der Filmkunst.
Die Story ist relativ simpel gehalten. Cushing spielt den hageren Dr. Rollason, der mit seiner Frau Helen in einem Mönchsdorf auf einen Trupp von sich wie Herrenmenschen aufführenden Amerikaner wartet, um sie auf ihrer Suche nach dem geheimnisvollen Yeti zu begleiten.
Der ortansässige Lama hält jedoch noch einige Zwiegespräche mit Cushing und zeigt, was für ein aufgeklärter Geist er ist (und beweist, dass B-Filme aus den 50ern moralisch wertvoller sind als 80% aller Kinofilme nach 2000).
Der Suchtrupp, angeführt von Tom Friend (Forrest Tucker), benimmt sich beim Eintreffen in das Dorf wie die Axt im Walde. Allerdings, was weniger erfreulich ist, werden die Sherpas doch als ziemlich wilde Menschen dargestellt.
Clevererweise hat Friend in einer früheren Expedition an allen möglichen Orten auf dem Weg zum Gipfel Proviant stationiert, was wie, wir noch später sehen werden, wenn Dr. Rollasons Frau (gespielt von Maureen Connell) losmaschiert, völlig egal zu sein scheint.
Der Weg zum Schneemenschen wird von Rollasons Gewissensbissen und der Verantwortung gegenüber der Kreatur dominiert. Es ist wirklich bemerkenswert, wie tiefgründig dieser Film die Thematik auswälzt und sie konsequent bis zum Ende durchzieht. Der Yeti wird dabei erst sehr spät im Film und auch nur für einen kurzen Augenblick gezeigt. Wir haben hier also gar keinen waschechten Monsterfilm, der allerdings unüblicherweile die moralische Keule schwingt. Und zwar wesentlich glaubwürdiger als Mädchen bei der Wahl zur Schönheitskönigin, wenn sie sich den Weltfrieden wünschen.
Die Kulissen sind großartig in Szene gesetzt, man würde nie denken, dass der Film in einem Studio gedreht wurde, da er wirklich zu 70% an der frischen Luft spielt. Vor allem im Tempel des Lamas hat man sich mit der Gestaltung große Mühe gegeben. Mich würde nicht mal wundern, wenn man hier in einem echten Tempel gedreht hätte! Die Schneelawinen werden eindrucksvoll durch Archivmaterial, aber auch live und direkt auf unsere Protagonisten geschüttet. Herrlich!
Außerdem tragen alle unsere Expeditionsteilnehmer die absolut arschgeilen Schneebrillen, die heute zu unrecht niemand mehr trägt. Außerdem fällt der Soundtrack überaus positiv auf. Sehr bedrohlich unterstreicht er die aufgebaute Spannung bis zum Finale.
Neben einer wirklich gelungenen Geschichte überzeugen die phantastischen Darstellerleistungen. Das fängt beim von Zweifeln zerrissenen Dr. Rollason an, geht über den ehrgeizigen Tom Friend, bis hin zum Oberarsch Ed Shelley (gespielt von Robert Brown).
Der Film appelliert an das Gewissen der Menschheit und deren Verartwortung gegenüber der Natur und bringt sehr interessante Ansätze ein.
Die Veröffentlichung kommt aus dem Hause Anolis und deren Hammerreihe, die leider zu immer schlimmeren Preisen angeboten wird.
Neben dem Audiokommentar mit Regisseur Val Guest (u.a. Shock - The Quatermass Experiment) gibt es ein Begleitheft mit Informationen von Uwe Sommerlad und die obligatorischen Trailer/Bildergalerien.
Eine gelungene Veröffentlichung, die es auch heute noch verdient, über die Grenzen des B-Filmes hinaus geschaut zu werden. Um ein wenig dazu beizutragen, veröffentliche ich kein Bild vom sehr gelungenen Schneemonster. Also seht selbst!
Beware of the abominable Snowman!!!

Donnerstag, 11. März 2010

First Man Into Space (Rakete 510 - 1959)

Und der nächste von Richard Gordon produzierte Science-Fiction-Augenschmaus mit Marshall Thompson in der Hauptrolle, der in der Reihe "Galerie des Grauens" an den Start geht.
Wie "Fiend without a Face" kommt "First Man Into Space" von Metro-Goldwyn-Mayer, kurz MGM (ihr wisst schon, die mit dem Löwen in der Titelsequenz).
Zu Beginn des Films werden wir erstmal darüber aufgeklärt, wie man in den 50ern überhaupt in den Weltraum gekommen ist. Mit Raketen, die aus einem Flugzeug ausgeklinkt werden. Aha!
Es wird uns die Geschichte zweier ungleicher Brüder erzählt. Von Dan, dem Draufgänger, der "schon immer auf den höchsten Baum klettern wollte" und John (im Klappentext allerdings als Chuck bezeichnet?), dem Kontrollfreak. Beide verdienen beim Militär in der Raumfahrtabteilung ihre Brötchen.
Die Rakete 509 wird von Dan gesteuert, während John auf der Erde bleibt und ihm über Funk Befehle erteilt. Dan ballert also schön mit Mach 2,5 auf dem Tacho gen Weltraum, wird ordentlich durchgerüttelt und kommt irgendwo bei Albuquerque wieder runter. Was macht er als erstes nach der Landung? Dem geliebten Fräulein Wellington, deren Schönheit leider reichlich beschränkt ist, einen Besuch abstatten. Bruder John regt sich natürlich unglaublich darüber auf und erteilt dem Weiberhelden Stubenarrest. Allerdings ist das Pentagon so begeistert vom ersten Testflug, dass es sofort mit Rakete 510 weiter machen will. Tja, dieses Mal geht nicht alles so glatt. Dan hat kein Bock auf Kontrolle, schießt bis 400´000 m in den Weltraum und hat folglich keinen Kontakt mehr zur Basis. Zu dumm, dass da grade eine Meteorstaubwolke im Weltraum rumschwirrt und ihn volle Breitseite erwischt.
Kurze Zeit später meldet sich der Bauer Sanchez bei der Polizei. Seine liebe Kuh namens Klara wurde einfach so abgemetzelt. Außerdem sterben immer mehr Menschen auf seltsame Art und Weise!
John ist allerdings ein Fuchs und bemerkt schon bald, dass an den Opfern Glitzersternenstaub zu finden ist. HA! Völlig überraschend stellen wir also fest, dass Dan (der Draufgänger) sich in ein hässliches und verkohltes Weltraumsteinmonster verwandelt hat und nun seinen Schabernack mit der Bevölkerung von New Mexico treibt.
Er macht sich erstmal auf den Weg zur nächsten Blutbank, räumt alles leer und schlägt gleich noch alles kurz und klein. Warum? Weil er kann!
Danach schnappt er sich einen Jeep und ballert mit 180 zur Geliebten zurück. Dafür, dass seine Motorik beim normalen Gehen total spastisch aussieht (ungefähr wie ein Monster von Frankenstein mit 2 Promille), hat er einen verdammt ruhigen Fahrstil als Steinmonster. Respekt! Ok, er nutzt die volle Breite der Straße, aber mit Klumpfuß muss das einfach drin sein.
Naja, irgendwie kommt einem die Story ja etwas bekannt vor. Bei den Quatermassfilmen geschieht ganz Ähnliches. Aber das ist gar nicht weiter schlimm. Was den Film nämlich so besonders macht, ist der hohe Härtegrad und die damit einher gehende Zerstörungswut, die unser Weltraummonster an den Tag legt. Von Langeweile keine Spur! Sogar ein Fünkchen menschliche Empathie steckt immer noch im Monster und so baut sich gegen Ende eine emotional herzzerreißende Spannung auf - könnte man sagen, wenn der Film nicht seine trashigen und damit unfreiwillig komischen Elemente zu bieten hätte! Ha ha!
Die Make-Up-Effekte sind wirklich gut (vermutlich gibt es deshalb auch das Monster häufig und lange zu sehen - löblich!) und es wird uns sogar eine halbwegs spannende Verfolgunsjagd geboten. Mein lieber Scholli!
Auf jeden Fall ein super Film, der formschön in die Reihe der Galerie passt! Leider kein Audiokommentar vom dynamischen Duo dabei, aaaaber vom ebenfalls geschätzte Herren "Dr. Horror" Giesen. Begleitheftchen mit stimmungsvollem Text von Ingojira Strecker und Aushangfotos des Filmes ist natürlich auch dabei.
Soweit zum aktuellsten Monsterflick der Galerie des Grauens. Es bleibt dabei, kein Ausfall bis dato bei der Auswahl der Filme.
Wir sind gespannt und harren der wunderbaren Dinge, die da noch kommen mögen.

Fiend without a Face (Ungeheuer ohne Gesicht - 1958)

Oi oi, was habe ich mich auf dieses Filmchen gefreut. Kein geringerer als Marshall Thompson, ja der aus der Daktari TV-Serie der 60er, glänzt in diesem, für seine Zeit gerade zu splatteresken, Meisterwerk von Arthur Crabtree.
Uns verschlägt es auf einen Luftwaffenstützpunkt in Kanada, in dessen Nähe merkwürdige Dinge vor sich gehen. Spurlos verschwinden Leute und die Bevölkerung beginnt, den dort stationierten Militärs zu misstrauen. Die experimentieren mit Radarkram und betreiben ihre Anlagen mit Atomstrom.
Ständig dieser Flugzeuglärm, das macht die Kühe doch verrückt und schon bald muss ein Bauernehepaar dran glauben.

Die Obduktion ergibt Merkwürdiges: das Gehirn und das Rückenmark sind komplett ausgelutscht worden. Die fundierte wissenschaftliche Analyse (Achtung O-Ton) Kopfvampire sind am Werk!!!!
Es folgt Geplänkel und eine völlig absurde Szene, in der Major Jeff Cummings (Thompson) die duschende Barbara Griselle überrascht und sich, in alter Machomanier, an sie ran macht. Als Bonus gibt es dann auch noch eine lustlos geführte Schlägerei. Boys gone wild!
Fräulein Griselle arbeitet übrigens für den mysteriösen Professor Walgate, dem wiederum Cummings misstraut. Zu Recht, denn der bastelt mit seinen obskuren Apparaturen an der Materialisierung von Gedanken!
Und wie sieht so ein materialisierter Gedanke in natura aus? Nun, ziemlich stilsicher: ein Gehirn mit Wirbelsäule und 2 Antennen dran.
Unsere Monster, die Fiends, sind anfangs jedoch noch unsichtbar und schlürfen sich durch die Nachbarschaft (was übrigens eindrucksvoll vertont wurde!). Aus diesem Grund denken sich die Rednecks, selbst ist der Bauer, formieren sich zu einer Bürgerwehr und patroullieren auf eigene Faust. Bis einer heult, in diesem Fall die Mutter des verschwundenen Gibbins.
Cummings kommt dem verrückten Professor auf die Schliche und wir dürfen einen phantastischen Showdown erleben, in dem die Fiends, mittlerweile durch die katalysiernde Wirkung des Atomstroms materialisiert, während sie in das Haus fliegen, reihenweise umgenietet werden!
Selbstverständlich garniert mit reichlich kruden und abstrusen Erklärungen für die Fiends.
Der Film wird nie langweilig und hat mit schlanken 70 Minuten die perfekte Länge. Wie eingangs schon erwähnt, geht es hier richtig deftig zur Sache. Dabei muss man vor allem die Spezialeffekte lobend erwähnen. Auch heute wirken die nämlich noch überzeugend und bringen Freude.
Die Veröffentlichung steht den anderen Titeln der Galerie in nichts nach und wird mit einem informativen Begleitheft veredelt.
Sahnebonbon einmal mehr der Audiokommentar von Strecker und Keßler. Salom meine Herren!
Gäbe es das Unterrichtsfach "Monsterfilm"- Fiend without a Face wäre Pflichtlektüre und das dynamische Duo hätte die Professur des Lehrstuhls inne.
Begeisterung pur!

Anolis enthüllt die Cover der letzten 3 Galeriefilme

Jawohl! Das Release von Loch Ness steht kurz vor der Tür und Anolis erfreuen uns mit den fehlenden Covern der letzten Filme.
Schick sind sie wieder geworden: