Sonntag, 30. Mai 2010

Hörspielempfehlung: Schrei der Angst

Seit geraumer Zeit stagniert das Erscheinen neuer Hörspielserien. Der Markt bereinigte sich nach einer Flut von Veröffentlichungen und der Zunahme von Raubkopierern (FUCK YOU) selbst. Leider mussten auch einige wirklich tolle Serien, wie beispielsweise "Abseits der Wege", eingestellt werden. Umso erfreulicher war es dann, dass vor gut einem halben Jahr mit "Schrei der Angst" pünkltich zum Weihnachtsgeschäft eine neue Serie an den Start ging, die einiges an Potential versprach.
Der erste Teil "Feeder" hatte mit 100 Minuten einiges an Stoff zu bieten und erschien wegen der Überlänge auf einer Doppel CD. Thematisch wurde ein wilder Mix aus Kriminalhörspiel und Schnitzeljagdelementen aus Filmen wie Saw oder Sieben geboten. Wie man den Beispielen entnehmen kann, ist die Serie schon stark auf ein erwachseneres Publikum zugeschnitten und erfordert stellenweise Nervenstärke. Der Vergleich mit den Filmen kommt allerdings auch nicht von ungefähr. Denn ursprünglich kommen die Brüder und Schöpfer der Serie, Carsten und Marc Fehse, aus dem Filmgeschäft.
Es gab allerdings auch ein paar Schwächen, aber über diese konnte man aufgrund der liebevollen Aufmachung und der Dichte der Story schnell hinweg sehen.
Mittlerweile wurde vom ersten Teil eine kürzere, bzw. flüssigere und actionfixiertere Variante als digitaler Download veröffentlicht. Aber auch eine neue Folge (Spuren aus Blut), die die begonnene Geschichte fortsetzt, erblickte vor kurzem das Licht der Welt. Damit geben sich die Macher aber noch nicht zufrieden. 2 weitere Folgen sind bereits angekündigt worden und auch die Cover sind schon verfügbar. Teil 3 "Organisation" soll ab dem 20. August in den Regalen stehen und 4 "Tod auf Eis" schon 2 Monate später am 20. Oktober 2010.
Bleibt zu hoffen, dass dieser ambitionierte Veröffentlichungsrhythmus eingehalten werden kann, denn wie wichtig das bei einer Serie mit einer folgenübergreifenden Hanldung ist, haben wir am Negativbeispiel Gabriel Burns gesehen. Bei 3 Folgen im Jahr wird es wirklich haarig, am Ball zu bleiben. Wobei mir letzten Endes trotzdem qualitativ hochwertige Folgen in größeren Abständen lieber sind, als schnell und dafür nur mittelmäßig produzierte.
Jeder, der gerne düsteren und rätselhaften Geschichten mit guten Sprechern und großartigen Soundeffekten lauscht, sollte auf jeden Fall in diese Produktion reinhören. Auf der Homepage der Serie kann man außerdem Auschnitte der einzelnen Folgen antesten und so einen guten Eindruck davon gewinnen, was einen erwartet.
Allein der erste Teil hat einen so unglaublich atmosphärischen Beginn und mündet in eine actiongeladene Verfolgungsjagd bis hin zu einem Haus voller todbringender Fallen.
Diese Art von Serie fehlte bis dato im Meer der Horror- und Fantasyhörspiele. Von daher hat "Schrei der Angst" es absolut verdient, durch Käufe am Leben erhalten zu werden.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Comicempfehlung Chew (Image Comics)

Der amerikanische Comicverlag Image ist ja dafür bekannt, sehr kreative Comics an den geneigten Leser zu bringen. Mit "Chew" hat John Layman (u.a. Planetary) eine absolut großartige Serie erschaffen, die skuril, lustig, aber auch ernst ist und ein riesen Potential besitzt. Die Zeichnungen und die Kolorierung stehen der inhaltlichen Stärke in keiner Weise nach und sind wirklich super.
Aber worum geht es eigentlich?
Tony Chu ist ein Polizeibeamter mit einer besonderen Fähigkeit. Er ist Cibopathic.
Das heißt, er sieht vor dem geistigen Auge die Geschichte seiner Mahlzeit. Isst er einen Apfel, so sieht er den Baum, an dem eben dieser wuchs. Isst er ein Steak, wohnt er unter anderem der Schlachtung bei. Isst er Lachs, den schwimmenden...ok, ich denke, wir haben das Konzept verstanden.
Nur, wenn Tony Rote Beete schlemmt, finden diese Effekte, warum auch immer, nicht statt. Er ist also Cop und kann sozusagen in die Vergangenheit schauen. Dann liegt es natürlich nahe, von den Toten zu naschen, um so klären zu können, wie sie gestorben sind.
Bäm! Jetzt wird es eklig.
Denkt man! Aber durch den cartoonhaften Zeichenstil wird diese delikate Angelegenheit in dem ohnehin sehr locker leicht gehaltenen Konzept verdaulich transportiert. Also Entwarnung für alle zartbesaiteten Leser (die es hier auf dem Zombiebunker sowieso nicht geben dürfte).
Eine weitere interessante Begebenheit ist, dass in "Chew" ein striktes Huhnverbot herrscht und es sogar eine eigene Polizeieinheit gibt, die sich um Chickenjunkies kümmert. Der Verzehr steht unter Strafe, da es in der Vergangenheit eine extreme Pandemie der Vogelgrippe gegeben hat, die Abertausende Unschuldige dahinraffte.
Es entwickelt sich allerdings trotz der geschürten Angst eine richtige Delikatessenszene, bei der Hühnchenspezialitäten als Droge der Wahl an der Spitze stehen.
Das klingt alles ziemlich verrückt (ist es auch), aber aus diesen thematischen Eckpfeilern (es gibt auch leichtbekleidete Russinnen nur in Unterwäsche und Schapka) entspinnt sich eine spannungsgeladene Geschichte voller Twists und Plot Points.
Wer wirklich guten Humor zu schätzen weiß, der sollte auf jeden Fall zum Trade greifen. Aktuell sind 10 Ausgaben der Serie erschienen und im August wartet schon Trade Nummer 2 auf seine Veröffentlichung.
Erfrischend anders und originell. Gerne mehr davon.

Samstag, 15. Mai 2010

Fast 80 Jahre Superheldencomics - eine kleine Betrachtung

Ich weiß, viele wird es gar nicht interessieren, allerdings tut man dem Subgenre der Comickunst Unrecht, wenn man es als schlichten Kinderkram abtut. Denn eigentlich haben die Superheldencomics eine wesentlich differenziertere Betrachtung verdient. Dass sie in der Öffentlichkeit keinen hohen Stellenwert haben, beweist, dass die großen Verlage versuchen, ihre Superheldenserie als Graphic Novels zu verkaufen und hoffen, mit der scheinbar seriöseren Betitelung auf mehr Akzeptanz in der Käuferschicht zu treffen.
Wollen wir erstmal mit ein paar gängigen Klischees aufräumen:
1. Superheldencomics sind Kinderkram:
Nein, sind sie nicht! Ich bin doch kein Kind! Nein, im Ernst. Ich bin der festen Überzeugung, dass man mit den klassischen Helden heute keine Kinder mehr aus der Reserve locken kann. Trotzdem gibt es noch eine Anhängerschaft. Spitzenverkäufe von 200‘000 pro Heft beweisen das.
2. Superheldencomics haben eine, was die Moral betrifft, schwarz-weiß gefärbte Bipolarität.
Nicht mehr, früher traf dies sicherlich zu. Damals waren die Heldengeschichten unglaublich naiv. Die Zeiten haben sich allerdings geändert und so trifft man heute in den Comics wesentlich differenziertere Charaktere und Lösungsmöglichkeiten von Konflikten an. Marvel Comics hat es jüngst mit der Reihe Dark Reign bewiesen und DC Comics macht ihnen dieses aktuell mit Brightest Day nach.
3. In Superhelden fliegen doch nur muskelbepackte Supermänner in Spandexhosen rum.
Die gibt es auch heute noch, allerdings hat sich das Kostümdesign doch etwas zum Besseren geändert. Insgesamt kann man festhalten, dass die Protagonisten in der heutigen Zeit wesentlich 3-dimensionaler entworfen werden und auch mit ganz alltäglichen Situationen zu kämpfen haben. Der Fokus wird dieser Tage viel stärker auf zwischenmenschliche Konflikte, Versagensängste oder politische Konflikte gelegt. Auch wird in den Comics selbst nicht mehr so stark moralisiert und das richtige Verhalten stilisiert. Es ist keine Seltenheit mehr, dass Helden zu Anti-Helden werden und vormals antizipierte Erwartungshaltungen ignoriert und über den Haufen geworfen werden.
Allerdings muss man, und das darf man persönlich sehen wie man will, den Comics hoch anrechnen, dass sie sich der allerorten zu vernehmenden Verrohung der Sprache enthalten. Das hängt auch vor allem mit dem 1954 beschlossenen Comics Code zusammen. Zwar gibt es immer noch viele Serien, die versuchen durch diese Niveaulosigkeit bei vor allem jüngeren Menschen zu punkten, sie sind aber bei weitem in der Unterzahl.
Nachdem wir nun ein wenig mit den Vorurteilen aufgeräumt haben, kommen wir nun zur Geschichte der Superheldencomics.
Geboren wurde der erste beliebte Superheld im "golden age" der Comiczeit, Superman. Unter dem Label Action Comics veröffentlichte man die Supermanserie, während der von Bob Kane erschaffene Batman unter dem Banner der Detective Comics firmierte.
Außerdem erschuf man noch viele weitere Figuren wie Wonder Woman, Flash, Green Lantern oder Hawkman.
Im "silver age" (Mitte der 50er) reaktivierte man einige alte Helden und orientierte sich mehr an der seinerzeit populären Science Fiction. Das Comic boomte erneut. Der Markt versprach Gewinn und so stieg der zweite, auch heute noch große, Comicverlag Marvel ins Geschäft ein. Mit Serien wie X-Men, Fantastic 4 oder Spiderman brachte Marvel ebenfalls ganz frischen Wind in das Genre.
Das "bronze age" brach Anfang der 80er Jahre an und Marvel grenzte sich mit seinen dystopischen Szenarien und der allgemein düster gehalteneren Welt zunehmend von DC Comics ab.
Zu dieser Zeit entstand auch das legendäre Watchman Comic von Alan Moore, welches eine absolute Sternstunde des Superheldencomics markiert, weil es so unkonventionell und ehrlich war.
Spulen wir in der Zeit ein wenig vor und zwar bis Anfang/Mitte der 90er Jahre. Hier traf ich zum ersten Mal auf Comics und saugte so gut wie alles auf, was ich in die Finger kriegen konnte. Der Dino Verlag produzierte eine ganze Weile DC Superheldencomics und so las ich fleißig fast alle Serien.
In besonderer Erinnerung ist mir dabei das riesige Crossover von Marvel und DC geblieben (als Crossover werden "Events" bezeichnet, in denen Superhelden aus unterschiedlichen Serien bzw. Verlagen aufeinander treffen). Die beiden größten Verlage taten sich zuammen und erschufen das Amalgamuniversum, in dem z.B. Wolverine mit Batman verschmolzen oder Green Lantern und Iron Man.
Schleichend verringerte sich allerdings meine Lust, Comics zu lesen. Erst Ende der 90er/ Anfang 2000 mit der Entdeckung des Internets und der unendlichen Fülle an Informationen, erfuhr ich, dass der Dino Verlag die Superheldencomics eingestellt und mittlerweile der italienische Aufkleberriese Panini die Veröffentlichung übernommen hatte.
Das ist heute immer noch so, allerdings bin ich seit einiger Zeit dazu übergegangen, die original Comics aus den US of A zu beziehen. Das ist vor allem deshalb toll, weil der Kurs noch ganz günstig ist (obwohl es seit einigen Monaten immer teurer wird) und es einfach ein Genuss ist, die Hefte im Original zu lesen.
Um das ganze noch abzurunden, werde ich nun ein paar Begriffe, die immer wieder auftauchen, erläutern.
Was sind eigentlich Trades (manchmal aus TPB)? Simpler als man denkt, gemeint sind damit Trade Paperbacks. Diese enthalten meistens 4-6-teilige Heftserie. Vor allem bei erwachsenen Lesern ist diese Form immer beliebter geworden, da sie zum einen weniger Platz weg nimmt und es wesentlich angenehmer ist, eine Serie in einem Rutsch zu lesen.
One Shots: dabei handelt es sich meistens um Abenteuer eines Charakters, die entweder nicht zum Kanon der Figur gehören oder einfach nur aus der eigentlichen Story losgelöste Geschichten.
Run - ein Run oder auch Lauf bezeichnet den Umstand, wenn ein Autor eine Serie über einen längeren Zeitraum betreut und eine große Handlung entwirft.
Tie in: Mittlerweile hat es sich bei den großen Verlagen ritualisiert, dass alle paar Jahre (aber auch häufiger) große Events stattfinden, die sämtliche Helden des Verlages betreffen. Neben einer meist eigenen Serie werden in den regulären Heldenserie die Auswirkungen des Großereignisses vertieft. Hefte, die Fäden dieser Stories aufnehmen, nennt man daher Tie-ins.
Story Arc - Geschichten-Bogen, legt daher schon nahe, dass es sich um eine mehrere Hefte umspannende größere Geschichte handelt.
Ongoin - als Ongoing wird eine Serie bezeichnet, die in regelmäßigen Abständen auf unabsehbare Zeit veröffentlicht wird. Oft auch synomym mit "monthly", der monatlich erscheinenden Serie benutzt.
Es ist mittlerweile allerdings schwieriger und einfacher zugleich geworden, in die Materie einzutauchen. Zum einen nimmt es ganz klar an Komplexität zu, aber durch oft aufgegriffene Origins (also die Entstehungsgeschichte eines Charaters) oder Reboots (wenn diese Geschichte des Charakters neu gestartet wird) kommt man leicht rein. Als regelmäßiger und aufmerksamer Leser wird man dann auch häufig belohnt. Im Prinzip ähnelt es sogar Fernsehserien, wie Lost, was ausgefuchste Twists (Wendungen innerhalb einer Geschichte) und Durchdachtheit anbelangt.
Als Einstieg würde ich die aktuelle Serie von Green Lantern empfehlen. Im ersten Trade "Rebirth" wird die Geschichte neu definiert und die folgenden Bände sind sowohl zeichnerisch als auch storytechnisch absolut erste Sahne.
Die Geschichte mündet in die Blackest Night und Brightest Day Events, auf die ich mich persönlich schon wie ein kleines Kind freue. Ja, in diesem Event werden tatsächlich DC Superhelden als Zombies wieder auferstehen OLÈ!
Außerdem ist die Justice Society of America ebenfalls zu empfehlen. In ihr finden wir viele oldschool Helden aus dem golden age, wie Alan Scott als Green Lantern etc.

Mittlerweile gibt es da aber auch schon gut 17 Trades. Abschließend kann man sagen, dass ich zumindest subjektiv das Gefühl habe, dass sich die Superheldencomics seit 2005 doch qualitativ unglaublich verbessert haben. Das mag vielleicht auch damit zusammenhängen, dass man heute immer weniger Kinder Comics lesen und sich die Leserschaft primär aus Erwachsenen rekrutiert. Das ist allerdings nur eine unverifizierte Vermutung von mir. Dass Superhelden auch immer beliebter durch imposante Kinofilme werden, macht auch irgendwie Hoffnung. Allerdings fällt dem Comicleser immer wieder auf, wie unglaublich oberflächlich die meisten Geschichten erzählt werden. Das war zwar früher auch schon so, aber die alten Hefte haben immer noch ihren Charme. Die nostalgischen Cover sprudeln nur so vor Zeitgeist und die Geschichten lesen sich wie aus einer anderen Welt. Man bekommt sie mittlerweile auch recht günstig in schönen Hardcoverbänden gesammelt. Es besteht also die Chance, nicht nur aktuelle und hochpolierte Serien zu lesen, sondern auch die etwas angestaubten, aber nicht minder großartigen, Klassiker zu genießen.
Hm, irgendwie ist diese kurze Abhandlung im Kern dann doch recht nerdig geworden, aber nichtsdestotrotz sollte man mal in die aktuellen Hefte reingelesen haben.

Dienstag, 11. Mai 2010

Geister-Schocker - phantastische Hörspiele


Dass Heftromane in der letzten Zeit immer wieder zu Hörspielen verwurstet werden (John Sinclair, Dorian Hunter), ist keine Seltenheit mehr. Dass viele davon auch qualitative Standards von großen Produktionen erreichen, eher die Ausnahme. Umso schöner, dass Romantruhe mit dieser Hörspielreihe die hohen Erwartungen erfüllen kann. Ob in abgelegen Burgen, verlassenen Geisterhighways oder unheimlichen Sümpfen, die Serie deckt die Palette von schaurig schönen Schauplätzen komplett ab. Die Sprecher sind allesamt sehr gut gewählt und die technische Umsetzung lässt keine Wünsche offen. In der Tat bin ich gewillt zuzugeben, dass die Geister-Schocker die legendäre Gruselserie vom Thron verdrängt haben.
Bei der Gestaltung haben sich die Macher sichtlich viel Mühe gegeben. Absolut stilvolle Retrocover gehen einher mit einer geballten Ladung von Informationen. Wo stecken die drin? Im Booklet, denn das ist nicht, wie bei 90% aller Veröffentlichungen, nur 2 Seiten dünn, sondern randvoll gefüllt. Neben Informationen zum jeweiligen Hörspiel gibt es Kurzbiographien der Sprecher, Hintergrundgeschichten zu den Coverkünstlern, kleinere Aufsätze über den
Gruselroman und eine gelungene Vorschau auf das nächste Hörspiel. So viel Mehrwert, habe ich in einem Hörspiel noch nicht erlebt. Das Booklet liest sich fast wie ein kleines Magazin. Außerdem erscheint jeden Monat eine neue Folge. Das ist absolut ambitioniert, lobenswert und muss natürlich mit dem Kauf dieser liebevollen Serie belohnt werden! Bisher sind mit Erscheinen von "See des Grauens" 8 Teile auf dem Markt und schon im Juni folgt "Der Höllengraf". Weitere geplante Titel sind "Der magische Schrumpfkopf", "Karten des Blutes", "Armee des Todes", "Kreuzfahrt in die Hölle" und "Im Würgegriff des Zyklopen". Die tollen Cover kann man hier betrachen.

Montag, 10. Mai 2010

Galerie des Grauens 9 und 10 mit einem Doppelrelease im Juni?

Laut ICatcher, dem hauseigenen Shop von Anolis, werden die letzten beiden Titel der Galerie des Grauens zusammen am 30. Juni 2010 erscheinen! Entweder handelt es sich dabei um einen Tippfehler, oder wir können uns wirklich auf eine Doppelveröffentlichung freuen. Letzteres scheint mir jedoch sehr viel wahrscheinlicher. Ab sofort können "Die letzten Sieben" und "Die Augen des Satan" bei ICatcher vorbestellt werden.
***Update***
Die Veröffentlichung wurde auf Ende Juli verschoben.


Samstag, 8. Mai 2010

Gratis Comic Tag - die ersten Eindrücke

Es ist soweit, der 8. Mai ist angebrochen. Heute ist, wie die aufmerksamen Leser meines Blogs bereits wissen, Gratis Comic Tag.
Ich habe mir direkt mal alle geschnappt und bereits einige davon gelesen.
Daher hier meine Eindrücke als Fan von den bisher gelesenen Comics (in loser Reihenfolge):

1. Lou! von Tokyopop
Ok, hierbei handelt es sich ganz offensichtlich um ein Mädchencomic. Ich hatte schon fast Angst, dass ich hier einen Manga oder ähnliches vor der Nase habe. Schlussendlich bin ich dann doch über meinen Schatten gesprungen und hab das Heftchen von Julien Neel durchgelesen. Die erste große Überraschung des Comic Tages. Die Geschichten sind unglaublich putzig und sehr niedlich gezeichnet. Trotzdem vermengen die one-Pager unglaublich witzigen Alltagshumor mit teilweise nachdenklichen Momenten. Die kleine Lou lebt mit ihrer konsolenspielsüchtigen Mutter alleine und man ist sich nie so richtig sicher, wer von den beiden eigentlich das Kind ist. Ich habe mich mehrmals dabei ertappt, dass ich wie ein kleines Mädchen beim Lesen kichern musste und manchmal sogar minutenlange Lachanfälle hatte. Super Teil! Im September werde ich direkt zuschlagen!

2. Horst von Panini Comics
Ok, das Titelbild ist schon ganz witzig, allerdings war ich im ersten Moment dann doch etwas schockiert, wie explizit dieses Heft daher kommt. Horst ist ein Hase, oder besser gesagt ein Rammler, denn er hat eigentlich nichts weiter als im Sinn, als Unzucht zu treiben, Wodka zu trinken und Drogen zu konsumieren. Trotzdem haben die 2 längeren Geschichten witzige Momente und ich hatte durchaus Spaß dabei. Auch wenn hier so gut wie alles mit einem Augenzwinkern gemeint ist, so richtig warm werde ich mich dieser Art von Humor dann insgesamt doch nicht. Definitiv nicht jugendfrei!


3. Der Killer von Ehapa
Hui, ein ganzes 66 Seiten-Comic beschert uns Ehapa da. Die Geschichte handelt von einem Auftragskiller, der bisweilen sehr nihilistische und verstörende Ansichten hat. Im Prinzip ist das ganze Heft ein innerer Monolog des Protagonisten, in dem er dem Leser seinen verbitterten und stellenweise sehr berechtigten Zynismus präsentiert. Die düsteren, sehr oft in Grautönen gehaltenen Zeichnungen ergänzen dabei wunderbar die absolute Hoffnungslosigkeit und Tristesse des Killers. Da werde ich ganz sicher noch ein weiteres Heft antesten und den Werdegang verfolgen.



4. Zwerchfell a-gogo vom Zwerchfell Verlag
Hier hatte ich mich ja schon im Vorfeld gefreut, da eine weitere Geschichte von Xoth Schöpferin Anna-Maria Jung enthalten sein sollte. Die ist wirklich großartig und hält das hohe Niveau, welches mit Xoth gestartet wurde. Des Weiteren gibt es eine kurze Geschichte vom Kleiner Vogel Rot-Team Bünte und Mischitz, den Schicksalsgnomschöpfern Baier und Mühlich (die Ninjastory ist wirklich gelungen und sehr charmant), ein paar Zuckerfischstrips von Naomi Fearn und eine Seite Mutterficker der Dinter Bros. Das Heft ist also prall gefüllt, doch am meisten beeindruckt haben mich die One Pager von Aike Arndt. Unter dem Titel "die Zeit und Gott" werden sehr nachdenkliche, aber auch unglaublich witzige Lebenssituationen illustriert. Die Zeichnungen sind sehr reduziert, Gott wird von einem Bienenkorb mit Extremitäten und Kopf verkörpert, gibt Erklärungshilfen für die Menschen und beweist dabei, dass er ein sehr spezieller Zeitgenosse ist. Im Juni soll dann mehr von Aike Arndt erscheinen. Das könnte was richtig Großes werden!

5. Mendrisio von Reprodukt
Die auf 24 Seiten gezeichnete Story um einen kleinen Hasen, der Bahn fährt und dabei eine ziemlich verrückte Geschichte erlebt, kommt mit einem extrem eigenwilligen Zeichenstil daher. Ziemlich roh und dilletantisch, so als würde man es selbst so zeichnen können. Das ist keineswegs abwertend gemeint, denn beim Lesen wird man immer wieder überrascht und denkt sich "wow, der Zeichenstil passt perfekt zur Geschichte". Irgendwie wirkt er dann auch gar nicht mehr amateurhaft, sondern sogar ziemlich anspruchsvoll. Die Geschichte ist in sich geschlossen und ziemlich abgefahren. Es wäre definitiv eine Überlegung wert, einen längeren Band von Mawil anzutesten.

6. Und Gott Schuf den Comic von Schreiber & Leser
Ziemlich akademisch, aber nicht schlecht, kommt dieser Comic daher, der nicht wirklich eine Geschichte erzählt. Zu uns spricht ein Zeichner und erkärt uns, wie man Comics macht. Durchbrochen werden die Instruktionen von Zeichnungen anderer Künstler. Vermutlich bin ich einfach nicht "into it" genug, um den tieferen Sinn zu verstehen und so komme ich mir ob der ganzen Metadebene ziemlich verloren vor. Zum Abschluss sind allerdings noch ein paar Kurzgeschichten drin, die sehr gelungen sind.



7. Forever von Carles Comics
Uli Oesterle tischt mit seinem großartigen Zeichenstil eine extrem gute Kurzgeschichte auf. Die Story gehört definitiv zu den Highlights des Gratis Comic Tags. Es geht um eine mysteriöse chinesische Tätowierung. Außerdem gibt es im Heft noch eine extrem zynische, aber gute Story über 2 absolute Assis von Isabel Kreitz. Die Johnny Cash Geschichte von Reinhard Kleist verschließt sich mir dagegen, hat dafür aber umso schönere Zeichnungen. Weiter findet man die aus Buchhandlungen bekannten Monster des Alltags und eine Kurzgeschichte mit dem Titel "Mädchenexperte".


8. Horrorschocker von Weissblech Comics
Levin Kurio schenkt uns eine brandneue Horrorschockerstory um ein eigenartiges 3D Comic. Sehr schöne Geschichte mit Tiefgang. Außerdem die beiden bereits bekannten Geschichten "Abfall" (sehr gut) und "Vampir" (sehr viktorianisch). Das Heft bietet einen guten Vorgeschmack auf diese tolle Heftserie. Das Cover ist, wie man sehen kann, auch wieder ein Augenschmaus und als Bonus gibt es noch einen one-Pager über den Gratis Comic Tag. Sehr schön!




Achja, was vielleicht noch angemerkt werden sollte...auf der Rückseite des Zwerchfellheftchens befindet sich Werbung für "Die Toten". Es wird ernst! Juhu!

Bisher ist die Ausbeute unglaublich gut gewesen und ich habe einige Serien entdeckt, auf die ich sonst sicher nicht aufmerksam geworden wäre.
Außerdem habe ich noch so viele potentielle Hitkandidaten vor mir! Ich bin schon gespannt auf die Hellboy, Buap, Aliens-Geschichten, aber auch von Mosaik mal wieder was zu lesen. Splitter hat mit Götterdämmerung auch noch einen Hochkaräter am Start, den ich mir bis ganz zum Schluss aufbewahre.
An dieser Stelle noch einmal einen riesen Dank an die Initiatoren, Verlage und Comicshops, die es ermöglicht haben und allen Comicfans viel Spaß mit den großartigen Comics und den Events in ihren Comicshops! Wollen wir hoffen, dass viele neue Leser generiert werden konnten und der Comic wieder ein bisschen mehr Aufmerksamkeit bekommt.

Freitag, 7. Mai 2010

Horrorschocker, Gratis Comic Tag und der Comic als solcher

Weil es thematisch so gut zum morgen anlaufenden Gratis Comic Tag passt, den niemand verpassen sollte, möchte ich kurz eine viel zu unbekannte Comicserie aus Deutschland vorstellen.
Neben schmuddeligen Sex- und actionreichen Dinosauriergeschichten, veröffentlicht der Weissblech Verlag, der vom Künstler Levin Kurio in Personalunion geführt wird, die von mir sehr geschätzten Horrorschocker.
Die reichlich überzogenen und oft herrlich plakativ wirkenden Titel lassen das Herz eines jeden Horrortrashfans in die Höhe springen. Schaut man jedoch genauer hin, bemerkt man, dass der Inhalt keineswegs so trivial daher kommt, wie vormals vermutet. Die Geschichten werden bisweilen regelrecht existenzphilosophisch.
Nichtsdestotrotz merkt man sehr schnell, wer Pate für die Serie gestanden hat: die legendären Horrorcomics aus den 50er Jahren "Tales From The Crypt", "The Haunt Of Fear" und natürlich "The Vault Of Horror". Anders als damals in Amerika haben die Comics jedoch keinen starken Gegenwind durch die Gesellschaft. Niemand glaubt heute noch ernsthaft daran oder sieht gar eine Bedrohung darin, wenn Kinder Comics lesen. Allerdings beschränkt sich die Popularität der Horrorschocker im wesentlichen auf eine sehr limitierte Fangemeinde, obschon die gesellschaftlichen Bedingungen heutzutage insgesamt sehr viel positiver sind als noch vor 50 Jahren. Dies hängt vermutlich auch damit zusammen, dass Comics in der heutigen Zeit eher als Kinderkram belächelt und abgestempelt werden. Dass dies nicht so ist, beweisen großartige graphische Novellen wie "Jenseits" von Vehlmann und Kerascoët, aber auch "Kleiner Vogel Rot" von Christopher Bünte und Veronika Mischitz.
Die Semantik macht allerdings schon deutlich, dass es ganz offensichtlich ein Imageproblem gibt. Im Englischen wird ganz selbstverständlich der Terminus "Comic Book" benutzt. Den "Book"-Zusatz findet man hierzulande schon gar nicht mehr und impliziert damit indirekt, dass eine gewisse Qualität dem Medium von Anfang an abgesprochen wird. Aber das muss genauso wenig sein, wie sich der Arbeiter als "kleiner Mann" bezeichnen muss. Mit der "Graphic Novel" oder "Graphischen Novelle" (eigentlich graphischer Roman) versucht man diesen Umstand zu umgehen, obwohl es eigentlich selbstverständlich sein sollte, dass dies überhaupt nicht notwendig ist. Leider klaffen aber zwischen normativem Anspruch und der Realität tiefe Löcher.
Denn wenn man die Thematik etwas intensiver betrachtet, dann wird man schnell feststellen, dass das Comicbuch das evolutionäre Bindeglied zwischen den Medien Film und Roman ist. Anders als in Romanen ist der Künstler in seiner sprachlichen Ausdrucksform limitiert, gewinnt aber durch die Zeichnungen eine Vielzahl neuer Möglichkeiten und Stilmittel. Selbst in der Literaturwissenschaft werden Comics ob ihrer einzigartigen Ausdrucksformen als absolut normaler Untersuchungsgegenstand betrachtet. Warum man in der zugeknöpften Wissenschaft viel weiter ist als in der aufgeklärten pluralistischen Gesellschaft, bleibt mir ein Rätsel. Dass momentan so viele Comicverfilmungen den Weg in die Kinos finden, kommt auch nicht von ungefähr. Mittlerweile hat man die technischen Möglichkeiten erreicht, um klassische Comicgeschichten adäquat auf der großen Leinwand umzusetzen.
War es vorher nur im Comicbuch möglich, sich kreativ grenzenlos auszutoben, macht die Computeranimation es heute technisch und finanziell für den Film möglich. Wobei im strengen Sinn eigentlich nur Comicstilmittel in den Film transferiert werden. Denn was sind Computeranimationen denn anderes als digitalisierte gezeichnete Bilder?
Um es kurz zu sagen: Comics sind kultureller Bestandteil unserer Gesellschaft und sollten deshalb auch eine viel größere Beachtung finden.
Wir haben also bemerkt, dass Comics generell unterrepräsentiert sind und es vergleichsweise schwer haben, sich durchzusetzen. Das ist schon schlimm genug, nur nehmen von den wahrgenommenen Comics ausländische Veröffentlichungen, vor allem aus den USA oder Frankreich, dann auch noch einen großen Teil ein.
Nicht, dass diese schlecht wären, im Gegenteil, aber dadurch wird leider das Potential, das es gerade im deutschen Comic gibt, überschattet. Großartige Kollaborationen von vielen Künstlern wie die Projekte Panik Elektro oder Jazam beweisen, wie viele gute Geschichtenschreiber und -zeichner es da draußen gibt.
Dass die Horrorschocker nun schon seit 6 Jahren in regelmäßigen Abständen erscheinen, ist bereits eine beachtliche Leistung für sich und spricht nicht zuletzt auch für ihre Qualität bzw. den Idealismus, mit dem der Verleger gesegnet ist. Durch die unterschiedlichsten Zeichner und Geschichtenschreiber wird eine Fülle an heterogenen Geschichten und Bildern geboten. Wem schaurige Gruselstories also runter gehen wie Öl, sollte auf jeden Fall mal ein paar Exemplare bei Weissblech antesten.
Aber auch der Zwerchfell Verlag beglückt uns regelmäßig mit tollen deutschen Independentproduktionen.
Unter anderem brachte man den sehr unkonventionellen, aber nicht minder genialen, Kosmopoliten von Sascha Thau heraus, aber auch das lovecrafteske "Xoth" von Anna-Maria Jung.
Der Reprodukt Verlag oder Beatcomix haben ebenfalls einige ambitionierte Veröffentlichungen zu bieten und man bemerkt, dass sich deutsche Veröffentlichungen keineswegs vor internationalen verstecken müssen.
Umso schöner ist es, dass sich die deutschen Verlage zusammengeschlossen haben und den ersten Gratis Comic Tag ins Leben gerufen haben.

30 Comics liegen ab morgen in allen teilnehmenden Comicshops aus. Da sind wirklich sehr vielsprechende Sachen dabei. Außerdem kann es doch ganz spannend sein, einfach mal einen Streifzug durch den lokalen Comicladen zu machen. Morgen fällt es auch gar nicht auf, wenn ihr da rumströmert, da es bei vielen noch zahlreiche Veranstaltungen wie Zeichenkurse oder Signierstunden gibt! Wenn ihr jetzt also ein bisschen Lust auf Comics bekommen habt und ich euer Aktivierungspotential etwas erhöhen konnte, schaut doch einfach mal vorbei. Es kostet ja nix.
Was für Comics es gibt und wo ihr sie herbekommt, erfahrt ihr auf der offiziellen Internetseite des Events.
Ich freue mich auf morgen und einen Sack voll Gratiscomics und hoffe inständig, den ein oder anderen etwas angefixt zu haben.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Donnerstag, 6. Mai 2010

Die Toten (2010) - Zwerchfell Verlag

Wie schon im kurzen Zombiefilmabriss erwähnt, wird in wenigen Wochen die erste Frucht der ambitionierten Zombieserie "Die Toten" vom deutschen Independent Comic Verlag Zwerchfell das Licht der Welt erblicken.
Der Verlag hat bereits 2 Appetithäppchen in den Äther gehauen, die es wirklich in sich haben.
Da hätten wir eine Seite von Boris Kiselicki, auf der die Einsatzmöglichkeiten von deutschen Landwirtschaftsmaschinen ausdifferenziert werden:
Außerdem finden sich auf seinem Blog noch weitere Zeichnungen des Projekts. Es lohnt sich!
Eine von Michael Vogt gezeichnet, Sven Strangmeyer koloriert und aus der Feder von Yann Krehl stammende Seite findet ihr hier:
Das Duo Krehl/Strangmeyer dürften einige bereits aus der "Zombie Töter" Story im INKplosion Special #37 kennen. Den Onlinecomic kann man hier lesen.
Weitere Künstler, die an der Serie mitwirken werden, verriet Zwerchfellredakteur und Comiczeichner Stefan Dinter im Interview mit der Comic Radio Show: Andi Völlinger, Till Felix, Christopher Bünte und Nico Simon.
Zusätzliche Informationen erfährt man außerdem im offiziellen Zwerchfell Podcast. Dort plaudern die Zettgeister ausführlich über Entstehung und Hintergründe von "Die Toten".

Das Besondere an der Serie ist, dass sie nicht, wie jede andere Zombiegeschichte, in den USA, sondern in good old Germany spielt. Dass damit völlig andere Möglichkeiten entstehen (z.B. eine ungleich kleinere Anzahl von Waffennarren), macht die Sache noch viel interessanter und lässt hoffen, dass neue Impulse dem siechenden Genre hinzugefügt werden können.
Aber mal im Ernst, wer liest denn nicht gerne ausgeklügelte Zombiegeschichten mit durchdachten Zombiegesetzen?
Je näher der Comic Salon in Erlangen rückt, und damit die Präsentation der ersten Ausgabe, desto größer wird die Neugier auf das Werk.
Zombiebezogene Medien trifft man zwar mittlerweile ziemlich häufig an. Qualitativ hochwertige dafür um so seltener. Daher freue ich mich, dass hier schon im Vorfeld zu erkennen ist, wie viel Potential darin steckt.
Im Juni 2010 wird es soweit sein und wir können uns davon selbst überzeugen.

***Update***
Die Toten bloggen jetzt hier und twittern.

Montag, 3. Mai 2010

Frankenstein's Daughter (Frankensteins Tochter - 1958)

Es ist wieder so weit! Neuer Monat, neuer Galerie des Grauens Film! Nummer 8 trudelte heute bei mir via Hermes ein und so schickte ich mich an, hinab in die Untiefen des Trash und B-Filmes zu klettern, um diese Perle zu begutachten.
Eines vorweg: der Film war mir mal wieder komplett unbekannt und ich habe darauf verzichtet, mir Trailer oder Informationen darüber im Vorfeld anzuschauen.
In der ersten Einstellung verfolgen wir ein Liebespärchen. Nachdem er in sein extrem lässiges Cabrio gestiegen ist, legt sie eine erstklassige B-Movie-Scream-Queen Darbietung hin. Durch die Nacht schleicht nämlich ein verdammt hässliches Weib mit schiefen Zähnen und Theo Waigel Augenbrauen!
Der Zuschauer ist noch recht irritiert ob der Figurenkonfiguration, wird aber schon bald in die Geschichte eingeführt.
Wir haben da Suzie und Trudie. Trudie lebt bei ihrem Onkel, einem verrückten Wissenschaftler, der außerdem noch Oliver Frank (von Suzie liebevoll "arroganter Fatzke" genannt) als Assistenten und einen ziemlich retardiert wirkenden Gärtner angestellt hat. Suzie ist ihre beste Freundin, der sie dummerweise ihren Freund ausgespannt hat.
Schnell fällt auf, dass der Gärtner und der Assistent einen reichlich zwielichtigen Eindruck machen. Letzterer versucht seine selbstgemixten Gebräue bei Trudie an die Frau zu bringen, was die grotesken Veränderungen ihres Äußeren zur Folge hat. Schon bald stellt sich heraus, dass Mister Frank (der Assistent), nicht nur Mister Frank ist, sondern das dies nur sein absolut brillianter Tarnname ist! In Wirklichkeit heißt er nämlich, Obacht, Mister Frankenstein und entstammt der Dynastie von besessenen Wissenschaftlern. Es reicht ihm nun nicht mehr, seine Mixturen nur an Lebenden auszuprobieren. Tote Materie muss her, vor allem ein Kopf! Nachdem er bei Trudie wenig Chancen hat, versucht er bei der naiven Blondine Suzie sein Glück. Diese ist für seine stümperhaften Anmachen relativ empfänglich, da sie glaubt, Trudie damit eins auszuwischen.
Der Knaller ist aber die Tatsache, dass Mister Frank im Haus seines Chefs (dem Onkel) ein Geheimlabor errichtet hat! Wer weiß denn heute noch, was sich in jedem Zimmer seines eigenen Hauses befindet? Peanuts!
Das klingt alles vielleicht wenig spannend, ist es auch nicht unbedingt, aber trotzdem ist und bleibt der Film absolut sehenswert. Die schön im Hintergrund knisternde deutsche Synchronisation sorgt für die nötige Authentizität, die beiden hübschen Frauen für die Ästhetik und auch das Bild ist für das Alter des Filmes gestochen scharf. Es ist ein sehr interessanter Beitrag zur Frankenstein Thematik, der mal nicht im viktorianischen, sondern im Zeitalter von Rock´n Roll und Pomadenhaar spielt.
Wer jetzt noch nicht restlos überzeugt ist, dem seien nun schlagkräftige Argumente vorgestellt: Badekappen, von innen beleuchtete Swimmingpoole, Badekappen! und 1,8m hohe Bettpfosten!
Außerdem spielt eine absolut großartige 50er Jahre Kapelle auf, als der liebe Onkel Trudie dazu überredet, doch mal eine Party für ihre Freunde zu schmeißen. Die Titel der Band werden sogar ausgespielt und man bekommt einen Eindruck davon, wie die damalige Generation so richtig abgerockt und die Sau raus gelassen hat.
Das Monster Make-Up ist relativ trashig gehalten und lässt auf ein recht geringes Budget schließen. Trotzdem gibt der Film auf der Schlussgeraden noch mal richtig Gas und zeigt uns die schon aus dem Trailer der Galerie zu bewundernde "schmelzendes Gesicht"-Szene plus nette Pyroeffekte.
Es ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, auch nicht in seinem Genre, und der Film krankt leider auch etwas an seinen Längen, aber nichtsdestotrotz schenkt er uns eine sehr zeitgenössische Geschichte, die durchaus zu unterhalten weiß, so dass man sich einige Male dabei ertappt, wie die Mundwinkel unwillkürlich in die Höhe schnellen.
Das dynamische Duo Kessler und Strecker steuerte ebenfalls wieder den obligatorischen Audiokommentar hinzu, welcher mir zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch unbekannt ist. Außerdem gibt es noch die original US-Fassung als Bonus dazu und etliche andere Extras (Super 8, Normal 8 usw.).
Die DVD ist also mal wieder randvoll gepackt und jeden Cent wert.
Anolis liefert, wie immer, perfekte Arbeit ab! Ich freue mich schon jetzt auf den Audiokommentar und die Zeit, die ich mit der Veröffentlichung verbringen werde. Als kleine Randnotiz sei noch schnell erwähnt, dass bei ICatcher mittlerweile 5 der 8 Filme ausverkauft sind und auch bei Frankensteins Tochter nur noch wenige Exemplare lieferbar sind, also schnell sein!

Macabros ist zurück!

Ganz verschlafen habe ich eine absolut begrüßenswerte Entwicklung im Gruselheftsektor. Die Kultserie Macabros, die in den 70er Jahren jeden Horrorfreund mit Schauergeschichten beschenkte, ist zurück!
Die alte Heftserie hat es in den 10 Jahren (1973 - 1983) ihrer Veröffentlichung immerhin auf stolze 125 Heftchen, inklusive Neuauflagen, gebracht. Darunter befanden sich phantastische Geschichten mit so verträumten Titeln wie "Jagd auf den Horror-Götzen", "Die menschenfressenden Schatten" oder "Apokalyptas todbringende Armada". Nachdem die Heftserie aus gesundheitlichen Gründen des Autors Jürgen Grasmück (Dan Shocker) eingestellt werden musste, folgte eine 10-teilige Hörspielreihe und man konnte erneut mit dem Protagonisten Björn Hellmark auf Monsterjagd gehen. Diese wurde, wie auch H.G. Francis' Gruselserie ein paar Jahre zuvor, von Europa herausgebracht und mit markigen Sprüchen und viel Humor verfeinert.

Lange Zeit ruhte das Franchise, bis es 2006 eine Wiederbelebung (Hörspiele Welt) durch eine neue Hörspielserie erfuhr. Leider konnte diese nie die Qualität des Originals erreichen und fiel vor allem durch unregelmäßige Veröffentlichungen und überambitionierte Versprechungen (alle 125 Romane zu vertonen) auf.
Der Zaubermond Verlag entschloss sich 2008, Macabros fortzusetzen. Unter anfänglicher Beteiligung des Originalautors (Grasmück starb 2007), gab man die Serie in die Hände vom bereits romanerprobten (u.a. Atlan, Professor Zamorra) Christian Montillon.
Zu erwerben sind die 5 bereits erschienenen Romane auf der Homepage des Zaubermond Verlages. Ein sechster Titel ist in Arbeit und wird im Juni unter dem Namen "Xantilon - Totenzug der Weißen Priester" erscheinen. Endlich kann man Macabros auch als gebunde Ausgabe mit Schutzumschlag und den stilechten Coverbildern genießen.
Ich für meinen Teil habe mir jedenfalls die ersten beiden Bücher "Der Leichenorden von Itaron" und "Ath'krala - Seuchengezücht des Molochos" gesichert und bin gespannt. Eine kleine Besprechung wird es dann natürlich auch auf dem Zombiebunker geben.