Donnerstag, 29. Juli 2010

Science Fiction TV-Tipp im August "Creature from the Black Lagoon" auf Arte

Arte bringt im Rahmen des "3D Tages" eine 3D Version von Jack Arnolds Klassiker "Der Schrecken vom Amazonas" (1954). Wem dieses Meisterwerk des frühen Monsterhorrors noch unbekannt sein sollte, dem sei angeraten, dies schleunigst zu ändern.
Am 28. August 2010 um 01:14 Uhr wird es so weit sein.
Die Rot-Cyan-Brille gibt es vorab in der Arte Zeitung am Kiosk. Wer allerdings noch Altbestände hat oder Exemplare aus den neuen 3D Filmen sein eigen nennt, benötigt diese natürlich nicht. Wer gar kein Bock drauf hat und lieber basteln möchte, der findet hier eine Anleitung.
Ich freue mich jedenfalls auf dieses Highlight und bin gespannt, wie ein schwarz/weiß Film in 3D wirken wird. Weitere Informationen findet ihr auf der Arte-Homepage.
Neben "Creature from the Black Lagoon" läuft außerdem noch um 20:15 Uhr Hitchcocks "Dial M for Murder" (Bei Anruf Mord - 1954) ebenfalls in 3D.
Also, rot im Kalender anstreichen und nicht vergessen, die Glotze einzuschalten. Dieses Mal lohnt es sich endlich!

Mittwoch, 28. Juli 2010

Faster, Pussycat! Kill! Kill! (Die Satansweiber von Tittfield - 1965)

Du hast noch nie einen Russ Meyer Film gesehen? Wirklich nicht? Niemals? Nein?
Das ist nicht schlimm! Trotzdem solltest du, falls du den Drang verspürst, diese Wissenslücke zu füllen, über bestimmte Dinge aufgeklärt werden.
In Russ Meyer Filmen kann es zu einer latenten Reizüberflutung kommen. Dies ist vor allem darin begründet, dass der gute Mann eine ausgeprägte Affinität zu großen Brüsten hat.
Bei dem heutigen Besprechungsexemplar fällt diese Macke zwar auch mit ins Gewicht, ist allerdings nicht in dem Maße dominant, wie es in anderen Werken der Fall ist.
Außerdem präsentiert uns der Meister vergleichsweise wenig nackte Haut.
Was vielleicht noch in einer Russ Meyer Handreichung stehen sollte ist, dass er gerne Filme in Wüsten dreht, gerne Frauen in Autos durch selbige fahren lässt und insgesamt wenig wert auf finanziell aufgeblähte Produktionen legt.
Die Geschichte ist schnell erzählt. 3 Frauen kurven mit ihren Schlitten durch die Wüste, bis ein junges Pärchen auftaucht. Die 3 Teufelsweiber fordern den Gatten zu einem Rennen heraus und kidnappen die Dame, um Lösegeld zu erpressen. Sie fahren mit ihr in das nächste Wüstenkaff, wo sie schließlich bei einer Familie, bestehend aus Vater, Sohn und Sohn hängen bleiben.
Das war im Prinzip die gesamte Handlung, allerdings wird diese mit großartigen schwarz/weiß Wüstenaufnahmen und den derben Sprüchen der Mädels garniert, so dass keine Langeweile aufkommt. Außerdem werden uns waschechte Hillbyllies gezeigt, etliche Kämpfe und ein Showdown, der seinen Namen verdient!Ja, "Faster, Pussycat! Kill! Kill!" kann als Frühwerk der Emanzipation gesehen werden. Die 3 Mädels sind schon längst in der Männerwelt angekommen, haben es sich gemütlich gemacht und genießen das wilde und gesetzlose Leben.
Der Film wirkte noch lange nach und stellt einen überragenden Beitrag im Exploitationkino der 60er Jahre dar. Man könnte sogar sagen, dass er mittlerweile Kultstatus, durch die ungwöhnlich brutal agierenden weiblichen Hauptdarsteller, genießt. Seinerzeit war dies jedoch nicht der Fall. Mitte der 60er Jahre war der aufkommende Farbfilm in Mode und Meyers Film somit eher uninteressant. Außerdem waren die rüden Sprüche in Kombination mit der weiblichen Gewalt selbst für das damalige männliche Publikum etwas zu viel.
In gewisser Weise ist "Faster, Pussycat! Kill! Kill!" das weibliche Äquivalent zu "Motor Psycho" aus dem gleichen Jahr. Hier waren es 3 Rebellen einer Motorradgang, die die zivile Gesellschaft mit ihrer Gewalt terrorisierten.Aus heutiger Sicht wirkt der Film allerdings sehr viel nüchterner, billiger und auch lächerlicher.
Die Geschichte ist sehr comichaft erzählt, was sich vor allem in den Dialogen niederschlägt. Trotzdem gehört er sicherlich zu den Filmen, die man einmal in seinem Leben gesehen haben sollte. Nicht zuletzt auch wegen der unglaublich großartigen Rock´n Roll Musik, die bei Meyers Filmen eine große Rolle spielt.
Wer auf den Geschmack gekommen ist, dem sei angeraten, sich die Russ Meyer Collection aus dem Vereinten Königreich zu besorgen. Die kostet um die 40€ und enthält auf 12 DVDs ganze 18 Filme! Bei einigen Filmen, wie bei diesem, sind sogar noch nette Extras enthalten! Neben einem Audiokommentar von Meyer, findet sich auch noch ein weiterer mit den 3 Pussycats! Als Sahnehäubchen gibt es ein 25-minütiges Interview mit den Hauptdarstellerinnen und ihren Erinnerungen an den Streifen.
Trailer
Tura Satana starb am 4. Februar 2011. Rest in Peace!

Dienstag, 27. Juli 2010

Die letzten beiden Titel der Galerie des Grauens verschieben sich

Leider, leider verschieben sich die letzten beiden Titel der Box bis zum 12. August.
Grund ist ein Fehler im Master, welcher zwar in letzter Minuten noch behoben werden konnte, aber eine Verschiebung unumgänglich machte.
An dieser Sorgfalt sollten sich einige Labels auf jeden Fall ein Beispiel nehmen!
Dafür gibt es nun endlich Angaben zu den Extras.
Nummer 9 "Die letzten Sieben" mit einem Audiokommentar (Christian Keßler und Robert Zion) und Nummer 10 "Augen des Satans" ebenfalls mit einem Audiokommentar (Keßler und Sir Ingo Strecker).
Die Packshots sehen, wie immer, sehr gelungen aus.

Subkultur Entertainment enthüllt ersten Titel der Grindhouse Collection: Astro Zombies!

Es ist soweit. Der erste Titel für die Grindhouse Collection lautet "Astro Zombies - Roboter des Grauens" von 1969.
Lief in Deutschland im Kino und wurde bis dato noch nicht auf VHS oder DVD veröffentlicht.
Ein Knaller!
Das Artwork sieht ebenfalls großartig aus und ich bin mir verdammt sicher, die Reihe wird legendär!
Erscheinen wird das Teil schon Ende August!
Den Trailer gibt es hier zu bewundern.
Zur Einstimmung kann sich der geneigte Gitarrenmusikfreund das Musikstück "Astro Zombies" der großartigen Horrorpunkband "The Misfits" auf die Ohren geben.
Yeah!

+++Update+++
Die Extras stehen fest:
Original-Kinotrailer
Grindhouse Trailershow (deutsche Trailer)
Umfangreiche Bildergalerie inkl. dt. Kinoaushangfotosatz, Behind-the-Scenes, Plakatmotive
Bongospiele mit Ted V. Mikels (Audiotrack)
Radio-Spots
Exklusives Interview mit Ted V. Mikels über die Entstehung von Astro Zombies

Bildformat: 1.78:1 (anamorph)
Ton: Deutsch + Englisch DD 2.0 (Mono)
Laufzeit: ca. 87 Minuten (ungeschnitten)

+++Update 18.November+++

Sonntag, 18. Juli 2010

Sherlock Holmes & Co von Romantruhe Audio

Nach den großartigen Geisterschockern beglückt uns die Romantruhe mit einer neuen Hörspielserie unter der Regie von Markus Winter!
Unter dem Titel "Sherlock Holmes & Co - Aus den Geheimakten der Meisterdetektive" erscheinen ab September Kriminalhörspiele mit den Deduktionskanonen aus der guten alten Zeit in deutscher Erstveröffentlichung. Neben Sherlock Holmes wird es auch Fälle von u.a. Lord Percy oder Auguste Dupin geben.
Die ersten beiden Folgen "Das Geisterhaus" und "Der zerbrochene Armreif" erscheinen beide am 24. September 2010. Danach wird es in einem Veröffentlichungsrythmus vierteljährlich eine neue Folge geben.
Der Zombiebunker rät, diese feine Serie im Auge zu behalten und im September anzutesten. Sprecher wie Charles Rettinghaus, Boris Tessmann oder Martin Keßler und Drehbuchautor/Regisseur Markus Winter versprechen Qualität.
Die Motive für die Veröffentlichung passen stilistisch jedenfalls perfekt.
Weitere Cover, Informationen und Titel der Serie findet man auf der Homepage von Markus Winter.

Nostalgiecover

So, ein kleiner Musikeinschub. Iron Maiden bringen am 13. August ihr neues Album heraus.
Der erste Song heißt "El Dorado" und kann auf der Myspaceseite angehört werden.
Das wirklich Großartige ist allerdings das extrem gelungene Nostalgiecover der EP im Stile alter SciFi-Comichefte. Sehr schön!

Donnerstag, 15. Juli 2010

Slugs, muerte viscosa (Slugs - 1988)

"First they got into the watersystem. Now they´ll get into your system. They ooze, they slime, they kill!"
Endlich mal wieder ein prächtiger Tierhorrorstreifen aus den guten alten 80ern. Slugs, schleimige Schnecken schlabbern über schummrige Schauplätze mit schön viel Splatter. Hurra. Das Teil wollte ich mir schon seit sehr langer Zeit besorgen, aber an indizierte Filme kam man seinerzeit nur schlecht oder überteuert heran. Jetzt hat es zum Glück geklappt und ich konnte mir endlich den wohlverdienten Schneckenhorror geben.
Die Geschichte ist aus dem Handbuch für Tierhorrorfilme entnommen. Eine Kleinstadt, komische Chemikalien im Abwasser und eine Tierart, die darin mutiert. Fertig ist der B-Movie.
Die Figuren sind alle sehr klischeehaft. Da hätten wir den coolen, neugierigen aber besonnen zu Werke gehenden Protagonisten, der Gesundheitschef in dem kleinen Kaff ist. Den Kanalarbeiter, der allerdings erst zum Showdown wichtig wird (wichtig in einem Tierhorrorfilm: Showdown in einem Bergwerk oder einer Kanalisation!).
Eine alkoholverlotterte Blondine, die ihrem Gatten einen Schneckensalat zubereitet. Ein Arsch von einem Sheriff und einen Wissenschaftler an der Highschool, der sich mit Schnecken auskennt.
Die Geschichte ist vorhersehbar, aber trotzdem extrem unterhaltsam. Dies liegt allerdings auch daran, dass man mit Kunstblut und Würmergetier bei den Tötungsszenen nicht wirklich geizt. Außerdem fällt eine sexsüchtige Tochter in erzkonservativer Rache nackt in ein Meer von fleischfressenden Schnecken.
Ein kleiner Tipp: man achte auf die Filmmusik in den Autofahrtsequenzen!
Der Film gibt sich Mühe, einen Bogen zu spannen und die verschiedenen Szenen sinnvoll in die Handlung zu integrieren.
Vor allem aber der Abschluss geht voll auf die Zwölf. Es wird einfach ALLES in die Luft gejagt. Man hat das Gefühl, dass der Pyrotechniker sich förmlich in Rage gearbeitet hat, weil wirklich gut 4 Minuten am Stück Explosionen an allen Ecken und Enden gezeigt werden. So waren die 80er.
Richtig fiese Frisuren gibt es obendrein auch noch zu bewundern und eine Halloween Tanzparty im Freien.
Slugs ist auf jeden Fall ein absolut großartiger Beitrag zu einem von mir sehr verehrten Subgenre des Horrorfilms.
Die DVD, in meinem Fall die Special Edition von Cine Club, hat ein sehr gutes Bild und eine schöne 80er Jahre Synchronisation. Neben einer fast 10-minütigen Einführung gibt es auch noch eine Filmbesprechung als Extra uuuuund einen ganzen Sack voll bescheuerter Tierhorrorfilmtrailer.
Mal ehrlich, was für absolut schlechte Filme es noch so gibt...ich hätte es ja nicht ahnen können, aber mein Wunschzettel ist um ein beachtliches Ende angewachsen.
Satte 35 Minuten grenzdebile Filmideen bekommt man da vor den Latz geknallt. Da hätten wir Killerhunde, aber auch Killerpolypen, Killerpiranhas, Killerwürmer, KillerHASEN, Mörderbienen und der absolute Oberknaller: Killeraffen! "Monkey Shines" (1988) unbedingt anschauen. Ein querschnittsgelähmter Mann bekommt einen Affen an die Seite, der ihm zur Hand geht. Aber bald schon fallen der Affe und sein Herrchen dem Wahnsinn anheim. Knaller!
Ja, schon allein diese kongenial trashig absurde Trailershow würde den Kauf rechtfertigen.
Der Trailer von Slugs selbst ist allerdings auch extrem genial!
Heiße Kaufempfehlung!

Mittwoch, 14. Juli 2010

Mio caro assassino (My Dear Killer - 1971)

Lange war Funkstille im Bunker, aber jetzt konnte ich die spärlich dosierte freie Zeit endlich nutzen und mir wieder einen italienischen Film zu Gemüte führen.
Dieses Mal traf es den teilweise blutrünstigen Giallo von Tonino Valerii.
Ein Mädchen und der nach ihr suchende Vater verschwinden spurlos und werden später verhungert in einem Bunker aufgefunden. Die gut situierte Familie, aus der die beiden stammen, umtreibt finstere Machenschaften und es scheint, dass niemand mit sich selbst im Reinen ist.
Eines muss man dem Streifen lassen, er gibt sich Mühe, eine durchdachte Geschichte zu entfalten und weiß den Zuschauer durchaus zu fesseln. Auch wenn dies nicht über die komplette Länge des Films gelingt.
Bei der Anfangssequenz möchte man noch gar nicht daran glauben, dass ein wirklich guter Film folgt.
Ein Mann steht vor einem Teich, hinter ihm ein Bagger samt Fahrer. Ersterer instruiert Letzteren, wie er das schwere Gerät zu positionieren hat und hält derweil mit dem Rücken zum Bagger stehend Ausschau. Wie auf Samtpfoten scheint sich dann das tonnenschwere giftgrüne Monstrum anzuschleichen und enthauptet Person Nummer 1.
Die Darstellung ist relativ explizit geraten und als der zappelnde Mann in die Luft gehoben wird, sieht es glaubhafter aus, als die Situation es als solche wäre. Mal im Ernst, wer bekommt es nicht mit, wenn sich schwere Stahlteile einen halben Meter über dem Kopf öffnen und tiefer kommen. Aber bei dieser Art von Filmen darf man eben auch nicht so ganz genau hinschauen.
Im Laufe der Zeit finden dann auch noch andere Personen auf unterschiedlichste Art und Weise den Tod. Der Kommissar, selbst von privaten Problemen geläutert, begibt sich in eine mörderische Ermittlungsarbeit, bei der er in der finalen Szene einen Lehrbuchvortrag vor versammelter Mannschaft über die Arbeit von Kriminalbeamten hält.
Sehr, sehr schön. Außerdem gibt es noch einen verrückten Redneck, eine verrückte Redneckess und diverse nackte Brüste.
"Mio caro assassino" gehört sicherlich zu den, für mich, weniger vorhersehbaren Streifen in letzter Zeit. Die Geschichte enthält interessante Entwicklungen, spannende Momente und stilistisch ansprechende Tötungsszenen. Außerdem sehr vorzügliche Tapetenmuster!
Mein Exemplar ist bei X-Rated Italo-Giallo-Series in einer großen Hardbox erschienen. Leider befindet sich auf der DVD keine deutsche Synchronisation, dafür ist die englische sehr gut und es gibt auch noch deutsche Untertitel. Bild ist in Ordnung, hat etwas mit der Bewegungsunschärfe zu tun, aber ist völlig zufriedenstellend.
Wer einen sehr sympathisch ermittelnden Kommissar und eine verschlungene Geschichte erzählt bekommen möchte, sollte hier zugreifen.