Samstag, 21. August 2010

Zwerchfell. Die Toten. 2010. Das erste deutsche Zombieepos

Endlich halte ich mein ganz persönliches, veredeltes Exemplar von "Die Toten" aus dem Hause Zwerchfell in den Händen. Mit ein wenig Verspätung, aber dafür mit Widmung und Zeichnung von Boris Kiselicki und Ingo Römling. Perfekt!
Hoch waren die Erwartungen, die Previews versprachen einiges. Konnte das gehalten werden? Ja, ja und nochmals JA!.
Es verschlägt uns auf eine Autobahn nebst Kirche, einen beschaulichen süddeutschen Bauernhof und in eine Opiumhöhle voller Junkies.
"Die Toten" glänzt vor allem durch den sehr heterogenen Zeichenstil und auch die unterschiedlichen Herangehensweisen. Trotzdem werden die 3 Geschichten durch einen roten Faden zusammen gehalten und erscheinen dadurch einer großen Geschichte zugehörig. Eines noch vorweg, inhaltlich werde ich mich komplett bedeckt halten, damit ich potentiellen Lesern nicht den Spaß und Genuß an dem 72 Seiten dicken Hardcover Band nehme!
Den Anfang macht die von Yann Krehl geschriebene, Michael Vogt gezeichnete und Sven Strangmeyer kolorierte Geschichte "Autobahn A5 bei Baden-Baden". In der kurzen Zeit der Einführung wird den Figuren Leben eingehaucht und gruppendynamische Konflikte heraufbeschworen. Die Autobahnkirche gleicht optisch einem Konsumtempel und so lassen sich einige Parallalen zur Kaufhauszombieblaupause "Dawn of the Dead" erkennen. Sehr schön! Dazu die wirklich gelungenen Zeichnungen, die perfekt zur dargebotenen Handlung passen. Die nötige Menge an Blut gibt es natürlich oben drauf. Ein wirklich starker Einstieg in den Band!
Direkt darauf folgt die in Personalunion von Boris Kiselicki erschaffene Story "München". Herrlich locker vorgetragen und gewürzt mit scharfsinnigem Humor. Die Stärke ist hier ganz klar das Zusammenspiel der beiden Bauernbrüder und die daraus entstehenden, teilweise absurden Dialoge. Ich habe mich wirklich herzhaft amüsiert. Die Geschichte kommt komplett in schwarz/weiß daher. Dies verwundert vielleicht und der Zeichenstil mag dadurch etwas reduziert erscheinen, aber es passt trotzdem wie die Faust auf's Auge. Was Herr Kiselicki da für abgefahrene Ideen auffährt (die Kühe!), ich ziehe vor der sprudelnden Fantasie, die kontextuell genial eingebunden ist, meinen Hut!
Zu guter Letzt kommt dann ein Rauschmeißer aus "Frankfurt am Main", der mächtig Arsch tritt! Ingo Römlings überragender Zeichenstil gepaart mit der derben Geschichte von Christopher Tauber zeigen, wo der Hammer hängt. Man wird von der optischen Opulenz förmlich umgeblasen und sitzt umgeben von "What the Fucks" vor dem Comicbuch und kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Die düster gehaltene Geschichte ist reichlich abgefahren und versetzt mit hartem Tobak.
Ganz großes Kino meine Damen und Herren!
Und dann ist es leider auch schon am Ende. Viel lieber hätte ich noch im zombieverseuchten Deutschland verweilt.
Was Zwerchfell uns geschenkt hat, ist herrlich regional gefärbte Comickunst, die zwar Schwächen haben mag, diese aber durch individuelle Stärken der Involvierten mehr als kompensieren kann. Ich bin, trotz hoher Erwartungen, positiv überrascht und kann beim besten Willen kein Haar in der Suppe finden.
Daumen hoch und eine klare Empfehlung für alle Neugierigen! Ich werde das Buch sicher noch einige Male zur Hand nehmen, bis es wieder Nachschlag gibt.

Freitag, 20. August 2010

Subkultur Entertainment bringt den SciFi Klassiker "Not Of This Earth" (Gesandter des Grauens - 1957)

Subkultur Entertainment wird noch dieses Jahr den Roger Corman Klassiker "Not Of This Earth" (1957) in einer limitierten Auflage von 500 Einheiten veröffentlichen!
Der Film erschien bereits in einer sehr suboptimalen Fassung von Ostalgica. Wer allerdings auf eine hochwertigere Auswertung gehofft hat, wird endlich belohnt!
Fans werden sich freuen, denn die original Kinosynchronisation wird dabei sein. Einen Trailer des Streifens gibt es hier.
Weitere Informatione wird es demnächst von Subkultur geben und werden selbstverständlich an dieser Stelle vermeldet!
Außerdem steht der Start von "Astro Zombies" (1969) unmittelbar bevor. Das Boxdesign sowie der Veröffentlichungstermin werden ebenfalls demnächst bekannt gegeben. Die ersten Septemberwochen dürfte allerdings als Termin sehr wahrscheinlich sein. Mal sehen, wie sich das junge Label dann im Endergebnis schlägt und ob es die vielen Vorschusslorbeeren auch wirklich verdient hat.

Dienstag, 17. August 2010

Audiokommentatoren der Extraklasse: Christian Keßler, Ingo Strecker und Robert Zion - eine kleine Liebeserklärung

Nachdem der erste Teil der Galerie des Grauens beendet wurde und das bange Warten auf die Rückkehr im letzten Quartal 2010 begonnen hat, möchte ich an dieser Stelle die Zeit ein wenig Revue passieren lassen. Da ich mir jüngst mal wieder den exzellenten Audiokommentar von Ingo Strecker und Christian Keßler zum großartigen Titel "Frankenstein's Daughter" (1958) anhörte, kam ich nicht drum herum, endlich ein Loblied auf die dreifaltige Phallanx des deutschen Audiokommentars im Phantastischen Film zum Besten zu geben.
Um die Geschichte zu beginnen, muss ich allerdings schon etwas früher ansetzen, denn meine erste Begegnung mit Herrn Keßler ist bereits etwas älteren Jahrganges. Das genaue Datum, ja nicht einmal das Jahr, lässt sich heute noch rekonstruieren, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich zutiefst beeindruckt war. Es handelt sich um ein legendäres Interview, das er mit der ebenso legendären Musikkapelle "Sons Of Tarantula" bestritt. Band und Interview haben mich seinerzeit zutiefst verstört, so dass sich der Name in mein Gedächtnis einbrannte. Im Laufe der Zeit setzte ich mich dann auch mehr mit dem Medium Film und seinen vergangenen Epochen auseinander, kaufte Zeitschriften, unter anderem auch die sehr zu empfehlende Genrefilmgazette Splatting Image (durch die ich z.B. erfuhr, dass es so obskure Streifen wie "Edward mit den Penishänden" gab), in der der Herr vorzügliche Artikel veröffentlichte (vor allem der Artikel "Heroin in Strampelhosen - italienische Superhelden im Einsatz" hat mich sehr begeistert). Außerdem verfasste Herr Keßler im Laufe der Jahre Bücher über z.B. den italienischen Horrorfilm ("Das wilde Auge") oder Spaghetti-Western ("Italo-Western-Lexikon").
Bei etlichen Veröffentlichungen (z.B. "Horrorsex im Nachtexpress" (1980) oder "Die Toten Augen des Dr. Dracula" (1966)) zeigte er sich zudem zuständig für großartige und geistreiche Booklettexte. Wer das Glück besitzt und einen Wohnsitz im Ruhrpott sein eigen nennt, hat zudem die Möglichkeit, an dem geheimnisvollen Film Club Buio Omega (wer wissen möchte, worum es sich bei diesem Club handelt, wird sich nach Betrachtung dieses Videos 100% illuminiert fühlen!) teilzunehmen und so von seiner offensichtlich engagierten Beteiligung zu profitieren. Dass es dabei höchst amüsant zugeht, kann man sich anhand dieser Ansprache verdeutlichen. Ich hoffe, dass die Dokumentation über den Club noch irgendwann das Licht der Welt erblicken wird!!!
Nicht nur in den Audiokommentaren beweist der junge Herr mit einer engelsgleichen Stimme seine Sangeskunst, auch mit Stromgitarrenbegleitung unterhält er die Massen und begeistert.
Sir Ingo Strecker trat ebenfalls früher in mein Leben, allerdings hatte hier die erste Begegnung einen klassisch-cineastischen Hintergrund. Wie viele natürlich wissen werden, ist er nebst Dr. Whogen und Molotto als Ingojira für die Monsterfilm-Ressource im deutschsprachigen Internet Monstrula verantwortlich. Die Seite ist ein schier unerschöpflicher Pfuhl des wahren Filmgeschmackes mit Aushangmaterial, Informationen über längst vergilbte Monsterzeitschriften und vielem mehr. Daher ist es umso berdauerlicher, dass sie seit einigen Jahren brach liegt. Allerdings ließen die Monstrulogen verlauten, dass bereits an weiteren Besprechungen gearbeitet wird. Ein Besuch der Seite sei auch hier noch einmal jedem Genrefreund ans Herz gelegt. Wer gerne noch mehr von Ingo Strecker lesen möchte, dem sei von mir sein phantastisches Buch "Haben Sie jemals von Kong gehört? Die Filmprojekte des Willis H. O'Brien" empfohlen.
Auch mit dem Namen Robert Zion verbinde ich zu allererst das Medium Film. Mir fiel mehr durch Zufall ein bemerkenswertes Buch über den großartigen Schauspieler Vincent Price namens "Die Kontinuität des Bösen. Vincent Price in seinen Filmen" in die Hände, auf dessen Cover sein Name in großen Lettern prangte.
Diese drei Filmgelehrten haben uns über ein Jahr mit liebevoll inszenierten Audiokommentaren verwöhnt und engagieren sich, damit auch das deutschsprachige Publikum in den Genuss von Filmperlen und anständigem Hintergrundwissen kommt.
Man könnte die Audiokommentare selbst Sternstunden der Unterhaltung nennen, da sie durch die lockere Art in Kombination mit dem eigenwilligen, aber stets hochgradig ansteckenden Humor versehen sind.
Zum Abschluss nun noch eine kleine, aber vermutlich unvollständige, Auflistung der Filme, denen ein Audiokommentar der Trinität beigelegt wurde:
In diesem Sinne: Salom meine Herren, solange Sie weiterhin in der deutschen Filmszene so aktiv sind, ist ein Florieren und Gedeihen garantiert! Ich hoffe, Sie bleiben uns noch erhalten, bis Sie alle alte Oppa Lochers sind!

Mittwoch, 11. August 2010

Virgins Of The Seven Seas (Karate, Küsse, blonde Katzen - 1974)

Eines vorweg. Ich bin kein Freund von Eastern, irgendwie habe ich damit bisher immer Probleme gehabt. Bis ich diesen Film sah. Meine Güte, ich bin immer noch völlig sprachlos ob der dargebotenen Genialität.
Was Camera Obscura uns da vor den Latz knallt, sucht seinesgleichen. Angefangen bei der absolut wundervoll gestalteten Veröffentlichung. Ein schicker Schuber im Design der Italian Genre Cinema Collection, das bilinguale Booklet mit einem hervorragenden Text von Christian Keßler und ein absolut stylisches DVD Menu mit einem großartigen Retro-Look überzeugen restlos. Das Amaray ist mit einem großformatigen Bild veredelt, wie wir es von der Koch Media Hammer Edition bereits kennen.
Und dann der Film.
Zuerst war ich ziemlich skeptisch, aber schon nach den ersten Kalauern aus der deutschen Synchronisation habe ich mich vor Lachen fast nicht mehr eingekriegt. Kostprobe gefällig? "Das schmeckt ja wie alter Opa unter'm linken Ei!" und davon gibt es noch einen ganzen Sack voll!
Wir haben es hier mit einer deutsch-chinesischen Koproduktion zu tun. Ernst Hofbauer, der mit seinen Schulmädchen-Report Filmen zur sexuellen Revolution im biederen Deutschland beitrug und der Chinese Kuei Chih-Hung teilen sich die Arbeit auf dem Regiestuhl. Was dabei rausgekommen ist? Eine Easternkomödie mit viel Kung Fu-Gekloppe und massiv nackter Haut. Außerdem läuft funky Musik im Hintergrund, die zwar nicht unbedingt passt, aber gefällt.
Worum es geht?
Eine Bande von Piraten kidnappt eine Gruppe von Mädels auf hoher See, um sie an den fiesen Obermotz im Dorf zu verscherbeln.
Bei diesem angekommen werden die Mädels eingehend begutachtet und auf ihre Qualitäten hin geprüft. Sprüche wie "Auf dir könnt' ich durch die gesamte Wüste Gobi reiten!" oder "Diese Stellung war doch schon den alten Ägyptern zu langweilig." sorgen für den nötigen Spaßfaktor. Das ganze ist jedenfalls überhaupt nicht ernst zu nehmen. Selbst wenn man es könnte: zum Glück gibt es noch Ko Mei-Mei, deren Bruder sie vor 2 Jahren bei dem finsteren Banditen zurück lassen musste. Er versteckte sich auf einer Insel und entwickelte neue Kampftechniken, um eines Tages die Schwester zu befreien.
Das Schwesterchen ist allerdings auch ganz tough und unterrichtet die gefangenen Mädels im tödlichen Olivenkernspucken und anderen Kampfeskünsten.
Insgesamt werden im Palast ständig irgendeinem der Mädels die Klamotten vom Leib gerissen. Allerdings teilen sie auch ganz gut aus.
Jetzt weiß ich auch endlich, weshalb man dort einfach nur dünne Papierwände hat. So ist es für die männlichen Schergen nicht ganz so schmerzhaft, wenn die blonden Katzen sie durch die Räume kloppen. Handkantenschläge und Schlaggeräusche in bester Bud Spencer Tradition gibt es selbstredend oben drauf.
Auch haben absolut alle Darsteller lange Haare. Ok, es sind alles Perücken und das sieht man auch, aber wenn der Obermotz mit seinem 2 Meter langen Pferdeschwanz Treppen zum Einsturz bringt, macht das absolut gar nichts!
Die Geschichte wird nicht langweilig und die Knallersprüche tun ihr Übriges zum Sehspaß. Die Kulissen sind toll und detailliert. Das Innere des Palastes ist sehr nett anzuschauen, auch die Nachtexpeditionen von Ko Mei-Mei zu Bruder Ko Pao mit schleichenden Kapuzenninjas packt durch das unglaublich stimmige Setting. Spätestens am Strand kommt dann richtig Stimmung auf!
Grenzenloses Overacting und sehr coole Kämpfe ziehen sich durch den gesamten Film.
In der letzten halben Stunde wird sich quasi nur noch geprügelt. Die mittlerweile sehr gut ausgebildeten Mädels verteilen an die in schwarz gekleideten Lakaien die Tracht Prügel ihres Lebens und das komplett barbusig.
Die Kampfchoreografien können sich also durchaus sehen lassen und ich bin spätestens beim Ende des Filmes vollständig zum Easternfan konvertiert.
Was für eine tolle und stimmige Veröffentlichung. Das scharfe Bild, der tolle Ton. Ich bin begeistert und werde mir den Streifen sicher noch einige Male anschauen.
Meinetwegen können die Perlentaucher von Camera Obscura in naher Zukunft gerne noch mal einen so verrückten Eastern bringen.
Ich werde zuschlagen und möchte jedem anraten, sich dieses Kleinod ins Heim zu holen!

Dienstag, 10. August 2010

The Brain From Planet Arous (Die Augen des Satans - 1957)


Salom, Salom meine Damen und Herren. Hier sind wir wieder.
Nach dem Double Feature und gleichzeitigen Abschluss der ersten Box, habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge den letzten Teil der jetzt schon legendären Galerie des Grauens geschaut.
Die Box ist voll und so wirklich mag man es nach über einem Jahr gar nicht fassen. Im Juni 2009 habe ich den ersten Film "The Crawling Eye" (1958) der Galerie des Grauens hier in diesem Blog besprochen. Die Reihe war auch irgendwie Anlass, das Projekt hier zu starten und den Menschen da draußen feine Filme, die leider viel zu wenig Beachtung bekommen, näher zu bringen. Die Herren von Anolis haben uns nicht nur ein Juwel unschätzbaren Wertes beschert, mit diesem Mammutprojekt hat man etwas völlig Einzigartiges geschaffen. Monat für Monat wurden wir mit Genrefilmen in liebevollster Aufbereitung verwöhnt. Nur ganz selten kam es zu Verzögerungen, was im Hinblick auf den großen Aufwand, den Anolis zu stemmen hatte, einfach beeindruckend ist. Vielen Dank dafür!
Doch widmen wir uns nun "The Brain From Planet Arous"!

Zwei Wissenschaftler begeben sich auf den Weg zum völlig überhitzten Mistery Mountain, da sie eine schwankende radioaktive Strahlung messen und deshalb reichlich pikiert drein schauen. Einer der Wissenschaftler ist die Genreikone John Agar, der bereits in Filmen wie "Zontar The Thing From Venus" (1965) , "The Mole People" (1956) oder "Revenge Of The Creature" (1955) mitspielte.
Agar beginnt sofort, auf diesem mysteriösen Berg extrem zu transpirieren, während sein Sidekick lieber das Hemd aufknöpft und die Brust frei legt. Mit Geigerzähler (in diesem Fall ist es ein minimal modifizierter Fön) machen sich die beiden auf die Suche nach der unbekannten radioaktiven Quelle.
In einer abgelegenen Höhle treffen sie auf unerklärliche Lichtblitze, die sich als ein Geistergehirn aus dem Weltall entpuppen, welches auch sogleich Besitz von Agars Körper ergreift und den Kollegen gepflegt röstet. Ziemlich blöd für Letzteren.
Zurück in seinem Labor findet Agar (oder viel mehr das Geistergehirn) seine Geliebte plötzlich ziemlich scharf und er beginnt sie stürmisch zu begrüßen. Auf dem Heimatplaneten gibt es offensichtlich keine andere Gehirne, die wenigstens sekundäre Geschlechtsmerkmale aufzuweisen haben.

Die Gefährtin fristet im Übrigen ein ziemlich tristes Dasein. Im Gegensatz zu anderen frechen und durchaus selbstbewussten weiblichen Hauptdarstellerinnen in Monsterfilmen, hat sie eine ziemlich unterwürfige Rolle übernommen. Ihr bleibt wenig Spielraum, intervenierend zu handeln oder die Geschicke der Protagonisten in irgendeiner Form zu beeinflussen. Stattdessen hält sie sich an ihren "Paps" und erkundet mit ihm die mysteriöse Höhle aus der, nach dessen Wiederkehr, ihr Mann mit so seltsamen Verhaltensweisen kam. Auch die beiden stoßen auf ein Geistergehirn. "Paps" erste Reaktion, nachdem ihn das Gehirn anspricht, ist "Wer sind Sie? Was wollen Sie?". Hey, wer würde ein riesiges Gehirn von einem fremden Planeten nicht siezen? Man weiß ja schließlich nicht, ob es feindlich gesonnen ist und dich bei unhöflichem Benehmen nicht auf der Stelle röstet!
Überhaupt sind die, zumindest in der deutschen Synchronisation, Dialoge zwischen Erdlingen und Weltraumgehirnen sehr amüsant!
Wir haben es jedenfalls mit 2 Gehirnen zu tun. Ein gutes und ein böses Zerebrum. Beide sehen allerdings völlig identisch aus und haben einen ziemlich zugedröhnten Schalfzimmerblick.
Das Böse befindet sich mittlerweile im Körper des Wissenschaftlers March (Agar), während sich das gute Hirn einen ziemlich ausgefuchsten Wirt sucht: einen HUND (George)! Im weiteren Verlauf des Films werden wir auch noch erkennen, dass es sich nicht um irgendeinen Hund handelt, nein...es ist ein Rüde!
Der Hund hat übrigens schon vor der Inbesitznahme durch den fremden Außerirdischen etwas gegen den besessenen Dr. March und greift ihn ziemlich spektakulär an!

In dem Streifen gibt es wirklich viele Landschaftsaufnahmen und einiges an Außenhandlung. Die Leute sind des Öfteren damit beschäftigt, sich durch Steinbrüche und Höhlen zu kämpfen. Auch das Personal bleibt nicht im einstelligen Bereich. Wenn man bedenkt, dass dieser Film eigentlich nur eine Auftragsarbeit für das Drive-In Kino ist. Faszinierend.
Die Geschichte weiß zu gefallen, ist sehr straff erzählt und enthält wenig Längen.
Der Showdown ist, wenn auch unblutig, sehr interessant inszeniert. Das Gehirn materialisiert sich endlich und wir sehen, dass es an Angelsehne durch das Laboratorium dirigiert wird.
Macht aber gar nichts, denn die Tricktechnik bleibt in diesem Streifen weitestgehend ungenutzt. Ein Effektfeuerwerk, wie es bei "Fiend Withouth A Face" (1958) der Fall war, sollte man also nicht erwarten.
Bis auf die wirklich fiesen pechschwarzen Kontaktlinsen, die Agar sich auf seine Glotzer kleben muss, bleibt die Trickkiste ungenutzt. Wie der Audiokommentar verrät, sind diese nicht im geringsten mit dem vergleichbar, was man heute Kontaktlinsen nennt und es erklärt, weshalb der gute Agar bisweilen großen Tränenkanalausfluss zu verzeichnen hatte.
Überhaupt ist der Audiokommentar von Monstruloge Ingo Strecker und Filmuniversalgelehrtem Keßler superb. Während im Hintergrund Polizeisirenen durch die Straßen jagen, lassen sich die beiden nicht beirren und nehmen weiter todesmutig mit Nerven aus Stahl den Audiokommentar auf. Selbst kostspielige Ausflüge in finstere Höhlen hat man nicht gescheut. Ja, zum Abschluss der Galerie hat man sich einige Schmankerl einfallen lassen. Eine sprechende Spielzeuggiraffe gehört ebenfalls dazu, wie auch Schlumpfknisterpulver!
Das Bild ist unglaublich scharf und niemand mit klarem Verstand würde den Film bis zurück in das Jahr 1957 datieren. Wie auch, bei diesen gestochen scharfen Aufnahmen? Einfach herrlich!
Und was den Drehbuchautoren betrifft, da bringen es die beiden Audiokommentatoren auf den Punkt "...der [Drehbuchautor] wenig gemacht hat und das, was er gemacht hat, war schlecht".
Trotzdem kann dieses großartige Gehirnmonsterhorrorabenteuer über die gesamte Länge begeistern, durch tolles Bild und geniale Features.

Abschließend kann man sagen: ein wahrhaftig würdiger Abschluss der ersten Box.
Ich verneige mich zutiefst vor allen involvierten Menschen und bedanke mich für die vielen amüsanten und beeindruckenden Stunden mit der Galerie des Grauens.
Dieses Kleinod ist so sicher einzigartig und ich wünsche Anolis mit der zweiten Box alles nur erdenklich Gute.
Ich hoffe, mit meinen Besprechungen konnte ich wenigstens ein kleines Rädchen im Uhrwerk dieser phänomenalen Veröffentlichung sein.
Der Zombiebunker dankt.

Montag, 9. August 2010

Day The World Ended (Die letzten Sieben - 1955)

Meine Damen und Herren, soeben erreichte mich das letzte ICatcher Paket! Ungeduldig öffnete ich es, fand zu meiner Überraschung einen Galerie des Grauens Kugelschreiber und die beiden letzten langersehnten Filme der Reihe vor.
Da hieß es: nicht lange fackeln, die Prüfungsvorbereitung ganz ohne Prokrastination sein gelassen, die Schüssel Müsli in die Ecke gepfeffert und den ersten Film in das Laufwerk gedrückt.
Wie schön, nach so langer Zeit endlich wieder die vertrauten "Amelia"-Rufe ertönen zu hören und in voller Gänze dem Monsterhorror der 50er Jahre zu erliegen.
Dass dies gewährleistet wird, garantiert der Name auf der Verpackung "Regie: Roger Corman" ("A Bucket of Blood" (1959) oder "Attack of the Crab Monsters" (1957)).
Kaum zu glauben, dass dieser zukunftskritische Filmbeitrag grade mal mit 96'000$ zu Buche schlug. Ok, man sieht schon, dass er billig war, immerhin gibt es sehr begrenzte Schauplätze und nur wenige Darsteller, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch. Von der Spannung her und dem Handlungsverlauf, ist "Day The World Ended" sogar noch ein bisschen ausgereifter als die Crab Monsters.
Worum geht es?
In der Eingangssequenz sehen wir verstörende Bilder einer Atombombenexplosionen, gefolgt von einem bizarren Flug der Filmcredits durch Atomwolken. Warum nicht?
Die Kamera schwenkt in eine zerstörte Stadt, über eine endlose Wüste, Nebel wabert durch die Luft. Es herrscht Endzeitstimmung. Irgendwo in der Wüste von Amerika sind Jim und seine Tochter Louise in ihrem Haus und messen die radioaktive Strahlung. Lange sind sie nicht mehr alleine, denn nach und nach treffen Überlebende ein und suchen Unterschlupf bei ihnen.
Da hätten wir ein Pärchen, bestehend aus der Blondine Ruby und dem Schmierlappen und Unsympathen vor dem Herrn: Tony. Außerdem bringt der Geologe Rick einen verstrahlten Mann namens Radek (cooles Sternstaubmake-up, das an Quatermass erinnert) mit und ein alter Kerl (Pete) mit seinem Esel (Diabolo) machen abschließend die Runde komplett. Da haben wir die letzten Sieben! Ein bunter Haufen.
Es kommt zunehmend eine sehr beklemmende und dystopische Stimmung auf, denn die meiste Zeit befinden sich die Leute im Haus. Draußen herrscht Strahlung, die zwar abnimmt, aber es könnte jederzeit ein Wolkenbruch mit Atomregen eintreten! Ach ja, und dann sehen wir noch Petes Esel, wie er durch die Atomwolken trabt. Klasse.
Dem Hausherren Jim haben die Überlebenden diesen Zufluchtsort zu verdanken. Der gute Mann hat nämlich mitgedacht. Rationiertes Essen, ein hauseigener Geigerzähler, ein eigenes Elektrizitätswerk, das autarke Wassersystem, sogar Saatgut und die absolut brilliante Lage (im Tal, das durch die edelmetallhaltigen Gebirge abgeschirmt wird!) schützen die heterogene Gesellschaft und potenzieren die Überlebenschancen. Seit 10 Jahren beschäftigte er sich bereits mit den Vorkehrungsmaßnahmen.
Markige Sprüche wie "Der arme Teufel macht's nicht mehr lange!" oder "Ich bin ein Mann, der gut aussieht und Sie sind wie geschaffen für mich." dürfen nicht fehlen und sorgen für die nötigen Schmunzler.
Der verstrahlte Radek geht des Nächtens um und jagt sich draußen den ein oder anderen Hasen.
Aber irgend etwas ist dort noch!
Das Monster lässt sich ziemlich lange Zeit und hat dann auch einen eher bescheidenen Auftritt. Dafür ist die Kostümgestaltung ganz amüsant.
Lustige Bommelhörnchen an Kopf und Schultern und ein tollpatschiger Gang. Aber der Film lebt eigentlich von der wirklich solide inszenierten Handlung, die sich innerhalb der Gruppe entspinnt. Die absolute Extremsituation wirkt auf alle anders. Die einen brennen Schnaps, die anderen tanzen, wieder andere spielen Karten und Hausherr Jim gibt gerne seine Bibelstunde.
Insgesamt kommt eine schöne Atmosphäre auf, die ich dem Film eingangs gar nicht zugetraut hätte. Primär habe ich einen Monsterfilm, der durch die Optik besticht, erwartet. Eine willkommene Abwechslung also.
Auch die gesellschaftskritische Haltung zur Atomenergie fällt deutlich auf. "Ist es eine Frage der Selbsterhaltung?" fragt Jim "Nein, der Menschlichkeit!" entgegnet ihm seine naive blonde Tochter. Sie hört übrigens Stimmen, aber als dumme Frau hört ihr ja eh keiner zu.
Als kleines Bonbon enthält "Day The World Ended" noch eine Badeszene mit den 2 letzten Damen der Welt, in feschen 50er Jahre Bikinis und kunstvoll hochgestecktem Haar. Ich war begeistert!
Die deutsche Synchronisation ist absolut klasse, das Bild leider sehr unstet. Von absolut scharf, bis schwer erkennbar ist alles dabei. Dies liegt vor allem daran, dass in den Nachtszenen durch die Grobkörnigkeit viele Konturen verwischen. Allerdings stört das auch gar nicht weiter.
Die Veröffentlichung von Anolis ist wie immer vorbildlich.
Beim Audiokommentar ist wieder der ebenfalls großartige Herr Zion an der Seite von Christian Keßler. Die beiden machen ihre Sache wie gewohnt hervorragend und werten die Veröffentlichung noch einmal ungemein auf. Geballte Fachexpertise trifft auf einen ausgeprägten Sinn für geistreichen Humor. Dieses Mal mit geschichtspolitischen Hintergründen zu den internationalen Beziehungen und dem kalten Krieg im Besonderen. Für mich als Politikwissenschaftler, ist das natürlich eine schöne Sache! Klasse!
Des Weiteren fällt das Booklet dieses Mal wieder etwas dicker aus, da zahlreiche Promotionbilder abgedruckt sind und auch ein sehr informativer Text von Sir Ingojira dabei ist.
Ein absolut gelungener Titel der Reihe, den es sich lohnt anzuschauen!

Sonntag, 8. August 2010

Red Water (2003)

Ja, es gibt sie noch. Diese kleinen Filme, die einem das geben, was man von ihnen erwartet.
Zuletzt konnte dies im Tierhorrorbereich der jüngeren Vergangenheit nur Frankenfish. Umso glücklicher war ich, als der Abspann lief und ich endlich wieder sagen konnte "Ja, ich habe gerade einen echt guten modernen B-Movie Tierhorrorstreifen gesehen!"
Dabei sah es zu Anfang noch gar nicht so sehr nach einem Knaller aus. Eingangs sieht man nämlich einen eher schlecht animierten Hai durch das Bild huschen und zu allem Überfluss spielt Rapperniete Coolio (der irgendwann in den 90ern mal populär war) auch nocht mit.
Ok, dann muss man einfach durch. Das hier ist schließlich nicht "Deep Blue Sea" und der Coolio nicht LL Cool J (warum müssen sich Rapper eigentlich immer diese grenzdebilen Namen ausdenken?).
Coolio begnügt sich jedenfalls mit einem absolut lächerlichen Kostüm und einer völlig bescheuerten Frisur. Sein "Schauspiel" trägt dann auch mehr zur Belustigung, als Dramaturgie bei. Wie es sich für "Gangster" gehört, fuchtelt er auch schnell mal mit der Knarre rum und hält sie natürlich stylish schräg! Puhh.
Gut, dass der alte Lou Diamond Phillips die männliche Hauptrolle übernimmt. Sie kennen ihn vielleicht aus Genrefilmen wie "Bats - Fliegende Teufel" (1999) oder "Route 666" (2001).
Die Geschichte dreht sich jedenfalls um eine korrupte Ölbohrfirma, die im ländlichen Nationalpark nach Öl sucht und einen Hai, der Geist der Ahnen, der dort "spukt". Außerdem gibt es da noch die Gangster, die ganz in der Nähe nach einen Schatz tauchen.
Im Verlauf des Films gefällt die Story richtig gut und die Umsetzung lässt absolut keine Wünsche offen, denn: der Hai wird bei seinen Attacken nicht animiert!
Auch die Explosionen sind echte und nicht irgendwie aus Polygonen gepuzzelt. Der Hai reißt außerdem auf recht blutige Weise seine Opfer in Stücke. Vor allem die Pfadfinderin, die von einer Brücke geschnappt wird, hat eine großartige Sterbeszene!
Der Showdown ist auch als solcher erkennbar und rundet diesen kleinen B-Film wunderbar ab. Die Drehorte tun dem Film unglaublich gut. Schön anzusehen sind die Sumpflandschaften, die schon etwas Redneckhaftes haben. Bootshäuser, Wasserläufe etc., was schon bei "Frankenfish" so viel Charme versprüht hat, funktionieren hier genauso gut, auch wenn vergleichsweise wenig Handlungsfiguren aus der Region in den Film involviert sind.
Da stört es auch gar nicht, dass absolut jeder, der sich ins Wasser verirrt, sich innerhalb kürzester Zeit eine blutende Wunde zufügt. Aber solche Begebenheiten sind eben auch das Salz in der Suppe eines kleinen B-Filmes.
Eine klare Empfehlung für so viel Mut zur Tradition!

Freitag, 6. August 2010

Jaws (Der weiße Hai - 1975)

Wie im Ausblick "Fischgeschichten" schon auf die kommenden Veröffentlichungen im Aquahorror hingewiesen wurde und sich eine kleine Themenverschiebung andeutete, möchte ich so langsam nach den Italowochen, die Tierhorrorwochen auf dem Zombiebunker einläuten (keine Angst, es wird auch weiterhin Italobesprechungen geben!).
Den Anfang macht der Tierhorrorklassiker, der vermutlich in seiner Intensität und Großartikeit niemals übertroffen wird.
JAWS!
Ich muss zugeben, dass ich Jaws erst sehr spät für mich entdeckt habe und sich die Sichtungen auf zufällige Aufeinandertreffen im Nachtprogramm der Privatsender beschränkten.
Als "Fischkopp" hatte der Unterwasserhorror, wie ich bereits schrieb, stets eine besondere Faszination ausgeübt und man möge es mir glauben oder nicht, aber es trug sich bei den spontanen Begegnungen zwischen mir und dem Hai niemals zu, dass ich das Original, den allerersten Teil von Jaws, zu Gesicht bekam.
Dementsprechend ehrfürchtig war ich bereit, eine hohe Summe für eine gebrauchte DVD mit der Original Kinosynchronisation auszugeben. Denn hier muss man obacht geben: nur die Anniversary Collector's Edition hat die alte Synchro!
Die beiden Special Editions und die 30th Anniversary Collector's Edition sind mit einer wohl professionellen Neusynchronisation versehen, in der aber die nervtötende Synchrostimme von Eddy Murphy ihr Unwesen treibt. Zum Glück blieb mir dieses sicher haarsträubende Erlebnis erspart.
Aber kommen wir zurück zur Ehrfurcht.
Die glitzernde DVD Scheibe behutsam in den Schlitz eingeführt, die Luft angehalten und gestaunt.
Ein absolut scharfes Bild flimmert vor meinen Augen und man sieht wunderschöne Aufnahmen von einem kleinen Fischerdorf auf einer Insel. Roy Scheider als Chief Brody macht eine gute Figur, kommt sehr charismatisch rüber. Dem gegenüber der schleimige und korrupte Bürgermeister, der durchtrieben von Geldgier über die Feiertage die Strände trotz Haialarm nicht sperren lassen will.
Natürlich fordert das Biest immer mehr Opfer und der gute Brody wird von einer Mutter für den Tod ihres Kindes angeschnarrt.
Man ist ziemlich schnell im Film drin und wird nicht zuletzt durch die wirklich tollen Einstellungen und Bilder gepackt.
Als nächstes tritt der damals noch junge Jungspund Richard Dreyfuss als Meeresbiologe Matt Hooper auf. Der schneidige und bärtige Bursche wächst einem sofort ans Herz und vor allem sein vernunftbeseeltes Handeln kann den Grimm über die Affen von der Verwaltung schmälern. Nummer 3 im Männerclub ist der alte Seebär Quint, gespielt von Robert Shaw. 3 Männer begeben sich auf die Reise, auf eine kräftezehrende und ungewisse Jagd nach dem großen Weißen.
Das sind echte Männer! Aus Shaws wettergegärbtem Gesicht meint man pures Testosteron fließen zu sehen. Dreyfuss mit seiner unbedarften und humoristischen Art sorgt zunächst für Hengstbissigkeit, die sich aber schon nach ein paar Schnäpsen einstellt. Spätestens, als sich die 3 ihre Narben zeigen und Quint über seine Kriegsvergangenheit berichtet, ist der echte Mann im Innersten berührt und bewegt. Das schweißt zusammen, das hält die Bande!
Drei Männer, ein Boot, ein Hai!
Die Angriffe des Hais sind absolut authentisch und durch die unglaublich großartigen Effekte aus dem Jahr 1975 extrem beängstigend. Bei jeder Attacke fühlt man praktisch physischen Schmerz!
Ohne weiter viele Worte verlieren zu wollen: Jaws ist ein absolutes Meisterwerk und gehört in jede(!!!) Filmsammlung.
Allein welche Rezeption der Streifen in der Popkultur erlebt hat, die markante musikalische Untermalung. Wenn es Horrorfilmschulen gäbe, Jaws wäre die Fibel aus der 1. Klasse.
Also meine lieben Leser und Leserinnen, ran an den Speck, solange es die Originalfassung noch zu erschwinglichen Preisen gibt.

Donnerstag, 5. August 2010

Creature (Alien Lockdown - 2004)

Nu Image. Ein Name, der vielen Filmfreunden bekannt sein dürfte und von den meisten maximal ein müdes Lächeln geschenkt bekommt. Nu Image bedeutet: C-Klasse Filme, oft mit Tiermonster oder nur einfachen Retortenmonstern und eher dünner Handlung (ganz zu schweigen von den begrenzten schauspielerischen Leistungen!)
Spricht wohl alles für eine Filmschmiede, die nur Quatsch produziert, den niemand braucht? Falsch! Durch die Fließbandarbeit atmen die Veröffentlichungen den Geist von längst vergangenen Tagen...den Tagen, in denen schlechte Filme noch gut waren!
Eines dieser seltenen Exemplare ist auch "Creature". Wer auf gepflegten Monsterhorror steht und Viecher gerne physisch und nicht durch Polygone generiert über die Mattscheibe schleichen sieht, ist hier richtig.
Die animierten Szenen beschränken sich auf Helikopter und die kleine Babybrut des Alienviehs.
Aber fangen wir erst einmal mit der Geschichte an.
Ein Meteoroid tritt in die Erdatmosphäre ein, wird dadurch zum Meteor und landet in einer Wüste. Der auf der Erde gelandete Meteor heißt dann übrigens Meteorit - ein kleiner Exkurs in die Astronomie, um den Bildungsauftrag in diesem Blog auch wahrzunehmen.
Jedenfalls bleibt nur noch ein kleiner grüner Faustkeil übrig, der irgendwann in die Hände eines verrückten Wissenschaftlers fällt und zu einem Superalienviech gezüchtet wird. Übrigens ein Weibchen, das eine bezaubernde digitale Brut in die Welt setzt.
Nach einem Unfall wird ein Militärtrupp losgeschickt, angeführt von einer sexy Asiatin, um die Lage zu klären.
Der Film ist relativ unspektakulär, spielt die meiste Zeit in den Katakomben des abgelegenen Labors und hat zu Beginn auch stark mit Längen zu kämpfen, dreht dann aber mächtig auf, wird sogar richtig blutig und unterhält bestens.
Der Abschluss ist etwas wundersam, vorhersehbar und mit einem Pseudotwist versehen.
Das Monster sieht großartig aus! Es ist irgendwie eine Mischung aus Predator und Alien, eigentlich ein ziemlich dreister Rip-off, aber im Film gefällt es. Auch seine Fortbewegung wirkt bisweilen ganz amüsant. Nicht nur einmal kommen einem Assoziationen mit einem hoppelnden Hasen in den Sinn.
Der Film sieht nach solider TV-Produktion aus und bietet dem B- und C-Film erprobten Genrefan unterhaltsame Kost. Wie der Executor sagen würde "ein guter Snack für zwischendurch!". Word!
Wer jedoch einen Science Fiction Kracher erwartet, der sollte lieber die Finger von "Creature" lassen.
Der Streifen kam hierzulande übrigens von Kinowelt heraus und wurde im Zuge einer Boxveröffentlichung unter dem Titel "Cruel Creature Collection" veröffentlicht.
Pro Box sind 3 Nu Image Filme dabei.
Neben Sharkman, Mosquitoman und Skeletonman, ist auch noch Larva und Snake King drin.
Mosquitoman (mit Parker Lewis) und Larva sind uneingeschränkt zu empfehlen und werden demnächst auch an dieser Stelle besprochen werden.
Das Tolle ist, die Boxen gibt es jeweils für lumpige 6 Kröten beim Marktplatz. Für 2 € pro Film inklusive Versand, kann man einfach nichts falsch machen...auch wenn Skeletonman verspricht, ein abgrundtief schlechter Film zu werden, vielleicht wird er aber auch gerade dadurch zu einem kleinen Knaller? Warten wir es ab!

Sonntag, 1. August 2010

Ausblick: Fischgeschichten (Piranha 3D, Bait 3D, Shark Night 3D und The Reef)

Eigentlich war es ja nie ruhig in den Gewässern der Kinogeschichte. Mit "Jaws" (1975) erschuf Regisseur Steven Spielberg mal eben die Blaupause für alle Nachkömmlinge, die auszogen, um das Konzept vom unterseeischen Horror umzusetzen. Es folgten etliche gute und durchschnittliche Sequels, der leider immer noch in keiner vernünftigen und ungeschnittenen Version veröffentlichte "Barracuda" (1978) und wirklich finstere Stunden des Hai-Horrors mit dem deutschen Amateurfilm "Hai-Alarm auf Mallorca". Wenn man allerdings an die Anfänge des Hai-Filmes gehen möchte, so muss man bis in die 40er Jahre zurück. Zu einem Herren, dessen Ehre mir zuteil wurde, ihn im Rahmen eines Naturfilmfestivals persönlich kennen zu lernen.
Die Rede ist vom österreichischen Tauchpionier Hans Hass, der 1948 den revolutionären Film "Menschen unter Haien" drehte. Schon damals muss die beklemmende Atmosphäre der für uns lebensfeindlichen Welt die Menschen stark beeindruckt haben. Mich, als Kind, das an der Küste aufgewachsen ist, hat das Meer schon seit jeher bewegt und fasziniert. Nach jedem Hai-Film wurde das Baden in der Ostsee zu einer Mutprobe sondergleichen. Zum Glück wurde ich irgendwann im Biologieunterricht über den Unterschied von Süß- und Salzwasser aufgeklärt und konnte fortan beruhigt, auch nach dem Genuss von einschlägigen Filmen, das kühle Nass furchtlos aufsuchen.
Umso schöner ist es, dass dieser Tage ein kleines Revival an Unterwasserhorrorstreifen auf uns wartet.
Da hätten wir die von Alexandre Aja ("High Tension", "The Hills Have Eyes", "Mirrors") gedrehte und Eli Roth ("Cabin Fever", "Hostel") produzierte, vielversprechende Neuinterpretation vom 1978er Kultstreifen "Piranhas". Dieses Mal sogar in 3D!
Was man im Vorfeld zu sehen bekam, begeisterte vor allem Genrefans. Es gibt unglaublich viel Blut, leider nur mäßig animierte Fischchen und eine ganze Menge nackter Haut (inklusive Wet-T-Shirt-Contest).
Man wird bei der Betrachtung des Trailers das Gefühl nicht los, dass sich Aja vor dem Genre des Tierhorrorfilms tief verneigt und seinen Streifen mit allen "Trademarkes" garniert.
Wer sich gerne die volle Dröhnung geben will, dem sei der 9min. Report der Comiccon auf Bloody-Disgusting empfohlen. Aber Obacht: Spoiler!
Zudem gibt es eine ganz nett gemachte Homepage zum Film zu begutachten.
Wie das Ganze dann in 3D wirkt, wird man ab dem 7. Oktober in den Lichtspielhäusern Deutschlands wissen.
Aber auch das Killervieh schlechthin erlebt eine kleine Renaissance. Gleich 3 potentielle Kracher stehen ins Haus.
Was haben wir noch im Angebot? Ach ja, "Bait" ebenfalls in 3D! Über diesen Film ist
noch nicht wirklich viel bekannt, aber im Internet schwirrt ein kleiner Teaser herum, in dem uns Regisseur Russell Mulcahy ein wenig verrät und über den Film plaudert. Es wird wohl um einen unterirdischen Supermarkt gehen, der nach einem Tsunami überschwemmt und von Killern (menschlicher und pelagischer Natur) heimgesucht wird. Ein Termin für die Kinos ist allerdings noch nicht bekannt. Das Postermotiv sieht aber schon großartig aus.
Mit "Shark Night 3D" arbeitet David Ellis nach "Snakes On A Plane" (2006) an einem weiteren Tierhorrorflick! Mit einem Budget von 28 Millionen $ hat der Mann, bedenkt man die aufwändige 3D-Technik, zwar nicht die größten Möglichkeiten für eine Wiederbelebung des alten Stoffes, aber dass dies nicht immer von Nöten ist, bewiesen in der Vergangenheit ja eine ganze Reihe von großartigen Titeln.
Zuletzt haben wir einen Film, der sich schon in einem fortgeschritteneren Stadium befindet, vor uns. "The Reef" von Andrew Traucki basiert auf einer wahren Begebenheit und soll mehr in Richtung "Open Water" (2003) gehen. Der Trailer macht Lust auf mehr und wir wissen spätestens seit dem stillen Kroko-Horror "Black Water" (2007), dass Traucki exzellente Arbeit abliefert. Der Aussie-Streifen soll im englischssprachigen Ausland noch dieses Jahr Einzug in die Kinosäle halten.
Da kommen einige leckere Häppchen auf uns zu!
Wer nicht so lange warten möchte und ein Roger Corman-Fan ist, der kann sich die SyFy Channel Produktion "Sharktopus" reinziehen. Mit absolut geilem Titelsong! Trashalarm! Wohl bekomm's!