Montag, 13. September 2010

Cathedral - The Guessing Game

Nanu, eine Musikbesprechung zwischen dem ganzen Filmgedöns. Dann noch über eine ziemlich unscheinbare Scheibe der britischen Kapelle Cathedral. Höchste Zeit wurde es!
Doom Metal haben die Burschen mal gemacht, mittlerweile ist man ziemlich auf Progrock und Classic Rock hängen geblieben. Aber auch Stoner Rock, Psychedelic und klassischen Heavy Metal kann man neben Jazz und Folk unter den Klangteppichen erkennen.
Der Einstieg der Scheibe beginnt mit Frauengestöhn, gefolgt von einem stampfenden Gitarrenriff. Lustige Trompeten, Klimper Klimper, ein bisschen Orgel hier und Gefiedel da. Zirkusatmosphäre kommt auf und man weiß gar nicht so recht, wo man hier gelandet ist. Dann kommt auch noch Babygeschrei und man ist völlig irritiert. Ja, wenn da nicht nach dem 2-minütigen Intro schwer rollende Gitarren losgelassen würden und Lee Dorrian mit seinem eigenwillig klingenden Organ zum Angriff bliese. "Funeral Of Dreams" - das klingt vor allem in den abgedrehten Semisprechpassagen gewöhnungsbedürftig, aber nach einer gewissen Zeit richtig genial. Immer noch fällt es schwer, die richtige Schublade zu finden. Das optische Äquivalent zur Musik wäre wohl am ehesten der verrückte Hutmacher oder die schräge Grinsekatze aus Alice im Wunderland.
Durchbrochen werden die Passagen mit saftigen Rockriffs und voluminösen Schlagzeugtrommlereien. Ja, und dann beginnt mit "Painting In The Dark" schon der dritte Song. Wieder mit sehr markanten Melodielinien und progressiven Versatzstücken. Eins ist jedenfalls sicher: langweilig wird es während der Songs nicht. Es gibt etliche Arrangements, Melodiebögen und Bassgezuppeleien zu entdecken. Kein Wunder, bei der Fülle an beteiligten Musikern. Eben Episch auf allen Ebenen.
Das wird dann auch noch auf 84 Minuten ausgewalzt, so dass man eine dicke Doppel-CD in den Händen hält, wenn man sich für "The Guessing Game" entscheidet. Songs unter 6 Minuten sind dann auch eher eine Seltenheit, aber genau so muss es sein!
Zeit kann man damit also genug verbringen. Die Scheibe ist im Prinzip genau die Art von Platte, die man sich kauft, alles stehen und liegen lässt und sie bei einem kühlen Bierchen oder wahlweise dem erlesenen Portwein am Stück genießt. Das ist dann sowas wie die musikalische Offenbarung und man fühlt sich durch die Schallwellen halluzinogen stimuliert.
So, und was hat die Platte als solches jetzt mit Bfilmen zu tun?
Wirft man einen Blick auf die Trackliste stolpert man über den Titel "Edwige's Eyes". Ja und wer könnte sich dahinter verstecken? Natürlich die "Queen of Giallo Movies" herself, jawohl!
Neben dieser Hommage an die Göttin des italienischen Slashers gibt es noch etliche weitere Filmbezüge durch direkte Einspieler oder subtile Einsprengsel.
Und dann das Artwork. Natürlich ist jeder Song illustriert, aber das opulente Gemälde, dessen Ausschnitt nur das Cover ziert, sucht seinesgleichen. Man erwirbt hier also neben der musikalischen Kunst, auch noch die zeichnerische von Dave Patchett. Wer übrigens nach dem letzten Song geduldig ist, der wird dem Künstler höchpersönlich nebst Gitarrengeschrammel bei der Erläuterung seines Werkes lauschen können.
Sperrig, schräg und schwer verdaulich auf den ersten Blick. Ab dem zweiten Hördurchgang dann aber völlig mitreißend. Alles scheint verkopft, bis ins letzte Detail durchdacht, aber trotzdem kommt die Musik völlig natürlich und homogen daher. Wahnsinn!
Einen guten Eindruck über den Sound und auch das Artwork erhält man bei diesem Album Teaser auf Youtube. Die Betrachtung lohnt sich wirklich, da fast alle Songs angespielt werden und man so einen optimalen Überblick über die stilistische Vielfalt des Albums erhält!
Dieses moderne Meisterwerk sollte in jede Musiksammlung gehören, die sich "offen geistig" nennt!
Ich bin beeindruckt.

Dienstag, 7. September 2010

In eigener Sache: Ausblick, Horrorzeitschriften, Die Toten 2

Ja, momentan sieht es ihnhaltlich etwas dünn mit neuen Beiträgen aus. Ich bin grade in den letzten Zügen meines Studiums und habe daher nur sehr begrenzte zeitliche Ressourcen für die Arbeit am Zombiebunker zur Verfügung. Das wird sich allerdings auch bald ändern. Spätestens, wenn Subkultur die Astro Zombies auf Deutschland los lässt! Dies geschieht anscheinend etwas später als geplant, da die Verantwortlichen noch den letzten Schliff vollenden und nur ein perfektes Scheibchen auf den Markt hauen wollen.

Damit ich nicht mit ganz leeren Händen da stehe, hier ein kleiner Überblick über die Themen, die ihr in Zukunft noch erwarten könnt. Zum einen werde ich mich den deutschen Printzines widmen. Neben den üblichen Verdächtigen, wie Deadline, Virus, X-Rated oder Splatting Image, sollen das vor allem die deutsche Ausgabe der Girls and Corpses sein, das Vintage Monsters Zine und die Creepy Images sein. Des Weiteren ist ein kleines Special über den Horrorpunkrocker Wednesday 13 geplant. Vor allem der Sound, die Videos und die Texte sind stark horrormotivisch. Abschließend soll dann auch noch ein kleiner Querschnitt durch Onlinebretter und -foren, die Bfilmrelevantes bieten, gegeben werden.
Achja, im Zwerchfell juckt mittlerweile auch schon wieder der Wundgrind und es wird fleißig am zweiten Band von Die Toten gebastelt. Previews und Hintergrundinformationen gibt es auf dem infizierten Blog der Bande.

Sollte ich wieder mehr Zeit haben, werden hier selbstverständlich auch wieder Filmbesprechungen in höherer Frequenz zu lesen sein. Bis dahin, bleibt sauber und schaut brav alte Horrorstreifen!