Dienstag, 18. Januar 2011

Creepy Images - das etwas andere Fanzine

Viele von euch werden die kleinen Fotos noch kennen. Glücklicherweise wurde mir die Gegenwart eben jener Bildchen in den frühen 90ern auch noch zuteil. Aushangfotos in Schaukästen, die auf den nächsten tollen Film verwiesen und mit mit Bedacht gewählten Szenefotos den Kinogänger anfixten.
Unser altes Kino hatte 6 dieser Kästen und nach der Schule war es eigentlich Standard, daran vorbei zu schlendern und sich auszumalen, was für tolle Streifen sich hinter den Appetitanregern wohl verbergen. Es war zwar kein Programmkino, sondern eher ein typisches Kleinstadtkino mit einem Saal, richtiger Popcornmaschine und herrlich nostalgischen Sitzmöglichkeiten im Foyer, aber es war trotzdem traumhaft. Heute ist es ein Supermarkt und Aushangfotos oder Lobbycards sind fast komplett aus den Kinos verschwunden. Übrig geblieben sind nur noch die Kinoposter, die in den Lichtspieltempeln der neuen Kinos expressiv mal zerknittert oder zerschnitten präsentiert werden. Trailer im Internet und virale Marketingkampagnen haben die veraltete Präsentation von Filmen verdrängt. Schlimmer jedoch ist, dass ich nie die Zeit miterleben durfte, als die von mir hier so abgefeierten B-Filme den Zuschauern visuell in Form von Postern und Lobbycards schmackhaft gemacht wurden.
Umso schöner, dass es seit Mai 2009 ein Fanzine gibt, welches sich mit eben dem Thema Werbematerial beschäftigt und die Möglichkeit bietet, in diese Zeit einzutauchen und zudem für Sammler dieser Filmdevotionalien viele Informationen über Umfang oder Neudrucke von Fotosätzen, aber auch die verschiedenen internationalen Varianten gibt. Daher werden neben deutschen, italienischen oder französischen auch noch spanische Fotosätze abgedruckt.
Zur Filmauswahl zählen Horror- und Exploitationstreifen der 50er bis 80er Jahre. Es geht also von amerikanischen Schockern über britische Hammerfilme, bis hin zu italienischen Zombiefilmen.
Das Heftchen namens Creepy Images hat ein kleines, aber feines und sehr handliches A5 Format und ist auf sehr hochwertigem Papier in Farbe gedruckt. Das Layout ist geschmackvoll nostalgisch gewählt und passt perfekt zum präsentierten Material.
Mittlerweile sind 5 Ausgaben erschienen und planmäßig soll #6 ab Februar für die Leserschaft zur Verfügung stehen.
Wie darf man sich das Fanzine nun konkret vorstellen? Es ist in englischer Sprache verfasst, um ein internationales Publikum zu erreichen. Allerdings ist es verständlich und trotzdem anspruchsvoll formuliert, so dass es eine willkommene Abwechslung statt eines störenden Faktors ist. Zu den jeweiligen Filmen gibt es einige Anmerkungen und Hintergründe, z.B. zum Verbot von bestimmten Aushangfotos in Deutschland.
Die erste Ausgabe umfasst 48 Seiten und beschäftigt sich mit den deutschen Lobbycards von "Antropophagus" (1980), sowie "Le Notti Del Terrore" (1981), den italienischen zu "Shock Waves" (1977), den französischen von "The Texas Chainsaw Massacre" (1974) und den spanischen von "Dracula Contra Frankenstein" (1972).
Ab der zweiten Ausgabe gibt es dann auch besondere Dreingaben in Form von tollen Specials und einer erhöhten Seitenzahl auf 52 (ab #4 sogar 64!!!). So kann man in #2 einiges über die legendären Hammerfilme und deren visuelle Vorstellung in Japan erfahren. Auf Ausgabe #3 darf sich dann der in Deutschland lebende Filmfan besonders freuen. Hier wird auf 8 Seiten auf den Phantastischen Film und im Besonderen auf dessen Werbematerial in Deutschland eingegangen und das, wie immer, wunderbar bebildert. Italofreunde dürfen sich ebenfalls freuen, da neben den italienischen Lobbycards und Postern auch in der #4 ein Special über den Giallo und seine graphische Aufbereitung enthalten ist. Einfach großartig!
Für den fairen Preis von 6,50€ bekommt man einiges und daher hier meine uneingeschränkte Kaufempfehlung für dieses mit Herzblut produzierte Fanzine! Die arbeitet muss man einfach mit dem Kauf unterstütze.
Weitere Information, Probeseiten und Bestellmöglichkeiten kann man außerdem auf der Internetpräsenz von Creepy Images einsehen.

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