Donnerstag, 13. Januar 2011

The Green Hornet (2011)

Ich bin wirklich ein Freund von Comicverfilmungen und lasse, obwohl das generell schon meine Art ist, da auch gerne 5 grade sein und bin schnell zu begeistern. Bei "The Green Hornet" (2011) habe ich also vorsorglich meine Erwartungen runtergeschraubt (auch weil ich Seth Rogen nicht besonders schätze) und mich in die Vorpremiere gesetzt.
Ursprünglich stammt der Charakter aus einer Radioserie der 30er Jahre, woraus später eine Comicserie wurde, die bis in die 90er lief und mittlerweile von Dynamite Entertainment reaktiviert wurde. Außerdem produzierte man einige Filme und in den 60ern gab es auch noch eine TV-Serie.
Wie war der Streifen nun? Ich muss sagen, ich bin begeistert.
Jay Chou als unbenannter Sidekick macht einen super Job, auch weil sein Charakter derjenige ist, der im Spotlight steht.
Im Trailer konnte man ja schon sehen, dass man viel Wert auf Humor gelegt hat und es konnte berechtigten Anlass zur Sorge geben, dass die komplette Ernsthaftigkeit dabei flöten ginge. Irgendwie schafft "The Green Hornet" den Spagat und bleibt vollständig in Balance. Vor allem die Geschichte, die keine Superhelden beschreibt, sondern normale Spinner, sorgt für Abwechslung und Glaubwürdigkeit.
Die Handlung ist im Prinzip schnell erzählt.
Ein reicher Schnösel, Sohn eines Zeitungsverlegers, bekommt nach dessen Ableben das Zeitungsimperium vermacht. Da er eigentlich nur Party gemacht hat, weiß er nicht wirklich was mit sich anzufangen, bis er auf Kato, einen ehemaligen Angestellten, trifft, der technisch einiges auf dem Kasten hat und auch noch ein guter Kämpfer ist. Zusammen beschließen sie aus einer Bierlaune heraus, die Unterwelt der Stadt aufzumischen, aber nicht als Helden, sondern eigentliche Schurken aufzutreten. Das ist irgendwie bescheuert und macht ihnen das Leben nicht unbedingt leichter, aber hey, die Story spannender.
Die weibliche Hauptrolle fällt auf die mittlerweile sichtlich gealterte Cameron Diaz. Ich mag sie nicht, aber in diesem Film ist sie ok. Genauer gesagt hat sie mich sogar überrascht, denn ihre Rolle meistert sie mit ein paar Ausnahmen glaubhaft. Ach ja, dann haben wir da noch Sir Christoph Waltz, der endlich wieder einen Schurken mimen darf. Als Chudnofsky, später Bloodnofsky, brilliert er einmal mehr und kann mit seinem Charme die Figur witzig und düster erscheinen lassen. Wenige Bösewichte waren so sympathisch und trotzdem ziemlich böse. Besonderes Lob geht auch an den Soundtrack, der absolut stimmungsvoll und rockig ist. Die a-teamesken (wir schließen uns ein und basteln uns coole Autos und Waffen) Szenen kommen dadurch besonders zur Geltung.
Seth Rogen als einfältiger Tor wirkt wie immer, fügt sich aber überzeugend in das Sujet ein. Die kleineren Keilereien mit Jay Chou sind super durchchoreographiert und intelligent arrangiert. Das einzige, was wirklich fehlt, ist eine tolle weibliche Darstellerin.
Reduziert man "The Green Hornet" auf das, was er ist, spricht man von einer Actionkomödie. Daher wurde sehr viel Wert darauf gelegt, diese in heutigen Zeiten noch besonders erscheinen zu lassen.
Die Halbbullettime - Szenen gefielen mir nicht so sehr, weil sie doch sehr computeranimiert aussahen. Das Gros der Actionszenen war dann aber doch real und verdammt gut inszeniert. Die Königsdisziplin, die Autoverfolgungsjagd, meistert der Film bravourös und kann mit den Inspector Gadget-esken Funktionen der Karren ordentlich punkten und für Überraschungen sorgen.
Der Film ist absolut liebenswürdig, hat einige Knallergags, eine durchschnittliche, aber handwerklich top umgesetzte Story und ganz viel Bildgewalt.
Den Actionfan, den Normalo und den Genrefan sollte "The Green Hornet" ansprechen, wenn man nicht schon von Anfang an mit einer Antihaltung in den Streifen geht. Klar gibt es Logikfehler, aber es kommt erfreulicherweise der von mir am meisten gefürchtete Blödelhumor nicht auf.
Diesen Monat wartet noch "Tron" (2011). Heavy Metal!

Kommentare:

  1. Interessante und ausführliche Besprechung. Danke dafür. Werd mir den Film wohl jetzt auch anschauen :-)

    ...ich mag Cameron Diaz ja...

    Gruß,

    Z

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  2. Hehe, kein Problem! Danke für den Kommentar. Der Film lohnt auf jeden Fall. Auch wenn die 3D Effekte nicht so dolle sein sollen. Aber dafür gibt es ja andere Titel.

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  3. Nein, in dem Falle bin ich mal anderer Meinung. Für mich war's die mit Abstand schlechteste Comic Verfilmung seit Jahren. Unser Kino soll zwar erst Ende Mai 3 D zeigen können, aber ich hatte auch in der Hinsicht nicht den Eindruck, was großartiges verpaßt zu haben und das der Film sich diesbezüglich nur an die momentane Welle dranhängt. Aber die Geschmäcker sind und sollen ja auch verschieden sein !

    Gruß,

    Fynn

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  4. Hammer Streifen. Danke für die Besprechung ohne die ich ihn wahrscheinlich verpasst hätte. Hab mich unglaublich gut amüsiert. Hirn aus, Lachmuskeln an.

    Gruß
    der Zonk

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  5. Haha, ja. An diesem Film scheiden sich wohl die Geister. Mich hat er wirklich gut unterhalten. Ich kann aber auch verstehen, wenn jemandem der Film so gar nicht reingeht.
    Man sollte es auf jeden Fall für sich selbst herausfinden!

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