Freitag, 7. Januar 2011

The Rocketeer von Dave Stevens

Um die Weihnachtszeit habe ich dieses Juwel in einem Dresdner Comicshop erstanden. Es ist ein Comicbuch, dessen eigentliche Veröffentlichung schon etwas länger zurück liegt. Ursprünglich wurde The Rocketeer in den 80ern verkauft und erschien jüngst in einer edlen gesammelten Edition beim deutschen Comic Verlag Cross Cult.
Die Geschichte dreht sich um den waghalsigen Kunstflieger Cliff Secord, der durch einen dummen Zufall in den Besitz einer streng geheimen Technologie gelangt - den Raketenrucksack. Dieser lässt sein bisher ohnehin schon turbulentes Leben noch ein wenig verrückter werden. Da hilft es auch nicht, dass seine Freundin, die sich den Durchbruch im Showgeschäft erhofft, mit Eifersüchteleien noch mehr Dynamik in die Geschichte bringt.
Bemerkenswert ist, dass das Comic gegen Ende der 30er Jahre spielt und somit ein herrlich nostalgisches Setting für eine ungewöhnliche Erzählung bietet. Außerdem taucht das Pin Up Modell aus den 50er Jahren schlechthin auf: die wundervolle Betty Page.
Die Zeichnungen von Stevens, der leider viel zu früh starb, sind überragend und die Neu-Kolorierung durch Laura Martin lässt den vergleichsweise alten Comic völlig frisch erstrahlen. Zum Vergleich hier mal die alte und die neue Kolorierung:
Die Geschichte selbst teilt sich in eine Originstory mit den ersten Geplänkeln und ein weiteres Abenteuer, das in New York spielt.
Leider, muss man sagen, gibt es nicht mehr Stoff vom Rocketeer, denn speziell die letzte Story weiß vollständig zu überzeugen und arbeitet, nach der Einführung der Charaktere, mit seinem Figurenensemble. Immerhin gab es eine, mir leider noch unbekannte, Disneyverfilmung von 1991, die zumindest einen vielversprechenden Eindruck erweckt.
Wer verrückte Geschichten mag, etwas für die nostalgisch verklärte Zeit des 30er Jahre Hollywoodkinos übrig hat und dem in den 50er Jahren vorherrschenden Frauenideal nicht abgeneigt ist, sollte hier definitiv zugreifen.
Anfänglich hatte ich noch meine Bedenken bezüglich der deutschen Ausgabe und wollte zum englischen Original greifen. Die Aufmachung (großformatiges A4 Hardcover), sowie das wirklich großartige Nachwort mit viel Hintergrundinformationen und die sehr gelungene Übersetzung, haben mich dann doch nicht länger zögern lassen.
Ein buntes Abenteuer voller grandioser Bilder, Sexappeal, Nazispionen und Jahrmarktfreaks. Ich habe es sehr genossen und bin froh, dass dieses Werk überhaupt auf dem deutschen Comicmarkt erschienen ist.
29,80€ für 160 Seiten sind hier nicht falsch investiert.
Wer sich nicht sicher ist, sollte sich diese Leseprobe ansehen.

Kommentare:

  1. Die Verfilmung ist auch ebenso absolut empfehlenswert. Sicherlich mit das Beste an Comicverfilmung, was auch heute noch da draußen rumschwirrt.

    Von der Besetzung bis hin zu der gut portionierten Action nimmt "Rocketeer" inszenatorisch vieles vorweg, was nachher "Iron Man" zum Kinoerfolg machen sollte. Obendrauf gibt man dann noch eine putzige Liebesgeschichte und einige extrem gute Lacher, fertig ist die großartige Comicverfilmung. Ich kann mich hier nur wiederholen: Absolut empfehlenswert!

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  2. Sehr gut! Besten Dank Exe, dann wird ich mir das Filmchen holen.
    Sah ja auch sehr creamig flockig im Trailer aus (und sehr nah an der Comicvorlage).
    Sweet!

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