Dienstag, 1. Februar 2011

Tron Legacy (2010)

Ein Rausch der Farben, ein Rausch der Töne. Mit "Tron Legacy" (2010) wurde ein bisschen auch das neue cineastische Jahrzehnt eingeläutet. Ich bin immer noch fassungslos und voller Ehrfurcht gegenüber diesem Meisterwerk. Klar, es ist ein Blockbuster und die Geschichte taugt nicht besonders viel, aber an jeder anderen Stelle wurde absolut alles richtig gemacht und ein Meilenstein des modernen Kinos geschaffen.
Wenn es einen Film gibt, den man dieses Jahr in den Lichtspielhäusern gesehen haben sollte, dann ist es "Tron Legacy". Die volle Breite der Leinwand und die den Zuschauer einsaugende Kraft der Bilder wurde perfektioniert und vollkommen ausgenutzt. Der durchschnittliche Vorgänger "Tron" (1982) hatte die Richtung bereits vorgegeben und avancierte zum Kultklassiker. Nach 28 Jahren lässt Disney den damals revolutionären Tronkosmos wieder aufleben...und wie.
Die Geschichte knüpft dort an, wo "Tron" aufgehört hat. Flynn ist verschwunden, sein Sohn wächst ohne ihn auf, übernimmt als stiller Gesellschafter die Firmenleitung von Encom, erfährt von einer alten Spielhalle seines Vaters und entdeckt in ihr die Apparatur, mit dessen Hilfe er in die fremde Welt eintauchen kann.
Hier hat sich einiges geändert, sein Vater fristet sein Dasein in einem selbst erschaffenen Refugium mit einer rätselhaften Dame.
Diese Bilder. Ich habe mir mein erstes 3D Erlebnis, begünstigt durch die späte Aufrüstung unseres Provinzkinos, bis zu diesem Film aufgespart.
Die ersten Sequenzen in der echten Welt sind komplett in 2D abgedreht und das Bild ist schon merklich dunkler durch die lichtfilternde Brille. Sobald aber die 3D Effekte einsetzen, staunt man und freut sich über die tollen Aufnahmen.
Die epischen Landschaften in dem einheitlichen Design und der noch epischere Soundtrack von Daft Punk rechtfertigen den hohen Preis an der Kinokasse. Vor allem, wenn das Kino generell zu laut eingestellt ist, macht der hämmernde und druckvolle Elektrosoundtrack umso mehr Spaß. In Kombination mit den Effekten und der Bilderflut, die auf den überforderten Kinogänger einprasseln, schnürt es einem die Kehle zu. Bei "Tron Legacy" ist alles konzeptionell bis ins kleinste Detail durchdacht und ergibt Sinn. Jeder Schuh, jede Vase ist in das phantastische Produktionsdesign getaucht.
Ein bisschen Angst könnte man mit den wenigen weiblichen Rollen haben. Ließ der Trailer doch vermuten, dass die Macher hierauf etwas weniger Wert gelegt hätten. Die bezaubernde weibliche Hauptrolle Quorra, gespielt von Olivia Wilde, macht ihren Job als einzigartiges Programm grandios. Die für sie ungewöhnliche Frisur passt und es ist einfach großartig, dass man keine schnulzige Liebesgeschichte eingeflochten hat. Toll! Außerdem wird enges Latex getragen, so dass auch mal der Hintern lasziv in 3D zum Greifen nah vor den Glotzern wackelt.
Der Dude ist gleich ein paar Mal im Film besetzt. Spielte er bereits im Original die Figur des Kevin Flynn, übernimmt er außerdem einen computergenerierten, jungen Jeff Bridges als Clou.
Klar, man sieht zu jeder Zeit, dass Bridges in den Einstellungen animiert ist und es lässt mich hoffen, dass tote Hollywoodhelden nicht an Filmstudios verkauft werden und posthum in so einigen Streifen auftauchen werden, aber es ist trotzdem beeindruckend, wie weit die Technik vorangeschritten ist.
Der junge Garrett Hedlund als Flynns Sohn, macht seinen Job ebenfalls glaubwürdig und kann überzeugen. Klar wird viel durch Bridges getragen und manche Dialoge sind ein wenig seltsam, aber insgesamt ist der Stab wirklich hervorragend besetzt.
Die Geschichte holt den Fanboy genau an der Haustür ab, fesselt ihn und setzt ihn einem über 2-stündigen Rausch aus, so dass er sich am liebsten direkt einen Anzug mit LED-Streifen besorgen und damit noch mal in die Vorstellung möchte.
Die Spielszenen sind tatsächlich begrenzter, als ich es dachte. Ein paar Lightbikerennen und Discwars, das war es dann aber auch schon. Dafür wird einiges dem Tronmythos hinzugefügt, was inhaltlich durchaus Sinn macht. Vielleicht darf man ja auf einen weiteren Film hoffen, ich würde es mir zumindest wünschen.
Man sollte natürlich keine falschen Erwartungen an einen reinen Popcornkinofilm haben. So großartig wie die Handlung von Inception (2010), ist die optische Opulenz bei "Tron Legacy". Man merkt, ich stammel schon vor mich hin, weil sich für dieses Erlebnis nur schwer Worte finden lassen, von daher sollte jeder die Chance nutzen und sich dieses Meisterwerk in seinem Kino ansehen. Es lohnt sich, wenn man offen für eine durchschnittliche, ok ich fand sie sogar plausibel und spannend, Handlung ist und sich für spektakuläre Bilder erwärmen kann.
Abschließend sollte man sich noch den Soundtrack zulegen und ihn am Stück genießen. Klar ist viel Bombast drin, aber die Mischung ist wirklich super und weiß einfach zu begeistern.

1 Kommentar:

  1. Okay, man mag mir Voreingenommenheit vorwerfen, aber ich KANN diesen Copmpi Scheiss einfach nicht mehr sehen ! Da ist doch kein Schauspieler gefordert, bestenfalls die Programmierer bei Disney. Die mögen alle phantastisch gemacht sein - und das glaub ich auch - aber ich find' sie alle ZU perfekt. Auch die Trickfilme heute. Alles eine Soße, egal ob "Die Unglaublichen", "Nemo" und wie sie auch alle heißen. Perfekt, absolut, ja, aber lieblos meist und ohne Seele.

    AntwortenLöschen