Freitag, 22. April 2011

Sword & Sworcery EP

Komischer Name? Sagt einem so gar nichts? Es ist ein Spiel. Für iPhone, iPod Touch und iPad. Nein, man muss an dieser Stelle noch nicht aufhören zu lesen, denn dieses Spiel ist etwas ganz Besonderes und selbst wenn man keines der eingangs genannten Geräte besitzt, kann man trotzdem in die Welt von "Sword & Sworcery" eintauchen.
Hier dreht es sich ja vor allem um alte Filme und Krempel aus der Vergangenheit. Dieses kleine Spielchen ist eine Ode an pixelige Abenteuer, die man in seiner Kindheit auf diversen alten Rechenmaschinen gespielt hat. Obwohl die Grafik also eigentlich gar nicht mehr aktuell ist und schon gar kein state of the art, verzaubert es mit tollen Ideen, einem wunderbaren Soundtrack und einem sehr speziellen Humor.
Man selbst spielt einen kleinen Ritter mit Schwert und Schild, der in einer wundersamen Welt auf Charaktere wie The Woodsman known as Logfella oder The Girl trifft. Man muss kleine Rätsel lösen, in finstere Gruften steigen, mit sinistren Kreaturen kämpfen und in Träume eintauchen.
Der letzte Aspekt ist ziemlich cool umgesetzt. Wie der Zusatz "EP" verrät, ist dieses Abenteuer nur ein Teil des Ganzen und wie eine Schallplatte konzipiert. Mit einer A- und einer B-Seite. An einigen Stellen muss man z.B. in die Traumwelt abtauchen und hierzu wird die Schallplatte dann auf die B-Seite gewendet. Das Konzept, Dinge in Träumen zu suchen, hat übrigens auch Tradition. In der literarischen Romantik, die entgegen dem Glauben nichts mit der adjektivischen Bedeutung von heute gemein hat, verschwinden Grenzen von Wirklichkeit und Traum ebenfalls. Diese Liminalität wird beispielsweise dem Gedanken der Aufklärung, aber auch des Realismus als Antagonist entgegengesetzt.
Die Art und Weise, wie in "Sword & Sworcery EP" diese Vorgänge umgesetzt wurden, ist demzufolge bemerkenswert und das, obwohl die Macher nicht einmal aus den Hochburgen der Romantik des 19. Jh. kommen (Deutschland, Frankreich etc.).
Außerdem amüsieren die Botschaften, die uns ein eine Zigarre rauchender Pixelhaufen verrät. Überhaupt ist die Umsetzung extrem intelligent gemacht. Durch ein Buch, das alle Hinweise und Dialoge aufzeichnet, behält man immer den Überblick, es gibt verschiedene Verweise auf alte, grandiose Spiele und sobald man ein Kapitel abgeschlossen hat, schlägt das rauchende Männchen vor, dass man doch nun ruhig eine Pause einlegen könne. Was mich wirklich überrascht hat, ist, dass das Spiel Bezug zur Realität nimmt und die Mondphasen mit in den Spielverlauf integriert! Die Grafik ist, auch wenn sie sehr grob und pixelig wirkt, sehr ästhetisch und passt einfach perfekt. Die Landschaften versprühen einen unglaublichen Charme und werden durch eindrucksvolle Soundeffekte untermalt.
Aber noch einmal zu dem Soundtrack. Dieser wurde vom Singer-Songwriter Jim Guthrie komponiert, ist unglaublich atmosphärisch und ist, wie sollte es anders sein, in nächster Zeit auf einer guten alten Schallplatte erhältlich. Ein ziemlich cooles Making-Of-Video zum Soundtrack gibt es hier in Videoform. An dieser Stelle kann man in die einzelnen Songs reinhören.
Seit Donnerstag ist "Sword & Sworcery EP" nun also auch für die kleineren Appleprodukte verfügbar, nachdem es auf dem iPad schon länger erhältlich war.
Für 2,39€ bzw. 3,99€ für das iPad kann man dieses kleine, wunderbare Spielchen erstehen, das mir ausgesprochen gut gefällt...obwohl ich eigentlich eher extrem wenig für Computerspiele übrig habe. Weitere Infos und Videos gibt es auf der Seite zum Spiel.

1 Kommentar:

  1. Sehr Interessant! Da werd ich vielleicht ja doch mal noch ein Spiel auf meinen Mp3 Player laden.. ;-)
    Ich bin gespannt...

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