Sonntag, 8. Mai 2011

Galerie des Grauens - Ein Blick zurück und nach vorn

Vor fast 2 Jahren, im Juni 2009, erblickte eine Filmreihe der besonderen Art das Licht der Welt. Anolis, bekannt durch die hervorragende Hammer-Edition und weitere exzellente Veröffentlichungen von Klassikern, traf einen Nerv, den nicht mal die mit hoher Reputation bedachten Hammerstreifen zu treffen vermochten. Innerhalb kürzester Zeit ging Film Nr. 1, "The Crawling Eye"(1958), samt Box über die virtuellen Ladentische und schmückt seitdem die DVD-Regale monsteraffiner Filmfreunde. Auch wenn ich mich im Vorfeld schon mit alten Streifen auseinandergesetzt hatte und heute froh bin, die "Universal Monster Legacy"-Box seinerzeit erstanden zu haben, platzte bei mir der Knoten erst mit der Galerie so richtig. Es entstand dieser anfangs noch inhaltsverwirrte Blog und ich stolperte mich noch unbeholfen durch meine Besprechungen. Man kann sagen, es ist das Verdienst von Anolis und ihrer Reihe, dass mich dieses Fieber, versunkene, kulturelle Filmepochen zu ergründen, gepackt hat. Mit weiteren tollen Streifen wie "A Bucket Of Blood" (1959) wurde dann auch zugleich der eigene Horizont für zeitgenössische Filme erweitert und die Audiokommentatoren der Extraklasse eingeführt. Letztere tragen sicherlich auch, zumindest für mich persönlich, dazu bei, sich noch intensiver mit diesem Nischengebiet auseinanderzusetzen. Es folgte "The Atomic Submarine"(1959), der für viele als einer der schwächeren Streifen gilt, mich aber vor allem durch die bezaubernde Joi Lansing und einen gut gewählten Konflikt überzeugen konnte. "The Killer Shrews" (1959) war dann schon ein Heuler von einem ganz anderen Kaliber. Nervtötend, handlungsarm, aber mit einer total bescheuerten Geschichte und einer noch viel schlimmeren Umsetzung gesegnet, wurde der Film in Ergänzung mit dem tollen Audiokommentar schnell zu einem meiner absoluten Lieblingsstreifen aus der Reihe. Obwohl Gleiches auch für "Fiend Without A Face" (1958) Gültigkeit besitzt. Hier hatte der Film zwar kleinere Startprobleme, um in die Handlung zu kommen, aber wartete mit einem Showdown auf, der mich zutiefst beeindruckt und völlig überrascht hatte. Klar, so sehr ich diese Streifen liebe, ich gehe dennoch an jeden mit absolut niedrigen Erwartungen heran und die Fiends haben da ganze Arbeit geleistet. "First Man Into Space" (1959) ist zwar ein auf dem Papier toller Film, der auch etliche denkwürdige Szenen (nicht zuletzt das Kackemonster) und Ideen hat, rückblickend jedoch irgendwie etwas abfällt und mich nicht so stark unterhalten konnte wie seine Mitkonkurrenten. Ganz anders war da "The Giant Behemoth" (1958), einzige Veröffentlichung mit zwei DVDs. Das Machwerk unterscheidet sich doch etwas von den anderen Galerietiteln und erinnert stark an großartige und weniger billige Filme des Ray Harryhausen. Mit den tollen Drehorten und dem gelungenen Monster ein weiteres Highlight der Serie. Zwei Monate später kam Oppa Locher! "Frankenstein's Daughter" (1958) - an Lächerlichkeit nicht zu überbieten, mit dem schlimmsten Filmmonster, das man sich überhaupt vorstellen kann. Durchzogen von wirren Logiklöchern und veredelt mit dem fabelhaften Audiokommentar von Strecker und Keßler. Der Streifen, mit dem ich wohl am meisten Spaß hatte. Der vorletzte Titel, "Day The World Ended" (1955), gehörte dann schon wieder eher in die Kategorie Film, die durch ihre Handlung und Inszenierung begeistern konnte und als krönende Zugabe ein beklopptes Mutantenmonster mit lustigen Bömmeln auf den Schultern zu bieten hatte. Zeitgleich tauchte auch John Agar in "The Brain From Planet Arous (1957) wieder im Wohnzimmer auf und beglückte uns mit diesem kruden und seltsamen Filmchen, das bis heute den letzten Titel darstellt.
Aber bald ist es wieder soweit, und ich freue mich diebisch auf den Tag der ersten Veröffentlichung, die Galerie kehrt zurück und einige Titel sind bereits bekannt. Sie sollte zwar schon lange da sein und für denjenigen, der gespannt darauf wartet, waren die vielen Vertröstungen schmerzlich, mit großer Sicherheit aber auch für Ivo und seine Mannschaft. Wollen wir hoffen, dass der derzeit angepeilte Termin, Juni, gehalten werden kann und wir endlich in den Genuss von neuen Monsterfilmen kommen können.
Daher ist es vielleicht keine schlechte Idee, noch einmal den Stand der Dinge zu konstituieren und eine kleine Trailerschau auf die kommenden Wochen und Monate zu bringen, um die Wartezeit durch ein wenig Nostalgie und Vorfreude zu verkürzen.
Was wir wissen: Die Reihe startet mit dem von vielen herbeigesehnten "The Monolith Monsters" (1957). Eine Wüstenstadt, und bei Invasionen sollte es immer eine kleine amerikanische Wüstenstadt sein (!), wird von einem Meteor getroffen und in Folge dessen von geheimnisvollen, bergmassivgroßen Kristallen bedroht. Der Trailer zeigt uns schon die phantastischsten Bilder:
Außerdem wissen wir: "The Mole People" (1956) und zwar in einer neuen Synchronisation. Maulwurfsmenschen, John Agar und ich bin sowas von dabei! Vor allem auf den Ton bin ich gespannt und an welcher Stelle der Flick erscheint.
"War Of The Colossal Beast" (1958) wurde ebenfalls bestätigt und scheint ein nicht minder drolliges Filmchen mit seltsamen Effekten und einer tragischen Titelfigur zu werden! Es ist eine Fortsetzung des leider derzeit noch unveröffentlichten "The Amazing Colossal Man" (1957).
Des Weiteren kommt "Night Of The Blood Beast" (1958). Eine Geschichte, ähnlich dem Hammerfilm "The Quatermass Xperiment" (1955) oder "First Man Into Space" (1959), in der eine Rakete mit sonderbarem Inhalt zurück auf die Erde kommt. Amöbenmonster galore!
Mit "Earth Vs. The Spider" (1958) kommt dann auch endlich wieder ein klassischer Tierhorror in die Reihe. In einer finsteren Höhle entdeckt man ein Riesenvieh, betäubt es und denkt, man hat es getötet. Ein Tartantula-Epigon in der Tradition von Jack Arnold? Möglich! 
Außerdem stehen noch folgende Titel auf der "Könnte sein"-Liste:
  • "How To Make A Monster" (1958)
  • "The Land Unknown" (1957)
  • "Missile To The Moon" (1958)
Der Roger-Corman-Film "War Of The Satellites" (1958) sollte zwar ursprünglich in der Box sein, wird allerdings in einer ganz besonderen Form veröffentlicht ;)
Bleiben also zwei Slots frei, die noch mit Knallern bestückt werden können. Allerdings bin ich mit der derzeitgen Auswahl schon hochzufrieden. Liegt jedoch auch daran, dass ich die Filme nicht kenne und mich daher auf die neue Entdeckungsreise freue. Dass die Streifen in einer angemessenen Qualität erscheinen, daran gibt es auch aufgrund der makellosen Vorgängerveröffentlichungen keinen Zweifel. Ich schaffe jedenfalls schon mal Platz im Regal!

Kommentare:

  1. War of the Satellites erfordert auch eine Veröffentlichung der Originalfassung + der deutschen Fassung mit den nachgedrehten Szenen. Das darf dann gern ein fettes Exklusivpaket werden.

    AntwortenLöschen
  2. Das wird ein Freudenfest wie Weihnachten und Ostern zusammen ! Halleluja ! :)))

    AntwortenLöschen
  3. Übrigens hat der Bmoviecast vor einigen Wochen "War Of The Satellites" einen Podcast gewidmet. Ist in englischer Sprache, aber lohnt sich wirklich!
    Hier der Link zum Download: http://bmoviecast.com/podcasts/bmc144-war-of-the-satellites-1958-toll-free-number-888-350-2570/

    AntwortenLöschen
  4. Da wäre "War of" nicht der einzig interessante ! Aber mein englisch...ne, da weiß ich genau, das macht mir dann eh keinen Spaß :(( Aber danke für den Tip,ist ja immer gut !

    AntwortenLöschen