Freitag, 6. Mai 2011

Giallo - die Farbe des Todes

Nachdem diese chronologische Abhandlung über den italienischen Thrillerfilm jetzt seit einigen Monaten in meinem Besitzt ist und ich den Inhalt ausreichend studiert und verinnerlicht habe, hier ein paar Worte über die Veröffentlichung.
Es ist gelb, es ist groß und liegt schwer in der Hand. Äußerlich ist Denny Corsos wie ein alter Schundroman bzw. wie abgegriffene Comichefte gestaltet. Im Überformat (größer als A4) präsentiert es uns auf fast 150 Seiten über 200 Filme. Dabei geht der Autor nicht nach Regisseuren vor, sondern streng chronologisch, was sicherlich ein geeigneter Ansatz ist!
Neben einer kurzen Entstehungsgeschichte und einem schnellen Filmtitelregister, liegen die Stärken des Buches definitiv in seinem enzyklopädischen Charakter. Man kann immer wieder stöbern und wird auf interessante Filme aufmerksam gemacht. Zu jedem Streifen finden sich ein paar Worte über den Inhalt, sowie Anekdoten oder bemerkenswerte Begebenheiten. Dabei begeistert mich vor allem der erfrischend ungezwunge Ton des Autoren, der eben nicht stoisch analysiert, sondern mit dem Leser einen kurzen Schnack hält, ihn begeistert und mitnimmt. 
Klar, einigen wird diese eher unkonventionelle Art nicht unbedingt behagen, aber für mich passt es zum ohnehin, aus heutiger Sicht, mit einem Augenzwinkern zu sehenden Genre.
Außerdem finden sich zahlreiche Plakatmotive, Aushang- und Szenefotos und VHS Covers auf den Seiten wieder. Auf manchen Seiten ist die Bebilderung vielleicht sogar zu intensiv, aber trotzdem insgesamt sehr gelungen ausgefallen. Zu den einzelnen Filmen finden sich zudem Angaben über eine etwaige deutsche DVD-Auswertung. Sehr cool!
Kritik kann man lediglich an ein paar orthographischen Fehlern äußern, aber die sind bei weitem in der Unterzahl und nicht so hochfrequent, dass sie das Lesevergnügen schmälern könnten. Ein paar Interviews mit Darstellern oder Regisseuren hätten die Sache vielleicht noch etwas mehr abgerundet. 
Insgesamt mit 24,95€ ein sehr stattlicher Preis, aber in unseren Nischengenre auch nichts Ungewöhnliches, für ein Überblickswerk, das die tollen Thriller der späten 60er und 70er Jahre beleuchtet. Ein ausführliches und ins Detail gehende Werk, sollte man hier jedoch nicht erwarten. Es wird, wie beschrieben, nur sehr knapp auf einzelne Filme eingangen. Daher eignet es sich vor allem für Einsteiger sehr gut. Ein netter Nebeneffekt bei der Lektüre: man bekommt sofort wieder Bock einen Giallo in den Player zu schmeißen!
Von mir eine klare Empfehlung!

1 Kommentar:

  1. Stimmt, wäre meinerseits auch ein Tip, habe das Buch selbst im Schrank, da ich's geschenkt bekommen hab'.

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