Mittwoch, 6. Juli 2011

Coffy (Die Raubkatze - 1973)

Blaxploitation at its best! In Vorbereitung auf "Women In Cages" (1971) war es an der Zeit, endlich einen Klassiker des amerikanischen Exploitationkinos zu sichten und hocherfreut die Schauspielkünste der bezaubernden Pam Grier zu bewundern!
"Coffy" (1973) ist eine drogengeschwängerte Gangstergeschichte voll von Intrigen, Machenschaften und hübschen Damen.
Im Grunde genommen nimmt der Streifen das Konzept von "The Boondock Saints" (1999) bereits vorweg. Allerdings ist hier kein pseudoreligiöser Scheiß Motivation für Coffys Handeln, sondern der Tod ihrer Schwester an einer Überdosis Heroin.
Tagsüber, na ja eigentlich nachts, ist Coffy die resolute Krankenschwester von nebenan, aber danach begibt sie sich in den Straßendschungel, legt sich mit harten Jungs an und bringt Drogendealer zur Strecke.
Die Geschichte ist damit auch schon relativ erschöpfend abgerissen. 
Obwohl, ein wenig tiefer geht es dann doch. 
Während ihres Rachefeldzuges taucht Coffy immer weiter in den Sumpf des Verbrechens ab, nutzt die naturgegebene Rivalität der Drogenbanden für sich und macht dabei keine Gefangenen. Um an ihr Ziel zu gelangen, bedient sie sich all ihrer Vorzüge und stolpert dabei auch oftmals in brenzlige Situationen, aus denen ein Ausweg nicht besonders aussichtsreich scheint. 
Die Gewaltdarstellung fällt überraschend deftig aus und auch sonst atmet der Streifen Rohheit und Exploitationgestank. Zum Ende gibt es sogar noch einen kleinen Plottwist, bevor der Abspann über den Bildschirm rollt und man gern noch mehr aus dieser Welt gesehen hätte.
Neben funkigen, musikalischen Klängen räkeln sich in regelmäßigen Abständen spärlich bekleidete Damen. Es gibt sogar eine Salatschlacht, ordentlich choreographierte Kämpfe und halsbrecherische Stunts zu bestaunen. Vielleicht kann mir jemand mal bei der Gelegenheit erklären, weshalb in diesem Film, wenn es zu Handgreiflichkeiten kommt, eigentlich immer Dekolletés dran glauben müssen? 
Die Pimps schießen mit ihrer unvorteilhaften Mode oftmals über das Ziel hinaus und Weiße wirken lächerlich, wenn sie mit Dauerwellen statt echten Afros ihr Haupt krönen wollen. Prollige Innenausstattungen, die bis ins Puffige gehen und mit den bizarrsten Tapetenmustern dekorierte Wände schenkt uns der Film noch dazu.
Außerdem treffen wir einen alten Bekannten wieder. Sid Haig aka Captain Spaulding gibt sich die Ehre und spielt einen der ausgefuchsten Gangsterschergen!
"Coffy" hat wirklich einiges zu bieten und schmückt jede Filmminute mit sehenswerten Szenen aus. Blaupausenhaft für das Blaxploitationgenre werden alle späteren Trademarks, die in der  Genrepersiflage "Black Dynamite" (2009) aufgegriffen wurden, gesetzt. Auch wenn ich eigentlich nur schwer für das Gangstergenre zu erwärmen bin, hat Pam Grier jedenfalls gehörig Lust auf mehr gemacht. Die Frau ist einfach eine Wucht in jeglicher Hinsicht und hat zum Glück in vielen weiteren Produktionen mitgewirkt. 
Glücklicherweise ist "Coffy" nämlich zusammen mit "Foxy Brown" (1974) und "Black Mamma, White Mamma!" (1973) in der "Soul Cinema" betitelten britischen "Best Of"-Box erschienen. In einem kleinen Schuber sind die schmalen Keep Cases eingeführt und bieten ein ordentliches Bild. Leider gibt es neben dem Trailer kein einziges Extra auf der Scheibe.
Ein weiteres Manko ist der unterschiedliche Ton. Keine Ahnung, was da passiert ist, aber gerade beim alles entscheidenden Enddialog wechselt die Synchronsprecherin von einer coolen und verrucht klingenden Stimme von Coffy in eine piepsige und dämlich hohe. Klar, manchmal ist die Tonspur nicht mehr rekonstruierbar, aber an dieser Stelle hat es doch echt genervt.
Aber gut, bei dem unfassbar günstigen Preis und der Tatsache, dass neben der englischen auch immer die deutsche Tonspur am Start ist, lässt sich das doch ganz gut verkraften!
Noch ein paar Worte zu Kultregisseur Jack Hill. Der saß bereits bei alten Horrorstreifen wie "The Terror" (1963) auf dem Drehstuhl. Mit Boris Karloff hatte er eine echte Legende am Set (über den Film hinaus gab es zahlreiche Kooperationen mit dem Engländer) und ganz illustre Co-Regisseure. Niemand Geringeres als der König des B-Films Roger Corman, die Schauspielerlegende Jack Nicholson und der junge Francis Ford Coppola standen ihm zur Seite. 
Außerdem ist Hill für einen Film verantwortlich, der demnächst von Subkultur Entertainment bei uns erstmals erscheinen wird: "Switchblade Sisters" (1975).
Braucht man - kauft man!

Kommentare:

  1. das dürfte ja wohl das biederste, nichtssagenste review zu coffy sein, das ich je gelesen habe!

    glückwunsch!

    oder ist das eher eine werbeseite?

    vom review schreiben solltest du echt die finger lassen, sorry! eins schnarchlangweiliger, kritikloser und ambivalent-euphorischer als das andere.....

    da ist null verständnis, wissen oder spaß fürs genrekino drin!

    ps. sogar die sicherheitsabfrage ist gegen dich. ich musste doch tatsächlich "spast" eintragen! :))

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  2. Hallo Anonym!
    Danke für dein Feedback!

    Grüße und Küsse aus dem Zombiebunker!

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  3. Harte Kritik, leider auch nicht frei von Angriffen und Beleidigungen (da muss "Anonym" vielleicht noch etwas lernen bessere Kritik zu schreiben), aber der Grundgehalt ist natürlich zutreffend. Den Schuh musst du dir
    leider anziehen werter Herr Zombiebunker. ;)

    Es gab ja auch schonmal eine kleine Diskussion dazu im Dirty Pictures-Forum (iirc), wo eben genau das angesprochen wurde.

    Man darf die "Reviews" eben nicht wie jedes andere Review lesen, sondern mehr wie die Sichtweise eines begeisterten Fans.
    Abgesehen davon: Wir sprechen hier teilweise von winzigen B-Filmen, schlechtem Trash und billigen Monsterfilmen. Wenn man diese Schundstreifen objektiv in die Welt des Films einreihen wollen würde, hätten wir hier andauernd 1/10.
    Hier MUSS ein Fan ran, hier MUSS subjektiv und mit vollem Übereifer bewertet werden (ganz dem Tenor der zeitgenössischen Trailer folgend!), sonst würde das ganze wenig Sinn machen und schnell schlicht und einfach langweilig werden.

    Wenn man sich nicht auf die Filme einlässt, sei es aus Trashperspektive oder Nostalgie, dann ist da auch nichts weiter zu holen. Wenn man sich nicht auf den Zombiebunker einlässt und seinen, den damaligen Filmen durchaus angemessenen Stil befürwortet, dann bringt das alles nichts.

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  4. Plasmo liegt ganz richtig!
    Gerade bei den hier besprochenen, zum Teil wirklich echt schlechten Filmen, macht es keinen Sinn eine objektive Besprechung zu verfassen.
    Aber das ist und soll hier auch nicht mein Anspruch sein.
    Viel mehr kehre ich die Schokoladenseiten der Filme nach außen und schaffe Argumente für eine Sichtung dieser verschmähten Schrumpelgurken. Sonst liebt sie doch keiner.
    Ein kurzer Blick in die Blogbeschreibung macht auch schnell klar, was ich mit diesem Weblog bezwecken will.
    Bei Filmen kann ich einfach keine Maßstäbe anlegen, was allerdings die Veröffentlichung betrifft, da gehe ich sehr wohl kritisch vor, denn hier hat man auch die Möglichkeit objektive Beurteilungen zu treffen.

    Ansonsten gilt wie immer, wenn man keinen Spaß an den Besprechungen hat (und das gestehe ich jedem Besucher zu, auch wenn du der erste bist, der das in 2 1 /2 Jahren artikuliert), steht es natürlich jedem frei, die Seite mit einem Klick auf das X zu verlassen.

    Ich möchte mich hier niemandem anbiedern. Das Blog ist mein Hobby, die Filme meine Leidenschaft.

    Beste Grüße

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  5. requiescat.in.pace22. August 2012 um 20:52

    Bin auf den Film gespannt. Er ist ja im Rahmen der Action Cult Uncut Reihe vor ein paar Tagen erschienen.

    Es grüßt Xpli aka requiescat.in.pace

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