Sonntag, 30. Januar 2011

Abott und Costello treffen die Hollywood-Monster im April

Die beiden legendären und hierzulande eher unbekannten Komiker Bud Abott und Lou Costello bekommen im April von Koch Media ein Release spendiert. In ihren Horrorkomödien traten immer wieder Legenden wie Lon Chaney Jr. oder Bela Lugosi auf. Neben "Abott and Costello Meet The Invisible Man" (1951), "Abott and Costello Meet Dr. Jekyll and Mr. Hyde" (1953) und "Abott and Costello Meet The Mummy" (1955) erscheint "Abott and Costello Meet Frankenstein"(1948) in einer Box mit 4 DVDs von Koch Media. "Abott and Costello Meet Dr. Jekyll and Mr. Hyde" wird jedoch lediglich Original mit Untertitel veröffentlicht. 2 Filme werden einen Audiokommentar bekommen und eine Dokumentation über diese und weitere Filme der beiden wird es ebenfalls geben.
Schön, dass sich nach all den Jahren doch noch was getan hat!

Mittwoch, 26. Januar 2011

Drive-In Classics No. 1 - Not Of This Earth (Gesandter des Grauens - 1957)


Es war einige Tage ruhig im Zombiebunker. Grund dafür: der Autor liegt zur Stunde mit einer Bronchitis im Bett und bemitleidet sich selbst. Zu meiner großen Überraschung segelte schon heute der erste Film der Drive-In Classics Reihe "Not Of This Earth" (1957) in die gute Stube. Selbstredend konnte das gute Stück nicht lange ungesehen bleiben und so habe ich mich im Fieberwahn einmal mehr in die bezaubernde Welt von Roger Corman begeben.
Der Film gehört zusammen mit "Day The World Ended" (1955) oder "It Conquered The World" (1956) zu den Sci-Fi-Frühwerken Cormans. Bemerkenswert ist, dass man den Stoff für derart gut befand, dass man ihn gleich zwei Mal zu einem Remake verwurstete (1988 und 1995).
Darum dreht es sich: Mr. Johnson, gespielt von Paul Birch (aber nicht immer), ist ein seltsamer, weltfremder und eine unmodische Sonnenbrille tragender Typ, der ständig mit einem Aktenkoffer und versteinerter Miene durch die Kleinstadt läuft. Er leidet anscheinend an einer Blutkrankheit und lässt sich daher bei einem Arzt behandeln. In seinem Herrenhaus hat er einen stadtbekannten Ganoven Jeremy angeheuert, um für ihn Mädchen für alles zu spielen. Das Haus hat im Übrigen eine wunderschöne Tapete und einen Bonsai beindruckender Größe. Johnson hat einfach Stil.
Beim Doc lernt er die äußerst fähige Schwester Nadine Storey (Beverly Garland) kennen und wirbt sie einfach ab. Daher residiert sie zukünftig in der Junggesellenhütte.
Zur gleichen Zeit geschehen merkwürdige Dinge in der Stadt.

Leblose Körper, die völlig blutleer sind, werden gefunden und niemand weiß so richtig, was Phase ist. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden!
Wie ich finde, eine sehr spannende Ausgangslage für ein wirklich großartig umgesetztes B-Filmchen, das viele denkwürde Szenen beherbergt und sogar ein kleines Regenschirmquallenmonster in petto hat.
Ok, Beverly Garland ist keine Marilyn Monroe, aber hat definitiv ihre Vorzüge. Wie unzüchtig sie ihre Strumpfhose aufrollt und dann noch kess Jeremy eine klatscht. Die Frau hat definitiv Stil. Die gesamte Interaktion zwischen ihr und Johnsons Diener ist sowieso zum Schreien komisch. Jeremy zeichnet sich nämlich durch den inflationären Gebrauch des Wortes "Baby" aus und versucht, ziemlich erfolglos, bei der blonden Dame zu landen. Immerhin darf er ihr beim Baden im hauseigenen Swimmingpool zusehen. Zu dumm, dass Badeanzüge der 50er alles andere als offenherzig waren und Badekappen auch nicht unbedingt den Preis für das schlüpfrigste Kleidungsaccessoire gewinnen.

Auf der anderen Seite wird die bisweilen heitere Grundstimmung durch die Anwesenheit von Johnson stark beeinträchtig. Zwar ist die Brille wirklich komisch, aber nimmt er diese ab, kommen seine ausdruckslosen weißen Augen zum Vorschein, mit denen er Leute sogar töten kann.
Tja, und dann döngelt es an der Tür und wer steht da? Unser aller Freund Dick Miller ("A Bucket Of Blood" (1959), "Gremlins" (1984)) und zwar als Staubsaugervertreter, der im Keller von Johnson ein wenig saugen will. Über so ein unerwartetes Wiedersehen freut man sich einfach.
Daneben präsentiert uns Corman eine verrückte Alienkommunikationsanlage im Wandschrank und das eingangs erwähnte Quallenfliegenviech.
Der Showdown mit einer teuflischen Verfolgungsjagd durch die Straßen der Kleinstadt, bis hin in die örtlichen Streuobstwiesen, schießt dann das Feuerwerk entgültig ab. Sympathisch, wie die flüchtende Nadine in doppelter Geschwindigkeit abgespielt wird.
Mit 67 Minuten ist dann auch schon Feierabend und man freut sich über die außerordentlich gelungene Schlussszene. Aber wir haben ja noch den Audiokommentar auf der Scheibe.

Mike Siegel, seines Zeichens Filmhistoriker- und macher, feiert mit diesem wirklich gelungenen und sehr informativen Audiokommentar seine Premiere. Ohne den Kommentar hätte auch ich nicht bemerkt, dass Mr. Johnson in einigen Einstellungen gar nicht von Paul Birch verkörpert wurde. Siegel glänzt mit etlichen Querverweisen zu weiteren Filmen, einer ausführlichen Beleuchtung von Roger Corman und geht außerdem auf die Situation von 50er Jahre Klassikern in deutschen Kinos ein. Für Spätgeborene ein wahrlich gefundenes Fressen.
Hier hat sich definitiv ein neuer Audiokommentator mit einem beachtlichen Einstand etabliert, von dem wir hoffentlich in Zukunft noch den ein oder anderen Filmkommentar hören werden. Aber auch sonst hat Subkultur Entertainment Großes geleistet. Das Bild ist gut geworden und der Ton, auch wenn an einigen Stellen die original Kinosynchronisation nicht mehr rekonstruierbar war, kann sich hören lassen. Ein wenig Rauschen im Hintergrund ist am Anfang noch zu vernehmen, allerdings bekommt man das schon nach wenigen Minuten nicht mehr mit. Andererseits ist das Rauschen dem Drive-In-Feeling zuträglich. Um einen kleinen Einblick in die Restaurationsarbeit der Veröffentlichung zu bekommen, hat man mit dem Feature "Zahn der Zeit" die Möglichkeit, die 35mm-Kopie und deren eigentlichen Zustand zu begutachten.

Im Film selbst ist der wirklich toll gemachte Originalvorspann enthalten, als Bonus bekommt man jedoch auch noch den deuschen Klinger-Film Vorspann.
Des Weiteren darf man sich auf den amerikanischen, sowie deutschen Trailer freuen und eine Bildergalerie mit einigem an deutschem, aber auch internationalem, Material zum Film.
Die Verpackung ist vorbildlich. Der Hochglanzschuber sieht sehr wertig aus und umschlingt die mit einem sich über Vorder- und Rückseite verteilenden Motiv verzierte Hülle. Drinnen entdeckt man dann auch sofort das Booklet! Hier muss ich allerdings ein wenig Kritik ansetzen. Das Papier ist leider sehr dünn und macht einen fragilen Eindruck, trotzdem kann ich nicht abstreiten, dass es perfekt zum Inhalt, sowie dem genialen Aufdruck auf der Rückseite mit Nummernstempel, passt. Pelle vom Bali hat einen wirklich lesenwerten Beitrag zu "Not Of This Earth" beigesteuert und ergänzt die Informationsdichte zu diesem tollen Streifen, so dass man, was Trivia etc. anbelangt, bestens versorgt ist.
Ich bin hochgradig zufrieden mit der Arbeit von Subkultur und freue mich, eines der 500 Exemplare ergattert zu haben.
Achja, ab heute kann man Nr. 2 der Grindhouse Collection vorbestellen! Gutes Timing ;)

Samstag, 22. Januar 2011

Tales From Beyond The Pale

Während in good old Germany immer mehr Hörspielserien sterben, eingestellt werden oder einfach nicht mehr erscheinen, habe ich meinen Horizont mal etwas erweitert und über den großen Teich geguckt. Bisher waren englischsprachige Hörspiele für mich weiße Flecken auf der großen Landkarte konsumierbarer Medien. Das hat sich mittlerweile zum Glück geändert. Schuld daran sind vor allem die wirklich tollen Illustrationen einer bemerkenswerten Horrorhörspielreihe, die rein digital für einen unverschämt günstigen Preis feilgeboten wird.
Das Projekt umfasst derzeit 10 Folgen, die die erste Staffel bilden. Jede Folge ist ungefähr 30 Minuten lang und wird unter anderem von namenhaften Schauspielern gesprochen. Erwähnenswert wären beispielsweise Ron Pearlman oder Bill Weeden. Produziert wird die Serie von den Filmregisseuren Larry Fessenden und Glenn McQuaid. In den 10 Episoden finden sich ganz unterschiedliche und faszinierende Geschichten. Von unheimlichen Fängen eines Fischtrawlers auf hoher See, über einen vom Wahnsinn besessenen Schönheitschirurgen, bis hin zu einem Weltraumabenteuer auf einem verlassenen Planeten, wird das riesige Spektrum von phantastischen Erzählungen abgedeckt. Die Anzahl der Sprecher varriert bei den verschiedenen Episoden zwischen 3 bis 9. Aber auch die Hörspiele wie "The Trawler" mit nur wenigen Sprechern erzeugen eine unglaublich dichte Atmosphäre und überzeugen auf ganzer Linie. Wer Bedenken hat, dass er der englischen Sprache nicht immer folgen könnte, sollte auf der Seite der Serie in die einzelnen Episoden reinhören und sich ein eigenes Bild machen. Insgesamt ist es aber sehr gut verständlich und auch mit ausreichenden Englischkenntnissen durchaus genießbar.
Die Preise der Folgen sind sensationell. Für ungefähr 1,6€ bekommt man eine halbe Stunde Suspense und Gruselgefühl beim Onlineshop. Außerdem finden sich im deutschen Amazon Downloadshop immerhin 4 Episoden ("Man On The Ledge", "Is This Seat Taken?", "This Oracle Moon" und "Johnny Boy"), die sogar nur 0,89€ kosten. Wer da nicht zugreift, ist selbst Schuld!
Schade ist, dass die einzelnen Hörspiele schnell zuende sind. Auf der anderen Seite wird allerdings auch vermieden, dass ein Hörspiel Längen bekommt und den Hörer zu langweilen beginnt. Als kleiner Horrorsnack für zwischendurch sind die Folgen nicht zu verachten und eignen sich ganz besonders, um sie zum Einschlafen auf den Ohren zu haben.
Die Soundeffekte sind professionell und können überzeugen. Es kommt eine herrlich schaurige Atmosphäre auf und man fühlt sich ein ums andere Mal in die guten alten Zeiten der klassischen Horror-B-Filme versetzt.
Ein wirklich tolles Projekt, das man definitiv unterstützen sollte. Vor allem auch deshalb, weil eine zweite Staffel mit weiteren Folgen geplant ist.
Die schönen Cover möchte man sich zwar am liebsten in das Regal stellen, aber leider gibt es (noch) keine physischen Veröffentlichungen. Das muss aber nicht so bleiben, denn eine schöne Box mit allen 10 Teilen würde sich sehr gut anbieten. Vor allem, weil gerade das Artwork eine Augenweide ist. Mal schauen, wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Ich werde sie auf jeden Fall im Auge behalten und an dieser Stelle über Neuigkeiten informieren.
Viel Spaß beim Reinhören!

Freitag, 21. Januar 2011

The Art of Hammer - Posters from the Archive of Hammer Films - Marcus Hearn

Wir alle kennen und lieben die quietschebunten Horrorstreifen aus England. Mal Gothikhorror, mal Science Fiction oder auch Monsterhorror. Die britische Filmfirma hat etliche Klassiker über 3 Jahrzehnte auf den Weg gebracht. Die legendären Hammerproduktionen wurden hier schon an vielen Stellen gehuldigt, daher soll heute ein ganz besonderes Juwel aus der Hammerwelt vorgestellt werden. Das riesige "The Art Of Hammer" Buch von Marcus Hearn. Auf fast 200 Seiten wird endlos viel Werbematerial des Hammerstoffes liebevoll auf Hochglanz präsentiert und mit Informationen versehen. Außerdem gibt es einen schönen Schutzumschlag mit der Abbildung des italienischen Filmposters von "Dracula A.D." (1972).
Man möchte dem Chemiestudenten von nebenan direkt seine sterilen, weißen Laborhandschuhe klauen, um dieses edle Hardcover nicht mit unnötigen Fettfingerchen zu beschmuddeln. Kinoplakate aus aller Herren Länder mit den unterschiedlichsten Formaten finden Einzug in dieses schwere und wundervoll gestaltete Buch. Nach einer kurzen Einleitung werden die Dekaden der Hammerjahre zusammengefasst und chronologisch mit Bildmaterial illustriert.
Es ist einfach wundervoll, wie großartig das Artwork sämtlicher Hammerproduktionen anzuschauen ist und nun mit dem vorliegenden Band eine würdevolle Bündelung erfährt.
Dabei stößt man auf so manchen Film, der einem noch nie unter die Augen gekommen ist, und kann so seine Liste mit Hammerfilmen, deren Veröffentlichung für Deutschland wünschenswert wäre, stets erweitern oder nach Alternativen im Ausland forschen.
Zu den einzelnen Filmen findet sich oft seitenweise Material und es ist beeindruckend, die einzelnen länderspezifischen Plakate zu vergleichen und so ein wenig Geschichte zu rekonstruieren. Bei vielen Filmen werden zudem noch neben Angaben zum Format der Poster, kleine Anekdoten geliefert.
Leider ist "The Art Of Hammer" derzeit im Inbegriff, ausverkauft zu werden und man sollte sich daher schnell noch sein Exemplar sichern. Normalerweise bekommt man es für rund 21€, aber die Mondpreishändler haben schon wieder zugeschlagen und bieten das Buch für Preise jenseits der 60€ Grenze an.
Bei ausländischen Shops sollte es dennoch kein Problem sein, ein Exemplar zu ergattern
Die liebevolle und vollständige Zusammenstellung sollte jedenfalls in keiner Hammersammlung fehlen. Daher eine, wie fast immer, uneingeschränkte Empfehlung.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Død Snø (NOR - 2009)

Der erste norwegische Flick, der hier besprochen wird und dann gleich einer mit Zombies!
Die Skandinavier sind ein verrücktes Volk und genauso verrückt ist auch dieser absolut liebenswerte Nerdfilm.
Warum Nerdfilm? Es ist ganz offensichtlich, dass er eine bestimmte Klientel ansprechen soll. Man könnte ihn auch als Fanfilm bezeichnen. Das ist immer eine verdammt schwierige Sache und einige sind daran schon kläglich gescheiert. Exemplarisch sei das absolut vermurkste "Bitch Slap" (2009) erwähnt. Das war einfach scheiße. Lieblos, nutzlos und belanglos. Das sage ich, der eigentlich allen Filmen, mögen sie noch so schlecht sein, etwas Positives abgewinnen kann.
Bei Zombies gebe ich dann gerne noch einen Bonus, aber auch dort kann es ganz schnell passieren, dass die Atmosphäre in die Hose rutscht. Vor allem dann, wenn man einen lustigen Zombiefilm alá "Shaun Of The Dead" (2004) oder "Braindead" (1992) basteln will.
"Død Snø" begibt sich also mit dem Versuch, einen lustigen Zombiestreifen mit allerlei Namedropping und Klischees zu drehen, auf sehr dünnes Eis.
Die Zombiemythologie wird etwas auf den Kopf gestellt. So ist es hier unüblich, dass sich Gebissene ebenfalls in Zombies verwandeln und die ollen Gammelnazis können sogar rennen!
Glücklicherweise ist "Død Snø" auch hier einer der wenigen Kandidaten, die überzeugen, obwohl sie schnelle Zombies präsentieren.
Der Anfang ist solide, macht aber stellenweise keine gute Figur und man möchte schon fast Schlimmeres befürchten, aber zum Glück bekommt man dann die Kurve.
Worum geht es. Eine Gruppe von drei Schnitten und vier Kerlen begibt sich mitten in einem menschenleeren Winterurlaubsparadies zu einer einsamen Hütte. Die vierte Dame ist bereits dort oder kommt nach (man weiß es nicht so genau, ist aber auch egal), auch wenn sie von Zombies ziemlich zerkloppt wurde. Ja, richtig gelesen. In "Død Snø" kloppen die Zombies noch mit Fäusten auf die Opfer, bevor sie von ihnen naschen.
Ok, die Zombies haben eine Besonderheit, sie sind Nazizombies aus dem zweiten Weltkrieg und irgendwie verflucht, weil sie einen goldenen Schatz suchen oder bewachen, warum auch immer. Das spielt hier sowieso keine Rolle, weil die Motivation völlig egal ist und man sich einfach auf das hirnlose Gemetzel einlässt.
Nazizombies? Da klingelt es sicherlich bei einigen. Es gab da mal diesen lustigen französisch/spanischen Film Anfang der 80er names "Le Lac Des Morts Vivants" (Zombie Lake - 1981). Vor Jahren, als man noch die Schule besuchte und ein Kumpel eine Vollmacht für 18er Filme hatte, hatten wir schon viel Spaß mit diesem völlig abwegigen von Logik- und Filmfehler nur so strotzenden Film. Aber wir schweifen ab.
Die Medizinstudenten sind also auf dem Weg zur Hütte. Da hätten wir den langhaarigen Fahrer, der sich Sorgen um seine mittlerweile schon zerfleischte Freundin macht, einen bodenständigen Akademiker mit Brille, einen entweder absolut scheiße schauspielernden oder brilliant overactenden anderen Typen und den fetten Filmnerd, der mit Braindeadshirt rumläuft. Und da sind wir auch schon wieder beim Fanfaktor.
Ausgrechnet der dicke Mops bekommt die heiße Schnitte, die zufälligerweise auch auf Horrorfilme steht, ab. Haha. Außerdem gibt es eine heiße Sexszene auf dem Donnerbalken (der sich natürlich draußen befindet) und sie darf sogar in die Abgründe der Kloake absteigen. Neben der Schnitte gibt es noch das dreadgelockte Alternativgirl und eine Blondine.
Alles ist ganz ok, es gibt witzige Dialoge, großartige Naturaufnahmen und die Hütte verbreitet ein bisschen Evil Dead-Flair. Als die Zombies dann loslegen, geht der Film in die Vollen und begeistert, während er absolut alles richtig macht. Komische Szenen, auf andere Streifen rekurrierende Sequenzen und bekloppte Einfälle machen "Død Snø" zu einem skandinavischen Highlight und bringt endlich wieder Licht in das zuletzt in Richtung Exploitation abdriftende Zombiesubgenre. Es ist also noch möglich, neben all den mittelmäßigen Zombieepigonen etwas halbwegs Neues zu erzählen und dabei die guten alten Trademarks zu bedienen. Kurzum, alle sind zufrieden.
Mit einem derart hohen Schplädderlevel hätte ich auch im Leben nicht gerechnet. Tendenziell waren die letzten neueren Filme eher blutarm und daher hatte ich mich von vornherein auf einen unspektakulären und eher moderaten Film eingestellt.
Umso großartiger war dann natürlich der Eindruck, nachdem das ganze Feuerwerk abgebrannt wurde.
Die Zombies haben ein spektakuläres Make-Up und auch ihre Anzahl ist beeindruckend. Mit toten Vögeln, Motorsäge, Snowmobil und Machete wird den Zombies an den Kragen gegangen, bis das Blut nur so durch die weiße Landschaft schießt.
Wenn man dann noch den tollen Soundtrack beachtet, der sich zum größten Teil an Eigengewächsen in norwegischer Sprache ausrichtet, kommt man aus dem Loben gar nicht mehr heraus.
Das Teil könnte ein Klassiker werden, kommt eben drauf an, wie schnell er sich abnutzt, aber ich bin immer noch völlig begeistert.
Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die Jungs von Dirty Pictures (und speziell Diabolik!), deren Gewinnspiel ich es zu verdanken habe, dass ich diese kleine Perle bewundern durfte.
Es gäbe noch einiges zu erzählen, aber diesen Streifen sollte man am besten für sich selbst reden lassen und ihn einfach in einer gemütlichen Runde, wahlweise mit einem kühlen Bier, genießen.
Uneingeschränkte Empfehlung für Zombieliebhaber und Horrorfreunde!

Dienstag, 18. Januar 2011

Creepy Images - das etwas andere Fanzine

Viele von euch werden die kleinen Fotos noch kennen. Glücklicherweise wurde mir die Gegenwart eben jener Bildchen in den frühen 90ern auch noch zuteil. Aushangfotos in Schaukästen, die auf den nächsten tollen Film verwiesen und mit mit Bedacht gewählten Szenefotos den Kinogänger anfixten.
Unser altes Kino hatte 6 dieser Kästen und nach der Schule war es eigentlich Standard, daran vorbei zu schlendern und sich auszumalen, was für tolle Streifen sich hinter den Appetitanregern wohl verbergen. Es war zwar kein Programmkino, sondern eher ein typisches Kleinstadtkino mit einem Saal, richtiger Popcornmaschine und herrlich nostalgischen Sitzmöglichkeiten im Foyer, aber es war trotzdem traumhaft. Heute ist es ein Supermarkt und Aushangfotos oder Lobbycards sind fast komplett aus den Kinos verschwunden. Übrig geblieben sind nur noch die Kinoposter, die in den Lichtspieltempeln der neuen Kinos expressiv mal zerknittert oder zerschnitten präsentiert werden. Trailer im Internet und virale Marketingkampagnen haben die veraltete Präsentation von Filmen verdrängt. Schlimmer jedoch ist, dass ich nie die Zeit miterleben durfte, als die von mir hier so abgefeierten B-Filme den Zuschauern visuell in Form von Postern und Lobbycards schmackhaft gemacht wurden.
Umso schöner, dass es seit Mai 2009 ein Fanzine gibt, welches sich mit eben dem Thema Werbematerial beschäftigt und die Möglichkeit bietet, in diese Zeit einzutauchen und zudem für Sammler dieser Filmdevotionalien viele Informationen über Umfang oder Neudrucke von Fotosätzen, aber auch die verschiedenen internationalen Varianten gibt. Daher werden neben deutschen, italienischen oder französischen auch noch spanische Fotosätze abgedruckt.
Zur Filmauswahl zählen Horror- und Exploitationstreifen der 50er bis 80er Jahre. Es geht also von amerikanischen Schockern über britische Hammerfilme, bis hin zu italienischen Zombiefilmen.
Das Heftchen namens Creepy Images hat ein kleines, aber feines und sehr handliches A5 Format und ist auf sehr hochwertigem Papier in Farbe gedruckt. Das Layout ist geschmackvoll nostalgisch gewählt und passt perfekt zum präsentierten Material.
Mittlerweile sind 5 Ausgaben erschienen und planmäßig soll #6 ab Februar für die Leserschaft zur Verfügung stehen.
Wie darf man sich das Fanzine nun konkret vorstellen? Es ist in englischer Sprache verfasst, um ein internationales Publikum zu erreichen. Allerdings ist es verständlich und trotzdem anspruchsvoll formuliert, so dass es eine willkommene Abwechslung statt eines störenden Faktors ist. Zu den jeweiligen Filmen gibt es einige Anmerkungen und Hintergründe, z.B. zum Verbot von bestimmten Aushangfotos in Deutschland.
Die erste Ausgabe umfasst 48 Seiten und beschäftigt sich mit den deutschen Lobbycards von "Antropophagus" (1980), sowie "Le Notti Del Terrore" (1981), den italienischen zu "Shock Waves" (1977), den französischen von "The Texas Chainsaw Massacre" (1974) und den spanischen von "Dracula Contra Frankenstein" (1972).
Ab der zweiten Ausgabe gibt es dann auch besondere Dreingaben in Form von tollen Specials und einer erhöhten Seitenzahl auf 52 (ab #4 sogar 64!!!). So kann man in #2 einiges über die legendären Hammerfilme und deren visuelle Vorstellung in Japan erfahren. Auf Ausgabe #3 darf sich dann der in Deutschland lebende Filmfan besonders freuen. Hier wird auf 8 Seiten auf den Phantastischen Film und im Besonderen auf dessen Werbematerial in Deutschland eingegangen und das, wie immer, wunderbar bebildert. Italofreunde dürfen sich ebenfalls freuen, da neben den italienischen Lobbycards und Postern auch in der #4 ein Special über den Giallo und seine graphische Aufbereitung enthalten ist. Einfach großartig!
Für den fairen Preis von 6,50€ bekommt man einiges und daher hier meine uneingeschränkte Kaufempfehlung für dieses mit Herzblut produzierte Fanzine! Die arbeitet muss man einfach mit dem Kauf unterstütze.
Weitere Information, Probeseiten und Bestellmöglichkeiten kann man außerdem auf der Internetpräsenz von Creepy Images einsehen.

Donnerstag, 13. Januar 2011

The Green Hornet (2011)

Ich bin wirklich ein Freund von Comicverfilmungen und lasse, obwohl das generell schon meine Art ist, da auch gerne 5 grade sein und bin schnell zu begeistern. Bei "The Green Hornet" (2011) habe ich also vorsorglich meine Erwartungen runtergeschraubt (auch weil ich Seth Rogen nicht besonders schätze) und mich in die Vorpremiere gesetzt.
Ursprünglich stammt der Charakter aus einer Radioserie der 30er Jahre, woraus später eine Comicserie wurde, die bis in die 90er lief und mittlerweile von Dynamite Entertainment reaktiviert wurde. Außerdem produzierte man einige Filme und in den 60ern gab es auch noch eine TV-Serie.
Wie war der Streifen nun? Ich muss sagen, ich bin begeistert.
Jay Chou als unbenannter Sidekick macht einen super Job, auch weil sein Charakter derjenige ist, der im Spotlight steht.
Im Trailer konnte man ja schon sehen, dass man viel Wert auf Humor gelegt hat und es konnte berechtigten Anlass zur Sorge geben, dass die komplette Ernsthaftigkeit dabei flöten ginge. Irgendwie schafft "The Green Hornet" den Spagat und bleibt vollständig in Balance. Vor allem die Geschichte, die keine Superhelden beschreibt, sondern normale Spinner, sorgt für Abwechslung und Glaubwürdigkeit.
Die Handlung ist im Prinzip schnell erzählt.
Ein reicher Schnösel, Sohn eines Zeitungsverlegers, bekommt nach dessen Ableben das Zeitungsimperium vermacht. Da er eigentlich nur Party gemacht hat, weiß er nicht wirklich was mit sich anzufangen, bis er auf Kato, einen ehemaligen Angestellten, trifft, der technisch einiges auf dem Kasten hat und auch noch ein guter Kämpfer ist. Zusammen beschließen sie aus einer Bierlaune heraus, die Unterwelt der Stadt aufzumischen, aber nicht als Helden, sondern eigentliche Schurken aufzutreten. Das ist irgendwie bescheuert und macht ihnen das Leben nicht unbedingt leichter, aber hey, die Story spannender.
Die weibliche Hauptrolle fällt auf die mittlerweile sichtlich gealterte Cameron Diaz. Ich mag sie nicht, aber in diesem Film ist sie ok. Genauer gesagt hat sie mich sogar überrascht, denn ihre Rolle meistert sie mit ein paar Ausnahmen glaubhaft. Ach ja, dann haben wir da noch Sir Christoph Waltz, der endlich wieder einen Schurken mimen darf. Als Chudnofsky, später Bloodnofsky, brilliert er einmal mehr und kann mit seinem Charme die Figur witzig und düster erscheinen lassen. Wenige Bösewichte waren so sympathisch und trotzdem ziemlich böse. Besonderes Lob geht auch an den Soundtrack, der absolut stimmungsvoll und rockig ist. Die a-teamesken (wir schließen uns ein und basteln uns coole Autos und Waffen) Szenen kommen dadurch besonders zur Geltung.
Seth Rogen als einfältiger Tor wirkt wie immer, fügt sich aber überzeugend in das Sujet ein. Die kleineren Keilereien mit Jay Chou sind super durchchoreographiert und intelligent arrangiert. Das einzige, was wirklich fehlt, ist eine tolle weibliche Darstellerin.
Reduziert man "The Green Hornet" auf das, was er ist, spricht man von einer Actionkomödie. Daher wurde sehr viel Wert darauf gelegt, diese in heutigen Zeiten noch besonders erscheinen zu lassen.
Die Halbbullettime - Szenen gefielen mir nicht so sehr, weil sie doch sehr computeranimiert aussahen. Das Gros der Actionszenen war dann aber doch real und verdammt gut inszeniert. Die Königsdisziplin, die Autoverfolgungsjagd, meistert der Film bravourös und kann mit den Inspector Gadget-esken Funktionen der Karren ordentlich punkten und für Überraschungen sorgen.
Der Film ist absolut liebenswürdig, hat einige Knallergags, eine durchschnittliche, aber handwerklich top umgesetzte Story und ganz viel Bildgewalt.
Den Actionfan, den Normalo und den Genrefan sollte "The Green Hornet" ansprechen, wenn man nicht schon von Anfang an mit einer Antihaltung in den Streifen geht. Klar gibt es Logikfehler, aber es kommt erfreulicherweise der von mir am meisten gefürchtete Blödelhumor nicht auf.
Diesen Monat wartet noch "Tron" (2011). Heavy Metal!

Mittwoch, 12. Januar 2011

Night Creatures (Die Bande des Captain Clegg - 1962)

Arr, arr. Ein Piratenfilm von Hammer? Nicht ganz, aber trotzdem irgendwie. Ein Geisterfilm? Nicht wirklich, aber es gibt doch ein paar schaurige Momente. "Night Creatures" (1962) ist eine bunte Mischung und bietet für alle etwas. Vor allem aber fühlt sich der Film erfrischend anders an. Mit Peter Cushing hat man wieder eine Hammerikone in einer Hauptrolle und auch einige andere Schauspieler kennen wir schon aus anderen Hammerproduktionen. Es bleibt also alles in der Familie!
Die Geschichte handelt von dem bösartigen Piratenkapitän Clegg. Dieser befördert einen bulligen Burschen seiner Crew, nachdem er ihn verraten hat, auf eine einsame Insel, um ihn für den Verrat büßen zu lassen. Wir befinden uns im 18 Jahrhundert und die Jahre ziehen ins Land, bis uns der Grabstein des fiesen Freibeuters präsentiert wird. Der gemeine Schurke ist also dahingeschieden, gehenkt und im Dorf geht es den Menschen dank der illegalen Schmuggelgeschäfte verhältnismäßig gut. Andernorts, wo die Dörfer und deren wirtschaftliche Aktivitäten streng den königlichen Wünschen und Besteuerungen unterworfen sind, leiden die Leute großen Hunger.
Drum freut man sich, dass die königlichen Truppen dem lukrativen Alkoholschmuggel nicht auf die Schliche gekommen sind. Bis, ja bis, mehrere Boote mit unsympathischen Soldaten das Festland erreichen und das Dorf ordentlich aufmischen. Wen haben sie dabei mit im Schlepptau? Richtig, den bulligen Burschen, den sie kurz nach seiner Piratenstrafe auf der Insel aufgelesen und zum Schnüffelhund für Schnaps ausgebildet haben.
Im Verlauf der Geschichte gibt es viele spannende Wendungen und man fiebert mit den Schicksalen der Dorfbürger mit. Die Auflösung ist durchaus plausibel und wirklich überraschend. Zum Glück, denn leider erahnt man häufig in Filmen dieser Zeit den Plottwist schon sehr früh. Herrliche Kulissen, sowie schöne Außenaufnahmen und saubere Darstellerleistungen sorgen für die nötige Authentizität.
Dann gibt es als Bonus auch noch eine düstere Legende aus dem Moor.
Dort spukt es nämlich gar gruselig. Knöcherne Geister reiten umher, erschrecken den ein oder anderen zu Tode und leuchten durch die Nebelschwaden hindurch.
Hier hat man sich wirklich etwas einfallen lassen und die Aufnahmen überzeugend in den Kasten bekommen. Es dauert schon ein paar Einstellungen, bis man erkennt, dass Ross und Reiter in schneidige schwarz skelettierte Kutten gekleidet sind. Aber wer steckt hinter dieser Bande? Man weiß es nicht.
Peter Cushing sieht als Pastor mit seiner Silberlocke zuerst etwas ulkig aus, blüht aber schon innerhalb kürzester Zeit völlig auf und mimt den Geistlichen mit einem dunklen Geheimnis überragend. Da dürfen, wie in vielen anderen seiner Filme, auch die halsbrecherischen Actionszenen nicht fehlen.
Für den Ornithologen gibt es außerdem tolle Aufnahmen von Höckerschwänen, Säbelschnäblern und Haubentauchern.
Regisseur Peter Graham Scott zaubert mit "Night Creatures" ein erschreckendes und nur stellenweise romantisiertes Bild der frühen Moderne zur Zeit der französischen Revolution.
Zudem hat er mit Yvonne Romain eine bezaubernde weibliche Hauptdarstellerin an Board, der sämtliche Männer im Film zu Füßen liegen würden. Wenn sie nicht so ungehobelte Spacken wären und sich generell das nehmen würden, was sie haben wollen.
Fazit: ein ungewöhnlicher Streifen aus der Hammerfilmschmiede, der durch viele Eigenarten und seine spannende Atmosphäre zu begeistern weiß. Die großartige Aufmachung der Koch Media Hammer Reihe, in der er als Nummer 9 und somit der vorletzten Veröffentlichung erschien, ist der perfekte Rahmen und passt wunderbar.
Die ausführlichen Notizen im Booklet über den Produktionsprozess, die Romanvorlage und das Quasiwettrennen mit Disney sind sehr interessant. Deutscher und amerikanischer Trailer, sowie eine Bildergalerie mit vielen Plakatmotiven und Aushangfotos runden das Filmerlebnis wunderbar ab.
Ein wirklich empfehlenswerter Hammer, der auch nicht B-film-affine Menschen begeistern wird!

Dienstag, 11. Januar 2011

Black Dynamite (2009)

Dynamite, Dynamite!
Zugegeben, ich bin wenig bewandert im Subgenre namens Blaxploitation und habe bis auf "Foxy Brown" (1974) oder "Shaft" (1971) nur sehr wenige Filme aus diesem Sektor bewundern dürfen. Das wird sich aber hoffentlich bald ändern. Daran ist nicht zuletzt auch diese kleine, liebevolle Hommage Schuld.
Kennzeichnend für Blaxploitation sind schwarze Hauptdarsteller mit gigantischen Afros und noch größeren Knarren. Meistens dreht es sich um Kriminalfilme mit einer ordentlichen Ladung Action, dafür aber umso weniger Handlung. Trash ist Trumpf, can you dig it?
Bei "Back Dynamite" (2009) DYNAMITE! hat Scott Sanders all diese zum Teil schrottigen Filme mit ihren liebenswürdigen Schönheitsfehlern in einen Topf geworfen und daraus die ultimative Remineszenz der Neuzeit gebrutzelt. Häufig ist so etwas schon in die Hose gegangen, aber auch dank des unglaublich coolen und arschtighten Hauptdarstellers Michael Jai White als Black Dynamite DYNAMITE! funktioniert hier einfach alles.
Derbe Sprüche und geniale Musik unterfüttern die dünne, aber auch dämliche Handlung.
Viele Frauen, auch mal in aufreizenden Posen, schmücken das Zelluloid und Black Dynamites DYNAMITE! Schlafzimmer.
Der Bruder von Black Dynamite DYNAMITE! wurde erschossen und ein skrupelloser Dealer vertickt Smack an die Kinder des Waisenhauses. All das bringt den Ex- CIA Bullen Black Dynamite DYNAMITE! auf die Palme. Er kurvt durch seine Hood, besucht seine Mamas und kommt der ganzen Sache langsam auf die Spur. Can you dig it?
Außerdem wird auch noch ein Ausflug nach Fernost gemacht, um die geheimen Zutat eines Penis schrumpfenden Bieres herauszufinden.
Die Handlung spielt allerdings keine große Rolle, denn eigentlich wird sie nur benötigt, um eine schräge Szene an die nächste zu reihen.
Man hat sich wirklich Gedanken gemacht und jedes Klischee würdevoll persifliert. Da wird Overacting im großen Stil betrieben, das Mikrofon entspannt ins Bild gehalten, aber auch mal der Schauspieler mitten im Kampf gut sichtbar durch einen Stuntman ersetzt. Szenen doppeln sich, Autos ändern die Farbe, wenn sie von Klippen stürzen und es werden die absurdesten Assoziationsketten angestellt.
Schwarze Mamas zeigen ihren Rythmus, wackeln mit ihren Afros, doch Black Dynamite DYNAMITE! wird mit ihnen allen fertig.
Mit Kung Fu oder herben Handkantenschlägen verkloppt er seine Gegner, egal ob Gangster oder Dealer, can you dig it?
Die Atmosphäre wird maßgeblich durch die großartige Sprache geprägt und mit Hilfe der 70er Jahre Ausstattung noch verstärkt. Holzvertäfelung, die mit Abstand geilsten Tapetenmuster, flauschige Teppiche und bunte Perlen, dieser Streifen hat sie alle!
Apropos Sprache. Hier wird es natürlich schwierig. Sie beeinflusst natürlich maßgeblich das Feeling des Films. Der derbe Slang kommt eben nur mit besonders tiefen Stimme richtig gut rüber. "Black Dynamite" DYNAMITE! macht vor allem im O-Ton Spaß, aber ich habe auch mal in die deutsche Synchronisation reingehört und war wirklich positiv überrascht. Die Stimmen passten gut und auch der Wortwitz wurde, wo es ging, intelligent in die deutsche Sprache transportiert. Von daher ein Lob an das Synchonisationsstudio!
Aber auch beim Soundtrack wurde wirklich etwas Großartiges vollbracht. Mit Adrian Younge hat man sich einen absolut fähigen Komponisten ins Boot geholt, der ein ganzes Spektrum an Stilen von Funk bis Soul abdeckt. Sämtliche Instrumente wurden von ihm eingespielt und er hat außerdem einen großen Teil der Texte verfasst. Daher sollte man sich direkt überlegen, ob man sich dieses Stück nostalgisch verzaubernder Musikkunst nicht auch gleich mit ins Haus holt. Can you dig it?
Es gibt eine wirklich wunderbar gemachte Platte zum Score. Schweres 180 Gramm Vinyl mit Lyricsheet und 2 Lobbycards inklusive. Limitiert ist die Platte auf 2000 Einheiten und bei Waxpoetics erschienen. Wer dann immer noch nicht genug hat, kann sich auch noch den Soundtrack mit von David Hollander ausgewählten Stücken zum Film gönnen.
Ein fettes Programm, das ich jedem, der der Musik etwas abgewinnen kann, wärmstens ans Herz lege. Can you dig it???

Sonntag, 9. Januar 2011

Neues aus dem Hause Subkultur Entertainment - The Grindhouse Collection No 2: Die Bestien/Der Schlächter und Drive In-Classics Nr. 4 Weisser Terror

Wow, das neue Jahr geht für die Jungs von Subkultur Entertainment mit einem Feuerwerk an Ankündigungen los. Die letzten Tage war es sehr ruhig, doch jetzt platzt die Bombe! Fangen wir mit den Drive-In Classics an. "Not Of This Earth" (Gesandter des Grauens - 1957) verschiebt sich um ein paar Tage, weil es logistische Probleme beim Hersteller der Schuber gab. Außerdem wird sich "Ma Barkers Killer Brood" (Die gnadenlosen Killer - 1960) aufgrund von winterchaotischer Verzögerung beim Eintreffen der Kinokopie, von Januar auf Februar verschieben. Im gleichen Monat erscheint dann schon Nr. 3, der "4D Man" (1959).
Die endgültigen Details zur Ausstattung stehen ebenfalls fest:
Bildformat: Vollbild (Farbe)
Ton: Deutsch/ Englisch DD Mono
Laufzeit: ca. 83 Minuten (unzensiert)
Extras:
- Booklet mit Hintergrundinformationen
- Keep Case im Schuber
- Dt. Trailer
- US Trailer
- US - Super 8 Fassung "Master of Terror" (s/w)
- Bildergalerie
- "Reflexionen aus der 4. Dimension" - Exklusives Interview mit Produzent Jack H. Harris
- Exklusives Interview mit Hauptdarstellerin Lee Meriwether
- limitiert auf 1000 Stk (tba)
Nummer vier der Drive-In Classics wird "The Intruder" (Weißer Terror - 1962) von Roger Corman werden. Mit von der Partie ist unter anderem Star Trek Ikone William Shatner. Zur Ausstattung wird ein Schuber, sowie ein Booklet mit Hintergrundinformationen und eine 60-minütige Dokumentation über den Ku Klux Klan gehören. Einen Trailer zum Film findet ihr hier.
Mit großer Spannung wurde außerdem die Ankündigung für den zweiten Titel der Grindhouse Collection erwartet. Nun steht er fest und es sind gleich 2 Filme! Es wird also ein Double Feature, und zwar der sleazigen Sorte. Neben "Blackout" (Die Bestien - 1978) bekommen wir einen weiteren Film des schlechten Geschmacks präsentiert "A Scream In The Streets" (Der Schlächter - 1973). Einen kleiner Teaser mit Trailern der beiden Streifen und den genialen deutschen Synchronisationen gibt es hier. Wenn das nicht schon ein Knaller als solcher wäre, aber das Double Feature kommt außerdem schon im Februar in die Shops eures Vertrauens.
Das sind wunderbare Nachrichten und wir dürfen uns schon bald auf hoffentlich großartige Veröffentlichungen freuen. Man darf gespannt sein. Sobald die Scheiben erscheinen, gibt es selbstredend an dieser Stelle ausführliche Besprechungen!

Samstag, 8. Januar 2011

Forbidden Planet (Alarm im Weltall - 1956)

Ein weiterer Science Fiction Blockbuster aus den 50ern und wieder in damals revolutionärer Farbfassung! Kein Invasionsfilm, sondern ein waschechtes Weltraumabenteuer mit viel Utopie, kreativen Einfällen und nur einer einzigen weiblichen Darstellerin.
Aber was über allem thront, ist der intellektuelle Hintergrund der Geschichte, der sich in den Bereichen der Tiefenpsychologie, speziell der Psychoanalyse, bewegt.
Daher wird in dieser Besprechung das Ende, weil es gar nicht anders geht und sonst die Großartigkeit nicht vermittelt werden könnte, gespoilert.
Aber all das wusste ich zu Beginn des relativ unspektakulär startenden Films noch nicht.
Wir verfolgen eine Raumschiffcrew, die in einer fliegenden Untertasse einen entlegenen Planeten ansteuert, auf dem ein Herr Morbius mit Crew vor langer Zeit gelandet ist.
Wie es das Schicksal will, ist der ältere Mann immer noch auf dem Planeten zugegen und schickt sein selbstgebasteltes Empfangscommittee in Form des putzigen Roboters "Robby" zum Schiff.
Von der Crew, die ursprünglich den Planeten besucht hat, ist nur noch Morbius übrig. Seine Frau starb als letzte Überlebende und hinterließ ihm die Tochter Altaira (gesprochen: alter!).
Das neue Raumschiff unter der Kommandatur von John Adams will eigentlich nur nach dem Rechten sehen und dann wieder die Biege machen.
Die Jungs sind allerdings ziemlich aus dem Häuschen, als Morbius ihnen von den Fähigkeiten des Roboters erzählt. Der kann nämlich ziemlich viel Zeug selber herstellen und ist auch sonst sehr nützlich. Außerdem gehen die Typen ziemlich auf dem Zahnfleisch. Keine Frau seit über einem Jahr gesehen und Alter (die Tochter) trägt auch noch Miniröcke. Die Männer liegen ihr also zu Füßen und nutzen es aus, dass Morbius seine Tochter kein bisschen aufgeklärt hat. Da wird behauptet, dass Küssen gesund macht und ganz normal ist. So wird die junge Alter zur Chefhure des Planete, ohne es selbst zu wissen. Doch zum Glück macht Commander John Adams dem bald einen Strich durch die Rechnung.
Wenn man sich diesen Typen so ansieht, dann kommt er einem merkwürdig bekannt vor. Aber irgendwie will man nicht auf einen Namen kommen. Aber dann trifft den Verstand ein Blitz! Der leider erst kürzlich verstorbene Leslie Nielsen! Wow!
Das kommt davon, wenn man beim Vorspann nicht aufpasst und sich das Cover auch nicht näher ansieht.
Nachdem das nun geklärt sein dürfte, will der Einsiedler Morbius die Jungs auch wieder schnell vom Planeten runter haben, weil er die Menschen und deren Zivilisation für barbarisch hält. Die ursprünglich auf dem Planeten lebende Intelligenz hatte schließlich alle Probleme, Krankheiten und Konflikte überwunden. Der absolute Frieden und trotzdem waren sie irgendwann spurlos verschwunden.
Nicht jedoch, ohne ihre grenzenlos weit entwickelte Technologie dort zu lassen. Morbius, eigentlich Philologe, studiert deshalb auch die fremde Sprache und erschließt mehr und mehr von der fortschrittlichen Technologie.
Sein Fehler ist, dass er einen Teil der Gäste am Wissen teilhaben lässt und diese sofort der Meinung sind, dass man die Informationen nicht der Allgemeinheit vorenthalten dürfe.
Schlimm wird es, weil zur gleichen Zeit ein ziemlich fieses Ungeheuer umgeht und recht erfolgreich versucht, die Schiffscrew Stück für Stück zu dezimieren.
Das absolute Knallerende mit der spektakulären Auflösung erhellt den ratlosen Zuschauer. Das Monster war das unterdrückte Unterbewusstsein von Morbius selbst. An dieser Stelle macht "Forbidden Planet" (1956) dann auch direkt einen Abstecher in die Psychoanalyse des Sigmund Freud oder die Traumdeutung von Carl Gustav Jung.
Wem also Begriffe wie "Ich", "Über-Ich" oder "Es" geläufig sind, der wird an den Überlegungen seinen Spaß haben. Ein solch durchdachtes und semiwissenschaftliches Ende hätte ich von einem Streifen dieser Art nicht erwartet. Obwohl schon Filme wie "The Incredible Shrinking Man" (1957) nicht vor existenzphilosphischen Fragen zurückschreckten.
Wirklich, ganz großes Kino.
Wenn man dann noch die Umsetzung sieht und noch mal auf das Enstehungsjahr linst, muss man schon reflexartig einen ganze Kiste Superlative auskippen.
Das animierte Monster in den Sperrzäunen ist der mit Abstand höchst verfügbare Entwicklungszustand. Keine Ahnung wie das gedreht wurde, aber es sieht beeindruckend aus. Aber auch die anderen Effekte, die phantasievoll umgesetze Technologie oder die wunderschönen Landschaftsaufnahmen auf dem fremden Planeten sind einfach umwerfend.
Es macht Spaß, den Film einfach nur zu genießen und er ist eigentlich ganz weit davon entfernt, in die Kategorie eines B-Movies zu fallen. Auch wenn ich ihn wenigstens gefühlsästhetisch auch weiterhin dort verorten möchte.
Fred Wilcox hat hier ein absolutes Meisterwerk abgeliefert, das sowohl spektakulär inszeniert, als auch intelligent geplottet wurde.
Das alles wäre schon genug, um einen Kauf zu rechtfertigen, aber die Special Edition hat noch mal einen unvergleichlichen Mehrwert zu bieten.
Leider ist die deutsche Variante anscheinend ausverkauft, weshalb ich mir die mit der deutschen Veröffentlichung identische (bis auf den Schriftzug auf dem Cover) britische DVD geholt habe.
Hier sind neben einer zeitgenössischen Episode der TV-Serie "The Thin Man" (1958), noch der zu einem späteren Zeitpunkt besprochene Streifen "The Invisible Boy" (1957), die beide den Roboter aus "Forbidden Planet" featuren.
Aber das ist immer noch nicht alles. Es gibt die wirklich gelungene Dokumentation "Watch the Skies: Science Fiction, The 1950s and Us", in der Steven Spielberg, George Lucas, Ridley Scott und James Cameron über die klassischen Science Fiction Filme der 50er Jahre palavern. Natürlich werden viele Knaller wie "Them" (1954), "The Crawling Eye" (1958), "The Monolith Monsters" (1957), Rocketship X-M (1950) und noch etliche andere Filme thematisiert. Es ist einfach großartig, wie sympathisch die meisten Regisseure
über die gute alte Zeit reden und die ein oder andere Anekdote zum besten geben.
Uneingeschränkte Kaufpflicht!
2 weitere Dokumentationen über "Forbidden Planet" selbst und den Roboter, sowie etliche Trailer und Hintergrundinformationen runden das Erlebnis auf den beiden DVDs ab. Einfach gigantisch und beeindruckend.
Und wer schon immer mal wissen wollte, ob ein Roboter Edelsteine, Schnaps und Metalle herstellen UND noch Blumen in die Vase stellen kann, wird hier die Antwort finden.

Freitag, 7. Januar 2011

The Rocketeer von Dave Stevens

Um die Weihnachtszeit habe ich dieses Juwel in einem Dresdner Comicshop erstanden. Es ist ein Comicbuch, dessen eigentliche Veröffentlichung schon etwas länger zurück liegt. Ursprünglich wurde The Rocketeer in den 80ern verkauft und erschien jüngst in einer edlen gesammelten Edition beim deutschen Comic Verlag Cross Cult.
Die Geschichte dreht sich um den waghalsigen Kunstflieger Cliff Secord, der durch einen dummen Zufall in den Besitz einer streng geheimen Technologie gelangt - den Raketenrucksack. Dieser lässt sein bisher ohnehin schon turbulentes Leben noch ein wenig verrückter werden. Da hilft es auch nicht, dass seine Freundin, die sich den Durchbruch im Showgeschäft erhofft, mit Eifersüchteleien noch mehr Dynamik in die Geschichte bringt.
Bemerkenswert ist, dass das Comic gegen Ende der 30er Jahre spielt und somit ein herrlich nostalgisches Setting für eine ungewöhnliche Erzählung bietet. Außerdem taucht das Pin Up Modell aus den 50er Jahren schlechthin auf: die wundervolle Betty Page.
Die Zeichnungen von Stevens, der leider viel zu früh starb, sind überragend und die Neu-Kolorierung durch Laura Martin lässt den vergleichsweise alten Comic völlig frisch erstrahlen. Zum Vergleich hier mal die alte und die neue Kolorierung:
Die Geschichte selbst teilt sich in eine Originstory mit den ersten Geplänkeln und ein weiteres Abenteuer, das in New York spielt.
Leider, muss man sagen, gibt es nicht mehr Stoff vom Rocketeer, denn speziell die letzte Story weiß vollständig zu überzeugen und arbeitet, nach der Einführung der Charaktere, mit seinem Figurenensemble. Immerhin gab es eine, mir leider noch unbekannte, Disneyverfilmung von 1991, die zumindest einen vielversprechenden Eindruck erweckt.
Wer verrückte Geschichten mag, etwas für die nostalgisch verklärte Zeit des 30er Jahre Hollywoodkinos übrig hat und dem in den 50er Jahren vorherrschenden Frauenideal nicht abgeneigt ist, sollte hier definitiv zugreifen.
Anfänglich hatte ich noch meine Bedenken bezüglich der deutschen Ausgabe und wollte zum englischen Original greifen. Die Aufmachung (großformatiges A4 Hardcover), sowie das wirklich großartige Nachwort mit viel Hintergrundinformationen und die sehr gelungene Übersetzung, haben mich dann doch nicht länger zögern lassen.
Ein buntes Abenteuer voller grandioser Bilder, Sexappeal, Nazispionen und Jahrmarktfreaks. Ich habe es sehr genossen und bin froh, dass dieses Werk überhaupt auf dem deutschen Comicmarkt erschienen ist.
29,80€ für 160 Seiten sind hier nicht falsch investiert.
Wer sich nicht sicher ist, sollte sich diese Leseprobe ansehen.

Donnerstag, 6. Januar 2011

This Island Earth (Metaluna IV antwortet nicht - 1955)


Dieser Film ist sich selbst popkulturell weit voraus. Die Weltraummonstermutanten im Film sind vermutlich jedermann bekannt, nicht zuletzt, weil sie für die lustigen Marsianer in dem unglaublich großartigen, und letzten guten, Alieninvasionsfilm, "Mars Attacks" (1996) von Tim Burton, Vorlage waren. Außerdem gibt es einen nicht minder großartigen Song der nicht minder großartigen Band The Misfits namens "This Island Earth". Bevor wir uns aber weiterhin die Superlative um die Ohren klatschen, soll das Referenzwerk genauer unter die Lupe genommen und auf Herz und Nieren geprüft werden. Denn eigentlich kennt man es ja gar nicht so richtig.
Siehe da, man kommt zu einem ambivalenten Ergebnis und ist hin und hergerissen, ob man den Streifen toll oder völlig daneben finden soll.
Die Geschichte selbst ist teilweise spannend, aber auch ziemlich dämlich und haarsträubend, was allerdings per se noch nichts schlechtes bedeuten muss, wie wir wissen.

Ein Wissenschaftler, der zugleich auch ein Fliegeras ist, wird während eines Landeanflugs von einer Art Traktorstrahl getroffen, in dessen Folge er selbst keine Kontrolle mehr über das Fluggefährt hat. Zum Glück bringt ihn die fremde Macht gütiger Weise wohl behütet auf den Erdenboden zurück. Mit der Landung einher geht ein unerträglich hochfrequenter Ton, der mindestens 1 1/2 Minuten permanent aus den Boxen fiept und unweigerlich zu einer eigenmächtigen Nachjustierung des heimischen Lautstärkepegels führt. Meine Güte, das hätte man auch wesentlich kürzer machen können, aber es eignet sich wahrscheinlich hervorragend als akkustisches Antiseptikum für das Trommelfell. Ich verspüre immer noch irreparable Tinnituserscheinungen.
Jedenfalls kommt unser Forscher zu seinem Sidekick ins Labor und wird fortan mit seltsamen Postzustellungen bombardiert. Die beiden haben die Waren zwar nicht angefordert, puzzeln aber bereitwillig die elektronischen Einzelteile zusammen, bis ein riesiges Gerät den Raum ausfüllt und ein weißhaariger Mann mit Kegelkopf per Videoübertragung in einem gleichschenkligen Dreiecksmonitor erscheint. Bizarr!

Dieser lustige Geselle instruiert unsere Wissenschaftler, sich zu einer bestimmten Zeit am Flugfeld einzufinden, danach ballert die Maschine auf ein Stück Papier, dem Wissenschaftsduo wird die Chose zu bunt und sie ziehen den Stecker. Was mag nun passieren, fragt sich der neugierige Zuschauer. Die Maschine fängt Feuer, explodiert und schmilzt zu einem kleinen Häufchen Asche zusammen. Natürlich!
Der Wissenschaftler folgt trotzdem der Anweisung und wird mit einer völlig autark fliegenden Maschine zu einer Basis gebracht, in der weitere Wissenschaftler mit den Kegelköpfen zusammenarbeiten. Sein Sidekick protestiert zumindest verbal sehr energisch, lässt sich aber schon sehr bald in die Schranken weisen und taucht auch sonst nicht mehr im Film auf. So kann es gehen.
Das ist alles weniger spektakulär und man fragt sich, warum Co-Regisseur Arnold da nicht früher eingegriffen und dem Streifen ein bisschen mehr Dynamik verliehen hat.
Zumindest treffen wir an dem unbekannten Ort unsere weibliche Hauptrolle an.

Tja, und woher kommt uns das Gesicht bekannt vor? Richtig, es ist Faith Domergue, die schon im Tentakelungeheuerspaß aus dem gleichen Jahr "It Came From Beneath The Sea" (1955) mit von der Partie war. Ja, sie hat immer noch ihren unzüchtigen und unterkühlten Blick drauf. Dieses Mal stiftet sie jedoch keine Zwietracht unter den Wissenschaftlern. Schade eigentlich. Ein wenig mehr Würze hätte diesem Segment von "This Island Earth" (1955) sicherlich gut getan.
Den Wissenschaftlern kommt die ganze Mission spanisch vor und sie wollen fliehen. Doch dann stellt sich heraus, dass ihre Auftraggeber mit der futuristischen Technologie Außerirdische von einem fremden Planeten sind. Die Nebenrollen werden um die Ecke gebracht und unser Starwissenschaftler plus Quotenfrau an seiner Seite dürfen die Reise auf den entlegenen Planet antreten. Ab diesem Punkt des zugegeben mittlerweile schon sehr fortgeschrittenen Films geht die Post ab! Endlich!
Die Effekte sind lustig, es gibt uralte Nacktscanner, bunte Kontrollleuchten- und apparaturen, Atommodelle, die im Raum rumstehen und vermutlich irgendeine wichtige Bedeutung haben, sowie Kometenraketen, die mit überlegenen Laserstrahlen zerschossen werden.
Aber wo bleiben die coolen Monster, die man kennt?
Leider tauchen sie wirklich erst ganz zum Schluss auf, aber dafür gibt es nicht nur einen Mutanten.

Die Geschichte wird zum Schluss sogar schlüssig, ergibt Sinn und vermag bisweilen zu begeistern. In Kombination mit dem Effektefeuerwerk, das abgefackelt wird, ein absolut vorzügliches Ende mit unerwarteter Wendung.
Keinesfalls eine Gurke, aber auch weit entfernt von den Größen der Science Fiction - Unterhaltung dümpelt "This Island Earth" irgendwo zwischen den Stühlen herum. Die coolen Flugzeug- und Landschaftsaufnahmen begeistern und tragen dazu bei, dass der Streifen keine Bruchlandung hinlegt. Irgendwie ist dieses Kleinod schon liebenswürdig und versprüht einen hilflosen Charme.
Der Film liegt mir in Farbe in der britischen Auswertung vor. Vielleicht hätte er aber auch in schwarz/weiß ganz gut gewirkt, obwohl die bunten Blinklichter schon einiges zur Atmosphäre beitragen. Anyway.
Abschließend kann ich aber trotzdem guten Gewissens eine klare Empfehlung für Genrefreunde aussprechen, denn der Film ist in jedem Fall ein absoluter Sonderling und genießt auch heute noch zu Recht einen Ausnahmestatus.
Kann man sich antun.