Montag, 18. Juli 2011

And the winner is...

...Frank, der Linnea Quigley in "Return Of The Living Dead" (Verdammt, die Zombies kommen - 1985) zur Dame der Wahl erklärte.
Herzlichen Glückwunsch, die Mail ist unterwegs zu dir!
An alle anderen, es tut mir wirklich Leid, denn ich habe so viele Mails mit tollen Vorschlägen, Bildern und Ausführungen bekommen, dass ihr alle einen Preis verdient gehabt hättet.

Aber: das war garantiert nicht das letzte Mal. Mir hat es riesig Spaß gemacht und ich habe mich über die zahlreiche Beteilung sehr gefreut. 

Die große Frage, die jetzt noch im Raum steht: Wer ist denn jetzt nach Leservotum das definitive Chick from the Past?
Es ist mit 3facher Nennung Edwige Fenech, gefolgt von Ingrid Pitt, Elke Sommer, Nieves Navarro, Pia Degermark, Soledad Miranda, Gloria Grahame, Laura Gemser, Kristy Swanson, Caroline Munro, Tura Satana, Jane Fonda, Britt Nichols und Cassandra Peterson. Ihr habt wirklich einen ausgesprochen guten Geschmack bewiesen und ich möchte mich noch einmal für die Teilnahme bedanken!

Freitag, 8. Juli 2011

Rückkehr der Galerie des Grauens Nummer 1 - "The Monolith Monsters" (Das Geheimnis des steinernen Monsters - 1957)

Monsterfilmfreunde aus ganz Deutschland warteten sehnsüchtig auf diesen Tag: der erste Titel der Reihe "Rückkehr der Galerie des Grauens" ist da und mit dem Einstand der neuen Box hat sich Anolis definitiv nicht lumpen lassen.
Im Vorfeld gab es kontroverse Diskussionen, die Box war bei den bekannten Shops binnen kürzester Zeit ausverkauft, aber das soll heute nicht Gegenstand der Debatte sein. Heute konzentrieren wir uns ganz darauf, mal wieder in einer Wüste zu sein und einer kosmischen Bedrohung gegenüber zu stehen.
Nach längerer Wartezeit stand der freundliche Hermesmann dann doch noch vor der Tür und überreichte die kostbare Fracht. Ich nahm sie ehrfürchtig in meine Obhut, löste sanft das Zellophan und musterte das gute Stück. 
Danach ging die Scheibe direkt in den Player und es begrüßte mich ein neuer Trailer der Box. Spätestens bei dem Pappsternmonster konnte ich mit meinen Freudentränen nicht mehr hinterm Berg halten und machte es mir samt Burger und Bierchern gemütlich, mit dieser kleinen Perle.
Zum Film: Man könnte meinen, dass ich mittlerweile einen Wüstenkoller hätte, da ich in letzter Zeit überraschend viele Filme geschaut habe, die von übernatürlichen Geschehnissen in Wüstenkäffern erzählen. Aber dieses Setting ist einfach so herrlich nostalgisch und ikonisch für den Monster-SciFi-Film der 50er, dass ich davon einfach nicht genug bekommen kann.
Dieses Mal haben wir es nicht mit fliegenden Untertassen oder mutierten Insekten zu tun. Richtig innovativ bedroht die Kleinstadt in Nevada ein völlig unbeschriebenes Blatt: GESTEIN! Ja, schwarze Kristalle aus dem Weltall greifen die Menschheit an. Eigentlich ganz harmlos und hübsch anzusehen, funkeln und glitzern sie in der Hitze der Sonne. Allerdings gibt es ein Problem, wenn man sie nach Mitternacht füttert oder Wasser auf sie kippt, dann....nein halt stopp, das war ein anderer Film. Aber wenn Wasser auf sie fällt, dann wachsen sie und machen einfach mal alles platt. Wer hinter den monumentalen Gesteinsmassiven lovecraftsche Anleihen zum Cthulhumythos vermutet, der wird leider enttäuscht werden. Das Zeug ist tatsächlich ganz anorganisch und birgt keine schlummernden Großen Alten in sich. Eigentlich schade, denn ich warte immer noch auf den Tag, an dem eine Cthulhugeschichte in befriedigender Qualität filmisch umgesetzt wird.
"The Monolith Monsters" (1957) beginnt relativ entspannt und beleuchtet langsam das Leben in dem verschlafenen Städtchen. In der Anfangssequenz sehen wir einen Feuerball auf der Erde einschlagen. Tatsächlich ist die Szene aus dem erst vor wenigen Tagen hier besprochenen Film "It Came From Outer Space" (1953) geliehen. Die Lehrerin Cathy Barrett (Lola Albright) macht einen Ausflug mit ihrer Klasse, auf dem die kleine Ginny einen seltsamen Stein findet.
Dann verwandeln sich auch noch Menschen in Gestein und der Geologe Dave Miller (gespielt von Grant Williams, wir kennen ihn aus "The Incredible Shrinking Man" (1957)) hat alle Hände voll zu tun, um gegen die kosmische Bedrohung ein probates Mittel zu entwickeln.
Endlich mal wieder die Wissenschaft, die den Kampf gegen das Unbekannte aufnimmt, und mit klugen Überlegungen, statt Waffengewalt (wie in "Formicula" (1953)) über das Böse triumphiert. Allerdings gibt es eine eklatante Ähnlichkeit der beiden Streifen. Ein völlig verstörtes Mädel, das in der Wüste gefunden wird. Das hat sich nämlich der gute Jack Arnold ausgedacht. Hier zeigte er sich für das Drehbuch zuständig, was zur Folge hat, dass der Film narrativ wirklich anspruchsvoll ist und auch nicht minder großartig von John Sherwood inszeniert wurde. 
Das liegt allerdings auch daran, dass man mit Universal ein dickes Studio im Rücken hatte, das eine derart opulente Ausstattung und detailierte Drehsets erst ermöglichte. Auch aus heutiger Sicht wirkt das Gezeigte nicht billig oder trashig, sondern weiß durchaus zu gefallen. Selbst die im späteren Verlauf in schwindelerregende Höhe entwachsenden Monolithen sehen, als sie sich die Stadt einverleiben, glaubwürdig und spektakulär aus. Der Soundtrack ist zudem extrem stimmungsvoll und sorgt für das notwendige schmückende Beiwerk. "The Monolith Monsters" ist wirklich toll, er macht unglaublich viel Spaß und ist außerdem noch spannend. Ein wirklich herausragender Streifen aus den 50ern!
Zur Ausstattung: Die Box ist stabil und der der ersten Reihe sehr ähnlich. Statt Bordeauxrot haben nun ein kränkliches Giftgrün und ein paar Bilder aus den verschiedenen Teilen der Box Einzug in das Design gehalten. Hier setzt auch ein Kritikpunkt an. So liebevoll die technische Ausstattung doch ist, wie sich im Folgenden noch zeigen wird, so sehr hängt die optische Gestaltung diesem Ideal doch hinterher. 
Die Bilder sind relativ simpel und wahllos draufgeklatscht. Hier hätte ich mir eine Steigerung zur alten Box gewünscht, die eine wesentlich stimmigere Bildkomposition aufbot. Auch das Cover des steinernen Monsters wirkt ausgeblichen und wenig farbenfroh. Natürlich ist es zweckmäßig, aber im vergangenen Jahr haben verschiedene Veröffentlichungen aus dem Sektor die Messlatte doch deutlich in die Höhe geschraubt und man ist daher eine andere Qualität gewohnt.
Bei der technischen Ausstattung wird dann allerdings wieder ein hohes Niveau erreicht. Eine Einleitung von dem Regisseur (u.a."Critters 2" - 1988) Mick Garris und der Audiokommentar mit ihm und Ivo sind wirklich stimmig und extrem informativ. 
Garris spricht darin zum Beispiel über sein Verhältnis zum guten Jack Arnold, aber auch über die kulturelle Bedeutung dieser alten Flicks. Dieser englische Audiokommentar wurde sogar deutsch untertitelt! Außerdem ist noch ein zweiter AK enthalten: Ein neues und ein altes Gesicht sind mit dabei. Ingo Strecker und Jörg Jedner geben sich ein Stelldichein und liefern, wie gewohnt, einen hochwertigen Audiokommentar ab, der mit witzigen Einschüben und jeder Menge Hintergrundwissen gefüllt ist. Die beiden ergänzen sich wunderbar und glänzen mit filmhistorischer Expertise. Der ohnehin schon großartige Film wird dadurch noch einmal aufgewertet.
Des Weiteren finden sich der US-amerikanische sowie der deutsche Trailer auf der Scheibe und ein pickepacke volles Paket mit weiterem Material. Dazu gehören Werberatschläge aus alten Zeitungen sowie eine Filmografie von Jack Arnold. Und die hat ihren Namen redlich verdient, denn hier werden auf 49 Texttafeln viele Informationen über die Karriere und Bilder seiner Filme präsentiert. Auf der Scheibe ist wirklich eine wahre Goldgrube an Zusatzinhalten. Wem die Leserei am Bildschirm zu anstrengend ist, der kann sich weitere essentielle Gedanken über den Streifen aus dem beiliegenden Booklet ziehen. In eloquenter Weise präsentiert Herr Strecker Hintergrundwissen zum Film, das von zeitgenössischen Aushangfotos flankiert wird.
Ein absolutes Highlight ist wohl die erneuerte US-Widescreenfassung. Sie bietet dem Zuschauer die Möglichkeit, den Film neben dem 4:3 Format auch auf Kinoleinwandgröße zu genießen. Das Bild ist dabei wirklich außerordentlich gut, scharf und weist so gut wie keine Verschmutzungen auf. 
Aus dieser erneuerten Fassung wurde wirklich einiges rausgeholt und ich muss ganz klar sagen, dass ich den Film in diesem Format bevorzuge. Außerdem wirkt die 4:3 Fassung etwas dunkler, hat dafür aber vereinzelt ein paar charmante Flecken. 
Wie man sich schlussendlich entscheidet, das bleibt jedem selbst überlassen, die Bildqualität ist jedenfalls bei beiden für das Alter wirklich sehr gut! Abschließend kann man sagen, dass die Ausstattung state of the art ist und nur die durchschnittliche graphische Gestaltung negativ auffällt. Aber das ist auch Meckern auf hohem Niveau.
Insgesamt ist "The Monolith Monsters" ein absolut würdiger Start in die neue Reihe, der sehr viel Lust auf mehr macht und auch in puncto Ausstattung wieder eine Schippe drauf legt.
Für uns Filmfreunde sicherlich ein Luxus, dass es noch Labels gibt, die sich die Mühe machen und sich für diese umfangreiche Aufmachung den Arsch aufreißen.
Sollten die restlichen, in großen Mengen noch erhältlichen Boxen demnächst auch auftauchen, sichert euch euer Exemplar, denn diese Veröffentlichung ist jeden Cent wert! Mit den Tonnen an Bonusmaterial hat man viele Stunden Sehvergnügen vor sich und eine wirklich exklusive Veröffentlichung im Schrank. So kann es gern mit "Earth vs. The Spider" (1958) im August gerne weitergehen!

Mittwoch, 6. Juli 2011

Coffy (Die Raubkatze - 1973)

Blaxploitation at its best! In Vorbereitung auf "Women In Cages" (1971) war es an der Zeit, endlich einen Klassiker des amerikanischen Exploitationkinos zu sichten und hocherfreut die Schauspielkünste der bezaubernden Pam Grier zu bewundern!
"Coffy" (1973) ist eine drogengeschwängerte Gangstergeschichte voll von Intrigen, Machenschaften und hübschen Damen.
Im Grunde genommen nimmt der Streifen das Konzept von "The Boondock Saints" (1999) bereits vorweg. Allerdings ist hier kein pseudoreligiöser Scheiß Motivation für Coffys Handeln, sondern der Tod ihrer Schwester an einer Überdosis Heroin.
Tagsüber, na ja eigentlich nachts, ist Coffy die resolute Krankenschwester von nebenan, aber danach begibt sie sich in den Straßendschungel, legt sich mit harten Jungs an und bringt Drogendealer zur Strecke.
Die Geschichte ist damit auch schon relativ erschöpfend abgerissen. 
Obwohl, ein wenig tiefer geht es dann doch. 
Während ihres Rachefeldzuges taucht Coffy immer weiter in den Sumpf des Verbrechens ab, nutzt die naturgegebene Rivalität der Drogenbanden für sich und macht dabei keine Gefangenen. Um an ihr Ziel zu gelangen, bedient sie sich all ihrer Vorzüge und stolpert dabei auch oftmals in brenzlige Situationen, aus denen ein Ausweg nicht besonders aussichtsreich scheint. 
Die Gewaltdarstellung fällt überraschend deftig aus und auch sonst atmet der Streifen Rohheit und Exploitationgestank. Zum Ende gibt es sogar noch einen kleinen Plottwist, bevor der Abspann über den Bildschirm rollt und man gern noch mehr aus dieser Welt gesehen hätte.
Neben funkigen, musikalischen Klängen räkeln sich in regelmäßigen Abständen spärlich bekleidete Damen. Es gibt sogar eine Salatschlacht, ordentlich choreographierte Kämpfe und halsbrecherische Stunts zu bestaunen. Vielleicht kann mir jemand mal bei der Gelegenheit erklären, weshalb in diesem Film, wenn es zu Handgreiflichkeiten kommt, eigentlich immer Dekolletés dran glauben müssen? 
Die Pimps schießen mit ihrer unvorteilhaften Mode oftmals über das Ziel hinaus und Weiße wirken lächerlich, wenn sie mit Dauerwellen statt echten Afros ihr Haupt krönen wollen. Prollige Innenausstattungen, die bis ins Puffige gehen und mit den bizarrsten Tapetenmustern dekorierte Wände schenkt uns der Film noch dazu.
Außerdem treffen wir einen alten Bekannten wieder. Sid Haig aka Captain Spaulding gibt sich die Ehre und spielt einen der ausgefuchsten Gangsterschergen!
"Coffy" hat wirklich einiges zu bieten und schmückt jede Filmminute mit sehenswerten Szenen aus. Blaupausenhaft für das Blaxploitationgenre werden alle späteren Trademarks, die in der  Genrepersiflage "Black Dynamite" (2009) aufgegriffen wurden, gesetzt. Auch wenn ich eigentlich nur schwer für das Gangstergenre zu erwärmen bin, hat Pam Grier jedenfalls gehörig Lust auf mehr gemacht. Die Frau ist einfach eine Wucht in jeglicher Hinsicht und hat zum Glück in vielen weiteren Produktionen mitgewirkt. 
Glücklicherweise ist "Coffy" nämlich zusammen mit "Foxy Brown" (1974) und "Black Mamma, White Mamma!" (1973) in der "Soul Cinema" betitelten britischen "Best Of"-Box erschienen. In einem kleinen Schuber sind die schmalen Keep Cases eingeführt und bieten ein ordentliches Bild. Leider gibt es neben dem Trailer kein einziges Extra auf der Scheibe.
Ein weiteres Manko ist der unterschiedliche Ton. Keine Ahnung, was da passiert ist, aber gerade beim alles entscheidenden Enddialog wechselt die Synchronsprecherin von einer coolen und verrucht klingenden Stimme von Coffy in eine piepsige und dämlich hohe. Klar, manchmal ist die Tonspur nicht mehr rekonstruierbar, aber an dieser Stelle hat es doch echt genervt.
Aber gut, bei dem unfassbar günstigen Preis und der Tatsache, dass neben der englischen auch immer die deutsche Tonspur am Start ist, lässt sich das doch ganz gut verkraften!
Noch ein paar Worte zu Kultregisseur Jack Hill. Der saß bereits bei alten Horrorstreifen wie "The Terror" (1963) auf dem Drehstuhl. Mit Boris Karloff hatte er eine echte Legende am Set (über den Film hinaus gab es zahlreiche Kooperationen mit dem Engländer) und ganz illustre Co-Regisseure. Niemand Geringeres als der König des B-Films Roger Corman, die Schauspielerlegende Jack Nicholson und der junge Francis Ford Coppola standen ihm zur Seite. 
Außerdem ist Hill für einen Film verantwortlich, der demnächst von Subkultur Entertainment bei uns erstmals erscheinen wird: "Switchblade Sisters" (1975).
Braucht man - kauft man!

Dienstag, 5. Juli 2011

Neues aus der Kalenderwoche 27

Obacht, aufgepasst!
Zum Vorbestellen bei der OFDB sind ab sofort "Mördersaurier" (1960) - 31. August,  "Frauen hinter Zuchthausmauern" (1971) - VÖ 22. August und "Mondo Candido" (1975) - VÖ 25. Juli gelistet.
Es stehen wohlige Monate bevor, also rechtzeitig vorbestellen, damit man sich auch sein eigenes Exemplar sichern kann. Außerdem werden derzeit die steinernen Monster der Rückkehr der Galerie des Grauens ausgeliefert und werden, sobald bei mir eingetrudelt, zeitnah auf Herz und Nieren geprüft.

Montag, 4. Juli 2011

It Came From Outer Space (Gefahr aus dem Weltall - 1953)


Wenn der Kalte Krieg für etwas gut war, dann auf jeden Fall für die Filmindustrie. Ohne ihn wären wahrscheinlich etliche Invasionsfilme nie entstanden oder nicht so zahlreich in ihrer Art gewesen. Einer dieser knuddeligen 50er-Jahre-Filme ist "It Came From Outer Space" (1953). Habe ich bei meiner letzten Besprechung von dem im gleichen Jahr erschienenen "War Of The Worlds" (1953) bereits unmissverständlich klar gemacht, dass diese Art von Filmen großartig und meiner Meinung nach auch vom heutigen Standpunkt aus von revolutionärer Wichtigkeit war, unterscheidet sich "It Came From Outer Space" etwas vom Genreklassiker und geht einen anderen Weg.
Hier präsentierte man dem Publikum nämlich eine wesentlich fiesere und subtilere Invasionsvariante, die dann auch direkt auf den Kommunismus als solchen verweist.
Die Außerirdischen können nämlich die Menschen duplizieren und mit diesen willenlosen Klonen die Menschenheit unterjochen. Aber starten wir doch am Anfang.
In einer Wüste (ich habe keine Ahnung, wer sich dieses Gesetz ausgedacht hat, dass diese Art von Streifen in staubigem Ödland passieren muss, aber ich würde ihm auch heute noch einen Orden dafür verleihen) lebt ein Schreiberling mit seiner Braut Ellen zurückgezogen und pfeiferauchend in einem beschaulichen Haus. Anfänglich muss man ein paar dümmliche Machodialoge ertragen, bevor die Action richtig los geht. Das Pärchen palavert süßholzraspelnd über ihre gemeinste Zukunft, wobei der weibliche Part ihre gemeinsame Sternenkonstellation aus ihrem astrologischen Halbwissen anpreist. Der Hobby-Astronom  John Putnam blickt sehnsüchtig durch sein Teleskop in die unendlichen Weiten des Weltalls. 
Doch Potzblitz, ein riesiger, heller Feuerball schüsselt am Horizont entlang, unterbricht jäh das Liebesgeseiere, ballert irgendwo mitten in der Wüste runter und kuschelt sich gemütlich in die Erdkruste ein. Die Explosion ist spektakulär und unser Paar macht sich auch sogleich auf den Weg zur Einschlagstelle.
Tatsächlich ist eine Art Raumschiff auf die Erde gekommen, allerdings ist John der einzige Zeuge und verständlicherweise tut sich die Allgemeinheit schwer, dem kauzigen Eigenbrötler hinsichtlich seiner phanastischen Erzähling Glauben zu schenken. Nicht einmal Ellen ist so richtig überzeug davon, ob ihr Schatzi wirklich fremde Besucher getroffen hat oder nur einen ziemlich dollen Sprung in der Schüssel hat.
Schon bald machen sich die Invasoren auf den Weg aus ihrem Raumschiff und verdammt noch mal, das Design ist großartig. Ein riesiger Kopf mit großem Glubschauge und Halbtentakeln schwebt durch die Wüste und verliert auf seiner Route glitzernden Sternenstaub. Man sieht sogar aus der Egoperspektive des Auges die Wüste, bevor sich das hässliche Vieh einem unschuldigen Erdbewohner nähert. Dazu ertönt eine hochfrequent wabernde Stimme (ähnlich dem Stark-Trek-Theme der Originalserie), klasse! Besonders putzig ist dabei der folienartige, durchsichte Umhang, den es um seine Glatze gehüllt hat. Jetzt kommt's, es schnappt sich Leute und kopiert sie, so dass diese nur noch dümmlich Zeug sabbelnd in die Kleinstadt reisen, um ihren Plan zu vollführen.
Das ist in aller Kürze die Handlung, die, jedenfalls in diesem frühen Stadium, eine wirklich dichte Spannung aufbaut! Die Fahrten der Leute im Halbdunkeln durch die verlassenen Steppe mit ihren eigenwilligen tierischen Einwohnern und Pflanzen sind doch gehörig stimmungsvoll geworden und man fiebert mit dem missverstandenen John Putnam mit.
Gegen Ende, als die Außerirdischen auch noch Ellen gefangen haben, wird es dann sogar bedeutungsschwanger und sie offenbaren den wahren Grund für ihre Ankunft: Zufall, weil dumm gelaufen. 
Die Spannungen zwischen John und der Kleinstadtbevölkerung, die ihm nicht glaubt auf der einen Seite und seine Interaktion mit den Marsianern auf der anderen, erzeugen einen wirklich gelungenen Streifen, der wenig platt ist und sogar einige lobenswerte Gedanken transportiert. Besondere Erwähnung sollte die Ausstattung bekommen, denn die Sets sehen wirklich großartig aus. Angefangen bei der Butze in der Wüste, über die stillgelegten Minen bis hin zum Raumschiff. Da stimmt einfach eine ganze Menge und nichts sieht so richtig trashig aus. Ok, vielleicht aus heutiger Sicht, aber im Vergleich zu anderen Genrekaspern mit wesentlich weniger Budget kommt hier schon ordentlich was bei rum.
Wen ich immer noch nicht überzeugen konnte, dem sei gesagt, dass kein anderer als der mit Abstand großartigste Science-Fiction-Regisseur Jack Arnold, auf dem Drehstuhl Platz nahm und uns mit diesem cineastischen Klassiker beschenkte.
Die deutsche DVD hat ein knusprig frisches Bild und müsste derzeit für ein Appel und ein Ei zu bekommen sein. Mit dabei sind auch noch ein lohnenswerter Audiokommentar (englisch) von Tom Weaver und die extrem interessante halbstündige Dokumentation "The Universe According To Universal" (ebenfalls englisch). In der Doku kommen wirklich viele Leute zu Wort und liefern einen vertieften Einblick in die SciFi-Filme aus dem Hause Universal. 
Alternativ kann man auch zur britischen Classic-Sci-Fi-Box greifen, in der der  Streifen in identischer Ausstattung zusammen mit "This Island Earth" (1955), "Tarantula" (1955), "The Thing From Another World (1951), "Creature From The Black Lagoon" (1954), "Invasion Of The Body Snatchers" (1956) sowie "The Incredible Shrinking Man" (1957) enthalten ist.
"It Came From Outer Space" hat einige wirklich abgefahrene Momente, tolle Bilder und Effekte. Er gehört ganz klar zu meinen Lieblingsfilmen und legt den Wunsch nahe, ihn damals in den 50ern im Kino gesehen zu haben. Klare Empfehlung, ein Klassiker, der von jedem gehuldigt werden sollte!

Samstag, 2. Juli 2011

Das Zombiebunker Gewinnspiel!

Obacht, Freunde des guten Geschmacks! Der Zombiebunker bringt Zeug unters Volk!
Die Frauen Weltmeisterschaft im Fussball ist in vollem Gange und auch sonst spielt das weibliche Geschlecht eine tragende Rollen in den Filmen, die wir lieben! Daher dreht sich das Gewinnspiel auch genau darum! 
Alles was ihr tun müsst, ist eine Email (Betreff: Gewinnspiel) mit eurer liebsten Femme Fatale, der heißesten B-Movie Screamqueen, kurz der Dame der Wahl und ihrer eurer Meinung nach besten Rolle an zombiebunker@web.de schicken. Einzige Bedingung: die Dame muss in einem Streifen aus dem vergangenen Jahrtausend mitgewirkt haben.
Ich mach dann mal den Anfang und benenne: Edwige Fenech in "Das Geheimnis der blutigen Lilien" (1971).
Unter allen Einsendern werde ich ein noch eingeschweißtes und wunderhübsches Exemplar von Subkultur Entertainments "Die gnadenlosen Killer" (1960) verlosen. Der Streifen ist beim Label bereits ausverkauft!
Die Möglichkeit der Teilnahme besteht bis Montag, den 18. Juli, 00 Uhr. Der Gewinner wird noch am Montag bekannt gegeben. Der Rechtssweg ist ausgeschlossen.
Ich freue mich auf kreative Vorschläge, eine rege Beteiligung und wünsche allen viel Glück!

Freitag, 1. Juli 2011

Anita - ur en tonårsflickas dagbok (Das Schwedenmädchen Anita - 1973)

"Jag ville också bara knulla". Eine Frau ein Wort. Und welche Frau? Die bezaubernde Christina Lindberg! Schmuddelkram aus Schweden. "Anita - ur en tonårsflickas dagbok" (1973) gehört zu den Filmen, die Daniel Ekeroth als schwedischen Sensationsmovie subsumiert und in dem gleichnamigen Buch vorstellt und beleuchtet.
Nach der Lektüre war ich natürlich neugierig, was sich hinter dieser mir fremden skandinavischen Filmwelt verbirgt, daher war es eine phantastische Fügung des Schicksals, dass das Label "Candybox" einen Schinken aus diesem bizarren Kosmos dieser Tage veröffentlicht hat.
Die kleine Hartbox in handschmeichelnder Lederoptik stellt schon klar, worauf man sich in den nächsten 91 Minuten einstellen kann: "Kein Film für Pastorentöchter"! 
Dabei wäre es falsch, wenn man den Streifen nur auf die Anzüglichkeiten und Nuditäten beschränken würde, die zum Glück nicht besonders explizit sind. Eigentlich spiegeln die Sexszenen eher eine zugeknöpfte und prüde Gesellschaft wider. Vielmehr wird hier ein schlimmes Sozialdrama gesponnen, das sich um die junge, schwedische Antia dreht. Von den Eltern regelrecht verachtet und vernachlässigt, versucht sie, ihren Kummer in bedeutungslosem Sex mit Fremden zu etränken. 
Als Schwester eines besonders begabten Mädels,wird sie permanent für ihre miesen Leistungen traktiert. Am Küchentisch wird sie direkt ins Kreuzvehör genommen und gefragt, ob sie wisse, wer Rommel (der Wüstenfuchs) sei und ähnlich triviale Dinge. 
Die Milieustudie lässt sie durch Zufall auf einen Psychologiestudenten treffen, der sich ihrer annimmt , dem sie episodenhaft ihre Rückschläge und Eindrücke schildert und langsam Vertrauen aufbaut.
Man erhält dabei Einblicke in ein zeitgenössisches Schweden, das noch friedlich und unberührt war. Dinge wie die Buchpreisbindung wurden grade erst gekippt, Lyriker wie Lars Norén blühten auf, bevor sie sich dem Drama zuwandten und schlimme Staatstraumata wie der Palmemord lagen noch in weiter Ferne. Doch auch dieses unschuldige Schweden wartet mit zahlreichen Abgründen auf, angefangen bei fieser Mode bis hin zur tragischen Geschichte von Anita.
Die flaniert durch die Stadt, ohne erkennbares Ziel, nur um sich den Nächstbesten zu schnappen und mit ihm in einer dunklen Ecke zu verschwinden.
Ihre sexuellen Abenteuer sind im Endeffekt nach innen gerichteter Selbsthass. Christina Lindberg spielt die Rolle der gebrochenen und verletzten Anita extrem überzeugend. Wenn ihr ausdrucksloser Blick in die Ferne wandert,  erkennt man ansatzweise die Leere, die das Innere der Figur erfüllt.
Wer hier einen wilden Sexfilm erwartet, wird sicherlich enttäuscht werden. Zwar spielt Erotik eine Hauptrolle, allerdings ist diese doch stark zurückgenommen, vor allem, wenn man heutige Maßstäbe anlegt. 
Den eigentlichen Charme versprühen die vielen Außenaufnahmen, in Clubs, Kaufhäusern, auf der Straße oder in den Bahnhöfen. Als Kontrastprogramm zum Stripschuppen geht es auch schonmal mit der Musikantengruppe raus ins Grüne. Dazu stimmungsvolle 70er-Musik und bunt tapezierte Räume. Kuriose Situationen, wie die, in der 2 ältere Damen an der Tür lauschen und einen furchtbar bescheuerten Dialog halten oder direkt darauf folgend, der geile Tischler, der erfahren hat, dass Anita nicht besondere Sorgfalt bei der Auswahl ihrer Sexualpartner an den Tag legt und sich postwendend auf den Weg in ihr Gemach macht, sorgen für etliche Schmunzler. Dass alle, vor allem die älteren Säcke, auf sie anspringen (wir erinnern uns, sie spielt eine Minderjährige, auch wenn sie zum Zeitpunkt des Drehs bereits 23 Jahre alt war), macht den Film noch viel brisanter und lässt zugleich ein verkommenes Weltbild der schwedischen Gesellschaft zurück.
Die Erzählweise, als Quasireportage, in der Anita dem Psychologiestudenten von ihren Abenteuern erzählt, war in den 70ern relativ verbreitet und passt sehr gut zum Streifen. 
Schön ist auch, dass die schwedische Originalfassung enthalten ist und man so den Film in Schwedisch genießen kann, wahlweise mit deutschen Untertiteln.
Insgesamt ist "Anita - ur en tonårsflickas dagbok" ein netter, kurzweiliger Film von der Halbinsel, der neben nackter Haut auch viel nachdenkliche Aspekte auftischt und uns eine spannende Geschichte erzählt. 
Die Veröffentlichung macht Spaß, da der Film nicht langweilig wird und die deutsche Kinosynchronisation wieder einige Knallersprüche am Start hat. Laufstreifen und kleinere Verschmutzungen sind ebenfalls, wie es sich für einen Streifen aus dieser Zeit gehört, vorhanden und tragen zur nötigen Nostalgieatmosphäre bei. Ansonsten ist das Bild wirklich gelungen!
Als Bonusmaterial befinden sich der Trailer und eine umfangreiche Bildergalerie auf der Scheibe.
Kann man sich wieder anschauen, allein wegen Christina Lindberg und vor allem, weil die Fassung remastert wurde und skandinavische Nischenfilme viel zu selten eine größere Aufmerksamkeit bekommen. Hoffen wir, dass sich das bald ändert! 
Im Gegensatz zu den Amerikanern bemüht man sich nämlich tatsächlich, einen sozialkritischen Kontext aufzubauen und verschiedene Szenen zu liefern, die nachvollziehbar sind und eine echte Charakterentwicklung betreiben.
Zwar ist man von Arthouse noch weit entfernt, dafür aber kurzweilig viel unterhaltsamer. Klare Empfehlung!